Hinweis

27.1.02025 4.9 (8)

Beitragsfoto: Zeitansage

Rap

Eine Musikrichtung, die mir von Anfang an sehr gefallen hat. Als mein Interesse daran sank — ich lebte nicht mehr für mich alleine — bereicherte Eminem das Genre und erzielte bereits 1999 seinen Durchbruch. Von mir zwar geschätzt, fanden seine Platten aber nicht mehr Einzug in meine Sammlung. Dort findet man eher die Rapper der ersten Stunde.

Sebastian Schaffer hat jüngst den Song „Lose Yourself“ (2002) von Eminem gecovert, was ihm recht gut gelungen ist. Das Original findet man auf dem Soundtrack zum Film „8 Mile“.

Vermischtes

Nach einer zweiten Korrekturrunde liegen die Seminararbeiten nun hinter mir — starker Tobak! eine Ernüchterung, die ich mir gerne erspart hätte. Bei einem Käffchen mit Detlef Stern hole ich mir demnächst noch einmal Rat ein, dann werde ich die Noten online stellen. Und damit es mir nicht zu wohl werden wird, gibt es in Kürze noch eine 90-minütige Klausur, die, weil es das Regelwerk so vorsieht, für den einen oder anderen Studenten nochmals um bis zu 45 Minuten verlängert wird. Was die Aufsichten oder ich davon halten, spielt in der heutigen Zeit keine Rolle mehr — Schule hat mit dem echten Leben schon sehr lange nichts mehr gemeinsam. Schon jetzt bin ich neugierig, wie die Studenten abschneiden werden und ob meine eigenen Berechnungen stimmen — eine zweiprozentige Abweichung ist dabei bereits berücksichtigt.

Getriggert von meiner besseren Hälfte versuche ich sämtliche Tanztermine möglich zu machen, was mir meist auch gelingt, seltener mittwochs. Dazu passend, dass sich die Anfragen bezüglich des Europa-Balls mehren. Demnächst haben wir auch die neuen Einlassbändchen dieses Mal nicht in Blau.

Mein Blog-Trust-Score bei den Lesern liegt aktuell bei 4,3 von 5 Sternen, was mich sehr freut. Mein Blog wurde zudem auf der Startseite von weiteren 21 Lesern mit 4,8 von 5 Sternen bewertet, was noch ein klein wenig besser ist. Insgesamt gab es seit aktuellem Zählbeginn (22.10.2023) über 163 000 Seitenzugriffe, was von mir für ein kleines Privatblog als zufriedenstellend angesehen wird. Weniger spannend finde ich es, dass dabei mein „Tomatensuppenbeitrag“ (4,4 von 5) mit 2 005 Lesern der meist gelesene Beitrag ist; ich sollte wohl eher unter die Köche gehen. Interessant vielleicht noch, dass mein „Blogpausenbeitrag“ mit 2,5 von 5 Sternen der am schlechtesten bewertete Beitrag ist.

Aktuell kann mein Blog mit 1 711 Beiträgen und 907 Kommentaren aufwarten, was sicherlich noch verbesserungsfähig ist. Ich meine dabei das Verhältnis von Beitrag zu Kommentar, selbst wenn ich dieses Blog in erster Linie für mich selbst schreibe. Zudem kann ich schon jetzt feststellen, dass die Kategorie „Gedankenblitze“ nicht wie erhofft dazu beigetragen hat, die Kommentaranzahl wesentlich zu erhöhen.

Das im Blog integrierte Forum wird kaum angenommen und so freut es mich sehr, dass Hans Müller dort nun seinen fünften Teil einer amerikanischen Tragödie veröffentlicht hat. Wobei ich anmerken muss, dass dieser Teil mit seinen gut 60 DIN A4-Seitenäquivalenten XXL-Lesestoff ist. Auf alle Fälle kann sich niemand beklagen, dass es hier zu wenig zu lesen gäbe und die Bandbreite von Tomatensuppe bis Donald Trump dürfte ebenfalls ausreichen — wobei die spannendsten Beiträge weder mit dem einen noch mit dem anderen etwas zu tun haben.

Black Rain

Kurz nachdem ich eigentlich ins Bett wollte, kam ich auf die Idee, mir noch einen etwas älteren Film anzuschauen. Meine Wahl fiel auf einen Thriller des Regisseurs Ridley Scott aus 1989, den ich schon damals im Kino für gelungen hielt; „Black Rain“ ging dabei gegen „Lost in Translation“ (2003) und „Erleuchtung garantiert“ (1999) als Gewinner hervor.

