Beitragsfoto: Schachfiguren | © Pixabay

18.12.02021 5 (3)

Nachtruhe

Auch wenn ich Thomas Aurich ansonsten sehr schätze und selbst gerne etwas länger in Gaststätten sitzen bleibe, habe ich für all jene volles Verständnis, die gegen eine weitere Einschränkung der Nachtruhe vorgehen, denn man muss auch an jene denken, die am kommenden Morgen wieder arbeiten müssen oder grundsätzlich auf einen ungestörten Schlaf angewiesen sind.

Übrigens, in Heilbronn ist es schon jetzt erlaubt, sommertags bis 23.00 Uhr ungestört zu feiern.

„Jeder hat sich so zu verhalten, dass in den Monaten April bis September in der Zeit von 23:00 bis 07:00 Uhr und in den Monaten Oktober bis März in der Zeit von 22:00 bis 06:00 Uhr die Nachtruhe anderer, insbesondere durch lärmende Unterhaltung, Singen, Schreien oder Grölen, nicht mehr als nach den Umständen unvermeidbar gestört wird. Dies gilt auch bei nächtlichem An- und Abfahren von Kraftfahrzeugen, vor allem bei Gaststätten, Vergnügungsstätten und Versammlungsräumen.“

Heilbronner Polizeiverordnung II. §2 (1) vom 18. Dezember 2015

Und das weiß ich so genau, da ich einen Nachbarn habe, der mir regelmäßig gerade diese Polizeiverordnung — allerdings immer bereits ab 21.00 Uhr — in den Briefkasten wirft. Inzwischen habe ich diese auch als PDF vorliegen und stelle sie gerne zum Download bereit.

Und all jenen, die aus Heilbronn eine reine „Party-Stadt“ machen wollen, empfehle ich, dafür die passenden und vor allem ausreichend attraktiven Angebote zu liefern. Diese haben es dann auch nicht nötig, ihre eigene Existenz zwischen 23.00 Uhr und 3.00 Uhr retten zu müssen. Vor allem aber schonen sie die eigenen Mitarbeiter, welche immer schwerer zu bekommen sind.

Und für jene Vergnügungsstätten, die vom Konzept her die Nacht zum Tage machen, haben wir in Heilbronn durchaus sehr attraktive Standorte, wie z. B. die Hafenstraße, die man durchaus noch weiter ausbauen könnte.

Die Konzentration auf wenige Standorte würde das Ganze für alle Nachtschwärmer übrigens noch viel attraktiver machen, da diese heutzutage in Heilbronn mehr Zeit auf der Suche nach diesen Orten verbringen als sie sich in den Lokalitäten selbst aufhalten können.

Deutsche Post

Die „Manager“ dieses Unternehmen sehen jetzt die Chance, von sämtlichen Pflichten und jeglicher Verantwortung entbunden zur werden. So lassen sie heute verlautbaren, dass sie täglich sechs Inlandsflüge „wegen des Umweltschutzes“ stoppen wollen, wenn im Gegenzug die gesetzliche Vorgabe zur schnellen Beförderung von Briefen geändert würde.

Faktum ist doch schon jetzt, dass der Postversandt mit der Deutschen Post zum reinen Glücksspiel geworden ist. Richtig adressierte Briefe, z. B. von Heilbronn nach Flein, kommen dort, wenn überhaupt, erst nach Tagen oder gar Wochen an; meist aber als unzustellbar wieder zurück.

Von unserer Post nach Stuttgart oder von Stuttgart nach Heilbronn möchte ich schon gar nicht mehr sprechen — längst habe ich den Überblick darüber verloren, wie viele Briefe und Päckchen ganz verschwunden sind.

Das Ganze wird aber von meinen Versuchen, einen Kalender — DinA4 — in die USA zu verschicken, noch weit übertroffen. Portogebühren von 55 Euro sind dabei inzwischen keine Seltenheit, und die so frankierten und auf der Hauptpost persönlich abgegebenen Briefe werden inzwischen seit weit über einem Jahr vermisst. Und wer glaubt, das ist pures Pech, der täuscht sich gewaltig, denn auch der, dieses Jahr versandte, ist weiterhin verschollen.

Eszett

Heute möchte ich einmal für den deutschesten aller Buchstaben, nämlich dem Eszett, eine Lanze brechen. Den etwas älteren unter uns ist er noch als Dreierles-S oder als scharfes S bekannt. Auch wenn das Eszett immer mehr aus unserer Sprache verschwindet, blieb es bis heute in der Kleinschreibung als „ß“ erhalten. Interessanter Weise ist das Eszett in der Großschreibung inzwischen völlig verschwunden und wurde dort durch das Doppel-S (SS) sowie neuerdings manchmal auch einfach durch das kleingeschriebene „ß“ ersetzt.

