Kreuzgang

Klassik im Kreuzgang 4.8 (9)

Hanne und Hans Hambücher hatten uns wieder einmal nach Bad Wimpfen gelockt, um gemeinsam Klassik im Kreuzgang zu genießen. Der Verein der Freunde und Förderer des Ritterstiftes St. Peter zu Bad Wimpfen veranstaltete gestern und heute das 15. Benefizkonzert zum Erhalt dieser einzigartigen Klosteranlage.

Meine bessere Hälfte und ich nahmen am heutigem Matinee teil. Dieses Mal war es ein Heimspiel um den künstlerischen Leiter der Benefizkonzerte Georg Oysen herum. Am Violonecello saß Georg Oysen höchstpersönlich. Die Klarinette hielt Julius Kircher, Professor an der Musikhochschule Karlsruhe. Zwei von Georg Oysens langjährigen Quartettfreunden Stefan Schubert (Violine) und Sebastian Wohlfarth (Viola) ergänzten das heutige Quintett. Die fünfte im Bunde war Kimberly Crawford (Geige), die kurzfristig einsprang, aber sehr gut mit den anderen vier Künstlern harmonierte.

Das kunterbunte Programm war von Georg Oysen ganz auf Klarinette und Streichquartett abgestimmt und bot dazu auch noch eine Premiere. Zur Musik selbst kann ich kaum etwas sagen, da ich alle Stücke zumindest noch nie bewusst gehört habe, was dem Musikgenuss aber nicht schadete. Die Auswahl der Stücke erfrischend und kurzweilig.

Den Anfang machte Wolfgang A. Mozart mit Allegro B-Dur (KV 516c) aus dem Jahr 1787, ein musikalisches Fragment, welches in der gespielten Fassung großteilig von Robert Levin ergänzt wurde. Mit Mozart macht man kaum etwas falsch und wer nun Mozart erkannte, wird sicherlich kaum festgestellt haben, dass das Meiste von Robert D. Levin stammte.

Bekannter dürfte seine Komplettierung von Mozarts „Requiem“ d-Moll (KV 626) aus 1791 sein, das beim Europäischen Musikfestival 1991 unter der Leitung von Helmuth Rilling uraufgeführt wurde.

Danach ging es mit Charles Villiers Stanford nach den Worten von Georg Oysen „anspruchsvoll, aber doch leicht zu ertragen weiter“. Gespielt wurde ein Wettbewerbsstück „Fantasy No. 1“ aus 1921. Ich konnte leider das Englische nicht heraushören, bin allerdings auch kein Musikexperte.

Ich habe ihn nun gleich einmal nachgeschlagen und konnte erfahren, dass er einen irischen Ursprung hatte und wohl mit der CD in den 1980er-Jahren ein Revival erfuhr. Interessanter für mich dabei, dass Gustav Holst ein Schüler von Stanford war.

Danach wurde es ganz Heimspiel badisch. Dafür sorgte Franz Danzi aus Schwetzingen. Zu seiner Zeit war Danzi richtig populär, tourte sogar durch die europäischen Konzertsäle und dürfte heute etwa einer „Coverband“ entsprechen.

Wir hörten sein Konzertstück Nr.2 g-moll und ich dabei Don Giovannis „La ci darem la mano“. Auf alle Fälle aber war dieses Konzertstück sehr klarinettenbetont. Was ganz gut passte, da die Klarinette aus Karlsruhe kam und Franz Danzi ab 1812 bis zu seinem Tode als Hofkapellmeister an der Badischen Hofkapelle Karlsruhe wirkte.

Nach der Pause sowie einem kleinen Spaziergang durch den Kreuzgang und dies erstmals bei Regenwetter ging es mit Louis Spohr weiter. Wer schon einmal etwas von Niccolò Paganini hörte, der kennt sicherlich auch Louis Spohr, beide zählten zu den besten Geigern ihrer Epoche. Was ich dabei nicht wusste ist, dass er für Geiger den Kinnhalter erfand und noch heute als der Vater des Taktstocks gilt.

Auch als Komponist gehörte er mit zu den Großen und so hörten wir heute seine Romanze B-Dur (1805) in einer Bearbeitung von Hartmuth Westphal.

