Beitragsfoto: Schachfiguren | © Pixabay

11.12.02021 5 (1)

U-Bahn

Nach gut 12 Jahren Bauzeit hat jetzt auch Karlsruhe eine U-Bahn und dies mit sieben Haltestellen; der Rest der Strecke ist oberirdisch. Damit wird das Stuttgarter Konzept erfolgreich kopiert.

Wenn man das Ganze etwas weiterdenkt, wäre eine Anbindung Heilbronns an das Stuttgarter S-Bahn bzw. U-Bahn-Netz eine gute Sache und vielleicht wird dann auch einmal Heilbronn, in so etwa 100 Jahren, ebenfalls von einer U-Bahn unterfahren.

Man sollte nie zu träumen aufhören.

Rad- und Fußweg

Dank des Vereins Erlebnisweg Lerchenbergtunnel sind unsere Stadtverwaltung und nun auch Teile des Gemeinderats sehr motiviert, sich um einen neuen Rad- und Fußweg auf der ehemaligen Bottwartalbahntrasse in Heilbronn Gedanken zu machen.

Wohl aber leider nur deshalb, weil auch eine 80 bis 90 prozentige Subventionierung seitens des Landes- und des Bundes in Aussicht gestellt wird — wer kann da schon nein sagen?

So schön auch jede positive Veränderung in unserer Stadt ist und deshalb nur begrüßt werden kann, muss man sich doch einmal die Frage stellen dürfen, warum bei uns alles nur dann in Bewegung kommt, wenn auch für alle Beteiligten etwas dabei herausspringt.

Kann man nicht einfach einmal Dinge tun und machen, weil sie einzig und alleine nur gut und nötig sind?

Nette Runde

Eigentlich eine der traditionellen Jahresabschlussveranstaltungen, an denen man einfach teilnimmt, dann aber, nachdem wir doch noch einen Parkplatz in Biberach ergattert hatten und bis zur Ankunft im Lokal den halben Stadtteil erkunden konnten, wurden wir nicht nur von der Wirtin, sondern auch von allen anderen herzlich begrüßt und in Empfang genommen.

So konnten wir — meine besser Hälfte und ich — in sehr angenehmer Runde einfach nur den Tag ganz unbeschwert ausklingen lassen. Nach einem sehr kurzweiligen Abend fragt man sich dann schon, warum man an solch unkomplizierten und einfach nur netten Zusammenkünften nicht öfters teilnimmt?

Gemälde des Tages

Vincent Van Gogh: The Starry Night (18. Juni 1889)

Geburtstag des Tages

Heinrich Hermann Robert Koch


Beitragsfoto: Winterlandschaft | © Pixabay

3.12.02021 5 (3)

Mit Ansage

Da es sich so langsam abzeichnet, dass in der kommenden Bundesregierung doch nicht alle Parteipolitiker, die halbwegs in ihren Parteien etwas zu sagen haben, mit Minister- oder Staatssekretärsposten versorgt werden konnten, werden wohl noch in der selben Legislaturperiode die Herausforderungen für unser Land so groß werden, dass man mit einem neuen Ministerium oder wenigstens mit weiteren zusätzlichen Staatssekretären rechnen werden kann.

Ich lasse mich aber sehr gerne eines Besseren belehren.

Innenstadt

Erfreulich, dass die Verantwortlichen auch einmal darüber reden, und zwar einmal so motiviert, dass die Heilbronner Stimme (3.12.2021: 28) sogar darüber berichtet. Aber nein, es ist kein Problem wegen der Trinker oder Drogensüchtigen. Diese sitzen meist nur in der Gegend herum und belästigen auch keinen, ganz im Gegensatz zu den verstärkt auftretenden Bettlerhorden.

Als leidgeplagter Heilbronner betone ich nochmals, dass es in erster Linie ein Problem der Sauberkeit und der Ordnung ist. Und ja es ist das Problem unserer Stadtverwaltung, und hier ganz besonders das des Ordnungsamtes, deren Angestellte sich beharrlich weigern, ihren Job zu machen!

Meine jahrzehntelange Erfahrung lässt mich behaupten, dass man das Problem nicht dadurch löst, indem man weiteres Personal einstellt, das seinen Pflichten dann ebenfalls nicht nachkommt. Auch nutzt es nichts, nun, wie es einige Stadträte und unsere Verwaltungsspitzen so gerne hätten, noch mehr Berater und noch mehr Experten etwas verdienen zu lassen. Die Aufgaben des öffentlichen Dienstes sind andere als nur „Parteisoldaten“ oder -spender sowie Familienangehörige in Lohn und Brot zu bekommen.

