Bibliothek Hochschule Heilbronn

24.4.02024 5 (5)

Beitragsfoto: Bibliothek Hochschule Heilbronn

Wahlen

So langsam aber sicher wachen auch jene auf, die wieder gewählt werden möchten. Jene, die schon länger zurück an die Futtertröge möchten, verkünden bereits und immer intensiver möglichst alles; hierzu ein lesenswerter Beitrag von Stefan Rose. Und auch bei uns zirkulieren plötzlich offene Briefe, lustig dabei, gerade von jenen, die schon lange außer einem lukrativen Gemeinderatsmandat nichts mehr mit unserer Stadt zu tun haben.

Andere wiederum, die befürchten müssen, dass sie erneut an der 5 % Hürde scheitern, verschaffen sich ganz illegitim und zumindest früher noch illegal die lukrativsten Beamtenpositionen, zumindest aber kommen sie in staatsnahen Unternehmen unter; wohl der einzige Grund, warum es bei uns noch solche Unternehmen gibt.

Auch unsere Demokratie hat ein ganz gewaltiges Problem. Und da kann man auch benennen: unsere Regierungs- und Oppositionsspitzen, jene Berufspolitiker, die, wenn man näher hinschaut, auch nicht viel besser als ein Victor Orban sind.

Zumindest in unserem Gemeinderat könnten wir für eine Verbesserung sorgen, machen wir aber nicht. Fazit: jeder Demokrat bekommt die Vertreter, die er auch verdient!

Vermischtes

Die Union kämpft aktuell zusammen mit der Linken um ihre Pfründe, so schnell fallen die Brandmauern. Man muss vielen Abgeordneten nur androhen, dass die Brotkörbe demnächst etwas höher hängen könnten. Erfreulich dabei, dass meine Meckereien auf diesem Gebiet so langsam aber sicher zum Mainstream werden.

Und dies gilt wohl nun auch für den inakzeptablen Zustand unserer Innenstadt. Auch der Einzelhandel fordert inzwischen die Stadtverwaltung zum Handeln auf — manche benötigen wohl immer etwas länger, für viele wird es nun aber schon zu spät sein. Mein Mitleid hält sich deshalb in Grenzen. Als normaler Bürger versuche ich bereits seit Jahren zu intervenieren, vergeblich. Wahrscheinlich müssen die meisten wie die Alkoholiker auch erst im Rinnsal liegen, bevor sie damit anfangen, um über eine Veränderung nachzudenken.

Endlich konnten gestern meine bessere Hälfte und ich wieder das Tanzbein schwingen. Und schon wurden wir gefragt, warum es eigentlich keine Berichterstattung über den Europa-Ball gibt. Zum einen freut es mich, zum anderen bin ich es leid, immer wieder die völlige Inkompetenz vieler meiner Zeitgenossen in Schutz zu nehmen. Unsere „Tageszeitung“ hat einfach ihre ganz eigenen Schwerpunkte und das muss man einfach so akzeptieren. Dumm nur für uns Bürger, dass diese das Monopol in Heilbronn hat. Selbstverständlich sehen das die wichtigeren Heilbronner ganz anders — und darauf kommt es doch an!

Belustigend, dass gestern auch bekannt wurde, dass es kaum noch einen AfD-Abgeordneten gibt, gegen den nicht ermittelt wird. Ganz frei nach Adolf Hitler: bei uns haben sogar die Kriminellen eine eigene Partei.

Nachbereitung

Im Gegensatz zu meinem jüngsten Praktikanten, ließen „meine“ Studenten es gestern an Vorbereitung vermissen. Ich wurde bei einem Käffchen — die Maschine hat zum Schluss dann doch funktioniert — darauf aufmerksam gemacht, dass heutzutage Zweitsemester noch nicht so voll und ganz in der Wirklichkeit angekommen seien: Hotel Mama lässt wohl grüßen. Auf alle Fälle aber konnte ich bei manchen Studenten erkennen, dass sie zumindest bemüht sind, um ihr selbstgewähltes Studium auch in Gänze zu erfassen.

