Can Erol

Integration 5 (6)

Beitragsfoto: Can Erol & The Gentlemen

Als Kind wuchs ich in einem Viertel — dem echten Heilbronn, der Rest drum herum ist nur Tand — auf, das neben uns Deutschen und auch „Rucksackdeutschen“ schon damals eher aus Italienern, Türken, Ungarn, Jugoslawen, staatenlosen Russen und vielen anderen Landsmannschaften mehr bestand. Hinzu kam, dass Teile meiner eigenen Familie jüngst in die USA ausgewandert oder auch schon etwas länger US-Amerikaner waren. Mitteleuropa, das sich ganz gut mit dem deutschsprachigen Raum deckt, war eigentlich schon immer ein Schmelztiegel — der eigentliche Grund für die Erfolgsgeschichte unseres „Kontinents“.

Das offensichtliche Problem dabei ist, dass dieser Schmelztiegel langsamer arbeitet als es für die meisten von uns erkennbar oder gar selber erlebbar ist.

Seit weit über 30 Jahren ist Integration eines meiner Schwerpunktthemen, vor fast 40 Jahren war sie sogar Thema meiner Diplomarbeit. Und so hatte ich bereits vor 21 Jahren hier im Blog das erste Mal über Integration geschrieben — ganz offensichtlich noch im Glauben, selber etwas dazu beitragen zu können.

Heute muss ich attestieren, dass man vielleicht noch diesen Schmelztiegel erkennen, dessen Wirken selber aber nie feststellen werden kann. Unsere eigene Zeit verfliegt viel zu schnell und die Welt um uns herum dreht sich langsamer als es wir uns vorstellen können! Was ist da schon eine, ach was, was sind da schon vier Menschengenerationen!

Für jene, die wie ich noch einen anderen Schmelztiegel mit erleben durften, nämlich den US-amerikanischen („The American Dream“), ist diese europäische bzw. deutsche Langsamkeit zumindest erschreckend, manchmal gar verstörend, dann aber muss man zugeben, dass unser Schmelztiegel seit weit über 1 000 Jahren gar nicht schlecht funktioniert, während der US-amerikanische gerade einmal 250 Jahre auf dem Buckel hat.

Auch gut 60 Jahre später werden sich die meisten meiner damaligen Spielgefährten kaum als Deutsche sehen, selbst jene nicht, die bei uns als Unternehmer Karriere machten; eine Ausnahme dürften die Berufspolitiker darstellen, denn die sind bei Bedarf alles, was sie gerade sein müssen — ich hätte hier wie jeder andere Heilbronner und Baden-Württemberger auch gleich zwei prominente Beispiele zu Hand.

Vor 30 Jahren durften meine bessere Hälfte und ich im Zuge des Treffpunkts Europas die Geburt eines neuen Heilbronner Vereins miterleben. Dessen Name war anfangs etwas sperrig, was dazu führte, dass wir diesen Verein heute als Türkischen Frauenverein Heilbronn kennen.

Gestern waren wir zu dessen 30-Jahr Feier eingeladen und verbrachten zusammen mit alten Bekannten einen wunderbaren Abend. Sehr bewundernswert was dieser Verein mit ca. 200 Mitgliedern in den letzten 30 Jahren so alles auf die Beine gestellt hat! Ich kenne kaum einen anderen Verein, der so viel erreichen konnte — Chapeau!

Als Heilbronner steht für mich allerdings das Engagement für unsere Stadt und seine Bürger im Vordergrund. Unvergessen dabei, wie sich dieser Verein beim Treffpunkt Europa oder beim Familienfest auf dem Gaffenberg einbrachte. Lobenswert auch dessen Engagement bei der EUROPA-UNION und ganz besonders die Initiativen zugunsten von meseno.

Gehofft hatte ich allerdings eher auf die Bildungs- und Integrationsarbeit des Vereins, jene Arbeit, die es den Vereinsmitgliedern erleichtert und ermöglicht, voll und ganz in unserer Gesellschaft anzukommen. Die gestrige Feier war erneut der Beweis dafür, dass solch ein Ankommen auch innerhalb von vier Generationen kaum möglich ist — wobei ich mir ziemlich sicher bin, dass dies unabhängig von der ursprünglichen Landsmannschaft ist, auch wenn die eine oder andere Landsmannschaft etwas schneller sein dürfte.

