Freie Wähler 2022

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Beitragsfoto: Freie Wähler 2022 | © FWV HN

Lesepate

Heute durfte ich zum letzten Mal in der 4a der Dammgrundschule vorlesen. Sämtliche Kinder werden versetzt, und ein paar Schüler gehen zukünftig sogar aufs Gymnasium. Und auch die Klassenlehrerin wandert ab, nach Stuttgart.

Mir hat die Zeit mit diesen Kindern, ohne eine einzige Ausnahme, gefallen und es war sehr schön mitzuerleben, wie sie innerhalb eines Schuljahres nicht nur ihr Lesevermögen verbessern konnten.

Und so bin ich jetzt einmal gespannt darauf, welcher Lehrer mich im nächsten Schuljahr „adoptieren“ wird und in welcher Klassenstufe ich dann eingesetzt werde? Inzwischen durfte ich in allen vier Klassenstufen Erfahrung sammeln, was übrigens dazu führte, dass ich mich entgegen meiner ursprünglichen Befürchtungen nun auch in den ersten beiden Klassenstufen ganz wohl fühle.

Meine Empfehlung an alle, die für sich eine Schulstunde in der Woche freischaufeln können, ist dies auch zu machen — dies ist nicht nur für einen selbst ein Gewinn, sondern auch für die Schüler und deren Lehrer.

Freie Wähler

Thomas Zimmermann von der Heilbronner Stimme (20.07.2022: 21) widmet heute uns Freien Wählern gleich eine halbe Seite. Offensichtlich hat er mit Herbert Burkhardt und einem ehemaligen Freien Wähler über unseren Verein gesprochen. Willy Schwarz, ein ehemaliges Heilbronner Urgestein, würde das bestimmt wie folgt kommentieren: „Hauptsache in der Zeitung.“

Ich sehe das ein wenig differenzierter und frage mich, wie Thomas Zimmermann darauf kommt, dass sich die Freien Wähler um die Zukunft des Vereins streiten? Aber vor Kurzem fand ja das Unterländer Volksfest statt und wer weiß, vielleicht gab es dort wieder einmal einen Hellseher.

Zugegebener Maßen — und ich hatte darüber bereits geschrieben — war der Austritt von einem halben Duzend Freien Wählern aus unserem Verein keine erfreuliche Angelegenheit, und schon gar nicht, wie diese vonstatten ging. Inzwischen konnte ich das eine oder andere Gespräch führen und mache mir deshalb über die Zukunft des Vereins überhaupt keine Sorgen.

Thomas Zimmermann hat aber voll und ganz Recht damit, dass ein Namensstreit bei den Freien Wähler von den Heilbronnern wenig goutiert werden wird. Bleiben wir aber bitte bei den Fakten. Von heute noch über 50 Freien Wählern sind ca. sechs Personen ausgetreten und haben wohl einen eigenen Verein gegründet. Dies ist ihr Recht und meines Erachtens auch völlig in Ordnung, aber dann bitte schön auch unter einem neuen Namen, wie z. B. „freie Bürger“ oder „unabhängige Wähler“. So bleibt nur ein bitterer Nachgeschmack, nämlich dass Malte Höch einzig und alleine einen möglichst großen Schaden in Heilbronn anrichten möchte.

Ein weiteres Faktum ist, dass der Landesverband Baden-Württemberg der Freien Wähler uns Freie Wähler weiterhin als Freie Wähler Heilbronn führt und mit uns auch weiterhin produktiv zusammenarbeitet. Dieser besagte falsche Namensstreit hat damit bisher einzig und alleine bei der Heilbronner Stadtverwaltung für Verwirrung gesorgt — was mich persönlich überhaupt nicht wundert — und wird, wenn nicht wieder die Vernunft bei einzelnen Personen einkehrt, im Zuge des kommenden Gemeinderatswahlkampf 2024 bei den Wählern für etwas Verwirrung sorgen.

Und wenn dies geschieht, dann behielte Thomas Zimmermann mit seiner Einschätzung „Deshalb dürfte es bei den Freien Wählern am Ende nur Verlierer geben.“ Recht.

Und deshalb meine große Bitte an meine ehemaligen Mitstreiter — mit keinem einzigen von diesen hatte ich übrigens einen Strauß auszufechten (!): macht bitte keine halben Sachen, benennt Euch um und lasst uns für alle erkennbar getrennt aber weiterhin gemeinsam zum Wohle Heilbronns für eine von Parteien unabhängige also „freie“ Politik im Heilbronner Gemeinderat werben!

Virtualität

Gestern Abend trafen sich gerade einmal zwei nette Menschen zum virtuellen Europastammtisch. Eine gute Gelegenheit, um die kommenden Termine abzugleichen und ein wenig über die Städtepartnerschaft mit Béziers zu plaudern. Schon länger möchte die EUROPA-UNION auch dieser Partnerstadt wieder einen Besuch abstatten.