Die Premiere des Matinees war eine Fassung von Georg Oysen für Klarinette und Streichquartett. Das Original, die „Sonatina“ (1982), stammt von Joseph Horovitz aus Wien, nicht zu verwechseln mit Joseph Horowitz aus New York. Da ich noch nie etwas von dieser Sonatina gehört hatte, war dies für mich tatsächlich eine waschechte Erstaufführung!

Seit der Flucht Joseph Horovitz‘ ins Vereinte Königreich 1938 gilt dieser als britischer Komponist. Aber auch hierbei hörte ich nichts Englisches heraus. Ich gehe einmal davon aus, dass das nur den Musikern gelingt, die sich diese Stücke von Note zu Note selbst erarbeiten.

Zum Schluss wurde es dann aber so richtig europäisch! Wir hörten das Stück von Béla Kovács „Sholem- alekhem, rov Feidmann!“ aus 2004. Béla Kovács ist ein ungarischer Komponist und virtuoser Klarinettist. Wir durften zudem erfahren, dass dieser keine Noten lesen kann.

Was mich nun fragen lässt, wie er komponiert? ChatGPT gibt es noch nicht so lange. Wohl eher hat er aber jemand, der seine Kompositionen aufschreibt, ähnlich wie eine Sekretärin. Vielleicht weiß aber einer meiner Leser Näheres darüber?

Auf alle Fälle gefiel mir das letzte Stück an diesem Sonntagvormittag am besten. Ohne Frage, man hörte Jankele- und Csardas-Töne und so ging es für mich beschwingt in den Tag. Aber auch das „La ci darem la mano“ blieb noch eine ganze Weile hängen — Franz Danzi wusste einfach, wie man die ganz normalen Zuhörer in den Bann zieht.

Die fünf Musiker waren auf alle Fälle ein sehr gutes Quintett! Und so hatten sie auch durchaus eine Zugabe verdient! Diese war dann aber eher für die Profis unter den Zuhörern; ich hätte hier ein paar Takte von Franz Danzi oder Béla Kovács lieber gehabt.


Scrabble Steine

Unaufgeregtheit 5 (9)

Beitragsfoto: Scrabble Steine | © Pixabay

Mein heutiger Gedankenblitz zum Thema „Sperrzone Heilbronn“ hat überraschend schnell und für hiesige Verhältnisse schon jetzt zu sehr vielen direkten Reaktionen geführt. Es ist etwas dran an der Aussage: „Sex and Crime sells“.

Dabei täte es uns allen gut, die Dinge etwas unaufgeregter zu betrachten und anzugehen. Im Tierreich wie auch bei uns Menschen wurde sehr schnell erkannt, dass Sex eine Ware ist. Und so haben auch wir Menschen uns von Anfang an prostituiert. Über die Hunderttausende von Jahren ist es uns dabei aber nicht gelungen, diesen kulturellen Aspekt so zu entwickeln wie es unsere entfernten Vettern, die Bonobos konnten.

Wir haben allerdings als Gesellschaften unzählige Möglichkeiten entwickelt, wie wir mit dem Thema Prostitution umgehen möchten. Wichtig dabei wäre es aber immer, dass man nicht die Prostitution an sich kriminalisiert, sondern deren kriminelle Auswüchse. Ähnlich wie wir nicht die Demokratie an sich verteufeln, sondern deren korrupten Auswüchse bekämpfen sollten!

Aktuell will man bei uns die Prostitution generell verbieten, wobei man hier nur einen sehr kleinen Teil der Prostitution betrachtet. Dies hat die von mir bereits des öfteren zitierte Esther Vilar in ihrem Buch „Der dressierte Mann“ (1971) sehr gut thematisiert.

In manchen Ländern, wie z. B. Afghanistan, dem Iran oder Saudi Arabien wurden die kriminellen Auswüchse von Prostitution sogar legalisiert. Dort haben die Imame die Zuhälterei übernommen und verkaufen ihre weiblichen Schäfchen an potente Kunden, stundenweise werden diese verheiratet. Spannend wäre es zu wissen, wie die Imame dabei mit der männlichen Prostitution umgehen?

Neu bei uns in der zivilisierten Welt ist es aber nun, dass man beginnt, selbst Messer zu verteufeln!

Noch vor ein paar Jahren war es gang und gäbe, dass zumindest die Jungs Messer für sich entdeckten und damit auf den Spielplätzen hantierten. Bei einem solchen Messerspiel stack einmal ein solches in meinem Schienbein, was zu allgemeinem Gelächter führte, uns aber auch zeigte, dass man mit Messern etwas vorsichtiger umzugehen hat.