Ich gehe diesbezüglich weiterhin davon aus, dass die eigene Integrationsgeschwindigkeit erstens mit dem ursprünglichen Bildungsstand der jeweiligen Familien zusammenhängt und zweitens mit der jeweiligen Schmelztiegelgeschwindigkeit.

Wobei ich nicht mehr daran glaube, dass eine spezielle Willkommenskultur Auswirkungen auf die Geschwindigkeit des jeweiligen Schmelztiegels hat, denn diese Geschwindigkeit dürfte kaum von Menschen oder Menschengruppen beeinflussbar sein. Dessen Geschwindigkeit dürfte sich aus der Geschichte heraus entwickeln und viel zu vielen Bedingungen und Kriterien unterliegen, um sie überhaupt beeinflussen zu können.

Früher™ glaubte ich noch an eine Europäische Idee, ähnlich wie beim American Dream, die entscheidend dafür ist, wie schnell sich Menschen in die Gesellschaft integrieren (lassen).

Inzwischen gehe ich davon aus, dass dies eher etwas mit dem menschlichen Vergessen zu tun hat. Irgendwann leben alle Menschen zusammen, weil es eigentlich schon immer so war — idealtypisch friedlich. Und sie haben dabei dann auch längst eine Sprache gefunden mit der sie sich untereinander unterhalten können.

Vielleicht ist es doch gar nicht so schlecht, dass wir Menschen unsere eigene Geschichte immer wieder vergessen, vor allem dann, wenn wir aus unserer Geschichte nichts lernen wollen oder können!

Und so wird auch in Zukunft Integration nur eine Momentaufnahme sein über deren Aussagekraft man sich zwar trefflich streiten kann, die aber für uns Menschen selbst keine hat.


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Schnappschuss

20.4.02026 5 (6)

Beitragsfoto: Schnappschuss

Bulgarien

Ein Land das ich selber nur aus dem Erich von Manstein-Buch „Verlorene Siege“ her kenne. Auch wenn ich schon einmal einen Botschafter aus Bulgarien bei einer Veranstaltung begrüßen durfte, hat es mir dieses Land auch nicht viel näher gebracht. Nun haben die Bulgarien gewählt, wieder einmal. Und so dürfte nun ein Ex-Politiker ein Ex-Ex-Politiker sein, was das auch immer für diese Land bedeuten mag.

Man kann es vielleicht sogar positiv sehen, dass Rumen Radev General ist. Dann aber muss man zur Kenntnis nehmen, dass er aus der Sowjetzeit stammt und wie diese Generale denken und agieren, sehen wir aktuell in der Ukraine ganz gut.

Ob das mit Bulgarien jemals etwas werden wird, darf durchaus bezweifelt werden. Selbst die Europäische Union hat sich nun schon ein paar Jahrzehnte daran die Zähne ausgebissen. Auf alle Fälle aber werden die Bulgaren immer weniger und so löst sich auch dieses Problem demnächst rein biologisch.

Vermischtes

Gestern noch ganz spontan eine Runde Siedler von Catan gespielt; da ich gewonnen habe, war der Einstieg in diese Woche etwas weniger unangenehm. Wann für mich die Montage beginnen, darüber habe ich hier im Blog schon öfters geschrieben. Meinen Sieg feierte ich damit, dass ich mir nochmals „Secuestro a domicilio“ (2009) anschaute — ich fand sogar noch weitere Dinge, über die ich mich im Film köstlich amüsieren konnte. Auch Andreas Lochner hat den Film inzwischen angeschaut.

Heute morgen eine Runde mit dem meseno-Bus, wobei dieser von mir wieder halbleer zurückgegeben wurde — ist einfach nicht meine Woche. Positiv betrachtet, ich musste weniger schleppen. Realistisch betrachtet, werden wir die Kosten für die heutige Tankfüllung nicht hereinfahren können. Nun bin ich einmal gespannt darauf, ob mir künftig die nette Dame an der Tanke eine Schachtel Pralinen überreicht oder ob es andere Benefits für Premiumkunden gibt — ein bloßes Lächeln ist da viel zu wenig und könnte durchaus als Grinsen missverstanden werden.

