Lesezeichen

China & Russland 5 (4)

Beitragsfoto: Lesezeichen | © kertlis von Getty Images

Natalie Sabanadze,  Abigaël Vasselier u. Gunnar Wiegand| MERICS

China-Russia alignment: a threat to Europe’s security – Studie (zuletzt aufgerufen am 22.11.2024, 9.09 Uhr)

„In May, Russia’s President Vladimir Putin chose Beijing for the first foreign visit after his re-inauguration. The meeting was Putin’s forty-third with China’s President Xi Jinping, who told his “best friend” that China would continue to provide an economic lifeline, political support and equipment needed for Russia to win in Ukraine.

European and US decision makers need to be clear that additional listings or sanctions will temporarily push China and Russia closer together. However, the alignment between the two is here to stay and will grow, regardless of such decisions. But after two years of failing in convincing Beijing to curtail its export of non-lethal equipment to Russia, it is time to change the approach in Europe and take measures that can make a difference.

Time is of the essence in ending the war in Europe. To restore peace and stability in Europe, the EU cannot afford to hesitate further on how to end China’s support to Russia’s war efforts through dual-use equipment. It must do this in lockstep with its closest partners.“


Lesenswert. Leider aber werden zumindest wir Deutsche rein aus wirtschaftlichen Interessen heraus und manchmal auch aus einer tiefen politischen Verbundenheit mit jeglicher Diktatur sowohl die Russische Föderation wie auch die Volksrepublik China unterstützen wo wir nur können. Zu allem Übel werden sich auch künftig noch in sämtlichen Waffen dieser Länder deutsche Komponenten finden lassen.

Spätestens seit Helmut Schmidt denken unsere politischen Köpfe nicht mehr über den Tellerrand hinaus und schon gar nicht über eine einzige Legislatur hinweg. Die Folgen für uns werden fatal sein!


Mikrofon

22.11.02024 5 (5)

Beitragsfoto: Mikrofon | © Daniel Friesenecker from Pixabay

Banane

Was eine Bananenrepublik ist, das wissen die meisten. Manche sind sogar davon überzeugt, dass sie selbst in einer solchen leben. Viele Ostdeutsche haben noch heute ein ganz besonderes Verhältnis zu dieser Südfrucht, spätestens seit sie mit dieser beständig in Verbindung gebracht wurden.

Übrigens, wie konnte man in Berlin vor 1989 die Himmelsrichtungen bestimmen? Man legte einfach eine Banane auf die Mauer; dort wo diese angebissen wurde, war Osten.

Diesen Mittwoch wurde bei Sotheby’s New York eine an die Wand geklebte Banane als skurrile Skulptur namens „Comedian“ versteigert. Maurizio Cattelan hatte diese Banane mit einem silbrigen Klebestreifen von links unten nach rechts oben an die Wand geklebt bzw. kleben lassen. Gekauft hatte er das Obst vor Ort in New York; woher er das Klebeband hatte, konnte ich nicht herausfinden.

Maurizio Cattelan zeichnete bereits für ein goldenes Klo namens „Amerika“ angeblich für Donald Trump gedacht verantwortlich, welches dieser aber nicht haben wollte und welches tatsächlich zwischen 2016 und 2017 fast ein Jahr als Langzeit-Performance in einem Toilettenraum des Solomon R. Guggenheim Museum in New York ausgestellt und auch benutzt wurde.

Warum nun Maurizio Cattelan gerade in der heutigen Zeit auf die Banane kam, dürfte die spannendste Kunstfrage des Jahres sein. Die Fragen was Kunst überhaupt ist oder was Kunst darf, wurden bereits von allen möglichen Menschen öfters und ausführlich beantwortet.

Und wer jetzt glaubt, dass alle kurz gelacht haben, der hat sich gewaltig getäuscht. Ein Krypto-Unternehmer bekam für 6, 2 Millionen US-Dollar den Zuschlag und darf sich nun als VIP fühlen. Besonders weil das Kunstwerk noch vor fünf Jahren für 120 000 Dollar zum Verkauf stand und bereits 2019 bei der Art Basel Miami Beach eine Kontroverse auslöste.

Wer schon einmal eine (ganze) Banane aß, der weiß, dass es sich in New York um eine andere Banane handeln muss. Wohl weniger bekannt ist, dass zumindest das Kunstwerk „Comedian“ mit einer Gebrauchsanweisung geliefert wird, die den das Kunstwerk besitzenden Kunstkenner dazu verpflichtet, die schnell verderbliche Frucht alle zwei Tage durch eine frische zu ersetzen.

Nachtrag

Motiviert von der Reaktion eines Lesers, lege ich noch mit einem entsprechenden Video von Harry Belafonte nach.