Wenn man als Knabe nicht bereits vom Opa ein Messer geschenkt bekommen hatte, bekam man als Pfadfinder sein erstes eigenes Fahrtenmesser. Und lernte so ganz nebenbei nochmals den Umgang mit Messern.

Und manche Jugendliche und Heranwachsende liefen später auch noch bei uns mit Messern durch die Gegend, wobei es sich hier meist um Spätentwickler handelte. Der Rest von uns hatte sein möglichst bequemes, weil es einfach wichtiger Dinge für die Hosentaschen gab, Taschenmesser, das dann als Multitool fungierte.

Als Wehrpflichtiger, zumindest in den Kampfeinheiten, bekam man dann sein erstes richtiges Messer und lernte erneut den entsprechenden Umgang.

Und so sind in zivilisierten Gesellschaften Messer kein Teufelszeug, ganz im Gegenteil, die besten Messer findet man bei uns inzwischen in den Küchen und dort sehr oft auch in den Händen von Frauen, die meist in ihrer eigenen Jugend wenig mit Messern zutun haben wollten.

Und ganz plötzlich macht man bei uns Jagd auf Messer und sieht in allen Ecken der Stadt Messerstecher herumlungern.

Man wird so wie die Prostitution auch Messer nicht verbieten können! Und wenn man dies versucht, führt dies nur dazu, dass gerade jene pubertierenden, ungebildeten bis wenig zivilisierten Bevölkerungsteile Ersatzmittel basteln werden, die für alle Bürger unseres Landes viel gefährlicher sind.

Schlimmer noch, wir schaffen für diese impotenten Bevölkerungsteile regelrechte Phallussymbole (das würde jetzt Esther Vilar sicherlich gefallen!), mit welchen diese sich dann identifizieren und im Falle von Kurzschlusshandlungen größere Schäden anrichten können.

Wir sollten alle lieber wieder etwas entspannter werden und erst dann reagieren, wenn Kriminelle Menschen ausbeuten oder bedrohen.

Dann aber sollten wir auch keinen größeren Krawall deswegen machen, wenn unsere Polizisten einmal einschreiten und einen Messerstecher niederknüppeln oder niederschießen.

Wer bei uns Taschenmesser und sonstiges Spielzeug verbietet, der hat ein echtes Problem, entweder ein phallisches oder ein populistisches. Sigmund Freud würde wohl über sexuelle oder politische Impotenz spekulieren wollen.


Straßenstrich

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Beitragsfoto: Straßenstrich | © Shutterstock

Vermischtes

Schon eine ganze Weile her, dass ich ein Möbelstück kaufen musste. Nun benötigte ich aber eins und dies sehr kurzfristig und wohl auch nicht für sehr lange. Also gleich in das nächst größere Möbelhaus ein Schnäppchen suchen. Ich wurde sehr schnell fündig und jetzt liegen zwei Pakete eines Bausatzes bei mir herum — hätte auch das Endprodukt genommen, gibt es aber nicht. Nun liegt es nur noch an mir, wann ich mich an das nächste Abenteuer wage. Die Zeit läuft …

Vor ein paar Jahren vergaben wohl ein paar Prostituierte bei uns keine Rabatte und der Straßenstrich wurde pressewirksam aufgelöst. Man hätte auch die Umstände vor Ort verbessern können, aber es war wohl etwas Persönliches. Nun durfte man erfahren, dass in Heilbronn die Straßenprostitution in Gänze verboten werden soll, was das mit dem ganz Persönlichen weiter unterstreicht. Vielleicht ist aber auch nur die Qualität des Neckarwassers zu schlecht, um mit einem Krokodil aufwarten zu können.

Dabei wissen wir doch alle, dass man Prostitution nicht verbieten kann. Wir könnten aber Prostituierte besser schützen oder ihnen die Arbeit wenigstens etwas erleichtern. Hierzu wären Gebiete anzubieten, die dann zudem mit Sanitäranlagen ausgestattet werden. Dies würde auch den vielen Fernfahrern helfen, die sich bei uns in den Straßen erleichtern, gleich dort, wo sie ihre Fahrzeuge ebenfalls unerlaubt abstellen.