Die schlaueren Bundesbürger oder auch jene mit einem dickeren Geldbeutel sehen auch hierbei wieder das Ganze etwas entspannter. Diese fahren nämlich schon länger staatlich subventionierte E-Autos, die sie mit staatlich subventionierten Solarpanelen betreiben. Jetzt schon kann man es absehen, dass sobald die Macht des Faktischen hemmungslos zuschlägt und alle Autofahrer E-Autos fahren und alle Hausbesitzer auf Wärmepumpen umsteigen müssen, es keine staatlichen Subventionen mehr geben wird.

Ungefähr seit Anfang der 1980er-Jahre haben wir das Transfersystem so umgestellt, dass dieses schwerpunktmäßig den schlauen oder reichen Bundesbürgern dient und sind damit wieder in die guten alten Zeiten zurückgekehrt, die wir eigentlich nicht mehr wollten. „Back to the Future“ oder vorwärts in die Vergangenheit haben schon länger die Politik der „Rin in de Kartüffeln, rut ut de Kartüffeln abgelöst“.

Man könnte auch unumgängliche Veränderungen erkennen und konstruktiv begleiten, dazu müsste man aber das eigene Hirn benutzen.

Ok, jetzt joggen sogar Roboter schneller als wir Menschen! „Mein Roboter joggt schneller als deiner“ wird wohl in Kürze „Meine KI schreibt längere Blog-Beiträge als deine“ ersetzen. — wir Menschen ändern uns wohl nie und dürften damit demnächst völlig obsolet sein. Dazu passt es ganz gut, dass die Sache mit dem Sex und der Reproduktion langsam aber sicher in den Hintergrund tritt — aufs Mobiltelefon starren ist da viel zeitgemäßer.

„Hast Du jetzt eigentlich eine feste Freundin?“

„Nein, immer noch die Schwabbelige.“

Gleich morgen gibt es erst ein Nichtkäffchen mit Detlef Stern und danach geht es in die Vorlesung. Nun bin ich gespannt darauf, ob mich die Studenten diese Woche ein wenig aufheitern können.

Nachtrag

1991 äußerte sich Helmut Schmidt über die Zukunft Europas und der Welt. Zeit, um sich seine Aussagen nochmals auf der Zunge zergehen zu lassen.

Oops Upside Your Head

Heute muss es einfach ein Hit aus 1979 sein. Wer kennt eigentlich noch The Gap Band? Diese Woche wird schwierig werden und dies sogar mit vorheriger Ankündigung — plötzliche Katastrophen gefallen mir eindeutig weit besser! Jene, die sich über Monate vielleicht sogar über Jahre hinweg an einen heranschleichen ohne dass man dabei wirklich und auch nur ein klein wenig ändern kann, sind zumindest für mich das Unangenehmste, was es so geben kann. Da reichen die Beatles nicht (kleiner Insider). Und so müssen nun stärkere Geschütze ran.

Ursprünglich hieß der Song noch „I Don’t Believe You Want to Get Up and Dance (Oops!)“ und ist auf der Platte „The Gap Band II“ (1979) zu finden.

Noch passender dazu The Sequence mit „Funk You Up“ (1979)! Die New York Times macht heute damit auf, dass Gwendolyn Chisolm verstorben ist, mit einem Song, den ich schon damals als „Fuck You Up“ wohl völlig missverstand.

Auf alle Fälle bin ich froh darüber, dass ich ausreichend „Munition“ habe, um auch die unangenehmsten Zeiten mit passender Musik begleiten zu können.


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Wald

30.3.02026 5 (5)

Beitragsfoto: Wald | © Joe from Pixabay

Vermischtes

Habe mich heute über das Feedback eines Lesers gefreut, der ebenfalls in seiner Jugend experimentierte. Dann gab es eine Regenfahrt mit dem meseno-Bus. Der Bus war voll und so kann nun auch Ostern für jene Familien kommen, die weniger erfolgreich sind — und dies, ob sie mit Ostern etwas anzufangen wissen oder auch nicht.

