Altes Auto

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Beitragsfoto: altes Auto | © Dariusz Sankowski auf Pixabay

Verluste

Ich rede hier nicht über 30-Jährige, die nachdem sie ihre völlige fachliche wie menschliche Inkompetenz bewiesen haben und zudem dem Staatsanwalt irgendwie entwischen konnten, nun in den vorzeitigen Ruhestand dürfen, denn das ist kein Verlust — nur für unsere Steuergelder, wobei die schon etwas länger mit vollen Händen aus dem Fenster geworfen werden.

Ich rede hier über die unsäglichen Verluste an Soldaten, die sich nicht mehr viel länger verheimlichen lassen. Bei der Ukraine vermuten wir es schon etwas länger, wobei deren Verluste von uns mit der Entscheidung, Wladimir Putin freie Hand in Europa zu geben, vorab zu berechnen waren und bereits eingepreist wurden.

Dass die USA als Hegemon permanent Verluste an Soldaten verzeichnen müssen, gehört einfach zum Titel Weltmacht mit hinzu und ist ebenfalls vorab berechenbar. Hierfür opfert man gerne professionelle Soldaten, die dafür den Titel Spezialkräfte tragen dürfen.

Was aber richtig wehtut, das sind die völlig unnötigen Verluste im Zusammenhang mit dem Angriff der USA auf den Iran, wohl nur, damit die Republikaner intern von ihren kriminellen Machenschaften ablenken können. Damit übertreffen diese die Unmenschlichkeit der Eisernen Lady aus dem Vereinigten Königreich um Längen.

Wir Europäer wie auch die US-Amerikaner, Kanadier und weitere Angehörige der westlichen Welt sollten einmal darüber nachdenken, wie sich unsere Moral und unsere Werte mit unserem Verhalten gegenüber den eigenen Soldaten in Übereinklang bringen lassen.

Zum einen garantieren wird dem allerletzten Schnarcher ein möglichst angenehmes Leben und zum anderen verheizen wir ohne jegliche Hemmungen und wann immer sich dazu eine Möglichkeit bietet unsere fähigsten und willigsten Mitbürger.

Die ersten Bundeswehrsoldaten dürften bereits auf dem Weg in den Iran sein, damit, wenn bei unseren Politikern wieder einmal alle Hemmungen fallen, wir mit ganz vorne dabei sind.

Wucherei

Man sollte mit dem Wuchern, was man hat! Heilbronn hat weit mehr zu bieten als es auf den ersten Blick erscheint. Ein nettes Gespräch mit Hannes Finkbeiner hat mich auf ein paar Ideen gebracht. Nehmen wir einmal die vielen Döner-Buden und machen daraus Europas — gerne auch für die Europahasser Deutschlands oder gleich von der ganzen Welt — größte Döner-Meile. Dies so richtig beworben und mit regelmäßigen Wettbewerben versehen, wie den geilsten, den billigsten oder gar den besten Döner der Stadt, werden wir sehr schnell zu einem regelrechten Touristen-Mekka.

Man muss dabei nicht gleich ganze Stadtteile in orientalische Bazare verwandeln, eine Nummer kleiner ginge bestimmt auch.

Und aus der Allee machen wir die neue deutsche AVUS! Auf Höhe des Stadtgartens stellen wir eine permanente Tribühne auf. Alle zweihundert Meter gibt es dann noch Getränkestationen für die Fahrer und deren Beifahrer. Anstatt der Blitzer stellen wir Lautsprecher auf, die die Fahrzeuge ankündigen und bejubeln, etwa so wie in Hamburg die Schiffe.

Neben den vielen Heilbronnern, die schon heute dort Schaufahren, Billigrennen und Hochzeiten veranstalten, laden wir Profis und Amateure aus dem gesamten Land mit ein. Regelmäßige Autokorsos bereichern nicht nur unsere Stadt, sondern können richtig gemanagt, Heilbronn zu einem Auto-Eldorado machen — und dies ganz ohne NSU, Fiat oder Audi!

Und auch der Müll ist kein Standortnachteil, wenn man dies nur richtig handhabt. In jedem siebten Müllhaufen wird einfach eine Überraschung versteckt! Schon alleine damit muss die Deutsche Bahn uns einen ICE zur Verfügung stellen, da die Massen nur so nach Heilbronn strömen werden.

Vermischtes

Heute durfte ich erfahren, dass wenn die Heilbronner Stimme trauert, ganz Heilbronn trauert. Spätestens bei tragischen Todesfällen sollte man wenigsten kurzfristig das in Ärsche Kriechen einstellen.