Und so stellt sich die erste Frage, wie man am besten mit einer Gruppe dorthin gelangt? Mit dem Flugzeug, mit der Bahn, dem Bus oder doch mit dem Auto? Nimmt man gleich die gemütlichere Route über Grenoble oder doch den Zwölfstundenritt über Lyon?


Komplexität

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Beitragsfoto: Komplexität | © Pete Linforth from Pixabay 

Espresso Affogato

Marco Carrieri möge es mir verzeihen aber bei über 30 Grad Celsius komme ich etwas ins Schwärmen und zwar sobald ich an ein oder gar gleich zwei Tassen Espresso Affogato denke. Erst kürzlich konnte ich in Eschental einen ganz anständigen genießen.

Wenn man es etwas genauer nehmen möchte, dann benennt man dieses lecker italienische Dessert bei seinem richtigen Namen, nämlich Affogato al caffè und nimmt dafür dann auch gleich zwei anstatt einer Kugel Vanilleeis. Aber egal, was viele Kenner sagen mögen, Zucker gehört meines Erachtens nicht extra dazu und auch die Waffel sowie etwas Sahne („alla Viennese“) lässt man am besten gleich ganz bleiben. Höchstens bei einem Schuss Amaretto, dann aber bitte ein Disaronno, lasse ich mit mir reden.

Wer es letztendlich etwas genauer wissen möchte, der sollte die Diskussion mit Marco Carrieri suchen. Bis dahin empfehle ich das Video von James Hoffmann, der wiederum eine ganz eigene Art der Zubereitung kennt.

Europa-Ball

So langsam geht es in die heiße Phase der Ballvorbereitungen. Die externen Teilnehmer stellen gerade noch ihre Übernachtungsmöglichkeiten sicher, und unsere Aufbauhelfer warten auf den Startschuss, um mit dem Ausschmücken des Ballsaals beginnen zu können.

Den Temperaturen geschuldet überlegt sich wohl auch so mancher, wie man dennoch festlich gekleidet beim Ball erscheinen kann. Ich mach es wie immer: Uniform ist stets die richtige Wahl.

Und so freue ich mich schon jetzt auf den kommenden Samstag. Um 19.30 Uhr starten wir mit einem Sektempfang und um 20.00 Uhr wird der Ball von meiner besseren Hälfte, Kerstin und Klaus Brenner sowie mir offiziell eröffnet.

Am Sonntagmorgen beschließen wir unser Ballwochenende noch mit einem Europäischen Frühstück auf dem Theaterschiff. Dabei wird Josip Juratovic MdB noch mit einem Kurzvortrag über die aktuellen Entwicklungen bezüglich des Westbalkans informieren.

Bastellaune

Mit steigenden Temperaturen steigt nicht nur meine Bastellaune, sondern auch meine Risikobereitschaft. Und so habe ich in kürzester Zeit doch so einige Software und auch ein paar weniger notwendige Websites geschrottet.

Und weil ich nicht gleich auch noch meinen neuen Server misshandeln möchte, warte ich lieber darauf, dass Detlef Stern seine Version .5 des Zettelstores „Kümmerle-approved“ hat und mir zudem zeigt, wie man diesen am einfachsten auch auf einem Server zum Laufen bringt.

Bis dahin habe ich auch schon wieder so Einiges hier auf diesem Weblog geändert. Das mit dem RSS wird wohl nichts mehr — bis auf die rudimentären Funktionen — werden. Dafür sind aber meine Termine wieder etwas schicker und auch die Galerien kann man wieder einmal betrachten.

Zudem habe ich ein ganz neues, uraltes Gadget wiederentdeckt, das mir mein eigenes „Website-Portfolio“ anzeigt [und kurz darauf wieder gelöscht]; vor Jahren hatte ich diesbezüglich sogar einmal eine entsprechende Website. Auf jeden Fall zeigt mir dies nun aber, dass ich meine Internet-Aktivitäten in den letzten Monaten doch sehr deutlich zurückgefahren habe — aus gut ein paar Dutzend Websites wurden nun nur noch gut eine Handvoll.

Da man heutzutage aber Websites in nur wenigen Minuten auf die Beine stellen, kann sich dies allerdings auch sehr schnell wieder ändern — noch ein paar Grad Celsius mehr und ich garantiere für nichts. Inzwischen aber spiele ich mit ein paar alten Datenbanken herum und probiere auch einmal ein paar neue aus; was es heute nicht so alles gibt? — was man halt so alles macht, wenn man auf Detlef Sterns Software wartet und der GEB schwerer zu verdauen ist als ursprünglich angenommen; wahrscheinlich bin ich der Einzige, der bereits beim Gödelschen Unvollständigkeitssatz zu kauen beginnt — was ich aktuell auf mein etwas fortgeschrittenes Alter zurückführe.