Michael Douglas gefällt mir in diesem Film besser als in „The Streets of San Francisco“, eine Serie, die ich in den 1970er-Jahren gerne sah, heute aber nicht mehr gucken würde. Dafür aber gerne wieder einen seiner besseren Filme „Behind the Candelabra“ aus dem Jahr 2013. Über „Fatal Attraction“ (1987) oder „Basic Instinct“ (1992) kann ich heute nur noch schmunzeln. Dafür halte ich „Falling Down“ (1993) — „a piece of urban reality“ — weiterhin für sehr gelungen.

Auf alle Fälle habe ich es nicht bereut, dass es wieder einmal etwas später wurde. Mindestens ein Zitat aus dem Film befindet sich bereits seit Jahren in meiner entsprechenden Sammlung. Vor etwa fünf Jahren hatte ich meine Filmzitate-Website vom Netz genommen und dabei einige meiner Lieblingszitate mit in dieses Blog übernommen.

„Ir gunken, kotzen, bösen breken,
Daz euch der übel tot müess streken
Um die marter, die ich duld
Nit anders dann umb ewer huld!“

Wittenwiler, Der Ring, Z. 559-564

Karte von Karin & Andreas

Kalenderwoche 51 4.7 (7)

Beitragsfoto: Karte von Karin & Andreas

Karten

So langsam, aber sicher trudeln die obligatorischen Karten zu Weihnachten oder zum Jahreswechsel ein. Bereits in den Nullerjahren war ich begeistert auf deren digitale Version umgestiegen und als dieses Marktsegment fast über Nacht verschwunden war, verzichtete ich darauf, um wieder auf das Altbewährte zurückzugreifen. Meine bessere Hälfte hat das für mich halbwegs kompensiert und so habe ich auch kein schlechtes Gewissen, wenn diese Karten bei uns im Briefkasten landen.

Und da ich noch für ein Motiv für diesen Blog-Beitrag suchte, habe ich einfach auf eine Karte von Karin und Andreas zurückgegriffen. Ausschlaggebend dafür war die Katze im Bild, welche mich sogleich zum Schmunzeln brachte, da es mir erst vorab gelungen war, den empfohlenen Film „National Lampoon’s Christmas Vacation“ aus 1989 anzuschauen. Wie bereits erwähnt, dieser Film war an mir spurlos vorübergegangen; im Rückblick bin ich wohl bei „National Lampoon’s Joy of Sex“ (1984) hängen geblieben.

Nun aber wieder zurück zur Katze, denn die macht den empfohlenen Film erst so richtig sehenswert (!) und lässt mich sogleich darüber nachdenken, ob ich nicht des nächtens zwischen den Jahren „ALF“ bingen sollte. Übrigens, von 1970 bis 1998 war National Lampoon ein gut lesbares Magazin, welches es zusätzlich 2020 zum 50. Jubiläum als digitale Version gegeben haben soll — wohl mit dem Schicksal der digitalen Karten.

Lektüre

Auch wenn ich doch so einige Bücher nur anlese und diese dann etwas enttäuscht liegen lasse, gibt es weiterhin Exemplare, welche ich immer wieder gerne zur Hand nehme und darin schmökere. Aktuell ist Seneca bei mir angesagt. Und so sind es nicht nur seine Briefe an Lucilius, sondern auch die Briefe vom glücklichen Leben (an seinen Bruder Gallio) und von der Kürze des Lebens (an Paulinus), die ich immer wieder zurate ziehe.

Letztere habe ich diese Woche in einer Übersetzung von Otto Apelt (2019) gelesen. Die von Seneca gewählten Themen sind für uns Menschen grundsätzlich von Bedeutung und seine Art und Weise, wie er diese bespricht, eine gute Lebenshilfe. Wohl deshalb werden seine Briefe noch heute herausgegeben und dabei immer wieder aufs Neue analysiert.

„Eben darin besteht das Geheimnis wahrer Lebenskunst, daß man sich von des Schicksals Launen unabhängig zu machen weiß.“
(2019: 9)

Spannend, wie sich seine Kerngedanken in sämtlichen Briefen wiederfinden und je nach Zeitpunkt der Abfassung, des Adressaten oder gar des Übersetzers eine Abwandlung erfahren. Mit manchen Gedanken scheint er richtig zu spielen, und so wartet der Leser schon darauf, wie Seneca sie dieses Mal präsentieren wird.

Die Briefe an Lucilius lese ich aktuell in einer Übersetzung von Heinz Gunermann, Franz Loretto und Rainer Rauthe (2023), wobei ich es sehr gut finde, dass die Briefe auf Latein gleich daneben abgedruckt sind.

Und so wird mein Jahreswechsel dieses Mal mit Seneca in Verbindung stehen; 2019 las ich noch Franz Kafka, was für eine Entwicklung!

