Polizeiabsperrung

Sprachpolizei 4.1 (9)

Beitragsfoto: Polizeiabsperrung | © Pixabay

Manchmal wäre es viel einfacher, wenn manche Leute nicht alles und jeden gleich auf die Goldwaage legen, und sich vielleicht sogar ein Beispiel an dem ein oder anderen Dialekt nehmen würden. „Grasdackel“ oder gar Schlimmeres gehen mancherorts gerne als Kompliment durch, und in mancher Subkultur ist man gar stolz darauf, ein Nigger oder ein Kanake zu sein.

Und auch bei althergebrachten Worten, die höchstwahrscheinlich demnächst — bei der immer schneller voranschreitenden Sprach- und Wortverarmung — keiner mehr nutzen bzw. noch kennen wird, sollte, bei deren Gebrauch, nicht gleich die Staatsanwaltschaft ermitteln; zum Beispiel bei Wörtern, wie Mohrenkopf, Neger — was übrigens nur Schwarzer (Latein: nigro, nigrans) bedeutet –, oder gar das westfränkische „Judenfürzle“ — was übrigens in meiner Jugend noch der Begriff für allseits sehr begehrte kleine Feuerwerkskörper war — sollte man nicht nur schauen, aus welcher Zeit und Kontext sie stammen, sondern genau darauf achten, was der Sprecher eigentlich damit sagen möchte.

Zumal wir heute in einer kulturellen und sprachlichen Vielfalt leben, wie kaum jemals zuvor. Und schon zwischen Menschen aus dem gleichen Kulturkreis, sowie der selben Muttersprache kommt es immer wieder zum Problem, was der Sprecher eigentlich denkt, meint, und von sich gibt, und der Hörer dieser Botschaft dann hört und letztendlich zu verstehen glaubt.

Zudem leben wir immer mehr in einer Zeit, in der jeder zu meinen glaubt, was der andere denkt, bevor dieser überhaupt etwas gesagt hat, und diesem dabei zuweilen bereits Dinge unterstellt, die keiner näheren Betrachtung standhalten. Durch diesen immer beliebter werdenden Sprach- und Denkchauvinismus, der noch durch eigene Euphemismen, Genderei sowie Neusprech verstärkt wird, gerät unsere Gesellschaft immer tiefer in einen totalitaristischen Strudel, so wie es George Orwell bereits 1949 vorausgesagt hatte.

Sprache entwickelt sich beständig weiter und dies alleine durch die Kommunikation von Menschen untereinander. Deshalb sollte man tunlichst darauf verzichten, durch eine eigene Sprachideologie oder unter Zuhilfenahme einer Sprachpolizei und -justiz auf diese Entwicklung Einfluss nehmen zu wollen.

Wenn man wirklich Einfluss auf die Sprache nehmen möchte, dann dadurch, dass man Bücher schreibt, die gerne gelesen werden, oder so spricht, dass man Hörer in seinen Bann zieht.

Moralische Erschießungskommandos haben die Welt bisher nur schlechter gemacht, deshalb lassen wir besser die Finger davon und entspannen uns beim nächsten Mal, wenn ein Mitbürger unserer Meinung nach sprachlich entgleist. Auch müssen wir diesem weder zuhören, noch ihn überhaupt ernst nehmen.

Und im Falle, dass man sich selber einmal beleidigt fühlt, kann man immer noch den Rechtsweg einschreiten.

„Talk can be cheap, very cheap. It can also be costly. “Speak out!” we say. “Why are you afraid to speak out?” we say. In dictatorships, it can be very, very hard to speak out. Many people have been imprisoned or worse for talk. But even in democratic societies, talk can be hard. It can be hard not only in politics but also in high schools and families and churches and professional communities and other arenas.“

Jay Nordlinger, Some Talk about Talk (4. September 2018)

Maskerade

6.5.02021 5 (1)

Inzidenz

Heute geht es bei uns mal wieder um Inzidenzzahlen. Eins sollte allen dabei klar sein, dass dies nichts mit Migration, sondern mit Bildung zu tun hat — und auch „Akademiker und Leute mit Niveau“ sich saudumm anstellen können. Und ich wiederhole gerne nochmals dabei, dass Inzidenzzahlen sehr oft negativ zur Kompetenz der jeweiligen Stadtverwaltung und dem Verantwortungsbewusstsein ihrer Bürgermeister korrelieren.

