Kinobesucher

Kino 4.4 (12)

Beitragsfoto: Kinobesucher | © Amit Kumar auf Pixabay 

Großes Kino ist immer eine feine Sache, nicht nur im Film. Aber erst seit dem Zelluloidfilm ist das Filmtheater die einfachste Art und Weise, um „großes Kino“ erleben zu können. Und wie bei allem anderen auch, wird im Film viel zu viel Müll und noch mehr Durchschnittliches produziert. Hierbei fällt es einem immer schwerer, um die richtige Auswahl zu treffen.

Noch heute stelle ich viel zu oft fest, dass ich wieder einmal einen Film zum Schauen angefangen habe, den ich mir besser hätte ersparen sollen. Und seit einem die Filme einfach so ins Haus gespült werden, kommt dies immer häufiger vor. Deshalb habe ich mir es nun vorgenommen, hier ebenfalls die Notbremse zu ziehen. Auch im Film sollte analog zum Buch gelten, dass man grundsätzlich keinen Film angucken sollte, der jünger als ein Jahr ist — dies erspart einem schon einmal sehr viel völlig Unnützes. Wenn der Film gut ist, dann ist er dies noch ein Jahr später. Und im Falle, dass er wirklich gut ist, dann ist er zeitlos — zumindest ein Menschenleben lang.

Und so stellt sich mir viel zu spät die Frage, warum Neues wagen, wenn es mir noch nicht einmal gelungen ist, alle schon bisher wirklich guten Filme anzuschauen.

Gestern gab es eine Veränderung, ich wurde zum ersten Mal Großonkel, welche mich ein wenig melancholisch werden ließ und bei mir das Verlangen zum Filmgucken weckte. Ein Griff ins Regal auf der Suche nach etwas Beschaulichem, vielleicht auch romantisch angehaucht, brachte den Film „Schlaflos in Seattle“ (1993) zum Vorschein. Diesen sah ich zum ersten Mal auf einem Transatlantikflug und kaufte ihn später, um ihn wieder einmal anschauen zu können.

Diesen Film hatte ich schon einmal für gut befunden und war nun gespannt, ob ich ihn heute noch in Gänze anschauen können werde. Ein kurzes Googeln ergab, dass sich die damaligen Filmkinder, welche mir am besten von der gesamten Filmcrew in Erinnerung geblieben waren, heute anderweitig zu beschäftigen wissen. Ross Malinger, der den Jonah Baldwin spielt, ist Autoverkäufer in Malibu — es gibt schlechtere Orte, um sein Geld zu verdienen. Um Gaby Hoffmann, die als Jessica Jonahs Freundin spielt, ist es ebenfalls ruhiger geworden. Sie lebt inzwischen mit ihrer Familie in Woodland Hills, auch kein schlechter Wohnort.

Meg Ryan, die noch heute filmisch unterwegs ist, hatte in den 1990er-Jahren ihren besten Lauf. Tom Hanks hingegen dürfte noch heute zu den richtig guten Schauspielern gehören. Bill Pullman, der den verständnisvollen Ex-Verlobten spielt, ist gleichfalls erwähnenswert. Zum Film selbst ist noch heute nicht viel zu schreiben. Bei der Filmmusik verlässt man sich auf Klassiker und macht dabei wenig falsch. Mir gefallen die vielen Anspielungen auf schon damals etwas ältere Filme, was mich bereits schon einmal hier im Blog zu einem eigenen Beitrag verführte.

Mein heutiges Fazit zum Film, man kann ihn noch immer angucken, ohne dabei das Gefühl zu bekommen, die dafür aufgewendete Zeit zu bereuen. Allerdings konnte und kann „Schlaflos in Seattle“ nicht so ganz mit den anderen zeitlosen Filmen mithalten — aber er ist noch heute etwas fürs Herz, ein klassischer Wohlfühlfilm.

Ob ein Filmzitat aus „Schlaflos in Seattle“ es jemals auf meine damalige Filmzitate-Website schaffte, kann ich nicht mehr sagen, manche der dortigen Zitate habe ich hier auf den Blog gepackt. Vielleicht findet sich ein Leser, der nun dort einmal nachguckt — ebenfalls ein sehr entspannender Zeitvertreib.

