Konzert

Musikvideo der Woche 5 (7)

Beitragsfoto: Konzert | © Bild von Pexels auf Pixabay

Neben Styx hat mich mein Vetter Kenneth in den 1970er-Jahren auch mit der Gruppe Boston bekanntgemacht. Ich erinnere mich noch gut daran, dass er erst die Platte „Boston“ (1976) und danach die gerade erworbene „Don’t Look Back“ (1978) auflegte. Als ich von der ersten Platte nicht genug haben konnte, schenkte er sie mir einfach; noch heute ist sie in meinem Besitz.

Wie ich inzwischen weiß, hat Tom Scholz fast die gesamte Platte selbst geschrieben und instrumentalisiert. Nur der fünfte und letzte Song der Platte ist tatsächlich eine Studioaufnahme der Band; Musikexperten wollen dabei auch den Unterschied zu den vier anderen Liedern heraushören können.

Jeder Song der Platte ist ein Hit, wobei mir das obige „More Than a Feeling“ und „Let Me Take You Home Tonight“, der fünfte Song, welcher Brad Delp zugeschrieben wird, am besten gefallen.

Die Gruppe Boston wurde von Tom Scholz 1975 gegründet als er eine Plattenfirma für seine vier bereits eingespielten Songs suchte. Zwar brachte die Gruppe noch 2013 ein Album heraus, was ich aber nicht mehr zur Kenntnis nahm, da ich bereits seit den 1980er-Jahren andere Musik hörte.

Nichtsdestotrotz landen meine beiden Boston Alben — die zweite Platte gönnte ich mir später selber — noch heute auf meinen Plattenteller, zumindest ab und zu. Interessant, dass mir die erste Platte in den 1980er- und 1990er-Jahren dazu diente, um die Einstellungen meiner Stereoanlage zu testen, was wiederum für die Ingenieurskunst von Tom Scholz spricht, der übrigens einen Masterabschluss vom Massachusetts Institute of Technology (MIT) hat; Tom Scholz hat sich seine Ton- und Aufnahmeinstrumente damals selbst zusammengebaut.

Und wer weiß, vielleicht hört der eine oder andere Leser den Unterschied zwischen beiden Liedern heraus.

„I looked out this morning and the sun was gone,
Turned on some music to start my day.
I lost myself in a familiar song.
I closed my eyes and I slipped away …“

Tom Scholz, More Than a Feeling (1976)

Streetart

16.11.02024 5 (6)

Beitragsfoto: Streetart

Streetart

Der heutige Spaziergang zeigte mir wieder einmal die schönen Ecken unserer Stadt, wo Bürger weiterhin vor ihrer eigenen Haustüre kehren und zudem mit eigenen Bordmitteln unsere Stadt etwas schöner machen; auch wir gossen Pflanzen und kehrten ein wenig. Leider aber sieht man auch an allen Ecken und Enden die Auswirkungen einer untätigen Stadtverwaltung und eines nur mit sich selbst beschäftigten Gemeinderats.

Meine bessere Hälfte und ich quälten uns durch eine mit Autos vollgestellte Fußgängerzone, wo Heilbronner aus den Stadtteilen es einfach nicht lassen können und weiterhin mit dem Auto direkt vor das jeweilige Ladengeschäft, Kneipe oder Café fahren. Am besten lässt man dann auch noch den Motor laufen, damit das Auto beim Heimfahren weiterhin wohlig warm ist. Zwischen den vielen Autos drängelten sich noch die Fahrrad- und E-Scooter-Fahrer, so dass man noch mehr auf sich selber aufpassen musste. Dabei wollte sich einfach kein gutes Einkaufsgefühl einstellen und so bewunderten wir die neuen Ladengeschäfte nur von außen und verschoben den Einkauf auf ein anderes Mal.