32. Treffpunkt Europa

Die Vorbereitungen für den 32. Treffpunkt Europa sind jetzt abgeschlossen — nun können wir nur noch hoffen, dass sich möglichst viele auf dieses virtuelle Experiment einlassen. Auf Facebook und per E-Mail haben wir die letzten Hinweise gegeben und lassen uns dann am Samstag überraschen, wie sich alles entwickelt. Ganz nach dem Motto: von Bürgern für die Bürger.

Europa ist für alle da!

Heute früh hatte ich bereits ein sehr gutes Gespräch mit der Übersetzerin meines Buches Europa ist für alle da! ins Englische. Die Fremdübersetzung des eigenen Buches ist eine gute Gelegenheit, um zu erfahren, wie man selbst verstanden wurde.

Das steigert dann auch die Vorfreude auf eine weitere Übersetzung ins Spanische, die für das Jahr 2022 geplant ist.

Geburtstage des Tages

Orson Welles und Christian Morgenstern


Bäume

5.5.02021 5 (1)

Europäischer Brief

Heute habe ich erfreut zur Kenntnis nehmen dürfen, dass die Autoren des Europäischen Briefes anlässlich der Konferenz zur Zukunft Europas, diesen wieder herausgeben. Die letzten Jahre war es leider um diesen Brief sehr still geworden. Um auch weitere Interessierte in den Genuss dieses Briefes bringen zu können, habe ich auf unseren Foren ein extra Unterforum eingerichtet [die Foren wurden im März 2022 abgeschaltet]. Dort kann man nun die europäischen Briefe sehr einfach finden und lesen.

Bildung und Sprachvielfalt

Europa pocht doch so gerne auf seine Kultur und ganz besonders auf die Bedeutung der Sprachvielfalt. Dabei sind es gerade die Sprachen, die als gutes Beispiel für die Diskrepanz zwischen Anspruch und Wirklichkeit dienen können. Im Gegensatz von noch vor gut zwei Jahrhunderten, als die Sprachvielfalt ein allgemeines Gut in Europa war, und Soldaten, Handwerker, Kaufleute, wie auch Intellektuelle ohne Probleme in ganz Europa reisen und arbeiten konnten, kann der Unionsbürger, wenn überhaupt, neben seiner Muttersprache gerade noch halbwegs Englisch sprechen. Und jene, die mehr als drei Fremdsprachen beherrschen, sind in Europa inzwischen sehr selten anzutreffen. Schlimmer noch, in den wirtschaftlich starken Regionen Europas wird es zunehmend schwieriger, den Bewohnern selbst die dortige Amtssprache nur halbwegs beizubringen. Dabei sollte es uns allen doch klar sein, dass Bildung, Kultur und Sprachvermögen unabdingbar zusammengehören.

Europatag

Heute ist der erste der beiden offiziellen Europatage, nämlich der des Europarats. Der andere ist der der Europäischen Union, welcher am 9. Mai stattfindet. Die Zeiten, wo sich die Europäer zumindest auf einen einzigen Tag einigen konnten, sind lange vorbei. Dafür ist es uns Europäischen Föderalisten 1995 gelungen, durch die Schaffung einer Europawoche, leider aber nur in Deutschland, beide Strömungen wieder einzubinden — man darf die Hoffnung einfach nicht aufgeben.

Wer mehr über die Europatage erfahren möchte, der kann gerne auf meinen entsprechenden Blogbeitrag vom letzten Jahr zugreifen.