Beitragsfoto: Leser | © Pixabay

22.12.02021 5 (1)

Bändchen

Auch wenn sich das Ganze sehr schön anhören mag, nämlich, dass man jetzt mit bunten Bändchen offizielle Dokumente ersetzt — bei uns in Heilbronn den Impfausweis. So sollte man doch daran denken, dass wir uns einen der teuersten Staats- und Regierungsapparate der Welt leisten, welcher gerade dafür existiert und eigentlich auch dafür prädestiniert sein müsste, dass dieser für uns Menschen bürgernahe und auch hilfreiche Lösungen bietet.

Um es noch etwas deutlicher zu formulieren, demnächst kann man dann wohl auch mit weiteren Bändchen den Führerschein ersetzen oder schneller durch die Kontrollen am Flughafen gelangen.

So schön sich das alles auch anhören mag, und so gut diese privaten Initiativen auch sein mögen, dies konterkariert staatliche Aufgaben und Verantwortlichkeiten.

Letztendlich muss es aber vorab geklärt sein, wer dafür haftet, wenn es aufgrund eines Missbrauchs solcher Bändchen zu folgenschweren Schäden — vielleicht gar zu Todesfällen kommt.

Hier wäre das Verursacherprinzip anzuwenden, und im Falle, dass diese nicht in Regress genommen werden können, dann auf jeden Fall aber die entsprechenden Initiatoren bevor wir alle jetzt auch schon von Privatleuten in „Sippenhaft“ genommen werden.

Lug & Betrug

Ganz aktuell konnten wir alle erleben, wie bei uns in Deutschland Lug & Betrug die maßgeblichen Karrierekriterien wurden, zumindest wird man damit Regierende Bürgermeisterin von Berlin oder deutsche Außenministerin. An korrupte Volksvertreter, um die Männer nicht zu vergessen, haben wir uns schon so gewöhnt, dass unsere Gerichte dies inzwischen scheinbar als nationale Eigenart einstufen.

Dass wir Deutschen damit beim Rest der Welt auf Unverständnis stoßen, ist halb so schlimm, denn wir können schon lange weder Flughäfen bauen, noch eine Bimmelbahn halbwegs pünktlich fahren lassen.

Schlimmer ist aber, welche Signale wir damit an unsere eigene Jugend senden: man darf lügen und betrügen so viel man möchte, muss keine Leistung mehr zeigen oder überprüfbare Erfolge nachweisen können, denn so lange man ein Parteibuch hat und zu einer Quoten-Gruppe zählt, wird man bei uns alles — Deutschland als ewiges Weihnachten, Ostern und Schlaraffenland zugleich.

Europastammtisch

Der letzte Europastammtisch des Jahres war wieder, und dies auf Wunsch der Mitglieder, ein virtueller. Leider ließ dann deren Präsenz am Stammtisch doch ein wenig zu wünschen übrig, was uns Anwesenden dann aber die Chance gab, für die künftigen virtuellen Europastammtische neue Pflöcke einzuschlagen. So sind wir z. B. wieder zur GoToMeeting-Software zurückgekehrt.

Auch haben wir uns darauf geeinigt, dass wir die zum Beginn der Pandemie geschaffenen Foren des Europastammtisches wieder schließen werden und auch keinen Ersatz dafür vorsehen werden. Unser Fazit: es war zwar gut gemeint, und hat auch den einen oder anderen zum Mitmachen motiviert, aber letztendlich nicht den Erfolg gebracht, an den zumindest ich geglaubt hatte.

So gilt auch hier, oftmals ist weniger mehr.

Geburtstage des Tages

Giacomo Puccini und Frank Billings Kellogg


Beitragsfoto: Winterlandschaft | © Pixabay

21.12.02021 5 (1)

Es kommt ein Schiff geladen

Sebastian Schaffer, mein Lieblingsneffe, stimmt uns allesamt auf das bevorstehende Weihnachtsfest ein. Ich meine, dem ist nichts mehr hinzuzufügen.

Sebastian Schaffer am 19. Dezember 2021

Websites

Websites sind keine Archive, so wie auch E-Mail-Konten keine Ablage sind. Und so habe ich, mein MInimalismus-Projekt fortführend, selbst mir sehr am Herzen liegende Websites endgültig gelöscht. Darunter waren auch meine ältesten noch vorhandenen Websites, wie iiics.org und worldcitizenship.com.

Websites sind eher mit Zeitungen als mit Büchern zu vergleichen und so sollten jene, die nicht aktuell gehalten werden können — egal aus welchen Gründen auch immer — das World Wide Web durch Wegfall etwas überschaubarer machen.

Etwas schwerer fällt mir noch das Löschen, des erst jüngst, während der Pandemie, eingerichteten Forums. Aber auch hier gilt, dass Foren ebenfalls keine Archive sind und ihre Existenz nur ihren täglichen Nutzern zu verdanken haben. So bleibt wohl nur noch zu überlegen, ob man die einen oder anderen Inhalte, in irgend einer Form auch immer, archivieren soll und kann.

Archive

Erfreuliche Nachrichten kommen derzeit aus Florenz, genauer gesagt aus den dortigen Archiven der Europäischen Union. Die Bestandserfassung der EUROPA-UNION Heilbronn geht mit großen Schritten voran. Aufgrund der Genauigkeit der Aufzeichnungen werden allerdings des öfteren 30 jährige Sperrvermerke gesetzt.