Auf jeden Fall aber ist es schon einmal gut, dass sich nunmehr der Gemeinderat mit der Problematik beschäftigt, was, wenn die Stadtverwaltung professionell geführt würde, übrigens nicht nötig wäre. Aber darauf kommt es bei uns ja nicht an.

Und jenen Stadträten, die jetzt wieder einmal so schön populistisch „Wohlfühlzonen“ fordern, rate ich einmal nachzufragen, wann endlich z. B. die Turmstraße saniert wird — nach über 60 Jahren (!) bloßen Versprechungen, wäre es vielleicht einmal an der Zeit?

Schleusen

Die Lage am Neckar war schon immer der Heilbronner Standortvorteil überhaupt. Ohne die dortigen Neckarfuhrten und die Kreuzung zweier „europäischer Fernwege“ wäre unsere Stadt wohl nie entstanden. Mit Beginn der Industrialisierung konnte Heilbronn diesen Vorteil voll und ganz ausspielen, indem wir vor Ort Wasser, Schiene und Straße bestens miteinander verknüpften.

Heute ist dies leider nicht mehr so. Hafen und Hafenbahn dämmern immer weiter vor sich hin und selbst deren Anschluss an die beiden Autobahnen könnte durchaus optimiert werden. Wenn man das Ganze wieder auf den Stand der Technik bekäme und bereit wäre, auch wieder die tatsächlichen Bedarfe zu bedienen, könnte man Heilbronn erneut einen gewaltigen Aufschwung bescheren. Denn dann wäre ein effizienter Umschlag von Wasser, Schiene und Straße, der dazu noch über gute Lager- und Kommissionierungskapazitäten verfügt, der Garant für etliche neue Arbeitsplätze und einen über Jahrzehnte gesicherten Wohlstand.

Der Bund legt diesbezüglich schon einmal vor — wahrscheinlich aber wegen Stuttgart (!) — und möchte bis 2050 die Neckarschleusen für eine 135-Meter-Schiffe-Kapazität ausbauen. Wenn man sich das etwas näher ansieht, plant der Bund bis 2050 die Neckarschleusen zu 50 % für 135-Meter-Schiffe auszubauen. Und wenn man jetzt noch berücksichtigt, dass die bereitgestellten Gelder eher in Radschnellwege und weitere, noch weniger notwendige, Vorhaben fließen, muss man davon ausgehen, dass der Neckar wohl erst ab 2150 wieder zu einer wirtschaftlichen und vor allem dabei auch umweltverträglichen Verkehrsachse wird.

Aber denken wir einmal positiv und hoffen, dass wir demnächst Politiker wählen werden, die tatsächlich an Wirtschaft und Umwelt denken und entsprechend auch den Ausbau von umweltverträglichen Verkehrswegen fördern und beschleunigen. Dann könnte es sogar — es wäre wahrlich kein Hexenwerk — geschehen, dass der Neckar tatsächlich bis 2050 in Gänze für zeitgemäßen Gütertransport zur Verfügung stünde.

Dies in Betracht ziehend, müssten wir Heilbronner jetzt darüber nachdenken, wie wir in Heilbronn wieder Straße, Schiene und Wasser bestmöglich miteinander verknüpfen und dazu auch Gebiete vorhalten bzw. vorsehen, wo künftig Arbeitsplätze für Lager- und Kommissionierung entstehen können — alleine schon der Umwelt zuliebe gleich vor Ort und nicht irgendwo in der Pampa.

Wenn wir dies jetzt unterlassen, dann fahren ab 2050 auch die 135-Meter-Schiffe winkend an Heilbronn vorbei.

Website des Tages

Neckarausbau

Die Binnenschifffahrt verbraucht im Vergleich zum Lastkraftwagen weniger Energie und kann größere Mengen transportieren. Kurzum: Sie entlastet unsere Straßen. Der Ausbau der Schleusen ist damit ein wichtiger Baustein für das Erreichen der Klimaziele.“ (Winfried Hermann)

Geburtstag des Tages

Jean-Luc Godard


Maskerade

7.11.02021 5 (1)

Beitragsfoto: Maskerade | © Pixabay

Schiene

Als Autoländle hatten wir es noch nie so richtig mit der Schiene. Die Frankenbahn ist weiterhin schlechter ausgebaut als vor dem Zweiten Weltkrieg. Jüngst wird selbst die Gäubahn marginalisiert. Die Rheinschiene kommt wohl erst im kommenden Jahrhundert richtig zum Tragen, und hätten der Bund und die Bayern nicht insistiert, wäre selbst Stuttgart 21 kaum verwirklicht worden.