Erfreulich, dass die FAZ heute damit beginnt, die jahrzehntelange Diskriminierung von Schülern des männlichen Geschlechts zu thematisieren. Unsere Schulen haben sich von einem notwendigen Selektionsinstrument, das unsere Gesellschaft erhält und vorantreibt, zu einer übergroßen Diskriminierungsmaschine entwickelt, die nicht einmal mehr ausreichend Mittelmaß produzieren kann. Dass männliche Schüler einfach nur zu faul wären, dürfte nun aber die politisch korrekte Antwort sein.

Erfreulich auch die Mitarbeit von ein paar Studenten in meiner heutigen Vorlesung. Dass ein bereits in Lohn und Brot stehender Student hinterher angab, er habe heute etwas gelernt, freute mich umso mehr. Nun hoffe ich sehr, dass er dies auch in der kommenden Klausur nachweisen kann.

Manch anderen Studenten konnte ich heute vielleicht sogar ein wenig die Augen öffnen, wobei doch noch so einige meinten, dass sie ganz automatisch nach dem BA von einem Sitzplatz im Bildungscampus auf einen Sitzplatz in einer Firma wechseln werden — aber vielleicht ist das Leben heute doch so einfach.

Etwas frustrierend der kurze Austausch mit Derek Sivers, der meinen letzten Blog-Beitrag als Kommentar in seinem Blog verlinkt hatte. Ich guckte dort nach, neugierig wie ich bin, und fand diesen an 348. Stelle oder so. Was mir wieder einmal die unterschiedliche Reichweite und Qualität von Weblogs vor Augen führt. Mein Trost dabei: klein aber mein!

Die heutige Unterhaltung mit Detlef Stern wieder viel zu kurz, dafür gab es aber zahlreiche und teilweise auch sehr produktive Telefonate. Meine E-Mail werde ich im Laufe des Tages abarbeiten.

Sollte sich ein Leser fragen, was mit dem meseno-Bus ist, ich weiß es aktuell nicht, denn gestern galt es Wunden zu lecken. Zudem trennte ich mich von einem weiteren Verein. Soll einer sagen, dass ich das mit dem Death-Cleaning nicht ernst nehmen würde. Umso älter man wird, desto länger dauert es halt.

Nervig so langsam, dass inzwischen gleich mehrere Firmen und Agenturen es auf ein paar mir noch verbliebener Web-Adressen abgesehen haben. Letztes Jahr hatte ich mich ganz bewusst von allen mir nicht so wichtigen Adressen getrennt und nur noch jene behalten, die mir in den vergangenen Jahrzehnten doch etwas ans Herz gewachsen sind. Und nun macht mich sogar mein Provider darauf aufmerksam, dass Kaufinteresse bestünde.

An jene Deppen dieser Agenturen gerichtet, die ganz offensichtlich ein Nein nicht als Nein akzeptieren können, hier nun der Hinweis: machen Sie mir doch ein Angebot, das ich einfach nicht ablehnen kann! Ab einer fünfstelligen Geldsumme könnte ich vielleicht sogar darüber nachdenken. Ab einer Sechsstelligen lasse ich gerne mit mir reden. Ab einer siebenstelligen Summe bekommen Sie von mir das Ganze noch per YouTube-Video vorgetanzt — da lasse ich mich dann nicht lumpen.

Und wenn wir gerade schon einmal beim Schleimen, Kriechen und Sterben sind, wird es mir Angst und Bange für den Fall, dass ein sehr prominenter Heilbronner dann doch einmal von uns gehen wird — was Gott hoffentlich noch ein paar Jahre verhindert. Es werden sicherlich pharaonische Zustände in Stadt und Land ausbrechen! Und wer nicht schnell genug wegläuft, der wird dann gleich mit eingemauert.


Fediverse Reactions
Landtag

4.5.02026 5 (8)

Beitragsfoto: Landtag

Spielen

Über den jüngsten Blog-Beitrag von Detlef Stern bin ich auf einen etwas älteren Blog-Beitrag „Die Kunst des Surfens“ von ihm gestoßen. Bestimmt hatte ich diesen bereits schon eimal gelesen, konnte mich aber nicht mehr an David Cain und sein Spiel erinnern.

Und da ich gerade zum Leidwesen meiner besseren Hälfte beim Prokrastinieren — es gibt aber Gründe dafür! — bin, nehme ich dieses Spielchen hier ebenfalls einmal mit auf.

  • Benutze kein Smartphone.
  • Starte auf einer normalen Webseite, die auch ausgehende Hyperlinks enthält. (Wie wäre es mit dieser Seite?)
  • Vermeide alle „sozialen Medien“, auch Reddit, YouTube, natürlich alles vom Meta- und vom Abc-Konzern, X sowieso, Bluesky, Fediverse, irgendwelche „Apps“ …
  • Klicke dich mittels Hyperlinks zu einer anderen Webseite. Lese. Wiederhole.
  • Wenn du in einem „sozialen Medium“ landest, hast du verloren. Dann bist du gefangen in den Händen des Corporate Web.