„Look, Annie … I love you. But let’s leave that out of this. I don’t want to be someone that you’re settling for. I don’t want to be someone that anyone settles for. Marriage is hard enough without bringing such low expectations into it, isn’t it?“

Bill Pullman als Walter in Sleeples in Seattle (1993)

Stilleben

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Beitragsfoto: Heilbronner Stilleben

Vermischtes

Kaum in Heilbronn unterwegs, stolpere ich wieder über Müllkippen. Muss man eigentlich nicht haben, aber unsere Gemeinderäte kümmern sich nur um ihr Eigenwohl, von unseren Bürgermeistern ganz zu schweigen — der Fisch stinkt am Kopf zuerst!

Apropos „erhöhte Verteidigungsausgaben“ = wie können sich Abgeordnete gesund stoßen. Nach gut 40 Jahren eigener Erfahrung ist dies von mir kein Politiker-Bashing, sondern nur gelebte Realität. Es wäre sehr schön, wenn mich unsere Volksvertreter eines besseren belehren könnten! Z. B. durch eine endlich wehrfähige Bundeswehr.

Ich wundere mich schon ein wenig darüber, dass alle demokratischen Parteien ganz von alleine nach rechts rutschen, zwar noch ein paar Bürger für die Demokratie auf die Straße gehen aber bereits alle Umfragen den Rechtsrutsch für endgültig bestätigen. Und so ist es wohl nur noch eine Frage der Zeit bis ein Friedrich Merz den Staffelstab an Alice Weidel übergibt und diese, ganz Frau, diesen an Bernd Höcke weiterreicht. Adolf Hitler, das Original, hatte es da mit uns Deutschen schon etwas schwieriger. Aber inzwischen haben wir Deutschen das Arschkriechen perfektioniert, denn eine Eigenschaft muss jedes Volk haben.

Übrigens, das „Folgegutachten zu tatsächlichen Anhaltspunkten für Bestrebungen gegen die freiheitliche demokratische Grundordnung in der Alternative für Deutschland“ mit Stand 22. Februar 2025 ist dank Netzpolitik.org nun auch online verfügbar. Und auch wir Heilbronner sind wieder prominent vertreten. Mancher AfDler hatte Glück und seine Social Media Accounts (ich hatte im Blog bereits darüber berichtet) noch rechtzeitig gelöscht bzw. bereinigt.

Blazing Saddles

Gestern Abend musste es einfach ein besonderer Film sein. In den 1970er-Jahren fand ich diese Komödie von Mel Brooks ziemlich lustig und heute für so aktuell wie schon lange nicht mehr. Inzwischen weiß ich, dass für solchen Humor die Erfahrung von 2 000 Jahren Pogrome notwendig waren. Manchen Wahnsinn überlebt man nur, wenn man den passenden Humor dafür entwickelt. Ephraim Kishon, Woody Allen und Sascha Baron Cohen sind weitere bekannte Vertreter jüdischen Humors.

Paul Spiegel, ehemaliger Vorsitzender des Zentralrates der Juden in Deutschland, wird gerne wie folgt zitiert: „Jüdischer Humor war und ist die schönste Waffe einer Minderheit, denn Humor tötet nicht.

Fast 50 Jahre später finde ich den Film tatsächlich immer noch lustig, nur habe ich dieses Mal an ganz anderen Stellen des Films gelacht. Dennoch halte ich den Film „Young Frankenstein“, ebenfalls aus dem Jahr 1974, für den besseren. „Spaceballs“ (1987) hat inzwischen Kultstatus erreicht und mit „Dracula: Dead and Loving It“ (1995) legte Mel Brooks nochmals nach. Die aktuelle politische Lage dürfte allerdings „Blazing Saddles“, dabei sämtliche Filme Mel Brooks mit berücksichtigend, am besten wiedergeben, selbst vor „The Producers“ aus 1967.

Unvergesslich Gene Wilder als Jim / Kid the Kid und Madeline Kahn als Lili Von Shtupp, die sicherlich hier im Blog bereits Erwähnung fand. Die Besetzung des Films ist insgesamt erstklassig und mit Count Basie spielt sogar ein Jazz Musiker mit, der ganz am Rande erwähnt u. a. mit neun Grammys ausgezeichnet wurde, wobei er es nicht nötig hatte, in Unterwäsche zur Verleihung zu kommen.

Apropos Unterwäsche, keiner kopiert Zarah Leander besser als Madeline Kahn, dies, obwohl ich deren Deutsch auch heute noch nicht verstehe.

