Konzert

Musikvideo der Woche 4.7 (6)

Beitragsfoto: Konzert | © Bild von Pexels auf Pixabay

The Doors waren schon mehr als einmal Thema hier im Blog und „The End“ (1967) habe ich ebenfalls schon einmal hier verlinkt. Aus gegebenem Anlass, nämlich dem Korrigieren von Seminararbeiten, hat es dieser Song nun zum Musikvideo der Woche geschafft. Detlef Stern hatte mich bereits vor ein paar Jahren davon überzeugt, dass das Korrigieren mit passender Musik einfach besser vonstatten geht.

„The End“ befindet sich auf der ersten LP „The Doors“ der Gruppe, zusammen mit u. a. „Light My Fire“ oder „Back Door Man“ (Cover eines Howlin’ Wolf Lieds aus 1960) .

https://youtu.be/mbj1RFaoyLk?si=ScPDY-oIAcF6SGWN

Die Gruppe um Jim Morrison hatte sich bereits 1965 am Strand von Venice Beach gegründet. 1973 war auch schon wieder Schluss, was sicherlich mit dem Tod ihres Mitgründers und Sängers zu tun hat. Neben Morrison bestand die Gruppe aus Ray Manzarek, Robby Krieger und John Densmore.

Erwähnenswert auch noch das sechste Album „L. A. Woman“ (1971) u. a. mit den beiden Songs „L. A. Woman“ und „Riders on the Storm“. Nach dem Einspielen dieser Platte begab sich Jim Morrison nach Paris, wo er kurz darauf verstarb.

https://youtu.be/TMiAQPABgHA?si=UjI8FjCqpHOjV04x

Während ich „The Doors“ hoch und runter höre, befülle ich eine Excel-Tabelle mit den ersten Ergebnissen der ausgewerteten Seminararbeiten und Präsentationen.

„People talk about how great love is, but that’s all bullshit. Love hurts. Feelings are disturbing. People are taught that pain is evil and dangerous. How can they deal with love if they’re afraid to feel? …
It’s strange that people fear death, the pain is over. Yeah, I guess it is a friend.“

 Jim Morrison, Ten Years Gone (1981)

Kino

Hoffmanns Erzählungen 5 (5)

Beitragsfoto: Kino

Das Kino war schon immer ein guter Ort, um dem Alltag zu entfliehen. Und wenn man dabei eher für sich alleine sein möchte, guckt man sich künstlerisch etwas wertvollere Filme an — zumindest in Heilbronn klappt das ganz gut.

Der gestrige Anlass war der Start der diesjährigen „The Met: Live in HD“ Saison, was inzwischen zu einem regelrechten Familienereignis wurde. Kontinenteübergreifend sitzt man in einem Kino und manche dabei vielleicht sogar in der Metropolitan Opera selbst und schaut annähernd zeitgleich dasselbe Stück. Und nach der Oper endet für manche dann der Tag während wiederum andere erst in denselben starten; schöner kann die Welt kaum beieinandersitzen!

Als Start in die diesjährige Saison haben die Verantwortlichen die „Les Contes D’Hoffman“ gewählt, eine Oper von Jacques Offenbach. Die von Offenbach 1851 erstmals in Paris aufgeführte Oper basiert auf verschiedenen Erzählungen E. T. A. Hoffmanns, wobei ich es für die Oper als wichtig erachte, dass Hoffmann für seine „Gespenstergeschichten“ berühmt wurde.

„Les Contes D’Hoffman“ zählt fast zu den großen Opern, so äußerte sich gestern Marco Armiliato, der Dirigent dieser Aufführung. Übrigens, diese Aufführung war sein 500. Stück, das er an der Met dirigiert hat; damit dürfte seine Meinung durchaus Gewicht haben. Mich hätte es dabei sehr interessiert, ob es auch seine Lieblingsfassung der Oper gewesen ist und wie viel er bei dieser Zusammenstellung zu sagen hatte. Dass die Oper tatsächlich mit zu den berühmteren gehört, wird dadurch unterstrichen, dass selbst ich zwei oder drei Arien mitsummen konnte. Zumindest aber zählt diese Oper unter die dreißig am häufigsten aufgeführten, was durchaus Rückschlüsse auf deren Beliebtheit beim Publikum zulässt.

Da es von der Oper unterschiedliche Bearbeitungen und Fassungen gibt, versprach ich mir von der Met-Aufführung entweder eine bearbeitete Urfassung zu erleben oder mit einer von der Fachwelt als mustergültig akzeptierten Bearbeitung konfrontiert zu werden. Leider weiß ich bis dato noch nicht, welche ich gestern gesehen habe; auch bei den Erklärungen, die die Met Live in HD-Aufführungen begleiten, wurde ich nicht fündig.