Gut gemeint ist aber noch lange nicht gut gemacht. Deshalb sollten es doch so einige Studenten zur Kenntnis nehmen, wenn der Dozent anmerkt, dass der derzeitige Leistungsstand noch nicht ausreicht, um durchs Ziel zu kommen — ich lasse mich aber gerne eines Besseren belehren.


Gaza

Gaza-Tragödie 5 (10)

Beitragsfoto: Gaza | © hosny salah from Pixabay

Gleich vorweg, jeder einzelne Tote in diesem Krieg ist einer zu viel! Ganz egal, ob Israeli, Jude, Palästinenser, Moslem oder auch jeder andere Mensch! Das absolut Schlimme an dieser ganzen Tragödie ist, dass dieser, wenn nicht gar von der internationalen Gemeinschaft — wie ich es folgend noch zu erklären versuche — so herbeigeführte Krieg auf lange Sicht hin gut vorbereitet und dann wie geplant ausgelöst und jetzt mit fast voller Härte auch geführt wird.

Seit inzwischen Jahrzehnten leben noch viel zu viele Palästinenser in Flüchtlingslagern oder eingepfercht im Gaza. Dies ist sicherlich weltweit einzigartig und die Ursachen dafür bedürfen einer dringenden wie vollständigen Aufklärung! Vertreibungen in der Geschichte dürften zu den leider ganz normalen menschlichen Untaten gehören, auch wir Deutschen wurden ab 1945, ohne die Kriegsschuld infrage zu stellen, Opfer. Inzwischen dürften die allermeisten damals Vertriebenen und deren Nachkommen in anderen Teilen dieser Welt eine neue Heimat gefunden haben. Und so muss man einfach einmal spekulieren, warum immer noch Palästinenser in Lagern leben oder sich im Gaza weit überproportional aufhalten, gäbe es doch gleich bei den Nachbarn in der arabischen Welt nicht nur hinreichend Platz, sondern vor allem auch Bedarf an Arbeitskräften, welche inzwischen u. a. aus China oder Indien ohne jegliche Vorbehalte abgeworben werden.

Kann es sein, dass die arabische Welt die Palästinenser genau so liebt oder hasst wie die Juden auch? Schlimmer wäre nur noch, wenn die in diesen Lagern und im Gaza lebenden Menschen den Arabern einzig und alleine als menschliche Waffe dienen, um doch noch irgendwann die Juden insgesamt vernichten zu können.

Auf alle Fälle aber wurde der Gaza in den letzten Jahrzehnten zu einem unvergleichlichen Gebäudekomplex ausgebaut, der nicht nur von allen Seiten her eingegrenzt ist, sondern dessen Zugänge besser überwacht werden als der damalige Eiserne Vorhang. Dafür, dass dies so geschehen ist, tragen alle Beteiligten große Schuld! Man hat wissentlich angefangen von den Vereinten Nationen über internationale Hilfsorganisationen und ganz besonders von den Ländern des Arabischen Raums bis hin zu unserer Westlichen Welt, den Gaza zu einem modernen Kriegsschauplatz des militärisch nur denkbaren Worst Case gemacht. Selbst Ärzte, Pfarrer, Priester und Imame haben dabei nicht nur hingeschaut, sondern dies gar selbst mit allen ihnen zur Verfügung stehenden Mitteln unterstützt — man darf, ja man muss vermuten, dass diese Menschen einzig und alleine von einem tiefen Antisemitismus geprägt sind.

Inzwischen ist der Gaza fast ein einziger Gebäudekomplex, welcher sich von den Hochhäusern bis hin in die tiefsten Tunnelräume über unzählige Stockwerke spannt, insgesamt 360 km² an Häuserkampfgelände. Und wie schon beschrieben, leben dort mehr oder weniger gut über 2 Millionen Menschen — damit eigentlich eine militärische No-go-Area!

