Beitragsfoto: Sülmerstraße | © Shutterstock

7.7.02021 5 (1)

Beitragsfoto: Sülmerstraße | © Shutterstock

Schwimmen

Heute ein paar Runden völlig ungestört in der Neckarhalde geschwommen, danach ein entspannter Spaziergang durch die Stadt und dabei auch geguckt, wie weit sie bereits mit dem Umbau der Turmstraße sind. Jetzt noch ein bisschen Schreibarbeit und dann zum Spielabend — was möchte man mehr?

Turmstraße

Wieder einmal versprechen Lokalpolitiker, sehr pressewirksam, die Turmstraße aufzuwerten. Da ich diese Versprechen seit Jahrzehnten immer wieder mit anhören muss und weiß, dass die, die dies immer wieder versprechen, auch jene sind, die eine Modernisierung der Turmstraße seit Jahren mit verhindern, vermute ich, dass sie heute nur wieder einmal ihr Wahrnehmungsdefizit bei uns Heilbronnern ausgleichen wollten — die etwas jüngeren Mitbürger mögen ihren Versprechungen und Zusagen noch Glauben schenken.

Plumpsklo

Wie man heute in der Heilbronner Stimme lesen konnte, wurde der Neckar nun ganz offiziell als Heilbronner Plumpsklo eingeweiht. Wir können dabei froh sein, dass die Feuerwehr so schnell zur Stelle war und sich um die noch nicht so geübten Notdurftverrichter kümmern konnte.

Besser wäre allerdings, wenn man anstatt immer mehr „Trinkerhallen“ in und um Heilbronn herum aufzustellen, dafür sorgen würde, dass es auch öffentliche Toiletten sowie ausreichend Toiletten in den Kneipen und Gaststätten selbst gibt, denn alles was oben reingeht, muss unten wieder raus.

Alternativ könnte man wieder den Beruf des Abtrittanbieters in Heilbronn einführen — ggf. auch als städtische Dienstleistung anbieten — und mit neuster Technik kombinieren. Ich kann mir ganz gut vorstellen, dass fahrradbetriebene Dixi-Toiletten (gerne auch mit Elektromotor) durch die Heilbronner Fußgängerzonen und am Neckar entlang rauschen, auf Handzeichen anhalten und ihre Dienstleistung anbieten.

Ich gehe jede Wette ein, dass unsere Stadt damit keine weitere sehr kostenintensive und nur bedingt wirksame Bewerbung mehr nötig hätte und vielleicht sogar, alles in allem, damit noch Gewinn einfahren könnte.


Beitragsfoto: Allee | © Shutterstock

14.6.02021 5 (3)

Beitragsfoto: Allee | © Shutterstock

Montage

Montage können auch sehr zufriedenstellend sein, ich selbst hatte nie Probleme damit, da ich ich diese samstags oder sonntags bereits vorbereitete. Wer allerdings am Montag ganz unbedarft zur Arbeit eintrudelt, auf den können durchaus ungeahnte Ereignisse zukommen — vielleicht genau der Grund, warum Montage weniger beliebt sind.

Am schönsten sind aber jene Montage, wenn man, trotz jahrelanger Distanz, bei jemanden anruft, erkannt wird und sofort auch Unterstützung erhält — genau so ein Montag ist heute! Wenn diese Woche jetzt noch besser wird, dann ist es kaum noch auszuhalten.

Rin in die Kartoffeln

„Rin in die Kartoffeln, raus aus den Kartoffeln!“ — eine militärische Redewendung aus dem 19. Jahrhundert, die sich über mangelnde Führungsfähigkeit lustig macht, und heute bei uns ein geflügelter Begriff ist. Darüber muss man sich nicht wundern, wenn man das Krisenmanagement unserer Politik verfolgt: Masken rauf, Masken runter! — der einzige Forderungsreigen, zu dem unsere Schönwetterpolitiker in der Lage sind.

Eines aber ist sicher, angesichts der kommenden Bundestagswahl werden alle Restaurants und Hotels geöffnet werden, sowie sämtliche Urlaubsorte freigegeben, zumindest so lange bis alle Wahlwilligen ihre Stimme abgegeben haben. Und sollte sich inzwischen bei uns die indische Variante verbreiten, werden die Verwaltungen bestimmt dazu angehalten, eine kreative Listenführung sicherzustellen, und wenn das nicht ausreichen sollte, findet sich sicherlich ein Fachmann, der erklärt, dass selbst eine Sieben-Tage-Inzidenz von 150 kein Grund sei, um Kneipen zu schließen.