Bußgeldbescheid

Am 1. Juli 2024 fragte mich Gerd M. Hofmann was es denn kostet eineinhalb Stunden zu früh plakatiert zu haben. Nun kann ich diese Frage beantworten, da mir die Heilbronner Verwaltung heute eine entsprechende Förmliche Zustellung aushändigen lies.

Nachdem ich den Empfang bestätigt und die Förmliche Zustellung geöffnet habe, fiel mir ein Bußgeldbescheid in Höhe von 250 Euro entgegen. Ich hoffe nun nicht, dass noch weitere solche Überraschungen kommen werden. Da ich keine Absicht habe, das Bußgeld zu bezahlen, habe ich den Verein der Freien Wähler gebeten, dies für mich zu erledigen.

Eine Erkenntnis habe ich bei dieser unglaublichen Farce dann aber doch noch, nämlich wie schnell ein OB eine ganze Stadtverwaltung herunterwirtschaften kann. Ich gehe zudem davon aus, dass die Heilbronner Parteien, denen viel schwerere Wahlkampfverstöße zur Last gelegt wurden, keinen einzigen Bußgeldbescheid erhalten werden — wie schon länger vermutet, bei uns sind städtische Verwaltungsakte rein willkürlich.

Und so würde es mich auch nicht mehr wundern, wenn unsere Unterschriften zum aktuellen Volksbegehren einfach unter den Tisch fallen werden.

Fahrenheit 11/9

Wohl selber noch geschockt vom Ausgang der letzten US-Wahl veröffentlichte Michael Moore seinen gut zweistündigen Dokumentarfilm über den Ausgang der Wahl am 9. November 2016 auf YouTube.

Der Film wurde am 6. September 2018 auf dem Toronto International Film Festival uraufgeführt und dürfte als Moores am wenig erfolgreichster Film gelten. Der Filmtitel bezieht sich zum einen auf das Datum der offiziellen Erklärung Donald Trumps zum Wahlsieger und zum anderen nimmt er Bezug auf seinen Film „Fahrenheit 9/11“ (2004), wo er die Terroranschläge am 11. September 2001 thematisierte.

Bei beiden Filmen bezieht er sich auf das Buch „Fahrenheit 451“ (1953) von Ray Bradbury, das ich meinen Lesern nur wärmstens empfehlen kann. Ray Bradburys Dystopie ist nach dem erneuten Wahlsieg von Donald Trump realistischer als jemals zuvor!

Wer gerade nicht auf dieses Buch zugreifen kann, der kann derweil Moores Film anschauen.

https://youtu.be/_heq6CkeMH8?si=ciFWLGGTzVbDubAd

„If you don’t want a man unhappy politically, don’t give him two sides to a question to worry him; give him one. Better yet, give him none.“

Ray Bradbury, Fahrenheit 451 (2012: 58)

Schnappschuss

15.11.02024 5 (5)

Beitragsfoto: Schnappschuss

Vermischtes

Die Kommentierung der Information, dass sich zumindest ein deutscher Cloud- und IT-Anbieter nun von Google abhängig macht, überlasse ich vorerst einmal Felix von Leitner, denn dieser wird sicherlich auf diesen Zug aufspringen; schon alleine wegen der vermeintlichen Sicherheit in „deutschen“ Netzen.

Ich lächle derweil darüber, weil gerade jene Mitarbeiter, die bisher Probleme mit Microsoft Office hatten — was es eigentlich seit Jahrzehnten nicht mehr geben dürfte — nun ihre Probleme mit Google Workspace haben werden (Stichwort: Digital Natives). Wobei beides weiterhin um Längen besser ist als das, was SAP so anbietet.

Dazu passend, dass jetzt alle Schüler mit Tablets ausgestattet werden. Dabei kommen die Lehrer heute schon nicht mehr hinterher, von den Schülertablets die Porno- und Glückspielseiten zu löschen. Ich vermute, dass die Tablets nach der Schule vielen Eltern eher zum eigenen Zeitvertreib dienen als ein Anreiz, um ihre eigenen Kinder beim Lernen zu unterstützen.