Die wenigsten wissen heute noch, dass [daß] das Eszett in der Großschreibung einfach nur als SZ geschrieben wurde. Ich habe diese Schreibweise letztmals noch in den sogenannten Nullerjahren auf Bundeswehreigentum gefunden und diese selbst noch bis vor kurzem verwendet. Leider aber wird inzwischen von den meisten Mitbürgern die Buchstabenkombination „SZ“ nicht mehr als Eszett erkannt.

Das SZ entstand ursprünglich aus dem, in der deutschen Sprache verwandten, langen-S, dem „ſ“, und dem normalen „s“, die hintereinander als Kombination oder sogenannte Ligatur das neue „ß“ bildeten. Wenn man von der unterschiedlichen Aussprache einmal absieht, was ich übrigens selbst nie hören konnte, so ist das „ß“ eigentlich von Anfang an auch nur ein bloßes „ss“.

Im Grunde genommen, vereinfacht sich jede Sprache immer mehr, und so ist eine solche Diskussion wohl eher bloß akademischer Natur, wenn überhaupt noch.

Und die neuen Gender-Sternchen sind, wie die vielen Smileys übrigens auch, von weniger begabten Mitbürgern viel einfacher zu setzen und damit allgemein zu gebrauchen. Aber auch hier gilt, ob Gender-Sternchen oder Emoticon, unsere Sprache wird sich weiterhin vereinfachen, und so wird auch diese „Mode“ einmal vergehen.

Nachtrag

Detlef Stern hat mich darauf aufmerksam gemacht, dass es für das „ß“ auch schon einmal einen entsprechenden Großbuchstaben „ẞ“ gab, der dem kleinen „ß“ zum Verwechseln ähnlich ist. Und da ich nicht nur schlecht höre, sondern auch schlecht sehe, hatte ich das bisher einfach nicht mitbekommen — das nun zum Thema „lebenslanges Lernen“.

Gemälde des Tages

Leonardo da Vinci: Mona Lisa (ca. 1502 – 1506)

Geburtstag des Tages

Paul Klee


Beitragsfoto: Winterlandschaft | © Pixabay

17.12.02021 5 (2)

Bilder

Bekanntlich sagen Bilder oftmals mehr als Worte, und so fange ich inzwischen wieder damit an, meine Weblog-Beiträge erneut mit Fotos zu schmücken. Dabei achte ich nun besonders darauf, dass die Bilder bestmöglich zum entsprechenden Beitrag passen.

Und schon habe ich eine kleine Herausforderung mehr. Nämlich, welches Foto passt am besten zum Beitrag und wo finde ich ein solches?

Im Falle, dass Sie ein passendes Foto für einen Beitrag haben, gerne auch, wenn bereits eines vorhanden sein sollte, dann lassen Sie mich dies bitte wissen und ich gucke, ob ich Ihr Foto einbinden kann. Selbstverständlich wird das Foto mit einer Namensnennung (© Max Mustermann) versehen.

Farce

Ganz ohne die Mitarbeit oder das Zutun unserer demokratischen Parteien, gibt es inzwischen sogar eine Kandidatin für das Amt des Heilbronner Oberbürgermeisters.

Neben dem aktuellen OB, der wohl wieder antreten muss, um den Posten für einen bisher nur in den Hinterzimmern unseres „Stadtklüngels“ herumgereichten Kandidaten freizuhalten, hat schon vor etwas längerer Zeit ein Stadtrat seine Bewerbung eingereicht. Das Besondere dabei, dass dieser zur „Fraktion der Ewiggestrigen“ gehört, die gerne wieder an ihre Erfolge von 1933 anknüpfen möchten.

Die Dritte im Bunde ist nun wohl eine Migrantin aus der Russischen Föderation, die ganz offensichtlich erkannt hat, dass es sich als Heilbronner OB doch ganz gut leben lässt. Auf jeden Fall kann man ihr zugute halten, dass sie jenen Bürgern, die den aktuellen OB nie wählen werden, nun eine halbwegs gangbare Alternative gibt.

Die Bewerbungsfrist endet am 10. Januar 2022 um 18 Uhr; wobei jeder Bewerber mit seiner Bewerbung 150 Unterstützerunterschriften von Heilbronner Wahlberechtigten vorlegen muss. Noch besteht die Chance, dass sich weitere Kandidaten melden — vielleicht sogar welche, die man als Bürger mit gutem Gewissen auch wählen kann. Leider besteht aber in Heilbronn so schnell keine Chance, dass sich die Heilbronner Verantwortlichen unsere demokratischen Parteien auch als verantwortliche Demokraten verhalten.

