Blitz

Kaffee 5 (9)

Beitragsfoto: Glühbirne | Blitz | © Bild von PIRO auf Pixabay

Es ist schon belustigend, wie so viele Blogger und andere Menschen über ihren Kaffeegenuss schreiben. Manche haben dabei tatsächlich erkannt, dass nicht alles Kaffee ist, der auch als solches vermarktet wird.

Bei Starbucks z. B. habe ich noch nie Kaffee bekommen, aber immer einen Becher meist mit einem falsch geschriebenen Vornamen drauf. Wenn man in unserer Gastronomie halbwegs einen Kaffee haben möchte, dann muss man schon bei McDonald’s vorbei.

Wie gesagt, ich spreche schlicht und einfach von Kaffee, nicht von einem italienischen Espresso oder Mokka und lasse einmal den Irish coffee gleich ganz weg. Inzwischen dürften gute Lokalitäten mit ca. 35 unterschiedlichen Arten von Kaffee aufwarten, was immer das dann auch sein mag.

Dabei kennt jeder echte Kaffeetrinker den Genuss eines Kaffees, der bereits über Stunden hinweg auf der Warmhalteplatte einer Kaffeemaschine vor sich hingeköchelt hat und beim Einschenken etwas zähflüssig in den Becher oder gar in eine Tasse gelangt.

Das Einzige, was einen echten Kaffeetrinker vom Genuss eines solchen Kaffees abhält, ist der Arzt, der darauf hinweist, dass es nicht mehr lange dauert und der Magen ist völlig hinüber.

Was bleibt, sind die Erinnerungen an erfolgreiche Nächte der Durcharbeit, die nur dank eines guten Kaffees durchzustehen waren.


Konzert

Musikvideo zum Tag 4.5 (4)

Beitragsfoto: Konzert | © Bild von Pexels auf Pixabay

Heute gehe ich einmal zurück ins Jahr 1982, welches sicherlich nicht zu meinen besten Jahren gehört. Weiterhin in der Schule gefangen und nur noch darauf wartend, dass das Elend langsam, aber sicher sein Ende nimmt.

Und dann kam Mike Batt um die Ecke …

Ich weiß nicht mehr, wie oft sich diese Platte auf meinem Teller drehte (‚School makes you crazy‘) und ab 1983 fand sich die entsprechende Musikkassette sogar in meinem vor sich dahin rostenden Golf 1. Für die Strecke Heilbronn – Böblingen reichten beide sowohl das Auto wie auch die Länge der Kassette.

Irgendwann waren dann sowohl die Musikkassette als auch die Platte aus meiner Sammlung verschwunden. Ob die Kassette einfach neue Musikliebhaber fand oder gar ein Opfer geplagter Mitfahrer wurde, weiß ich bis heute nicht. Die Platte verschwand während einem meiner vielen Umzüge in diesen Jahren.

Wahrscheinlich hätten meine Mithörer einfach nur einmal auch das audiovisuelle Stück „Zero Zero“ erleben müssen, was meine Leser dank YouTube nun ohne Weiteres können. Wann und wo ich dieses Stück zum ersten Mal selber sah, weiß ich leider heute nicht mehr. Da ich aber beim Hören dieser Musik weiterhin auch die Bilder im Kopf habe, muss dies bereits 1982, spätestens aber 1983 der Fall gewesen sein.

„Number 17 takes no notice, no notice …“ was wiederum ganz gut zum neuen Heterofatalismus passt. Manche Leser mögen darin erkennen, ich suche immer noch nach Antworten oder gar Lösungen.

Auf alle Fälle aber ist „Zero Zero“ kein Album für den flüchtigen Hörgenuss, sondern ein gefühlsintensives Konzeptwerk, das Musik, Theater und Science-Fiction verbindet. Wer sich aber auf seine düstere Vision einlässt, erlebt eine kreative Fusion aus Synthiepop, klassischem Orchesterklang und ästhetischer Radikalität — jedenfalls war es 1982 für mich das absolut Passende.


Blitz

Spielplatz 5 (8)

Beitragsfoto: Glühbirne | Blitz | © Bild von PIRO auf Pixabay

Ich saß gestern auf einer Bank an einem Spielplatz, welchen ich selbst in den 1960er-Jahren mit meinen Freunden bespielte.

Der Spielplatz ist heute etwas größer und hat interessante Spielgeräte aber keine Wippen oder sonstige Geräte mehr, die einem Kind halbwegs gefährlich werden könnten. Die Böden sind ausgepolstert wie man es sonst nur in Gummizellen vorfindet.

Ungefähr 50 Kinder waren anwesend und hatten sichtlich ihren Spaß.

Wenn nur nicht die vielen Eltern und Großeltern dort gewesen wären, hätte der Anblick etwas Normales gehabt. Wir Kinder wären damals sicherlich dem Spielplatz bei solcher Überwachung ferngeblieben.

Drollig wie sich leicht übergewichtige Mütter in die Rutschen zwängten — ich habe vergeblich darauf gehofft, dass eine dabei stecken bleibt. Mancher Opa hatte mehr Spaß an den Geräten und Aufbauten als seine Enkel. Völlig hysterische Mütter kreisten um ihren Nachwuchs wie Rotorblätter, deshalb wohl der Begriff Helikoptereltern.

Bei Michael Winterhoff (2019) durfte ich erfahren, dass es sich dabei um Projektoren oder Symbionten handelt — die Eltern, nicht die Kinder! Eine Wesensart, die die Eltern auch nicht mehr ablegen, wenn ihre eigenen Kinder bereits promovieren sollten.

Als ich dann ein Musterbeispiel einer narzisstischen Mutter entdeckte und in die leidgeplagten Kinderaugen blickte, war es Zeit, dass ich den Spielplatz wieder verließ.

Armes Deutschland!