Radfahrerin

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Beitragsfoto: Radfahrerin | © Pixabay | San Francisco

Social Media

Wenn mir ein Social Media-Experte erklärt, dass man als Firma, Partei oder Verein eigentlich keine eigene Website mehr benötigt, dann darf ich mich doch fragen, worin dessen Expertise genauer liegt.

Von klein auf Youtube Videos schauen und auf Instagram Katzenbilder zu posten, reicht meines Erachtens nicht aus, um sich selbst als Experte zu bezeichnen. Und dann hilft auch nicht der beiläufig eingestreute Hinweis, dass „man als Experte“ an einer Hochschule tätig ist. Eher schon der Hinweis, dass man sich mit seiner Expertise dumm und dämlich verdient.

In meiner Jugend bezeichnete man solche Experten allerdings noch als Nepper, Schlepper und Bauernfänger.

Radwege

In Heilbronn werden immer mehr Radwege eingerichtet, so auch in der Urbanstraße. Dies hält viele Radfahrer aber nicht davon ab, weiterhin auf den Gehwegen entlang zu brausen. Meistens zieht mich meine bessere Hälfte zur Seite, weil ich die Radfahrer einfach nicht höre — auch habe ich keine Augen am Hinterkopf.

So freut es mich heute in der Heilbronner Stimme (23.07.2022:12) zu lesen, dass wir Fußgänger doch noch Rechte haben. Was aber wenig nützt, wen man totgefahren wurde oder deswegen im Rollstuhl sitzt.

„Wer auf einem Gehweg läuft, der auch für Radfahrer zugelassen ist, muss sich nicht fortlaufend nach sich nähernden Radlern umsehen. Kommt es zum Unfall, haftet meist der Radfahrer oder die Radfahrerin, erläutert die Arbeitsgemeinschaft Verkehrsrecht des Deutschen Anwaltvereins.“

Heilbronner Stimme, 23.07.2022: 12 (Autostimme)

In Heilbronn hat man das Problem einfach dadurch gelöst, dass die Radfahrer weiterfahren dürfen, einem höchstens noch Beleidigungen zurufen und sich damit ihrer Verantwortung entziehen können. Kontrollen gibt es nicht. Unser Ordnungsamt jagt weiterhin Omas, die ihre 2 Pfund Hund nicht angeleint haben, oder macht Geschwindigkeitskontrollen in der Werderstraße.

Einstand

Hat hier unser neuer Baubürgermeister Andreas Ringlé seinen Einstand gegeben oder sind das einfach nur die heutigen Heilbronner Zustände, wo sich jeder nur an unseren Steuergeldern gesund stößt?

Auf jeden Fall aber liefert kein Handwerker mit halbwegs Anstand solch eine Arbeit ab. Und wer seitens der Stadtverwaltung so etwas abnimmt, der gehört hinter Gitter!

Allee 2022

Wahrscheinlicher ist aber, dass das „Heilbronner Kunst“ ist und wir dafür nicht nur ein paar Hunderttausend Euro mehr bezahlen müssen, sondern bereits weitere Firmen den Auftrag haben, dies jährlich wieder in Stand zu setzen — das macht man in der Kaiserstraße bereits seit Jahren so. Und bis das halbwegs wieder in Ordnung gebracht ist, werden seitens der Stadtverwaltung Beraterverträge abgeschlossen und weitere Dienstposten für Pflastersteinbeauftragte geschaffen, die dann ganz folgerichtig unmittelbar dem OB unterstellt sind.


Tanzpaar |

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Beitragsfoto:  Tanzpaar | © Brigitte Werner auf Pixabay 

Stadtbibliothek

Der 30. Juli 2022 ist der letzte Öffnungstag der Stadtbibliothek im K3. Voraussichtlich am 13. September 2022 startet der neue Abholservice im Ausweichquartier in den Containern bei der Dammschule. Die Leihfristen sind über die Schließzeit hinaus verlängert und für die etwa sechswöchige Übergangszeit setzt die Stadt Heilbronn die Bibliotheksgebühren aus. Die Stadtteilbibliothek in Böckingen ist auch in den Sommerferien weiterhin geöffnet.