Sollten Sie in der Funktion als Heilbronner Vereinsvorstand noch nicht über ein eigenes Archiv nachgedacht haben, dann empfehle ich Ihnen einmal mit dem Heilbronner Stadtarchiv Verbindung aufzunehmen. Ich bin fest davon überzeugt, dass es doch so manche Vorgänge ehrenamtlicher Arbeit verdient haben, dass diese auch der Nachwelt erhalten bleiben, und unsere professionellen Archive bieten sich dafür bestens an.

Websites des Tages

Stadtarchiv Heilbronn

„Das Stadtarchiv Heilbronn ist mit seinen Beständen die Zentralstelle für lokale Geschichtsforschung. Es verwahrt das städtische Schriftgut, sammelt auch nichtamtliche Unterlagen und erschließt das Material für die Benutzer, der Lese- und Forschungssaal steht für Recherchen zur Verfügung.“

Archive der Europäischen Union (HAEU)

„The HAEU preserves and makes accessible for research the archives deposited by EU institutions according to the thirty-year rule governing access to archival material. It also collects and preserves private papers of individuals, movements and international organisations involved in European integration.“

Geburtstag des Tages

Benjamin Disraeli


Internetpräsenz

Internetpräsenz 5 (3)

Beitragsfoto: Gerd Altmann auf Pixabay

Dieses Wochenende konnte ich nicht nur mit einem produktiven Federal Committee Meeting verbringen, sondern wurde — überraschender Weise — erneut mit dem Thema der „eigenen“ Internetpräsenz konfrontiert. Dieses Mal ging es um die Internetpräsenz der EUROPA-UNION auf Wikipedia.

Mit dem immer mehr an Bedeutung gewinnenden Wikipedia begann auch ich mich, und dies noch in den Nullerjahren, daran zu beteiligen. Da ich ganz sicher kein Encyclopedist bin, machte ich anfangs nur auf offensichtliche Fehler oder Unstimmigkeiten aufmerksam. Dann, 2009, begann ich erstmals einen eigenen entsprechenden Artikel zu schreiben und ergänzte Wikipedia mit einem Eintrag zur EUROPA-UNION Heilbronn. 2010 war ich dann doch etwas verärgert, als mein Beitrag wegen Irrelevanz wieder gelöscht wurde, denn damit waren doch einige Tage an Arbeit einfach so und völlig umsonst verbracht. Der einzige Trost dabei war, dass man mir erklärte, dass auch andere Beiträge über unsere Bewegung, weil ebenfalls irrelevant, gelöscht wurden.

So begrenzte ich mich weiterhin auf die Ergänzung von bereits bestehenden Beiträgen und korrigierte munter weiter vor mich hin. Einzig, und dies zu meinem großen Leidwesen, wurden meine Ergänzungen zu UEF Themen immer öfters gelöscht oder erneut wieder geändert.

2020 war ich dann sogar erfreut darüber, dass inzwischen auch die Relevanzkriterien bei Wikipedia gelockert wurden, und neue Beiträge zur EUROPA-UNION zu finden waren. So nutzte ich die Gelegenheit und schrieb erneut einen relevanten, begründeten und sehr ausführlichen Beitrag zur EUROPA-UNION Heilbronn. Leider musste ich kurz darauf feststellen, dass es auch auf Wikipedia gleichere Menschen als mich gibt, und mein Beitrag wurde erneut gelöscht — dieses Mal allerdings ohne die Möglichkeit der Diskussion oder einer Verteidigung, denn, als ich mein, von Wikipedia allen anderen gewährtes, Recht der Gegendarstellung in Anspruch nehmen wollte, löschte ein „Super-User“ meinen Beitrag sofort.

Damit stellte sich mir die Frage, ob ich meine Zeit nicht sinnvoller nutzen kann und ich beschloss, nur noch bestehende Beiträge zu pflegen, zumindest so lange, wie es diese auf Wikipedia noch gibt.

Deswegen war ich gestern schon etwas erstaunt, als Wikipedia erneut in unserem Verband zum Thema wurde: anscheinend werden die Relevanzkriterien inzwischen wieder etwas enger gesehen — was mich, über ein Jahr später, nun nur noch extrem peripher tangiert.

Auf jeden Fall aber passt es zu meinen derzeitigen Überlegungen, nämlich Überflüssiges einzusparen und Notwendiges besser, d. h. im Sinne der Effizienz, zu kombinieren. Letztendlich ist es die Zeit, die uns allen täglich viel zu leicht zwischen den Fingern zerrinnt, welche uns allen dann letzten Endes fehlen wird.

Und so habe ich nicht nur die eine oder andere Internetpräsenz gelöscht, sondern auch angefangen, relevante Inhalte umzuziehen. So findet man seit heute die Hertensteiner Gespräche auf diesem Weblog — für mich eine sehr große Zeitersparnis und zudem ein kleiner Umweltschutzbeitrag.

Als nächstes werden wohl die Foren des Europastammtisches eine wesentliche Veränderung erfahren — erste Gespräche dazu finden bereits statt.

„Caution: Do not mistake the Internet for an encyclopedia, and the search engine for a table of contents. The Internet is a sprawling databank that’s about one-quarter wheat and three-quarters chaff.“

Norm Goldstein, The Associated Press Stylebook and Briefing on Media Law (2007: 267)