Wir sprechen aber lieber nutzlose Verbote aus. Eine Idee hätte ich da noch, man könnte gleich neben die unzähligen völlig nutzlosen Waffenverbotsschilder die folgenden Schilder hängen: „Bezahltes Kopulieren von 8 Uhr bis 22 Uhr auf dem Gehweg verboten!“ Und sollte sich wieder einmal ein Journalist in unsere Stadt verirren, gibt es ähnlich wie mit den Dönern auch noch eine bundesweite Berichterstattung.

Es werden wohl mehr Schwerverbrecher in unseren Parlamenten enttarnt und verurteilt als man sie jemals in unseren Asylantenheimen finden wird. Aktuell ist es wieder einmal einer von der CSU, namens Eduard Lintner. Die Milliardenschäden, die er mit zu verantworten hat, werden nicht thematisiert, seine Millionen, die er dabei einsteckte, wird er wohl behalten dürfen, genau so wie seine Ehrentitel und Verdienstkreuze. Was hat er nach seiner Verurteilung zu befürchten? Nichts!

Dafür schiebt die Union lieber wieder ein paar Kinder ab, was auch nur ein paar Millionen Euro Steuergelder kostet. Wäre vielleicht gar keine schlechte Idee, wenn die Union einmal dafür sorgt, dass ihre eigenen Parteimitglieder die geraubten und ergaunerten Steuermillionen und Unsummen an Bestechungsgeldern wenigstens teilweise zurückzahlen. Wie wäre es, wenn man die Abschiebeflüge durch die Rückerstattung krimineller Parteigewinne finanziert? Win-Win für alle.

Raketenstarts

Nicht nur weil ein sehr guter Bekannter selbst etwas an Raketen bastelt, ist dies schon etwas länger eines meiner Interessengebiete. Ursprünglich war ich mehr an Reichweite, Nutzlast und einer möglichen Zielgenauigkeit interessiert, inzwischen, weil sehr viele nun von einer zivilen Anwendung dieser Produkte schwärmen, kommen auch noch Wirtschaftlichkeit und Umweltverträglichkeit mit hinzu.

Jüngst stieß ich auf ein paar Arbeiten, die sich mit den Umweltschäden bei den US-amerikanischen Startgebieten beschäftigen. Diese dürften für die kommenden Jahrhunderte verseucht sein. Wobei das von Elon Musk bevorzugte Gebiet noch wesentlich mehr belastet wird, als es sich die NASA je hätte erlauben dürfen — Privatwirtschaft halt: Gewinne werden privatisiert und die Schäden und Belastungen verstaatlicht, also auf alle Bürger und kommende Generationen abgewälzt. Das kennen wir noch von unserer eigenen Energiewirtschaft und weiterer notwendiger Infrastruktur ganz gut.

Bei uns tragen sich die Verantwortlichen nun mit der Idee, die bundesdeutschen Küstengebiete, die ganz zufällig in den Wahlkreisen der Regierungsparteien liegen, mit eigenen Weltraumbahnhöfen auszustatten. Hat sich von unseren Politikern schon jemand mit der Umweltverträglichkeit von Raketen auseinandergesetzt? Das wars dann wohl mit dem Tourismus an der Ostsee — zumindest für jene Menschen, die keine eigenen Kinder mit drei Füßen haben möchten.

Verlässlichkeit

Ich bin noch im Beruf und Ehrenamt groß geworden als Verlässlichkeit keine Ausnahme war! Und so überrascht es mich immer wieder, dass die Aussagen selbst von sogenannten Profis bereits nichts mehr gelten, wenn diese getätigt wurden.

Schon etwas länger tut jeder was er will und keiner mehr was er soll. Jetzt aber machen diese Mitmenschen nicht einmal mehr das, was sie selbst ursprünglich wollten. Kaum kamen sie mit ihren Absichtserklärungen groß raus, ist alles bereits vergessen und die nächste Absichtserklärung wird verkündet.

Bei uns und ganz besonders beim Wahlvieh ist diese böse Masche der Beweis für den Übermenschen im Verkünder! Wer sich so generiert, der kann wirklich alles, selbst über Wasser laufen, Deutschland und unsere Renten retten! Jesus ist ein Dilettant! Und unsere Götter sitzen bei Markus Lanz und Co. Verlässlichkeit wie Ehrlichkeit auch, selbst die Wissenschaft und die Naturgesetze — alles bloßes Teufelszeug!

Wer sich da noch wundert, dass der Zug nicht pünktlich ist, dem hilft selbst der beste Psychiater nicht mehr.