Mel Brooks schafft es auf alle Fälle und bereits schon 1974 Harvey Korman als Hedley Lamarr die gesamte Bandbreite der heutigen GOP aufzählen zu lassen. Und auch wir Deutschen waren wieder einmal mit dabei. Übrigens, keiner verkörpert Donald Trump besser als Hedley Lamarr.

Sage mir einer nochmals, dass Zeitreisen nicht möglich seien! Und wer jetzt sogar noch an Barack Obama denkt, der befindet sich tatsächlich auf meiner Wellenlänge. Gene Wilder als Joe Biden wäre wohl ein klein wenig übertrieben.

Fragen & Antworten

So kurz vor der Bundestagswahl erhöht sich doch noch die Anzahl der Kandidaten aus den Wahlkreisen 266 und 267, die bereit waren, Fragen der EUROPA-UNION zu beantworten. Wie bereits erwähnt, hatte ich den Kandidaten einen entsprechenden Fragenkatalog übermittelt.

Und so freut es mich, dass inzwischen Fabian Gramling MdB, Mario SickingerMichael Georg Link MdB und Alexander Throm MdB jeweils alle 16 kurzen Fragen beantwortet haben. Sämtliche Fragen, auch die etwas ausführlicheren, und Antworten finden Sie auf der Website der EUROPA-UNION. Sollten weitere Antworten eintreffen, dann werden diese von mir dort ergänzt.

Zumindest habe ich auch eine Antwort eines grünen Kandidaten erwartet. Was nicht ist, kann noch werden und manche benötigen einfach etwas länger als andere. Dabei sind die Fragen gar nicht so schwer zu beantworten.

Die Studenten meines Fachbereichs wären sicherlich froh darüber, wenn sie heute solche Fragen beantworten dürften. Insgesamt haben diese 23 Fragen zu 10 Wissensgebieten zu beantworten. In 90 Minuten können Sie dafür insgesamt 90 Punkte erhalten, jede Minute einen. Und weil ich eigentlich ganz nett bin, zumindest tief in meinem Inneren, bekommen sie noch 15 Minuten Frage- & Antwortzeit mit hinzu. Dafür müssen sie allerdings die Fragen selber beantworten. Wer 45 Punkte erreicht, der kann sein Studium der Wirtschaftsinformatik weiter fortsetzen. Wer nicht, der hat insgesamt drei Versuche und muss sich erst danach nach etwas anderem umsehen.

Den Vorschlag für gangbare Alternativen überlasse ich heute einmal den Lesern dieses Blogs.

„Don’t be stupid, be a smarty 
Come and join the Nazi Party!“

Stormtrooper Mel, the ProduCer (1967)

Schnappschuss

28.1.02025 4.7 (9)

Beitragsfoto: Schnappschuss

Schätzung

Im Stadt- und Landkreis Heilbronn mit gut 480 000 Einwohnern dürfte es ca. 1 000 niedergelassene Ärzte geben. Diese „beschäftigen“ am Tag gut und gerne 30 000 Einwohner. Weitere 4 000 Einwohner dürften in Pflegeheimen untergebracht sein. Und die ca. 2 000 Krankenhausbetten werden sicherlich (rein, drin und raus) weitere 6 000 Einwohner „beschäftigen“. Und so kann man davon ausgehen, dass sich ca. 10 % der Bevölkerung permanent mit Ärzten, Sanitätern und Pflegern bei Gesundheit und Laune hält.

Damit zieht das Gesundheitswesen bei der „Bespassung“ locker mit dem Bildungswesen gleich, wobei wir davon ausgehen können, dass erstere Plätze wesentlich teurer und dabei auch noch gesamtgesellschaftlich wenig gewinnbringend sein dürften. Und so wie es angeraten wäre, mehr Menschen im Stadt- und Landkreis zu bilden, so wäre es auch nötig, die Anzahl der „Kranken“ insgesamt zu senken.

Ich befürchte zudem, dass hier auch noch ein direkter Zusammenhang besteht, nämlich je höher der Bildungsdurchschnitt ist, umso weniger wird das Gesundheitswesen belastet. Ergo, bekämpft das aktuelle Gesundheitswesen die Symptome einer erkrankten Gesellschaft, während unser Bildungssystem die Ursachen bekämpfen könnte.