Hinterzimmergemauschel und dies nur mit dem Ziel, sich selbst als Parteibonze in die möglichst beste Position zu manövrieren, ist so etwas von 1980er-Jahre, das können wir uns als Großstadt nicht wirklich noch viel länger leisten.

Rauchverbot

Immer mehr Menschen und auch Staaten kommen zu der Überzeugung, dass Rauchen nicht nur den Menschen, ob Raucher oder auch nur zufälliges Opfer, schadet, sondern auch der Umwelt und der Natur insgesamt sehr große Schäden zufügt. Ganz zu schweigen von den Milliardenkosten, die Raucher alleine bei uns in Deutschland verursachen. Die organisierten Drogendealer, alias Zigarettenhersteller, werden dabei vom Staat besonders gut und gerne geschützt und sogar von sämtlichen Haftungsansprüchen freigestellt — es ist wohl immer noch sehr von Vorteil, wenn man die richtigen „Entscheider“ schmiert.

So ist der „Smokefree Aotearoa 2025 Action Plan“ der neuseeländischen Regierung eine besonders begrüßenswerte Aktion und kann als mutiger Schritt in die richtige Richtung angesehen werden.

Leider sind wir bei uns in Heilbronn von solchen drastischen Schritten noch meilenweit entfernt. So konnte ich gestern wieder einmal selbst miterleben, wie in unserem Hallenbad, dem Soleo, im Becken und am Beckenrand geraucht wurde. Nach einigen Diskussionen haben sich die Raucher dann doch dazu durchgerungen und sind wieder in ihre Raucherecke zurückgekehrt.

Nach all den Jahren vergeblicher Mühen, um in unseren Hallenbädern einen Mindeststandard an Hygiene und Badekultur zu erreichen, bin ich inzwischen schon froh darüber, dass die Badenden nicht mehr mit der Bierflasche in der Hand im Sportbecken stehen.

Die jüngsten Entscheidungen in Neuseeland sollten auch den Verantwortlichen für unsere Hallenbäder zu denken geben und diese dazu motivieren, ein ausdrückliches Rauchverbot in den Hallenbädern zu erlassen.

Denn es gibt weiterhin keine plausible Erklärung dafür, dass man als Schwimmaufsicht, als Angestellter im Hallenbad oder gar als Badegast im Hallenbad rauchen können muss — und modern oder progressiv war diese Heilbronner Besonderheit auch noch nie!

Website des Tages

Bundesgesundheitsministerium über das Rauchen

Rauchen ist das größte vermeidbare Gesundheitsrisiko in Deutschland. Jährlich sterben in Deutschland über 127.000 Menschen an den Folgen des Tabakkonsums.

Geburtstag des Tages

Sophus Lie


Beitragsfoto: Affenmusik | © Pixabay

16.12.02021 5 (3)

Blogroll

Ich habe gerade beim Weblog-Stöbern — ein viel besserer Zeitvertreib als die doch so kommerziellen Social Media — wieder einmal eine Blogroll gesehen. Als erstes wollte ich diese auch gleich durchschauen, aber dann dachte ich daran, dass ich heute doch noch so einiges vorhabe und ließ es bleiben. Jetzt bin ich gespannt darauf, wann meine Neugierde zu groß werden wird und ich darauf zurückkommen werde. Die „Zwischentage“ bieten sich da bestimmt gut dazu an.

Auf jeden Fall habe ich jetzt aber wieder einen Floh mehr im Ohr und überlege mir, ob so eine Blogroll auch etwas für mein Weblog ist — wenn ich mich richtig erinnere, hatte ich so eine Blogroll auch schon das eine oder andere Mal.

Wenn ich mich weiter erinnere, dann kamen die Blogrolls aus der Mode, weil sie von den Google Algorithmen als eine Art „Spamming“ angesehen wurden, und damit dem allseits so beliebten SEO zum Opfer fielen. Dabei sind sie doch noch heute in erster Linie gute Tippgeber für Weblog-Leser und ein guter Einstieg in die Welt der Weblogs.

Und wer sich damit näher beschäftigt, wird staunen, wie viele Weblogs doch noch so im World Wide Web zu finden sind. Ich meine, diese Welt ist wesentlich interessanter und oftmals auch spannender als die Twitter und Co. „Zwitschereien“, welche nicht nur immer mehr kommerzialisiert werden, sondern auch meist nicht allzu sehr zielführend sind.

Mülleimer

Jüngst setzen sich einige Stadträte der Freien Wähler, u. a. Marion Rathgeber-Roth, für mehr Mülleimer innerhalb des gesamten Stadtgebietes ein. Leider stehen solche — bei uns durchaus notwendigen — Maßnahmen nicht im Fokus der Stadtverwaltung.