Noch heute gefällt mir dieser Song in der Kinoversion von Tim Burton am besten.

Vermischtes

Das gestrige Tanzen führte u. a. dazu, dass wir das Programm für den kommenden Europa-Ball finalisieren konnten. Als kleine Überraschung wird auch mindestens einmal ein Tango Argentino gespielt werden — die ersten Tanzpaare haben sich bereit erklärt, das dann auch nutzen zu wollen.

Erfreulich, dass eine meiner Ideen nunmehr realisiert werden konnte. Erst wollte ich die EUROPA-UNION Heilbronn als Organisator für einen „Europa-Index“ in Baden-Württemberg gewinnen, dabei stellte es sich schnell heraus, dass ein Kreisverband dafür zu klein ist. Und so begeisterte ich den Landesverband für diese Idee. Nach gut zwei Jahren Planung und unter Hinzunahme von weiteren Organisatoren ist es nun gelungen mit einem „Europa-Preis für Kommunen – kommunale Europa-Arbeit auszeichnen und sichtbar machen“ an den Start zu gehen.

Nun schaue ich einmal wie der Europa-Preis für Kommunen bei diesen ankommen wird. Auch bin ich gespannt darauf, ob sich die Heilbronner Stadtverwaltung beteiligt.

Das SWR Studio, welches sich jahrzehntelang im Shoppinghaus befand, befindet sich nun im Schwabenhof. Für die ca. 40 Mitarbeiter ist dort mehr Platz vorhanden und man hat die Gelegenheit genutzt, um die Studiotechnik auf den neusten Stand zu bringen. Einziges Manko ist, dass das Studio nun nicht mehr im Stadtzentrum zu finden ist, was die Wege nicht nur für die Journalisten verlängert.

Am 1. April 1973 waren es fünf Mitarbeiter, die im SWR Studio Heilbronn die Arbeit aufnahmen. Kurz darauf durfte ich es mir zusammen mit meinem Vater erstmals ansehen, später war ich dort gerne als Interviewpartner zu Gast. Das Fest zum 50-jährigen Jubiläum des SWR Studios Heilbronn wurde ganz folgerichtig auf den Termin der Einweihung der multimedialen Arbeitsplätze im Schwabenhof verschoben und wird nun in den kommenden Tagen nachgeholt werden.

Eichgasse

Wie aus dem Nichts heraus erfahren wir Bürger, dass die Eichgasse bereits 2025 saniert werden soll, wieder einmal. Es ist noch nicht so lange her, da hat sich dort ein Heilbronner Bürger mit einer Stehle als Kaiser feiern lassen, was man halt so als Reichsstädter macht.

Eine Idee hätte ich dazu dann schon, man könnte darauf aufbauen und die Eichgasse zum Heilbronner Walk of Fame machen, wo jeder VIP seine Hände und gerne auch Füße in den Asphalt drücken darf. Wenn man dann den bürgerlichen Ehrgeiz noch mit einem kleinen Entgelt versieht, könnte man mit dieser Sanierung sogar noch Geld verdienen.

Derweil werden wir Bürger erneut drauf vorbereitet, dass es mit der Sanierung der Turmstraße weiterhin nichts werden wird. Die dafür vorgesehenen Landesmittel hat man lieber für Wettbewerbe und den üblichen Heilbronner Ringelpiez ausgegeben.

„Es war mir schon aufgefallen, daß in den untersten und obersten Schichten der Gesellschaft die Irren oft ungeschoren bleiben.“

Charles Bukowski (1988: 331)

Espresso

20.11.02024 4.1 (8)

Beitragsfoto: Kaffee | © StockSnap auf Pixabay

Vermischtes

Neben den üblichen Wochentätigkeiten wie der Fahrt mit dem meseno-Bus oder meinen Vorlesungen an der Hochschule, wobei letzteres ein sehr interessantes Gespräch mit Detlef Stern über Computersprachen, Betriebssysteme und das gute alte Bios sicherte, ist es aktuell die 71. Kreisversammlung der EUROPA-UNION, welche vorbereitet werden muss. Immer wieder spannend, ob wir dabei die Beschlussfähigkeit erreichen. Deshalb gucke ich gerne vorab, dass ggf. ausreichend Stimmübertragungen vorhanden sind, aber auch dies muss man organisieren.

Selbst wenn das Weltgeschehen weiterhin für Aufregung sorgt, die politische Lage Europas durchaus besser sein könnte und die Bundespolitik mit der bevorstehenden Bundestagswahl bei einigen Europäischen Föderalisten, jenen, die sich gerade mit viel Schwung in den Wahlkampf stürzen, für Herzrasen sorgt, so ist diese Kreisversammlung heuer dafür gedacht, den anwesenden Mitgliedern ein wenig Zusammenhalt zu vermitteln und vielleicht sogar für ein klein wenig vorweihnachtliche Stimmung zu sorgen. An Ereignissen und Veranstaltungen mangelte es der EUROPA-UNION Heilbronn auch dieses Jahr nicht, sodass sich die aktiveren Mitglieder ein wenig „ausruhen“ können sollen, bevor es gleich im kommenden Jahr wieder sehr spannend werden wird.