Ganz zu schweigen von den vielen Nebenstrecken, die zumindest bis heute immer weiter stillgelegt wurden und deren Reaktivierung, wenn überhaupt noch möglich, wohl Jahrzehnte dauern wird.

Noch vor ein paar Jahren hatte sich der Verkehrsminister für den Ausbau der Frankenbahn als für nicht zuständig erklärt — leider habe ich diesen Brief in den Müll geworfen — und jetzt sieht er im Falle von Abellio auch ganz folgerichtig keine Verantwortung beim Land. Es wäre auch eine sehr große Überraschung, wenn bei uns Minister für etwas zuständig oder gar verantwortlich wären!

The Länd

Sehr gefreut habe ich mich über die entsprechenden Leserbriefe in der gestrigen Heilbronner Stimme und auch über ähnliche Kommentare in Gesprächen mit meinen Mitbürgern.

Auch soll es vielleicht einen Untersuchungsausschuss im Landtag dazu geben, wobei wir alle wissen, dass diese zwar gerne zur Eigendarstellung genommen werden, ansonsten aber wie das Hornberger Schießen ausgehen.

Dabei muss es doch einen Grund für die plötzliche Verschwendung von 21 Millionen Euro Steuergelder geben. Ein seniler Ministerpräsident wird es wohl nicht sein. So kann man — wenn es andere schon nicht machen — einmal darüber nachdenken, wo jüngst Wahlkämpfe, z. B. im Bund, Mecklenburg-Vorpommern oder Berlin, zu bestreiten waren und wer diese ausgerichtet oder gar mitfinanziert hat. Sehr unschön wäre es, wenn diese jetzt dafür von den 21 Millionen Euro aus Baden-Württemberg profitieren würden.

Sicherlich gibt es aber ganz andere Gründe. Diese könnte man seitens des Staatsministeriums völlig offenlegen und uns Bürgern nicht nur ständig Transparenzversprechen zu geben, sondern einmal auch tatsächlich etwas zu liefern.

378!

Das mit der Inzidenz geht mir so etwas von auf die Nerven, besonders weil ich fest davon überzeugt bin, dass eine kompetente Verwaltungsspitze dies bei uns um einiges besser hätte händeln können.

Aber anstatt von Anfang an die Pandemie und ihre Auswirkungen richtig und verstärkt bei den Heilbronnern zu kommunizieren, hat man — wir erinnern uns (!) — allen Heilbronnern gezeigt, dass man sich als VIP an keine entsprechenden Regeln halten muss. Und als die Heilbronner Stimme das dazugehörige Ringelpiez-Foto veröffentlichte, allen weisgemacht, dass auf dem Bild die vorgeschriebenen Abstände und Maßnahmen eingehalten wurden, leider bildlich aber falsch dargestellt wären.

Nicht nur, dass man uns Heilbronner gerne für dumm verkauft, man ist auch davon überzeugt, dass man mit uns wirklich alles machen kann.

So war es eigentlich abzusehen, dass viele Heilbronner das gleiche Verhalten für sich selbst auch in Anspruch nehmen, und nur ganz folgerichtig hat man dann auch davon abgesehen, die notwendigen COVID-19 Gegenmaßnahmen zu kontrollieren geschweige denn Verstöße zu sanktionieren.

Ich halte also fest:

  • Keine Vorbildfunktion der Verantwortlichen
  • Ungenügende Kommunikation der Sachverhalte
  • Mangelhafte Aufstellung und Kompetenz der zuständigen Stellen
  • Mangelhafte Kontrollen der notwendigen Maßnahmen
  • Kaum eine Sanktionierung bei Verstößen

So muss man sich nicht wundern, dass bei uns die Inzidenz erneut weit über 300 liegt. Das wirklich Schlimme daran ist aber, dass wir alle — besonders jene, die fast alles richtig machen und sich dabei vorbildlich verhalten — weiter leiden müssen und, da man immer noch bei uns eher Rücksicht auf die Täter, als auf die Opfer nimmt, wir bald wohl wieder in eine Gesamthaftung genommen werden.

Und dann wird uns erneut deutlich gemacht werden, wenn wir alle wieder zuhause sitzen müssen aber in der Heilbronner Stimme die neusten Ringelpiez-Fotos sehen können, dass wir zwar alle gleich sind, aber die gleicheren uns aus der Heilbronner Stimme heraus anlächeln.

Geburtstage des Tages

Marie Curie und Albert Camus