Maskerade

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Beitragsfoto: Maskerade | © Pixabay

Stadtbibliothek

Heute hatten wir eine sehr erfreuliche Besprechung mit Andreas Incze, einem Vertreter der Stadtbibliothek Heilbronn. So wird die EUROPA-UNION in Zusammenarbeit mit dem Europa Zentrum Baden-Württemberg und der Stadtbibliothek Heilbronn erstmalig eine Ausstellung der Plakate zum Europäischen Wettbewerb im Mai diesen Jahres realisieren.

Gezeigt werden dabei sämtliche Plakate, die in den letzten fast 70 Jahren für den Europäischen Wettbewerb Werbung machten. Dies wird eine einzigartige Ausstellung werden, die ich nicht nur jedem Kunstbegeisterten ans Herz lege, sondern für alle, am gesellschaftlichen Leben interessierte, Mitbürger von großem Interesse sein dürfte. Und ehemalige Teilnehmer am Europäischen Wettbewerb kommen dabei sicherlich so richtig ins Schwärmen.

Die Vernissage findet am Europatag des Europarats, am Donnerstag, 5. Mai 2022 um 16.00 Uhr in der Stadtbibliothek statt. Mehr möchte ich jetzt aber noch nicht verraten.

Antiquariatsmessen

Dass in Leipzig die Buchmesse ausfällt, wurde schon vielfach bekanntgegeben. Jetzt wurde zudem bekannt, dass auch die beiden Antiquariatsmessen, welche in Stuttgart (18. bis 22.02.2022) und Ludwigsburg (17. bis 19.02.2022) angesiedelt sind, ebenfalls nicht stattfinden werden.

Beide Antiquariatsmessen kann ich jedem nur empfehlen, da schon alleine das Stöbern eine interessante Sache ist. Und da es bei uns in Heilbronn meines Wissens kein nennenswertes Antiquariat gibt, waren die beiden Messen gleich um die Ecke eine sehr gute Gelegenheit, um diesen Mangel etwas zu kompensieren.

Das Stöbern alleine in den unzähligen Katalogen oder entsprechenden Websites kann zwar das gewünschte Buch zu Tage fördern, ersetzt aber keineswegs das eigentliche Stöbern durch die Bücher- und Heftberge — zumindest mir geht es so. Zudem fehlen einem dann auch die netten Gespräche mit Gleichgesinnten oder den Händlern vor Ort — vor Jahren dachte ich einmal daran, dies mit einer eigenen Web 2.0 Seite kompensieren zu können, scheiterte aber bereits in der Planungsphase.

Und so bleibt mir heute nur, auf die beiden Kataloge der Messen zu verweisen, die es dann doch gibt:

Botschäftle

Wie wir heute in der Heilbronner Stimme lesen können (17.02.2022: 3) misshandelt die Landesregierung nicht nur unsere Sprache und wirft unsere Steuergelder mit vollen Händen zum Fenster hinaus, sondern schafft für ihr eigenes Klientel langsam aber sicher sehr interessante Dienstposten; und dies inzwischen sehr gerne weltweit.

Konnte man noch verstehen, dass Baden-Württemberg in Brüssel eine eigene Landesvertretung (seit 1987) unterhält, vor allem dann, wenn man ein Anhänger des Regionalismuskonzeptes ist und davon ausgeht, dass die Nationalstaaten an Bedeutung weiter verlieren werden, so sind die nunmehr seit 2005 weltweit aus dem Boden sprießenden Landesvertretungen nicht mehr erklärbar. Selbst dann nicht, wenn man ein dirigistisches Wirtschaftsmodell vertritt und glaubt, dass Wirtschaftsbetriebe nur dann erfolgreich sein können, wenn Beamte diese zumindest bewerben und Politiker zudem in den Aufsichtsräten sitzen.

Hier finden Sie die weiteren Landesvertretungen: Nanjing (1986!), Curitiba (2005), Pune/Delhi (2017), Kawasaki (2018), San Franzisko (2018), Addis Abeba (2019), Kapstadt (2019), Tel Aviv (2020) und London — sogar mit eigener Taxiflotte — (2021).

Ganz folgerichtig sind weitere Landesvertetungen in Planung, die dann eröffnet werden, sobald unsere Autoindustrie den Anschluss an den Weltmarkt verliert: Copacabana, Hawai, Bermuda und Ibiza.