Und so versuche ich mich an einer eigenen Rezension. Hauptunterschied bei den Aufführungen dürfte die Frage sein, ob sie in drei Akten, dann aber mit Prolog und Epilog oder in fünf Akten aufgeführt wird. Die Met hat sich für ersteres entschieden. Dann die Frage in welcher Reihenfolge die drei Lieben Hoffmanns auftreten, hier entschied man sich zwar für den Mainstream, wählte aber für jede der drei Lieben eine eigene Sängerin: Erin Morely gab die Olympia — für mich die beste Sängerin des Abends. Pretty Yende spielte die Antonia und ganz folgerichtig auch noch die Stella. Clémentine Margaine gab die Giuletta und dürfte zumindest meines Erachtens die schlechteste dieser drei Sängerinnen gewesen sein. Da wohl heutzutage eine einzige Sängerin mit diesen drei Rollen zu stark beansprucht würde, hatte ich volles Verständnis für dieses Arrangement; hatte insgeheim aber gehofft, dass die Met Pretty Yende auch als Antonias Mutter auftreten lässt — was die Techniker sicherlich hinbekommen hätten.

Wiederum ganz selbstverständlich spielte Christian Van Horn alle vier Bösewichte, was er sehr gut kann und gemäß der eigenen Aussage auch liebend gerne gibt. Ich durfte Christian Van Horn bereits 2022 in Lucia di Lammermoor erleben und höre ihn seither sehr gerne. Auch dieses Mal hat er nicht enttäuscht.

Der eigentliche Bösewicht des Stücks ist aber Hoffmanns Muse, die ihm auch als sein Freund Nicklausse ganz übel mitspielt. Diese Rolle wurde wohl rein zufällig mit einer russischen Sängerin Vasilisa Berzhanskaya besetzt — die Anna Netrebko ist derzeit bekanntlich als Truppenbetreuerin unterwegs. Gesanglich war Vasilisa Berzhanskaya aber eine Freude, auch wenn sie mir mein Lieblingslied des Stücks, welches sie zusammen mit Clémentine Margaine sang, voll und ganz verdarb.

Benjamin Bernheim, welcher den E. T. A. Hoffmann gab, dürfte neben Erin Morely der beste Sänger des Abends gewesen sein.

Zum Schluss des Stücks brachte Barlett Sher, die die Oper inszenierte, den Chor nochmals in den Vordergrund, was zwar für das Publikum ein sehr guter Schluss ist aber E. T. A. Hoffmann nicht gerecht werden dürfte; mir war der Schluss des Stücks einfach zu gefällig.

Das Bühnenbild von Michael Yeargan gefiel mir ganz gut und die Kostüme von Catherine Zuber waren eine richtige Augenweide.

Da es vor ein paar Jahren Aufführungen der Oper gab, die als zu frivol angesehen wurden, was passieren kann, wenn eine Kurtisane (Giuletta) im dritten Akt mit im Spiel ist, sorgte Barlett Sher nicht nur dafür, dass sich auch Baletttänzer mit an den gezeigten gymnastischen Übungen beteiligten, sondern auch der eine oder andere Slapstick mit eingebaut wurde. Einer davon entstammt Disneyland in Anaheim. Hier hat Sher eine sehr bekannte Szene aus der Themenfahrt „Pirates of the Caribbean“ mit eingebaut — für solche kleine Spielereien liebe ich die Metropolitan Opera einfach!

Im zweiten Akt zeigte Barlett Sher, dass sie wie ich ein Fan von „Chitty Chitty Bang Bang“ ist, einer musikalischen Komödie, die Ken Hughes bereits 1968 inszenierte und noch heute immer wieder einmal im Fernsehen läuft; übrigens das gleichnamige Buch wurde von Ian Fleming geschrieben.

Barlett Shers Olympia ist eine Kopie der ins dortige Schloss eingedrungenen Truly Scrumptious, die im Film von Sally Ann Howes gespielt wird. Auf alle Fälle aber war Erin Morely, die die Olympia gab, sehr hörenswert, und ich musste erneut bedauern, dass ich ihren Höhenflügen einfach nicht mehr folgen konnte — was für eine Stimme!