Hier sind unsere Stadträte ganz offensichtlich wieder näher am Bürger als unsere eigene Verwaltung, die wohl weiterhin vom „Idealbürger“ ausgeht. Auch ich bedauere es sehr, dass es nötig ist, in unserer Stadt für mehr Mülleimer und Hundekotbeutelspender einschließlich entsprechender Entsorgungsbehältnisse zu sorgen.

Wir Heilbronner sollten lieber wieder zur alten Tradition der Müllvermeidung zurückkehren. Noch heute ist es mir unverständlich, dass ein Einheimischer überhaupt auf öffentliche Mülleimer zurückgreifen muss. Noch unverständlicher ist es mir, dass diese Mitbürger dann nicht einmal in der Lage sind, ihren Müll in solchen auch zu platzieren.

Meines Erachtens liegt die Lösung alleine in der vermehrten Bildung unserer Mitmenschen und bis dahin bei drakonischen Strafen, die so richtig, ich meine wirklich richtig, weh tun — gerne ab 500 Euro aufwärts je Kippe etc. Selbstverständlich müssen diese dann auch durchgesetzt werden!

Kernstadt

Erfreulich ist, dass die wenig ansprechende Situation der Heilbronner Kernstadt so langsam in den Fokus des öffentlichen Interesses rückt — sollte es auch, denn dies ist für alle Heilbronner eine sehr ernste Angelegenheit.

Gut ist auch, heute in der Heilbronner Stimme zu lesen, dass die Verantwortlichen jetzt auch Punkte thematisieren, die uns Heilbronnern bereits Jahrzehnte bekannt sind. „Heilbronn kenne man ja nur von der Autobahn aus und den zwei Kühltürmen.“ (Stefan Ernesti, Heilbronner Stimme v. 16.12.2021: 24)

Weniger gut ist, dass die Verantwortlichen weiterhin sämtliche Verantwortung von sich weisen; „alle“ sind schuld an der Misere, nur nicht die, die von uns dafür bezahlt werden, dass Heilbronn wieder zu einer lebenswerteren Stadt wird.

Und gerne nochmals: Großinvestoren sind gut für die Schau und schmücken auch so manchen OB, aber eine Stadt lebt von den Investitionen ihrer Bürger. Und diese Bürger können und wollen nur dann investieren, wenn die Stadtverwaltung für die notwendigen Rahmenbedingungen sorgt und diese dann auch über Jahrzehnte hinweg garantiert. Denn eine Heimatstadt ist kein kurzfristiges Spekulationsobjekt oder gar ein Steuervermeidungsmodell!

Traurig ist, dass die verbliebenen Heilbronner Immobilienbesitzer, die, über Jahrzehnte hinweg, versuchen ihre Objekte in Schuss zu halten, nicht nur unter dem Wegfall der notwendigen Ruhe und Ordnung in der Kernstadt sowie dem Mangel an Sauberkeit zu leiden haben, sondern auch immer öfters Opfer von Mietnomaden oder Miet-Vandalen werden.

Wenn man, wie es in den USA beispielhaft zu sehen war, die Kernstädte bewusst ruiniert, und dies wahrscheinlich nur, um Großinvestoren später billig zu neuen Objekten zu verhelfen, wird man erkennen müssen, dass diese an verwahrlosten Innenstädten ebenfalls kein Interesse mehr haben. Wie dann solche Innenstädte aussehen, kann man noch heute, z. B. in Detroit und Co. wunderbar beobachten.

Ceterum censeo, wir müssen unsere Fußgängerzonen wieder zu solchen machen! Wir müssen diese sogar auf die Nebenstraßen der Kernstadt erweitern! Wir müssen dafür sorgen, dass weniger Kfz aller Art, Bettler, Hausierer und sonstige Gestalten die Bürger belästigen! Wir müssen sie wieder sichtlich müllfrei bekommen!

Nicht zu vergessen: das Thema der öffentlichen Toiletten!

Sobald unsere Kernstadt mit einem stimmigen Konzept von den Parkhäusern bis hin zu den kleinsten Läden um die Ecke aufwarten kann, und sowohl Heilbronner Bürger als auch Besucher wieder unbeschwert durch die Stadt flanieren und dort auch, z. B. auf einen Kaffee, verweilen können, wird Heilbronn zu einer Stadt werden, an der man nicht nur winkend auf der Autobahn vorbeifährt.

Leseempfehlung des Tages

Diese kommt heute vom New Yorker und hat das Neinsagen zum Thema. Liana Finck schrieb diesen kurzen Einwurf unter dem Titel „Dear Pepper: The Power of No“ am 1. Dezember 2021.

Geburtstage des Tages

Jane Austen, Wassily Kandinsky und Arthur Charles Clarke