Aber damit nicht genug. Unter den Augen besagter Hilfs- und Regierungsorganisationen hat man in diesem Gelände militärische und zivile Einrichtungen so miteinander verwoben, dass eigentlich keine Unterscheidung mehr möglich ist. Kampfstellungen, Führungsbunker und Waffenlager befinden sich in einem solchen Ausmaß in Kindergärten und Krankenhäuser, dass dies einzigartig in unserer gesamten Geschichte wie auch Welt sein dürfte.

Schlimmer noch, man hat alles unternommen, um eine Unterscheidung zwischen Kombattanten — Menschen auf die Soldaten schießen müssen — und Nichtkombattanten — Menschen auf die Soldaten nicht schießen dürfen — nach bestem Wissen und Gewissen unmöglich zu machen. Und wie es die aktuellen Kriegshandlungen zeigen, werden seitens der Gaza-Bewohner Kriegshandlungen meist aus der Deckung von Zivilisten heraus getätigt, die damit als menschliche Schutzschilde fungieren.

Und um das Monströse noch monströser zu machen, sind völlig überraschend — gehen wir einmal nicht davon aus, dass die aktuelle Regierung in Israel dies geduldet hat, um auch künftig Wahlen zu gewinnen — palästinensische Terroristen am 7. Oktober 2023 nach Israel eingedrungen und haben dort über 1 100 Menschen gefoltert, vergewaltig, verstümmelt und anschließend auch noch ermordet und damit die ganze Perfidie überhaupt aufgeht, zusätzlich noch 240 Zivilisten in den Gaza entführt.

Rein militärisch betrachtet, gäbe es für Israel nur drei Lösungen: Erstens, eine sofortige Kapitulation und Auswanderung aus der Levante mit allen Bevölkerungsteilen — eine abwegige Lösung! Zweitens die Vernichtung der Terroristen mit Fernwaffen und drittens eine völlige Abschottung des Gaza (= Aushungern), so lange, bis sich sämtliche Terroristen ergeben.

Die internationale Gemeinschaft hat Israel zu einer vierten Lösung (Primat der Politik) gezwungen. Nämlich zu einem Einmarsch in den Gaza, der den Israelis die höchst möglichen eigenen Verluste zufügen wird, viele der Geiseln ebenfalls nicht rettet und zusätzlich bei der palästinensischen Zivilbevölkerung — wie vorab geplant — zu massiven Verlusten führen muss. Dafür aber weltweit den Antisemitismus zu neuen Höhen führt.

Die ersten drei Lösungen hätten die Levante auf Jahre hin befriedet, die nun initiierte vierte Lösung wird die gesamte Region weiter destabilisieren und über viele Jahre hinweg für noch mehr Unfrieden sorgen! Der Antisemitismus zeigt erneut, dass er weder Gnade kennt noch sonst einen Funken Menschlichkeit in sich birgt!

Während ich diese Zeilen schreibe, sterben weiterhin völlig sinnlos Menschen im Gaza und dies genau so, wie von viel zu vielen Mitmenschen auf der gesamten Welt gewollt und über Jahre hinweg vorbereitet. Derweil rollen die Krokodilstränen in Strömen — und dies auf allen medialen Kanälen!


Lesezeichen

Über Bücher 5 (5)

Lesezeichen | © kertlis von Getty Images

Ellen Griffin | The Ellysian

No one buys books – Blogbeitrag (zuletzt aufgerufen am 23.4.2024 um 7.41 Uhr)

„Did you know that 96% of books sell less than 1,000 copies? …

If publishing houses make minimal investment in marketing their authors and focus largely on celebrity books and their backlist, authors who can’t snag a large advance might have better luck building their own audience and publishing elsewhere.“


Ein Augenöffner. Auch wenn die Bücherwelt tatsächlich nicht so schlecht ist, wie es Ellen Griffin meint, wäre es vielleicht doch ein ganz guter Weg, wenn die meisten Autoren erst einmal ohne Bücherveröffentlichungen auskämen.

Und für die Verlage vielleicht eine gute Überlegung, nicht wirklich alles zu drucken, was sich verkauft. Aber für diese Überlegung bräuchten wir, wie beim Christentum oder Kommunismus auch, ganz andere Menschen — ergo: ein völlig abwegiger Gedanke!