Fachzeitschriften

Fachzeitschriften 5 (3)

Beitragsfoto: Fachzeitschriften

Die tägliche Zeitungslektüre gehört wohl zu einer Gewohnheit, welche nach meiner Generation an Bedeutung verlieren wird. Im Vergleich zum Buch, dem älteren Medium, dürften den Zeitungen weit mehr Leser verloren gehen als bisher gedacht. Vielleicht aber wird es den Zeitungen auch gelingen, sich als digitale Medien neu zu erfinden und weiterhin einen hinreichenden Leserkreis zu finden.

Meine Empfehlungen für eine Zeitungslektüre habe ich bereits in einem vorherigen Beitrag aufgeführt, stelle dabei schon jetzt aber fest, dass auch ich schneller von der gewöhnlichen Zeitungslektüre Abstand nehme, als ich es jemals selbst vermutet hätte.

Dies beobachtend, stelle ich zudem fest, dass sich mein eigener Schwerpunkt inzwischen eher zu den Fachzeitschriften verlegt. Auch diese sind inzwischen immer mehr in digitaler Form erhältlich, haben aber immer noch in Papierform ihren ganz besonderen Charme. Auch greift man dann eher zu ihnen, wenn sie zwischen den, noch zu lesenden, Büchern liegen und mit einem Griff zur Lektüre bereit sind.

Zwar gibt es bei mir noch eine alte Zeitungsablage, dort fristen die Tageszeitungen aber nur noch ihr Dasein, bis sie ins Altpapier wandern — so schnell ändert sich bereits während einer Generation die Zeit. Und Zeitungsausschnitte werden von mir nur noch vereinzelt für Vereinszwecke gesammelt, wobei jeder Archivar gerne bestätigt, dass auch dies kaum Sinn macht, da die Zeitungen ihre eigenen Archive haben und diese gerne auch allen interessierten Lesern verfügbar machen.

Da ich gerade über Fachzeitschriften schreibe, möchte ich es nicht versäumen, jene vorzustellen, die ich selber gerne lese:

Lesen heißt mit einem fremden Kopfe, statt des eigenen, denken.“

Arthur Schopenhauer, Parerga und Paralipomena II (2018 [1851]: 6 – §261)
Beitragsfoto: Schachfiguren | © Pixabay

4.5.02021 5 (1)

Ehe 2.0

Die Überraschung des Tages dürfte von Bill und Melinda Gates kommen, eigentlich von einem echten Traumpaar. Über die Trennungsgründe lässt sich nur spekulieren, denn die beiden hatten nun wirklich alles, was man sich nur erträumen kann. Aber vielleicht ist das genau der wahre Trennungsgrund: sie hatten zuletzt keine gemeinsamen Träume mehr.

Weltraumbahnhof

Andere wiederum träumen von einem deutschen Weltraumbahnhof, wie eins der Gröfaz, und vergessen ganz dabei, dass Deutschland nicht in Äquatornähe liegt, was einen solchen Bahnhof erst wirtschaftlich sinnvoll machen würde. Da diese Träumer aber immer das Geld anderer ausgeben, werden sie solche profanen Erkenntnisse kaum beeindrucken, und die späteren Profiteure applaudieren bereits ganz gewaltig.

Raumstation

Die Chinesen bauen inzwischen ohne großes Aufsehen und vorheriges Trara an einer eigenen Raumstation. Wenn wir Europäer auf gemeinsame Ziele fokussiert zusammenarbeiten würden, anstatt Nationalismen zu frönen und uns gegenseitig neiderfüllt das Leben schwer zu machen, könnten wir schon längst — und dies zusammen mit anderen, z. B. Japan und USA — moderne Raumstationen haben, die die Welt insgesamt weiterbringen.


Treppenhaus

Ebenengerecht 4.9 (9)

Beitragsfoto: Treppenhaus | © Pixabay

Informationen

Gerade heutzutage ist jede Information frei verfügbar; man muss nur drei Dinge wissen; erstens, dass es sie gibt, zweitens, wo sie zu finden ist und drittens, wie man an sie herankommt.

Aber nicht jede Information ist auch für einen selbst bestimmt oder gar von eigenem Interesse, und wenn doch, dann oftmals in solch einer Art und Weise sowie Menge vorhanden, dass man sie kaum bis überhaupt nicht verstehen bzw. verarbeiten kann. Selbst die auf jeden und beständig hereinbrechende Informationsflut ist viel zu groß, um überhaupt nur das Interessantestes herausfiltern oder gar verarbeiten zu können.