Wenn man die Bücher nicht in der Originalsprache lesen kann und auf Übersetzungen angewiesen, habe ich festgestellt, dass es durchaus hilfreich ist, wenn man auf aktuelle Übersetzungen zurückgreifen kann. Ein gutes Beispiel dafür ist eine Übersetzung des Don Quijote von der Mancha, wobei ich das Buch 2011 erst in einer Übersetzung von Susanne Lange zu Ende las. Meine ersten Leseversuche griffen noch auf Übersetzungen zurück, die damals schon aus der Zeit gefallen waren und mich damit am Buchinhalt verzweifeln ließen.

Und so kann ich Neuübersetzungen von Büchern durchaus etwas Positives abgewinnen, nicht aber der Tatsache, dass manche versuchen, einen Räuber Hotzenplotz (Otfried Preußler) oder gar sämtliche Werke von Wilhelm Busch in ein neues Deutsch zu fassen. Damit gehen diese Menschen viel zu weit; aber nicht nur das, sie entmündigen uns Leser und propagieren dabei einen Totalitarismus, den wir allesamt schon längst als überwunden wähnten.

Basteln

Diese Woche konnte ich ein wenig am Blog basteln. Ursache dafür war, dass es im Backend zu Komplikationen kam. Dies habe ich dann sehr einfach gelöst, nämlich indem ich das eine oder andere Plug-in ersatzlos entfernte.

Und da ich schon einmal dabei war, gab ich auch das Einsammeln von Kaffeespenden auf. So baue ich nun ausschließlich auf die (fast) wöchentliche Kaffeespende von Detlef Stern.

Und da ich mit meinen jüngsten Kerzenschöpfungen nicht ganz so zufrieden bin, habe ich mir vorgenommen, bis zum Dreikönigstag sämtliche Kerzen im Haus neu zu gießen. Wobei mein Problem nicht beim Wachs, sondern eher an der Qualität der dabei verwendeten Dochte liegen dürfte. Da meine Kerzenmanufaktur nur für den Hausgebrauch arbeitet, verzichte ich darauf, das Ganze professionell anzugehen und gucke einfach einmal, wie sich meine Versuche weiter entwickeln. Auf alle Fälle aber hat das Einschmelzen von Bienenwachs etwas Meditatives an sich.

„Der Reichtum, behaupte ich, ist kein Gut; denn wäre er das, so würde er die Menschen gut machen.“

Seneca (2019: 52)

Kinderhaus

8.12.02024 5 (4)

Beitragsfoto: meseno-Kinderhaus

Weihnachten

Für den einen ist Weihnachten dieses Jahr früher als geplant oder beabsichtigt und für den anderen findet solch ein Ereignis überhaupt nicht statt. Zumindest für viele Geschäftsleute könnte Weihnachten das gesamte Jahr über andauern und so mancher Mensch wartet noch immer darauf, dass einmal Ostern und Weihnachten zusammenfallen. Bestimmt denken die einen oder anderen Gewerkschaften bereits darüber nach, dass man als Arbeitnehmer durchaus vor Weihnachten in den Urlaub gehen könnte und nach Ostern so langsam wieder zur Arbeitsstelle zurückkehrt — schließlich ist eine gute Work-Life-Balance essenziell und mit solchen Forderungen kann man seine eigene Klientel gut bei Laune halten. Die Arbeit machen schließlich immer andere — und in Zeiten von KI erledigt sich alles wie von selbst, auch Seminararbeiten werden inzwischen gerne von z. B. ChatGPT nicht nur geschrieben, sondern bereits auch korrigiert.

Letzten Freitag wurde ich zur meseno-Weihnachtsfeier eingeladen und bekam dabei deren Einrichtungen auch einmal abends zu Gesicht. Als wir später noch mit ein paar Mitarbeitern gemütlich beisammensaßen, war es mir fast weihnachtlich zumute.

Dabei wissen wir doch alle spätestens seit Ebenezer Scrooge, dass Weihnachten eine Lebenseinstellung und keine Feier ist — zumindest dies aber so sein sollte.

Augenarzt

In Syrien läuft es gerade für den einen oder anderen Despoten nicht so ganz rund. Der von Totalitaristen so gemochte Schlächter und Massenmörder Baschar al-Assad dürfte im Nahen Osten Geschichte sein. Der syrische Ministerpräsident Mohamed al-Dschalali spricht davon, einen geordneten Übergang zu ermöglichen — wohl vom Regen in die Traufe.