Bis zum 12. April 2026 möchte ich so gerne die Luft anhalten, nur um nicht vielleicht doch durch eine Art Schmetterlingseffekt den Wahlsieg von Peter Magyar zu gefährden. Für Europa und Ungarn wäre dieser Wahlsieg sehr wichtig und mehr als nötig! Leider aber, ähnlich wie in der Türkei, bauen deren Despoten gerne auf ihre im Ausland lebenden Mitbürger. Und so könnte es durchaus geschehen, dass die Ungarn in Ungarn endlich den kriminellen Victor Orban mit seinem Clan in die Wüste schicken wollen, ihre vermeintlichen Landsleute in Deutschland aber dafür sorgen, dass er weitere 16 Jahre im Amt bleiben kann.

Was heutzutage die Worte von Titus Maccius Plautus „Homo homini lupus“ widerlegen dürfte, denn der ging davon aus, dass Menschen zu Menschen werden, sobald sie sich kennen. Heute wissen wir es besser, sobald sie sich etwas besser kennen, werden sie regelrecht zu Hyänen.

Ergo überhaupt nicht wie bei Thomas Hobbes in seinem Buch „Vom Bürger“.

„Es besteht kein Zweifel, dass beide Formeln wahr sind: der Mensch ist dem Menschen ein Gott und der Mensch ist dem Menschen ein Wolf. Die erste, wenn wir die Bürger untereinander vergleichen, die zweite, wenn wir die Staaten untereinander vergleichen. Hier erreicht der Mensch durch Gerechtigkeit und Nächstenliebe, die Tugenden des Friedens sind, Gott ähnlich zu werden. Hier müssen selbst die guten Menschen wegen der Verderbtheit der Bösen, wenn sie sich schützen wollen, auf die kriegerischen Tugenden Kraft und List zurückgreifen, d. h. auf die Raubgier der Tiere.“

Thomas Hobbes, De Cive (1642)

Wir Menschen haben die Kriege schon lange obsolet gemacht, wir schlachten uns auch so gegenseitig ab. Wir benötigen sie vielleicht nur noch dann, wenn wir unser tatsächliches „Menschsein“ wieder einmal zu entschuldigen glauben müssen. Christentum und Humanismus sind schon länger passé, wir haben jetzt KI!

Wobei Daniel Kokotajlo sehr medienwirksam erklärt, dass uns die KI dereinst ebenfalls vernichten wird (13.7.2025). Kalter Kaffee in neuen Tassen! Der KI-Apfel fällt vom Menschenbaum.

Wale

Inzwischen fahren immer mehr unserer Zeitgenossen mit Kreuzfahrtschiffen in die Arktis oder gar Antarktis, um dort Walen beim Sterben zuzuschauen. Das ist aktuell richtig der Renner und jeder spekuliert wohl darauf, dass er der letzte sein wird, der den letzten Wal seiner Art beim Verenden ablichten kann. Wir Menschen ändern uns wohl nie, vor ein paar Jahrhunderten haben wir das bei uns schon getan, nämlich als wir unsere eigenen Wildtiere ausrotteten.

Inzwischen sind wir so weit, dass wir manche für sehr teures Geld bei und wieder auswildern, einzig und alleine nur, damit systemrelevante Bürger diese wieder ausrotten dürfen. Was nur folgerichtig ist, denn ab einem bestimmten Alter fällt es uns immer schwerer, nach Afrika oder Australien zu fliegen, um dort ein paar Elefanten, Nashörner oder sonstiges Getier zu erlegen. Da muss nun der Staat ran und dafür sorgen, dass man wilde Tiere gleich vor dem Wochenendhaus zum Abschuss geliefert bekommt.

So ist es nun ganz gut, dass wir Normalbürger nun wenigstens in der Ostsee einem Wal beim Ableben zugucken dürfen. Wer noch nicht dort war, der kann in sein Auto steigen und ist mit der Familie in gut sechs Stunden vor Ort. Auf der Fahrt Radio einschalten und man weiß genau auf welcher Sandbank er aktuell zu finden ist.

Vor ein paar Jahren noch war ich als völliger Laie selbst versucht, gestrandete Muscheln zurück ins Meer zu verfrachten — ein hoffnungsloses Unterfangen! Was unsere Profis nun in der Ostsee abziehen, zumindest sehr makaber; selbst dann, wenn sie das Medieninteresse dazu nutzen wollen, um für ihr Anliegen zu werben.