Aber es geht noch besser, denn jetzt soll es die Künstliche Intelligenz auch in den Schulen richten. Bis dahin werden die Schüler als Ersthelfer bei IT-Problemen eingesetzt.

Beim Problemlösen waren wir Deutschen schon immer erfindungsreich. Und so wird die neue Bundesregierung als erstes die Schuldenbremse in die Mülltonne treten; denn sonst geht es dieser wie der noch im Amt befindlichen Regierung. Merke: Bei uns werden Demokraten weiterhin gekauft und nicht gemacht.

Zerstreuung

Ich bin heute seit Langem einmal wieder Schwimmen gewesen, das Becken bot sich regelrecht zum Rundenziehen an. Ich konnte widerstehen und genoß eine kleine Auszeit im Außenbecken. Abends schwang ich dann auch noch das Tanzbein. Dazwischen versuchte ich zu verstehen, was mir der eine oder andere Student mitteilen wollte. Es wäre sehr schön, wenn ich es tatsächlich deshalb nicht verstehe, weil es für mich eine Nummer zu hoch ist. Es könnte aber durchaus auch sein, dass das Zusammenkopieren von englischsprachigen Textstellen manchmal doch nicht den erwünschten Sinn ergibt. Nun bin ich einmal auf die Antworten auf meine entsprechenden Fragen gespannt.

Manch anderer hat eine bereits etwas ältere Strategie aus der Schublade gezogen, nämlich die Vorlesungen zu schwänzen und dann einfach nur die Übungsaufgaben einzureichen. So blieb mir nur der Hinweis, dass es vielleicht nicht ganz so schlecht gewesen wäre, meinen Vorlesungen zu folgen. Und nein, ich werde die Aufgaben nicht mit einer Leitungslösung versehen, auch werden sie nicht in der Klausur wiederverwendet.

Leserzuschrift

Erst jüngst wurden meine bessere Hälfte und ich auf dem Gehweg hinterrücks angefahren. Dieses Mal waren es zwei halbstarke E-Scooter-Fahrer. Unsere Polizei und das Ordnungsamt drücken weiterhin beide Augen zu — man wartet lieber bis es Tote gibt, dann hat man wenigstens etwas zum Erzählen.

Ganz passend dazu eine Zuschrift, die mich als ehemaligen Freie Wähler Chef erreichte.

„In der Hst [Heilbronner Stimme] habe ich die Planungen [zur Innenstadt] verfolgt. Was mir bitter aufstößt ist ihr völliges Ignorieren der Fußgängerverkehrs. Mein Sicherheitsgefühl ist zunehmend durch E-Scooter und Fahrräder beeinträchtigt. Was haben denn Fahrräder auf Gehwegen und in der Fußgängerzone verloren? 

Die Aufenthaltsqualität ist dadurch stark beeinträchtigt. Drogendealer haben mich noch nie belästigt und auch der permanent präsente Ordnungsdienst, der natürlich nicht einschreitet, verunsichert eher.

Bitte berücksichtigen Sie das bei der Planung. Nebenbei: Das Befahren des Gehwegs durch Fahrräder ist eine Ordnungswidrigkeit und zieht 55 Euro Bußgeld nach sich, nur nicht in HN.“

Wer meinen Blog regelmäßig liest, weiß, dass ich der Einsenderin nur voll und ganz zustimmen kann. Aber wie schon geschrieben, wer etwas in Heilbronn ändern möchte, der darf nicht immer wieder dieselben Gemeinderäte oder gar Bürgermeister wählen! Wer so handelt, der ist nicht mehr sehr weit von einem lobotomierten Demenzpflegestationsinsassen entfernt.

„Life is political, not because the world cares about how you feel, but because the world reacts to what you do.“

Timothy Snyder, On Tyranny (2017: 33)