Empfehlung des Tages

Shakespeare and Company

Shakespeare and Company (37 rue de la Bûcherie, 75005 Paris)

Geburtstag des Tages

Ursula Schaffer


Beitragsfoto: Schachfiguren | © Pixabay

14.2.02022 5 (1)

Beitragsbild: Schachfiguren | © Pixabay

Rien à déclarer

Manchmal muss es einfach ein schon etwas älterer Film sein, und so habe ich mir wieder einmal eine Komödie aus dem Jahr 2010 gegönnt, nämlich „Nichts zu verzollen“ von Dany Boon — reiner Zufall, dass es gerade zum Valentinstag sein musste.

Für mich ist das immer wieder ein Déjà-vu, da ich den Sachverhalt genau zu dieser Zeit, in der der Film spielt , selber miterleben durfte. Und ich kann bestätigen, dass Dany Boon diesen voll und ganz getroffen hat.

Der Film, egal ob auf Französisch oder auch auf Deutsch, ist jedem nur zu empfehlen. Benoît Poelvoorde spielt dabei den (damals) sehr typischen belgischen Zöllner Ruben Vandevoorde, der nicht nur in seiner Freizeit Grenzpfähle versetzt, sondern ein paar Jahre später 2015 als Gott im Film „Le tout nouveau Testament“ (Jaco Van Dormael) brillierte.

Aber zurück zu „Nichts zu verzollen“ — Sie müssen diesen Film einfach einmal anschauen, und ich wette, Sie werden ihn immer wieder einmal angucken wollen. Und wenn ich schon diese beiden Filme empfehle, dann muss ich gleich auch noch auf Dany Boons Film aus dem Jahr 2008 hinweisen, den Sie bestimmt kennen: „Bienvenue chez les Ch’tis“ — dieser muss allerdings auf Französisch angeguckt werden, damit er seine ganze Wirkung beim Zuschauer erzielen kann.

Markthalle

Sehr erfreulich ist, dass sich nunmehr auch die Heilbronner CDU einer sehr alten Forderung der Freien Wähler anschließt und eine Markthalle für Heilbronn fordert. Auch ich hatte bereits 2018 hier im Weblog eine Markthalle für Heilbronn angeregt — manche Mitbürger brauchen einfach immer etwas länger.

Zugegebener Maßen ist das heute in der Heilbronner Stimme (14.02.2022: 32) vorgestellte Konzept einer „eierlegenden Wollmichsau“ sehr innovativ und wenn es hilft, tatächlich eine Markthalle in Heilbronn zu realisieren, sehr begrüßenswert.

Ich bin weiterhin fest davon überzeugt, dass eine Markthalle in Heilbronn ein Erfolg würde, dazu könnte man die Konzepte bereits vorhandener und erfolgreicher Markthallen, wie z. B. in Stuttgart und Frankfurt, einfach auch nur kopieren. Manchmal ist das Altbewährte und Einfache besser und auch günstiger zu realisieren als ganz neue und zudem sehr innovative Konzepte.

Campus Founders

Vielleicht war es doch ein wenig zu früh, um überall an die Stadtgrenzen das Schild „Universitätsstadt Heilbronn“ aufzustellen, denn ab spätestens 2024 gibt es zwei weitere Superlative, die man ganz gut vermarkten könnte. So kann man das zumindest heute in der Heilbronner Stimme (14.02.2022: 31) lesen, wo nunmehr die beiden Begriffe „Wissensstadt“ und „Start-up-City“ ins Spiel gebracht werden.

Auf jeden Fall aber bekommt Heilbronn ein sehr attraktives neues Gebäude spendiert, und das ist auf jeden Fall einen Weblog-Beitrag wert.

„Was die Campus Founders in Heilbronn vorhaben, ist für Laien nicht so leicht zu verstehen. Innovation, Biotop, Mindset – immer wieder müssen Begriffe erklärt werden, die jenen, die hier tagtäglich unterwegs sind, selbstverständlich über die Lippen kommen.“

Heilbronner Stimme (14.02.2022: 31)

So verweise ich heute einfach einmal auf die Lektüre des besagten Zeitungsartikels und freue mich schon darauf, dieses Gebäude selber einmal bestaunen zu dürfen.