Noch sind die Türken und Iraner vor Ort und werden sich ihren Einfluss auch nicht mehr nehmen lassen. Zumindest aber die Russen scheinen sich vorübergehend aus Syrien zu verabschieden, denn in der Ukraine lässt es sich derzeit etwas einfacher morden und vergewaltigen.

Die Frage des Tages ist aber der Verbleib von Baschar al-Assad, wohl eher seinem geraubten Milliardenvermögen. Mich würde es nicht wundern, wenn es in München oder gar am Tegernsee bald einen Augenarzt mehr gibt.

Mancher Idealist glaubt aber eher daran, dass man nun den Verbleib von gut 100 000 Syrern klären könnte, die alleine während der Herrschaft von Baschar al-Assad einfach so verschwunden sind. Aber solch arme Menschen sucht man z. B. in Südamerika noch heute vergebens.

Mein Fazit daraus: wenn man schon verschwindet, dann besser zusammen mit einem so richtig dicken Bankkonto — zumindest kann man sich dann bei Bedarf auch einen Zahn- oder gar Augenarzt leisten.

Wicked Little Letters

Wer kennt Sie nicht diese kleinen E-Mail, die zu Hunderten auf einen einströmen und meist nur so von Obszönitäten strotzen — wir nennen dies heute nicht mehr kleine schmutzige Briefe, sondern einfach nur noch Werbung, genauer gesagt SPAM.

Im Gegensatz von noch vor gut 100 Jahren ist dieses Thema keine Debatte in den Parlamenten mehr wert, sondern es gehört zum ganz normalen Alltag, zur Geschäftspraxis erfolgreicher Unternehmen, die sicherlich auch noch die Kosten für ihre Beleidigungen und Belästigungen von der Steuer absetzen können, für den Fall, dass sie überhaupt welche bezahlen.

Kurz nach dem Ende des Ersten Weltkrieges war dies im Vereinigten Königreich noch ein Thema und beschäftigte nicht nur die Presse, sondern wie gesagt auch noch die damaligen Volksvertreter. Was Thea Sharrock nun zu einem kleinen, aber feinen Kinofilm mit obigem Titel ummünzte und das Ganze zudem noch mit dem Thema der Emanzipation verband. Passend dazu, dass 1920, in der Zeit, wo der Film spielt, die Suffragetten die Männerwelt ebenfalls etwas aufwirbelten.

Damit dreht sich der Film „Wicked Little Letters“ aus dem Jahr 2023 genau um diese beiden Themen, die noch heute die Welt beschäftigen. Thea Sharrock schafft es dabei aber und dies im Gegensatz zu vielen ihrer Kolleginnen, sich diesem Thema viel tiefgründiger zu nähern, als es unseren eigenen Frauenrechtsvertreterinnen überhaupt möglich wäre — manchmal hülfe es, das Ganze einfach auch mit einem Quäntchen Humor zu betrachten.

Im kleinen Küstenort Littlehampton erhalten die Einwohner die titelgebenden obszönen Briefe und fangen an, nach dem Absender zu forschen. Schnell fällt der Verdacht auf eine Außenseiterin, welche zudem nicht den damaligen Moralvorstellungen entsprochen haben dürfte. Jessie Buckley brilliert in ihrer Rolle als Rose Gooding und zieht auch noch an der richtigen Stelle blank, was übrigens einmal ihren Geschlechtsgenossinnen zu denken geben sollte, die weiterhin der Männerwelt lieber ihre chirurgisch aufgewerteten Körperteile entgegenstrecken.

Den Gegenpart übernimmt Olivia Colman als Edith Swan und es fällt mir schwer, eine von beiden Darstellerinnen als die bessere zu benennen. Aber auch die restlichen Schauspielerinnen sind eine gute Wahl und komplettieren das Ensemble hervorragend; jede von ihnen hätte eine Erwähnung verdient.

Im Gegenzug degradieren sie und dies sicherlich von Thea Sharrock auch so gewollt, ihre männlichen Gegenparts allesamt zu reinen Statisten. Mit einer einzigen Ausnahme, Timothy Spall gibt als Edward Swan einen zum Plot unbedingt notwendigen Bösewicht; er verkörpert dabei die altbackene Männerwelt ganz hervorragend und hält uns Männern — zumindest noch sehr vielen aus meiner Generation, die eigentlich Edward Swans Urenkel sein dürften — den Spiegel vor.

Thea Sharrock hat mit ihrem dritten Kinofilm gezeigt, dass sie nicht nur eine vielversprechende Regisseurin ist, sondern schon jetzt mit zu den besten gehört.

Meine Empfehlung ist eindeutig, man muss diesen Film gesehen haben.

„No one should believe that with the downfall of the dictatorship an ideal society will immediately appear.“

Gene Sharp (2012: 116)