Sicher ist wohl auch, dass sich nach der Bundestagswahl 2021 weder in der Politik, noch bei unseren Herausforderungen etwas ändert. Herausforderungen müssen bei uns erst zu unlösbaren Problemen werden, um uns angesichts einer unabwendbaren Katastrophe klarzumachen, dass Aussitzen keine Lösung ist.

Rummikub

Rummikub ist ein weiteres Spiel, welches unsere Familie seit Jahren in den Bann zieht und dabei Rommé, ob Deutsches Rommé oder Canasta, völlig verdrängt hat. Selbst Binokel, welches bei uns familienübergreifend gespielt wurde, spielt heute keine Rolle mehr. Das kann aber auch daran liegen, dass sich nicht nur die Welt ändert, sondern neue Generationen einfach andere Spiele bevorzugen.

So ist es dann doch erstaunlich, wie lange sich weltweit bereits das Schachspielen halten kann. Zwar habe ich mich inzwischen daran gewöhnt, ständig gegen einen Computer zu verlieren, meine bessere Hälfte aber in all den Jahrzehnten nicht, als zweiter Sieger das Brett zu verlassen — so werden auch heute Abend die „Gefechte“ mit Rummikub ausgetragen.


Bäume

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Beitragsbild: Bäume | © Pixabay

Kartenspiel

Seit ein paar Jahren spielen wir in der Familie das Kartenspiel Play Nine, welches nicht nur das Golfspielen gut nachahmt, sondern zudem sehr kurzweilig ist und, wie Golf auch, Demut lehrt. Einfach abends das Buch aus der Hand legen, und den Abend in guter Gesellschaft gemütlich ausklingen lassen.

High Heels

Um mich etwas von den Verirrungen Heilbronner Lokalpolitik zu entspannen, vertiefe ich mich besser in Ulrike Guérots Essay „Was ist die Nation?“ und frage mich lieber, was High Heels damit zu tun haben. Wobei ich auch einmal gelesen habe, dass diese Mode ursprünglich von Männern stammt, die damit ihr eigenes aggressives Verhalten weiter unterstützen wollten. Bevor ich mich jetzt aber immer mehr in Details verliere, greife ich lieber wieder zum Essay, das man locker an einem Stück verdauen kann.

Paula-Fuchs-Allee

Manche Heilbronner erinnern sich noch an die Versprechungen der Stadtverwaltung und der Gemeinderatsfraktionen, die Heilbronner Innenstadt wieder vom Durchgangsverkehr entlasten zu wollen.

Deshalb wurde auch das neue „innerstädtische“ Stadtviertel für Besserverdienende namens Neckarbogen zum einen mit einer neuen Peter-Bruckmann-Brücke, der Paula-Fuchs-Allee und zum anderen mit der Möglichkeit einer neuen Kranenstraße geplant.

Jetzt, wo das Ganze sich nicht nur zu einer gute Lage, sondern auch zu einem Investitionsobjekt für Gemeinderäte entwickelt, möchte man so wenig wie möglich Durchgangsverkehr in diesem Stadtteil haben.

Die neue Kranenstraße wurde sehr schnell ad acta gelegt, jetzt soll auch die Paula-Fuchs-Allee zur Sackgasse reduziert und die Brückenparkplätze den Bürgern als Innovation verkauft werden.

Dabei ist es überhaupt keine gute Idee, einen neuen Stadtteil nur mit einer Straße anzubinden, denn dieses Viertel wird ebenfalls öffentlichen Nahverkehr, Versorgungs- wie auch Entsorgungsverkehr, Rettungs- und Transportfahrzeuge benötigen, ganz zu schweigen von den Anwohner- und Besucherfahrzeugen, sowie den Wildparkern, die in allen stadtnahen Vierteln beständig für Ärger sorgen.

Schon im Normalbetrieb wird diese Sackgassenlösung nicht nur im Neckarbogen selbst, sondern vor allem auch für die nördliche Innenstadt zu einer weitere Mehrbelastung, und im Falle, dass sich im Umfeld des Europaplatzes oder gar der Peter-Bruckmann-Brücke Unvorhergesehenes ereignet, zu einer sehr kritischen Situation für die dortigen „Inselbewohner“ führen.

Und wenn sich jetzt nicht zumindest die Bewohner der Gerberstraße für dumm verkauft vorkommen, dann weiß ich auch nicht mehr weiter! Zumindest aber sollte die Stadt darüber nachdenken, ob es nicht besser wäre die Paula-Fuchs-Allee in Susanne-Bay-Sackgasse umzubenennen.