Aufnahme des Tages

Bodensee bei Konstanz | © Konstantin Kümmerle
Konstanz, © Konstantin Kümmerle

Geburtstag des Tages

Max Horkheimer


Beitragsfoto: Rathaus Heilbronn | © Shutterstock

29.1.02022 5 (3)

Beitragsfoto: Rathaus Heilbronn | © Shutterstock

Künstliche Intelligenz

Auch bei uns in Baden-Württemberg ist die Künstliche Intelligenz in aller Munde, dabei sprechen wir wohl aber schon lange nicht mehr von Maschinen oder Computer, die ein eigenen Bewusstsein entwickeln, sondern nur vom Vorteil, dass Maschinen grundsätzlich alleine wegen ihrer physikalischen Struktur Berechnungen gut 1 000 Mal schneller anstellen können als alle neuronalen Strukturen. Und wenn man es jetzt sogar noch schafft, dass diese Maschinen sich selber reproduzieren können, dann sind den Rechenkapazitäten wohl kaum noch Grenzen gesetzt.

Und wer weiß, vielleicht entwickeln diese Maschinen dann ganz von selbst ein eigenes Bewusstsein.

Unabhängig davon, möchte man nun Baden-Württemberg zu einer Art Silicon Valley machen, so wie dies fast alle anderen Regionen Europas ebenfalls vorhaben, und es auch die restlichen Regionen der Welt anstreben.

Da wäre es vielleicht ganz gut, wenn man zumindest in Baden-Württemberg seine Kräfte bündelt. Vielleicht wäre es sogar noch besser, wenn man dies bundesweit täte? — Auf jeden Fall stünden die Chancen dann wesentlich besser, um mit und über Steuergelder auf die zukünftige Entwicklung Einfluss nehmen zu können. Man baut ja auch nicht in jedem Dorf ein CERN oder ein ITER.

Da man künstliche Intelligenz bis auf Weiteres wohl kaum ohne natürliche Intelligenz schaffen kann, steht und fällt dieser Wettbewerb um das kommende Silicon Valley mit dem Gewinn von ausreichend menschlichen Ressourcen. Dabei böten sich Universitätsstädte mit bereits vorhandenen und in der Fachwelt renommierten Fakultäten in Physik und Mathematik sowie der Informatik besonders an; und schon dürfte es in Baden-Württemberg eng werden.

Damit man zusätzlich die bestmöglichen Lehrkräfte und bereits ausgebildetes Fachpersonal gewinnen kann, wären eine gute infrastrukturelle Anbindung — Intelligenz ist sehr mobil (Int. Flughafen) — und ein möglichst attraktives Lebensumfeld weitere Standortvorteile.

So ist es sicherlich ganz gut, wenn man zum Vorteil Baden-Württembergs zumindest die staatlich organisierten Kräfte und Ressourcen bündelt, um im Ländle ein „Intelligenz-Cluster“ zu schaffen. Diese Bündelung kann man auch dadurch erzielen, indem man unterschiedliche Orte durch Infrastruktur innerhalb von maximal 30 Minuten untereinander verbindet; das Internet zählt in diesem Falle nicht.

Alles dies berücksichtigend, muss man sich fragen, warum wir inzwischen so viele, von der Landesregierung mitgetragene, Versuche unternehmen, von denen wohl kein einziger unter den vielbeschriebenen 100 Millionen Euro Startkosten bleiben wird.

Heilbronn erhält einen „Innovationspark KI“, Heidelberg, das bereits erste Erfolge in Sachen KI erzielt hat, bekam vorab eine „KI-Garage“ und in Tübingen soll nun ein neues Ellis-Institut gegründet werden, in dem Wissenschaftler aus der ganzen Welt KI erforschen.

Stuttgart, Karlsruhe, Ulm und wahrscheinlich auch Mannheim haben bereits eigene KI-Zentren. Und ich bin fest davon überzeugt, dass in Kürze auch Künzelsau zum KI Weltmarktführer aufsteigen wird.

Sollte ich in meiner Aufzählung ein baden-württembergisches KI-Cluster vergessen haben, dann bitte ich um Verzeihung. Gerne können Sie mir den entsprechenden Hinweis „zufaxen“, denn auch ich bin in Sachen KI immer auf der Höhe der Zeit.