Bis die Politik dafür eine Lösung gefunden hat und sich das Ganze auszuwirken beginnt, könnte man neben jede Arztpraxis ein „Bespassungsangebot“ (Platz dafür gibt es in Heilbronn genug) setzen, das für alle gelangweilten Langweiler die Möglichkeit bietet, um sich dort zu „beschäftigen“. Die anfallenden Kosten könnten die Krankenkassen übernehmen — wäre wohl auch noch billiger — und die jeweiligen Arzthelferinnen könnten ihr „Klientel“ stante pede dorthin überweisen. Die „Bespassungsangebot“ könnte man noch attraktiver gestalten, wenn es dort auch noch Globuliautomaten gäbe. Und damit es der Renner wird, nennen wir es einfach „KI-Generalarztpraxen“. Das notwendige Personal kann man aus dem zweiten oder dritten Arbeitsmarkt gewinnen, was eine weitere Entlastung darstellen würde.

Fragen & Antworten

Im Zuge der Bundestagswahl gab der Bundesverband der EUROPA-UNION einen Fragenkatalog an die Kandidaten heraus. In meiner Funktion als Kreisvorsitzender hatte ich diese an die Kandidaten der Wahlkreise 266 und 267 versandt.

Inzwischen liegt mir eine erste Antwort von Fabian Gramling MdB vor. Ich warte noch eine Weile und dann erstelle ich auf der EUROPA-UNION Heilbronn Website einen entsprechenden Blog-Beitrag, wo ich die Fragen wie auch die Antworten vorstellen werde. Zudem wir es noch wie bereits angekündigt ein Thema in meinem Februarrundschreiben werden.

Dann können sich interessierte Wähler darüber informieren ob und was ihre Kandidaten im Wahlkreis geantwortet haben. Vielleicht tragen diese Antworten zur eigenen Wahlentscheidung bei, dann wären nicht nur die Kandidaten ein wenig mit europäischen Themen konfrontiert worden, sondern mancher Wähler hätte für sich sogar noch einen kleinen Mehrwert.

Lost in Translation

Gestern Nacht habe ich dann doch noch mit diesem Klassiker nachgelegt. Einer jener Filme, die man sich tatsächlich erarbeiten muss — nur einfach genießen klappt hier wohl kaum.

Diesen Film von Sofia Coppola habe ich mir nur deshalb im Kino oder Flugzeug angeschaut, weil Bill Murray die Hauptrolle spielte. Ein Schauspieler der seit 1993 für mich ein Must-see ist. Und so war ich beim ersten Mal anschauen doch ein wenig verwundert, obwohl Bill Murray einen exzellenten Bill Murray gibt; zumindest ich fand von Anfang an, dass er sich selber spielt.

Und schon 2003 machte seine Filmpartnerin Scarlett Johansson auf sich aufmerksam, der Rest der Crew bloße Nebenrollen. Ergo, ein Zweipersonenstück, das bis heute exzellent zu meinen eigenen Studien passt und bei einer geneigten Studentenschaft sogar Einzug in mein Curriculum fände.

Ähnlich wie bei Doris Dörries „Erleuchtung garantiert“ (1999) das Setting, wobei Bill Murray und Scarlett Johansson eindeutig für weit mehr Tiefe sorgen — nichts gegen Gustav Peter Wöhler, dem ich noch in den Nullerjahren an einer Flughafenbar selber mein Lob aussprechen durfte.

Inzwischen weiß ich nicht mehr wie oft ich den Film gesehen habe, nur so viel, dass ich jedes Mal wieder Neues entdecke. Und inzwischen weiß ich nun auch, was es mit der Unterhose gleich zu Beginn auf sich hat, manchmal muss man wirklich die Begleitliteratur zum Film lesen, was mir, der jede Gebrauchsanweisung meidet wie der Teufel das Weihwasser ziemlich schwer fällt.

Wer den Film noch nie gesehen hat, der sollte dies nachholen; ich gebe allerdings keine Spaßgarantie.

„Eine demokratische Gesellschaft ist eine dynamische, lernfähige Ordnung, und das setzt auch die individuelle oder kollektive Bereitschaft voraus, individuelle oder kollektive Irrtümer einzugestehen, historische Ungerechtigkeiten zu korrigieren und sich gegenseitig zu verzeihen.“

Carolin emcke (2016: 198)