„Belle nuit, ô nuit d’amour,
‘Souris à nos ivresses,
Nuit plus douce que le jour,
Ô belle nuit d’amour!“

Jules Barbier, Auszug aus der „Barcarolle“

Baum

13.8.02024 5 (3)

Beitragsfoto: Baum | © Pixabay

Wahlkampf

So langsam nimmt der US-Wahlkampf an Fahrt auf, und dank der Unterstützung meiner Tante aus Kalifornien habe auch ich bald eine Harris-Walz-Wahlkampf-Basecap. Als ich eine solche Tarnkappe im Internet erwerben wollte, waren sämtliche Mützen ausverkauft; der erste Bestand von 3 000 Kappen war innerhalb von 30 Minuten weg.

Dabei ist Tim Walz erst seit dem 6. August 2024 von Kamala Harris zu ihrem Kandidaten für das Vizepräsidentenamt benannt worden. Erfreulich auch die Tatsache, dass sich immer mehr US-Republikaner mit den beiden US-Demokraten anfreunden können — was sowohl für die beiden Demokraten als auch für diese Republikaner spricht.

Medaillen

Für unsere Verhältnisse haben wir uns bei den Olympischen Spielen in Paris recht ordentlich geschlagen. Und manche Athleten hatten dabei sogar noch wirklich Pech. Wir könnten schon alleine damit zufrieden sein, dass wir überhaupt so viele Sportler nach Paris entsenden durften.

Nun schreit halb Deutschland wieder unisono nach noch mehr Steuergeld; dieses Mal für den Profisport — dabei haben wir aktuell ganz andere und auch wirklich wichtigere Probleme!

Aber wenn wir tatsächlich den Spitzensport fördern wollen, dann sollten wir uns erst einmal Gedanken darüber machen, woher die Spitzensportler eigentlich kommen — ich meine dabei nicht, dass wir diese weltweit zusammenkaufen. Wer wie in Heilbronn Schulsportplätze schließt und die restlichen Sportanlagen verkommen lässt, der braucht sich nicht darüber wundern, dass es kaum mehr geeigneten Nachwuchs gibt.

Und wer anstatt Spitzensportler zu fördern, das Geld lieber für Funktionäre und Politikerbesuche zu den Spielen ausgibt, der sollte sich einmal über die eigenen Schwerpunkte Gedanken machen. Dies gilt auch für die vielen Sponsoren, die wirklich alles finanzieren.

Wenn man das Ganze ein wenig mehr ordnet oder gar koordiniert, wofür wir sogar eigene Ministerien haben, dann könnte man vielleicht schon 2028 in Los Angeles ein noch etwas besseres Ergebnis erzielen.

Bäume

Rechtzeitig zur Bewerbung Heilbronns als grüne Hauptstadt Europas (Umwelthauptstadt oder gerne auch Green Capital) wird wieder einmal die Anzahl der Stadtbäume bekanntgegeben. Dieses Mal sollen es ca. 48 000 Bäume sein. In manchen Städten sind die Bäume nummeriert und katalogisiert, in anderen wertet man Luft- und Straßenbildaufnahmen aus, um die Anzahl der Bäume zu bestimmen. Wie die rund 20 für unsere Bäume zuständigen städtischen Mitarbeiter die Bäume zählen, konnte ich bisher leider nicht in Erfahrung bringen.

Laut Grünflächenamt stehen aktuell in der Kernstadt 8 400 Bäume und im äußeren Rand weitere 12 000 Bäume. Böckingen hat 7 800 Bäume, Neckargartach 6 900 Bäume, Sontheim 5 300 Bäume, Biberach 2 200 Bäume, Horkheim 1 700 Bäume, Frankenbach 1 500, Kirchhausen 1 200 Bäume und Klingenberg 1 000 Bäume.

Interessant auch, dass gem. Grünflächenamt jährlich in der Stadt 200 bis 300 Bäume gefällt werden, selbstverständlich ohne all die Stadtwaldbäume, denn diese werden weiterhin gewinnbringend bewirtschaftet. Aber man sei bestrebt, die gefällten Bäume wieder zu ersetzen.

Wenn es nach den Grünen geht, werden die Bäume zugunsten der Radwege weiter minimiert und für die FDP sollen sie eher neuen Parkplätzen weichen. Einig sind sich aber alle Fraktionen darin, dass unsere Bäume für Wohnhäuser, Bars und neuerdings auch für Schulen geopfert werden.

„Lebe mit den Menschen so, als ob es ein Gott sähe, sprich mit Gott so, als ob es Menschen hörten.“

Seneca, 1. Buch, 11. Brief (2018: 63)