Europa

Verfassungskonvent 5 (2)

Beitragsfoto: Europaflagge mit Menschen | © Shutterstock

Europa ist in Sommerlaune, auf jeden Fall das Europa, welches aktuell nicht unter dem russischen Angriffskrieg zu leiden hat. Auch das Wetter spielt mit und lässt uns sämtliches Ungemach, das ohne Wenn und Aber spätestens im Herbst auf uns alle einbrechen wird, vergessen: COVID-19 verdrängt, unser Energie- und Ressourcenmangel verdrängt und auch der Völkermord an den Ukrainern haben wir vorerst völlig verdrängt.

Jetzt ist erst einmal Urlaub angesagt und bis dahin rennen wir von einem Fest zum anderen. Es tut mir schon fast weh, dass ich meine Leser daran erinnern muss, dass diese Ignoranz nicht sehr lange anhalten wird. Und auch der Klimawandel macht weitere Fortschritte!

Und so ist es zwar sehr erfreulich, dass unsere Atlantische Allianz wieder einmal gehalten hat und Europa erneut rettet, aber auch diese Zuversicht kennt ihre Grenzen. Spätestens dann, wenn unsere amerikanischen Freunde erkennen, dass sie für die Rettung der Demokratien Europas ihren eigenen Lebensstandard auf Entwicklungslandniveau senken werden müssen, dann wird Donald Trump oder einer seiner Eleven die US-amerikanische Demokratie endgültig beerdigen können — und die Folgen davon werden auch das gesamte Europa in den Untergang stürzen.

Aber selbst wenn es den US-Amerikanern erneut gelingt und sie auch ihre eigene Demokratie retten werden können, selbst dann wird der Klimawandel, Europas Kleinstaaterei, die fortwährenden Angriffe der Russischen Föderation und die zunehmende chinesische Aggression dafür sorgen, dass Europa von einer existentiellen Krise in die nächste gestürzt werden wird. Krisen in Ausmaßen, wie wir sie uns alle noch immer nicht vorstellen können!

Wir werden in Bälde mit Millionen von Zuwanderern oder Umsiedlern innerhalb Europas zu rechnen haben, wir werden die angehäuften Schulden nicht mehr bedienen können, wir werden unseren eigenen Lebensstandard nicht mehr halten können und noch weit schlimmer, wir werden in Verteilungskämpfe auf allen Gebieten verwickelt werden.

Dies alles ist mit unseren derzeitigen Nationalstaatmodellen und selbst mit einer halbwegs funktionierenden Europäischen Union nicht mehr zu bewältigen! Wir stehen — ob es Olaf Scholz nun möchte oder auch nicht — vor einer ganz gewaltigen Zeitenwende!

Wenn wir die kommenden Jahre nicht mit Notstandsgesetzen, gewaltigen Freiheitseinschränkungen, Enteignungen, handgreiflichen Verteilungskämpfen bis hin zu Grenzkonflikten leben wollen, dann ist es jetzt zwingend notwendig, dass wir die gesellschaftliche Grundlage schaffen, um diese nicht mehr zu vermeidenden Konflikte gemeinsam und innerhalb einer funktionierenden Demokratie zu bewältigen!

Und diese einzig funktionierende Grundlage ist der europäische Bundesstaat, der so schnell wie möglich für alle Europäer verbindliche Regeln und Maßnahme einleitet und dafür sorgt, dass die immer öfters und vehementer aufbrechenden Unterversorgungen geregelt und möglichst ausgeglichen werden. Nur so werden wir den Frieden in Europa erhalten und an seinen Rändern wieder herstellen können!

Um dies zu erreichen muss ein — von der Politik uns Europäern bereits seit Jahrzehnten immer wieder versprochener — europäischer Verfassungskonvent noch in diesem Jahr einberufen werden, der dafür sorgt, dass wir 2023 die Vereinigten Staaten von Europa haben, dann genau 75 Jahre zu spät aber besser als nie!

Nur ein europäischer Bundesstaat wird — wie wir es alle doch längst wissen — dazu in der Lage sein, die kommenden Probleme und Herausforderungen demokratisch, friedlich und menschenwürdig lösen können!

Leider aber, wie bei meinem letzten entsprechenden Aufruf, gehen unsere verantwortlichen Politiker jetzt erst auch einmal in den Urlaub und stecken dann ihre Köpfe wieder in den Sand.

Vielleicht aber ist es gerade dies nun das eindeutige Zeichen dafür, dass wir Unionsbürger allesamt tatsächlich eine europäische Revolution benötigen!

Vive l’Europe ! 

„Nations are old things that refer to old things.“

Timothy Snyder, The Road to Unfreedom : Russia > Europe > AmericA (2018: 112)