Reiche

Ich möchte dabei nicht über Erfahrung, Glück, Intelligenz oder andere schöne Dinge, wie Freundschaft und Güte sprechen, sondern ganz schnöde über den Mammon, das uns alle bestimmende Geld. Reichtum wird bei uns am Geldvermögen gemessen, und wir alle warten immer wieder gerne darauf, bis die nächsten Besten- oder Siegerlisten in den entsprechenden Magazinen oder Zeitungen veröffentlicht werden.

Die dortigen Schätzungen über die jeweiligen Privatvermögen lassen auch den Ärmsten für ein paar wenige Augenblicke träumen und schufen deshalb auch eine ganz neue Sparte, die nur von der Berichterstattung über Reiche oder gar Superreiche lebt.

Wirklich interessant dabei ist, wie die jeweiligen Autoren dabei feststellen, wer dieses Jahr am reichsten ist und auf welche Grundlagen sie sich dabei beziehen — kein dort genannter wird wohl den Berichterstattern seine Steuererklärungen zur Verfügung stellen.

Noch interessanter ist aber, dass es bei uns definitiv und ganz eindeutig geklärt ist, wer arm und wer reich ist — ganz ohne, dass man dazu Geld zählen muss. Bei uns sind alle „arm“, die ihre Steuern zahlen. „Weniger arm“ sind jene, die sich um das Zahlen von Steuern folgenlos drücken können.

„Reich“ ist man bei uns in Deutschland aber erst, sobald man selber entscheiden kann, was mit den eigenen Steuergeldern geschieht! — Wer das nicht kann, ist auch nicht wirklich reich, höchstens vielleicht so ein klitzekleines bisschen, aber das zählt allerdings weder in den Augen der richtigen Reichen, noch in den Augen unserer Bürokraten.

Und „Superreich“ sind nur jene, die nicht nur bestimmen, was mit ihren eigenen Steuern geschieht, sondern denen dabei auch noch Steuergelder der anderen Mitbürger in die eigene Tasche fließen.

Und wenn Sie jetzt ganz traurig darüber sind, dass Sie bei uns in Deutschland nicht zu den wirklich Reichen zählen, dann können Sie immer noch in Länder auswandern, wo man Sie richtig (ein)schätzt und deshalb auch Ihren Reichtum voll und ganz anerkennt — die entsprechenden Berichterstatter werden Ihnen sicherlich folgen.

Alle anderen können sich damit trösten, dass das letzte Hemd keine Taschen hat und, dass es die Gelegenheit, wenigstens eine eigene Gelddynastie zu schaffen, schon heute kaum noch gibt — oder funktioniert — und in der künftigen Weiterentwicklung unserer Gesellschaften völlig entfallen wird.

So bleibt allen Reichen am Ende nur eines übrig, sie müssen sich auf einen modernen Ablasshandel mit Staat und Kirche einlassen, und wenn wir das als Gesellschaft richtig organisieren, haben wir alle im Endeffekt wieder etwas davon und können uns selber ein wenig reicher fühlen.

Licht & Schatten

Heute durfte ich einen sehr erfreulichen Artikel von Thomas Zimmermann in der Heilbronner Stimme lesen. Zum einen konfrontiert er den Leser mit Fakten und zum anderen benennt er tatsächlich auch einige Probleme beim Namen. Denn eine reine Hofberichterstattung, wie sie gerade in Lokalblättern sehr oft zu finden ist, bringt weder die Leserschaft weiter, noch trägt sie in irgend einer Art und Weise zur Lösung von vorhandenen oder auch zukünftigen Problemen bei.

Deshalb empfehle jedem die Lektüre seines Artikels „Licht und Schatten in der Käthchenstadt“, der in der Erkenntnis endet, dass „die Sorgen um die Innen- und Einkaufsstadt bleiben. Schönreden hilft dabei nicht. Eine schonungslose Analyse und ein Konzept aus einem Guss sind gefragt. Statt vieler Wirtschaftsförderer in zahlreichen Ämtern, die gebetsmühlenartig erzählen, wie toll alles ist.“ (Heilbronner Stimme, 29.1.2022: 29)

So bleibt mir heute nur, an das alte Sprichwort zu erinnern: „Gefahr erkannt, Gefahr gebannt.“

Geburtstage des Tages

Anton Chekhov, Thomas Paine und W. C. Fields