Jeder von uns entwickelt deshalb seine eigenen Filter, um möglichst die für ihn relevantesten Informationen zu erhaschen. Und jeder, der selbst versucht Informationen an den Mann zu bringen, merkt schnell, wie schwer dies ist. Schon alleine die passenden Filter seiner Mitmenschen zu finden ist eine Herkules-, wenn nicht gar eine Sisyphosaufgabe.

Und selbst wenn Sender und Empfänger auf die selben Informationen zurückgreifen wollen, und auch die gleichen Filter benutzen, scheitern viele am Push- oder Pull-Prinzip. Und wenn sie nicht daran scheitern, dann sicherlich an den Informationen, welche über die unterschiedlichen Ebenen hinweg verteilt werden — gerade in Zeiten von E-Mail eine sehr bedenkliche Entwicklung; deren Weiterleitungsfunktion für viele Unternehmen oder Organisationen der eigentliche Grund für ihr Systemversagen.

Organisationsstruktur

Funktioniert der Informationsfluss von „bottom up“, „top down“ oder gar völlig hierarchiefrei? Wobei letzteres dazu führt, dass man nicht von Ebenen sprechen kann und damit ein wesentliches Organisationsinstrument außen vor lässt, was zu ganz eigenen Besonderheiten führt und in diesem Beitrag nicht erörtert werden soll.

Je nach Strukturform, wobei die zentralistischen eher den „top down“- Approach und die föderalistischen eher den „bottom up“-Approach nutzen, muss die Hauptrichtung des Informationsflusses festgelegt werden. Hinzu kommt noch, dass man die Informationsflüsse auch zwischen den gleichwertigen Ebenen regeln muss.

Sobald man weiß, wie die Informationen fließen, kann man sich weiterführende Gedanken machen.

Push-Pull-Prinzip

Am besten kommt man dann zurecht, wenn in die Informationsrichtung das Push-Prinzip gilt und man den folgenden Ebenen das Pull-Prinzip ermöglicht. Sollte die Ebenenanzahl (vertikal als auch horizontal) größer sein, bietet es sich an, dass man die Reichweite beider Prinzipien, ob Push oder Pull grundsätzlich festlegt.

Und damit kommen wir zur Funktionsweise von Ebenen.

Ebenengerecht

Wie bereits erwähnt, der Tod jeder Führungsebene ist das Durchstechen von Informationen, das Übergehen von Ebenen oder, am schlimmsten, die eigene Irrelevanz einer oder mehrerer Ebenen. Jede Ebene hat ihre Funktion und Verantwortlichkeit, sonst ist sie völlig überflüssig — an dieser Stelle setzten früher gerne Beraterfirmen an und kürzten ganze Hierarchien zusammen, und im Falle, dass sie die Unternehmenstruktur nicht verstanden hatten, war es das dann auch für die gesamte Firma oder Organisation.

Kommt eine Information bei einer Ebene per Push-Prinzip an, ist diese auszuwerten und ggf. sind weitere Informationen per Pull-Prinzip einzuholen. Nachdem die Information auf Relevanz für die nächste Ebene überprüft wurde, geht diese per Push-Prinzip dorthin. Im Falle, dass die eingegangene Information mit der weitergegebenen völlig übereinstimmt, sollte man sich spätestens über seine eigene Existenz in der Organisation Gedanken machen.

Dass die Information beim Empfänger auch angekommen ist, merkt man spätestens dann, dass dieser mit dem Pull-Prinzip zusätzliche Informationen einholt.

Need-to-Know | Nice-to-Know

Um seine eigene Ebene nicht ohne notwendigen Grund selbst überflüssig zu machen, sollte man stets darauf achten, keine eingehende E-Mail über die eigene Ebene hinweg weiterzuleiten; und selbst auf der eigenen Ebene sollte man darauf achten, nur nach dem Need-to-know-Prinzip vorzugehen, sonst tritt man digital verstärkt eine Informationslawine los, die oftmals schon heute ganze Unternehmen, Organisationen und Behörden lahmlegt.

Meine diesbezügliche Lieblingserfahrung ist, als ich 2012 in eine sehr langatmige Besprechung gebeten wurde, in der ein Thema heftig debattiert wurde, welches bereits vor Wochen an anderer Stelle erfolgreich abgeschlossen worden war.

„Do not seek for information of which you can make no use.“

Anna C. Brackett, The Technique of Rest (1892: 77)