Wale werden auch bei uns verstärkt von Schiffen, die nach Rohstoffen oder Fischschwärmen suchen, regelrecht aus dem Wasser getrieben. Leider kommen dazu auch noch Militärfahrzeuge mit hinzu. Die tatsächliche Gefahr geht allerdings von der Fischerei und dem Kreuzfahrtwesen aus, die selbst noch die letzten Rückzugsorte dieser Tiere zerstören.

Wollte man Wale retten, dann müsste man dieses Unwesen stark reduzieren und zudem regulieren. Dazu müssten wir noch überdenken, was die Weltwirtschaft tatsächlich mit Schiffen über die Ozeane transportieren muss und ob es wirklich eine gute Sache ist, nun auch noch die Tiefsee und die Pole voll und ganz auszubeuten?

Wahrscheinlich aber sind jene Menschen, die stolz darauf sind, dass sie eigenhändig Tiere ausrotten und die Natur unwiederbringlich zerstören einfach nur die ehrlicheren Zeitgenossen.

Wochenende

Heute erst einmal eine große Runde Ablästern, das muss jetzt einfach sein, alleine für das eigene Seelenheil. Wir hatten Jugend zu Besuch, gut ausgebildet, voll im Berufsleben stehend und zudem mit Großstadterfahrung. Angelockt von meinen malerischen Erzählungen über das Heilbronner Kneipenleben, welche allerdings noch in jene Zeit fallen, wo wir Heilbronner noch bemüht waren, nicht nur auf dem Papier Großstadt zu werden und zudem noch weit internationaler aufgestellt waren als wir es heute sind, wollten sie — irgendwann auch einmal unter sich sein — eine Kneipentour machen.

Zuerst das Positive. Das mit den Taxen funktioniert in Heilbronn auch wenn der öffentliche Nahverkehr längst im Tiefschlaf liegt. Leider haben sie auf ihrer Tour keine Kneipen gefunden, die so richtig großstädtischen Charme versprühen, auf alle Fälle aber eine, wo sie bis zum Schluss bleiben konnten. Jene Zeiten wo man dann noch in den Europäischen Hof ging oder gar beim Italiener Pizza und Tintenfischringe zum Frühstück hatte, dürfte es bei uns nur noch in Erzählungen geben.

Dafür aber kam allerorten ein Hafen- und Bahnhofsviertelgefühl auf, was durch die unzähligen Raucherkneipen nur noch verstärkt wurde. Die Frage, warum dies in Heilbronn so auffällig sei, wohl noch auffälliger als der Pressewirbel um Döner-City, konnte ich leider nicht beantworten.

Wenn ich mich in meiner direkten Nachbarschaft umschaue, tatsächlich alles Raucherkneipen. Eine fiel mir nun ganz besonders auf, denn dort haben laut der Piktogramme Hunde und schwangere Frauen keinen Zutritt. ich finds sogar lustig, auch wenn ich der festen Überzeugung bin, dass sich manche Zeitgenossen einfach nicht vermehren sollten!

Und wenn ich schon einmal beim Lästern bin, für Genusstrinker ist Heilbronn wirklich das falsche Pflaster. Schön wäre es, wenn man seine Weine, Biere und andere Spirituosen einfach mitbringen, besser noch, wenn man den Barkeepern beim Mixen kleine Hilfestellungen geben dürfte — manche vergessen schon einmal den Hauptbestandteil des Cocktails zumindest in merkbarer Menge mit hineinzugeben.

Nichts gegen ein Hafen- und Bahnhofsviertelgefühl, denn das hat auch seinen ganz eigenen Charme, vorausgesetzt allerdings, es gibt einen entsprechenden Hafen, Bahnhof oder zumindest ein kleines Busbahnhöfchen in der Nähe. Ansonsten ist es wie eine Universitätsstadt ohne Universität.

Nachtrag

Gerne verlinke ich auf einen Artikel von Kevin Recher im Standard (30.3.2026), der erklärt, warum Martinis gerührt und nicht geschüttelt gehören.

Rain

Ganz passend heute ein Uraltsong von Uriah Heep. Ken Hensley schrieb das Lied. David Byron übernahm den Gesang. Der Song befindet sich auf der Platte „The Magician’s Birthday“ (1972).


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