Lernräume für Schüler und Lerngruppen während des Umbaus der Stadtbibliothek befinden sich an den folgenden vier Orten: im Quartierszentrum Bahnhofsvorstadt, in der VHS Heilbronn, in der Bibliothek LIV auf dem Bildungscampus und in der Stadtteilbibliothek Böckingen.

Die digitale Bibliothek steht selbstverständlich weiterhin allen Nutzern zur Verfügung. Dennoch hoffe ich, dass sich der Umbau nicht weiter verzögert, und wir alle bald auf die neuen Räumlichkeiten im K3 zurückgreifen werden können. Vielleicht stehen dann dort sogar ein paar Kaffeeautomaten zur Verfügung — ein entsprechender Aufstellplatz mit ausreichender und sehr attraktiver Sitzfläche bietet sich geradezu an.

Ballwochenende

So ein Sommerball hat schon was ganz Besonderes. Bei manchen Mitbürgern stellt er plötzlich tradierte Gewohnheiten in Frage. Dabei lernen so einige Menschen nun, dass Tradition nicht etwas ist, was man macht, wenn man gerade Lust dazu hat.

Was wiederum dazu führen könnte, dass unsere Gesellschaft insgesamt vielleicht damit beginnt, sämtliche alten Zöpfe zu hinterfragen. „Das haben wir schon immer so gemacht“ oder „das ist unsere Tradition“ waren noch nie gute Ratgeber. Und so ist es tatsächlich gut, dass sich nun ein paar mehr Menschen Gedanken darüber machen, was die eigentliche Idee und der Sinn und Zweck von einem Ball ist.

Und dabei könnte man sich durchaus auch fragen, warum man selbst überhaupt dorthin möchte und ob es einem dann auch so viel bedeutet, dass man sich, wie die meisten anderen Ballteilnehmer übrigens auch, einmal so richtig in Schale wirft.

Manch einem wird dabei nun bewusst, dass auch Tradition verpflichtet.

Preisverleihung

Heute fand die letzte Preisverleihung des Europäischen Wettbewerbs in diesem Jahr statt. Dazu durfte ich mit meiner besseren Hälfte nach Bad Rappenau fahren. Dorthin fuhren wir über Land und lernten dabei ganz neue Gegenden kennen, was uns übrigens dazu motivierte, um auf dem Rückweg doch die Autobahn zu nutzen, was ebenfalls keine so gute Idee war.

Das führt nun dazu, dass ich mir in nächster Zeit verstärkt Gedanken über die Folgen von Zersiedelung und schlechter Infrastrukturpolitik mache. Für manche Mitbürger ist es persönlich vielleicht sehr angenehm, um völlig zweckfrei in der Pampa zu leben, aber wohl auch nur deshalb, weil unsere Gesellschaft solche Entscheidungen nicht nur toleriert, sondern auch noch fördert und finanziert. Wie lange das noch gut gehen kann, weiß dabei offensichtlich keiner zu bemessen.


Staatsoper Stuttgart

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Beitragsfoto: Staatsoper Stuttgart

Stuttgarter Oper

Eigentlich ein Problem der Stuttgarter. Dann aber müssen wir erfahren, dass die Stuttgarter nicht einmal 50 % der Kosten schultern müssen, den größeren Rest zahlen alle Baden-Württemberger. Wenn man richtig guckt, zahlen wir dann auch noch einmal als Bundesdeutsche und als Unionsbürger für die Oper in Stuttgart.

Ohne Frage, eine Oper ist für manche Bürger etwas Fantastisches, und vielleicht wäre die Welt sogar ein klein wenig besser, wenn sich noch mehr Bürger für die Oper begeistern könnten. Hinzu kommt noch, dass die Oper vielen Menschen in und um Stuttgart herum Lohn und Brot bringt, welche ansonsten ihr Geld viel unbequemer ohne staatliche Förderprogramme verdienen müssten.