So werden wir kommenden Samstag das Jahr Revue passieren lassen, Mitglieder ehren und bereits ein klein wenig auf unsere Vorhaben 2025 blicken.

Städteranking

Über das Ranking der Wirtschaftswoche hatte ich bereits berichtet, erstmals als sich die Stadtverwaltung selbst auf einen der Spitzenplätze schrieb. Seither geht es mit den Plätzen für Heilbronn stetig bergab. Dazu merkt die Heilbronner Stimme (20.11.2024: 7) an: „Beim Dynamikranking als einem Bestandteil der Übersicht war Heilbronn 2018 die dynamischste Stadt im Südwesten, einige Jahre später dann sogar hinter München und Berlin bundesweit auf Rang drei. … Im Dynamikranking landet Heilbronn dieses Mal auf Platz 37.“

Dieser Platz stößt bei einigen Heilbronnern wohl auf Unverständnis, hätten wir doch in ein paar Jahren das IPAI. Vielleicht haben die Autoren aber auch nur auf die Turmstraße geschaut, die man selbst nach weit über vierzig Jahren nicht saniert bekommt.

1 000 Tage

Auch an mir gingen diese 1 000 Tage nicht spurlos vorbei, anfangs war ich u. a. beruflich bedingt sehr am Geschehen in und um die Ukraine herum interessiert. Da gab ich noch meine eigenen entsprechenden Kommentare bekannt, dies wird inzwischen gerne von professionellen Schwätzern ohne jegliche Kenntnis übernommen und man kann sich zudem vor Expertenmeinungen nicht mehr retten. So staune ich nur noch darüber was mich täglich in den Nachrichten erreicht und mehr darüber, was keine Nachricht mehr wert ist.

Der Mensch gewöhnt sich bekanntlich an alles und viel zu viele unserer Mitbürger sind inzwischen wieder zu ihrem ganz normalen Alltag zurückgekehrt. Auch die Politik, Regierung wie Opposition, hat das Ganze erneut ausgesessen und ist wieder einmal bereit, um die daraus resultierenden negativen Folgen als gottgegeben oder alle wieder einmal völlig überraschend zu verkaufen. Zudem nutzen viele Politiker die Gelegenheit, um politische Schnellschüsse zum Beginn des Krieges zum persönlichen Vorteil umzumünzen, ähnlich wie zuvor bei den Masken-Deals. Mit dem kleinen aber feinen Unterschied, dass sich inzwischen selbst das 100 Milliarden Euro Sondervermögen der Bundeswehr in Wohlgefallen aufgelöst hat.

Für mich ist nur eins noch überraschend, nämlich dass nach Donald Trump, Viktor Orbán, der AfD und dem BSW auch noch die SPD an ihrer Nibelungentreue zu Wladimir Putin festhält; aber auch in der CDU gibt es genügend Putinflüsterer. Wenn die Taurus Marschflugkörper überhaupt etwas Positives erreichen hätten können, dann noch vor der erneuten „Machtergreifung“ Donald Trumps und vor einem sich bald abzeichnenden Einfrieren des Krieges in der Ukraine. Wie bereits auch von mir mehrfach geäußert, gibt es dann nur einen einzigen Sieger, nämlich die Russische Föderation, die wieder einmal für Völkermorde und Kriegsverbrechen belohnt werden wird.

Schlimmer noch, spätestens nach 3 000 Tagen sind wir dann alle an der Reihe. Aber auch das wird von unserer Politik ausgesessen werden, denn deren Wähler sind derweil zu alt, um sich noch zu fürchten, oder zu dumm, um es überhaupt zu verstehen. Der Rest wird es sich in einer Diktatur wieder so richtig gemütlich machen, zumindest so lange bis wieder die Bäume aus den Dachrinnen wachsen und die Bananen erneut zum Luxusgut mutieren. Dann lässt man sich wieder von den verhassten Demokraten und deren „Schweinekapitalismus“ retten und dabei selbst als Widerstandskämpfer feiern.

Wer hat noch einmal behauptet, Geschichte würde sich nicht wiederholen?

„Die letzte verantwortliche Frage ist nicht, wie ich mich heroisch aus der Affäre ziehe, sondern [wie] eine kommende Generation weiterleben soll.“

Dietrich Bonhoeffer (2022: 14)