Dann aber muss man zur Kenntnis nehmen, dass wir bei der Stuttgarter Oper von einem Milliarden-Euro Projekt sprechen und nicht einmal dabei auf die laufenden Kosten eingehen, die locker jährlich weitere Millionen an Steuergeldern verschlingen. Wenn dies nun eine reine Stuttgarter Angelegenheit wäre, schriebe ich diesen Beitrag nicht. Da ich aber — wie Sie übrigens ebenfalls — bestimmt mit zur Kasse gebeten werde, sei es mir erlaubt, das Ganze zu kommentieren.

Dass es auch anders geht — und bestimmt nicht schlechter — zeigt die Metropolitan Opera in New York. So aber bleibt der Nachgeschmack bestehen, dass die Stuttgarter einfach nur auf Kosten anderer weiter auf möglichst großem Fuß leben möchten.

Zudem stellt sich die Frage, ob es nicht sowohl für die Oper als auch für die Gesellschaft an sich besser wäre, wenn man anstatt einer „Zentraloper“ in Stuttgart im ganzen Ländle viele kleine Opernhäuser hätte? Und wer es gerne mondän haben möchte, der kann ja dorthin jetten, wo sich andere Bürger diesen Luxus noch selbst gönnen.

Cell Broadcast

Wieder einmal so ein nettes Beispiel, wie manche verantwortliche Politiker auf Kosten und Leben von uns Bürgern ein paar Vetter reich machen.

Seit 2009 gibt es den 3rd Generation Partnership Project (3GPP) Standard in den Mobilfunknetzen 2G bis 5G, der u. a. sicherstellen kann, dass alle Mobiltelefonnutzer in Notlagen von Regierungsstellen erreicht werden können.

Und seit Dezember 2018 ist diese Möglichkeit in der Europäischen Union sogar mit einer eigenen Richtlinie festgeschrieben: Richtlinie zum europäischen Kodex für elektronische Kommunikation (European Electronic Communications Code). Nur Deutschland hat dafür gesorgt, dass wir davon ausgenommen sind und ein paar Firmen weitere sündhaft teure und völlig ungeeignete Anwendungsprogramme für Mobiltelefone schreiben und betreiben dürfen, die nun mit dafür verantwortlich sind, dass z. B. in der Ahr mehr Menschen sterben mussten als unbedingt notwendig.

Ein paar tote Bundesbürger und etliche verschwendete Steuermillionen später kann man heute in der Heilbronner Stimme (21.07.2022: 2) lesen, dass nun am 8. Dezember 2022 neben Sirenen und Warnungen im Radio erstmals auch in Deutschland Cell Broadcast getestet werden soll.

Gut dabei ist, dass die Bundesregierung die Einführung von Cell Broadcast tatsächlich im August 2021 beschlossen hat, und Ende 2021 auch Bundestag und Bundesrat der hierfür nötigen Änderung des Telekommunikationsgesetzes zugestimmt haben. Cell Broadcast soll demnach bis Ende 2022 nutzbar sein — hoffen wir jetzt, dass der Versuch im Dezember nicht scheitern wird; die entsprechende Technologie ist mit ca. 20 Jahren weltweiter Einsatzreife ausreichend getestet, um eigentlich auch in Deutschland von unseren Experten bedient werden zu können.

Schlecht dabei ist, dass man diese Technologie nicht bereits 2009 bei uns eingeführt hat. Viele Menschen in Deutschland hätten nicht sterben müssen und die verschwendeten Steuermillionen wären woanders sicherlich nötiger gebraucht worden — was in einer Vetternwirtschaft leider aber keine Rolle spielt.

Besser wäre es, die 2009 und 2018 für diese Fehlentscheidungen verantwortlichen Politiker zu benennen und für ihre Taten auch zur Rechenschaft zu ziehen — denn Demokratie lebt von Verantwortung.