Ok, nach acht Hyperlinks bin ich auf einer Bloomberg-Seite gelandet, die zwar als bekannter Blog beworben wurde, inzwischen allerdings zum Corporate Web zählen dürfte. Was zeigt, wie fließend das Internet eigentlich ist.

Damit aber habe ich das heutige Spiel beendet und werfe nun die Zahl „Acht“ in den Raum. Was mich auch schon wieder an das Kleine-Welt-Phänomen oder die Six Degrees of Separation denken lässt.

Wer mir eine kleine Freude bereiten möchte, der spielt mit und gibt mir seine erreichte Zahl bekannt; vielleicht sogar die Website, bei der er dann ausgestiegen ist — meine ist wie geschrieben, jene von Matt Levine.

Wer über die Zahl 20 kommt, der dürfte längst den Status „Voll-Nerd“ erreicht haben.

Vermischtes

Gestern Abend konnte ich noch kurz das Tanzbein schwingen und mich so ganz nebenbei mit Leonhard Reinwald auf die vorläufige Tagesordnung der morgigen Kreisvorstandssitzung einigen. Was mich nun daran erinnert, dass ich heute Abend, eher Nacht noch die morgige Vorlesung vorzubereiten habe — erwische mich gerade beim Prokrastinieren — könnte mal in den alten Unterlagen meines Psychologiestudiums gucken, dort finde ich bestimmt einen Grund dafür.

Heute Morgen gab es eine ziemlich unspektakuläre Fahrt mit dem meseno-Bus. Ich habe dabei auf das übliche Tanken verzichtet und freue mich nun ein klein wenig darauf, dass der nächste Nutzer seine ganz eigene Erfahrung an der Tanksäule machen wird. Wahrscheinlich aber schaffen es die Nutzer in dieser Woche wieder einmal, dass ich dann kommenden Montag zwingend zur Tanke muss. Mich tröstet dann die Tatsache, dass die anderen Fahrer dafür sehr sparsam unterwegs gewesen sein müssen.

Rasen muss man sich einfach leisten können. Was mich allerdings dabei erstaunt, sind die vielen arbeitslosen Heilbronner, die weiterhin sehr beständig mit ihren PS-Boliden völlig sinnlos durch die Stadt surfen und sich wie gestern Abend ein Autorennen nach dem anderen liefern. Man könnte meinen, dass die Spritpreise immer noch nicht hoch genug sind oder aber, dass die staatliche Sozialhilfe viel zu hoch ist!

Wahrscheinlicher ist es aber, dass wir einfach nur den falschen Menschen Subventionen und Sozialhilfen gewähren. Jenen Menschen, die nicht arbeiten können oder wollen, die sollte man zwingend so lange auf der Schulbank sitzen lassen, bis sie dort vollends vergammeln oder von ganz alleine Arbeit finden und annehmen.

Was bedeutet, dass unsere Schulpflicht erst mit Eintritt des Rentenalters endet. Man müsste dazu anstatt Arbeitsämtern in jeder Stadt „Volksschulen“ einrichten — eine Umwandlung wäre sehr praktisch. Und dort sitzen diese Menschen selbstverständlich staatlich subventioniert so lange, bis sie sich für eine höhere Bildung qualifizieren oder selber einen Arbeitsplatz finden. Und wer diesen wieder verliert, der geht zurück zu Tante Liese auf die Schulbank und lernt erneut Rechnen, Lesen und Schreiben — wieder einmal.

Erfreulich, die heutige Information vom Betriebsamt, dass ich am Donnerstag die Flaggen für den Europa-Ball abholen darf; das Betriebsamt gehörte schon immer zu meinen Lieblingsämtern.

Landtag

Die Koalitionsverhandlungen befinden sich in den letzten Zügen, beide Parteien halten ihre entsprechenden Landesversammlungen am Wochenende ab — was man halt so am Europatag macht. Vielleicht ist es aber auch der gemeinsame Startschuss zu einer nachhaltigen und verantwortlichen Europapolitik in Baden-Württemberg.

Bis Samstag dürfte dann auch geklärt sein, wer welches Pöstchen in der Landesregierung erhält und ob die Aussage von Manuel Hagel, dass es zumindest weniger Staatssekretäre als beim letzten Mal geben wird, der Wahrheit entspricht.

Mit Beginn des Monats hat offiziell die 18. Wahlperiode des Landtags begonnen. Fristgerecht wurden auch sämtliche Stühle im Plenarsaal verschraubt. Schon jetzt kann man sämtliche Landtagsabgeordnete im Internet bestaunen, besonders gefällt mir dabei, dass als erstes Gudula Achterberg aus Heilbronn zu finden ist. Selbstverständlich freut es mich auch, dass weitere Heilbronner im Landtag sitzen, nämlich Isabell Huber, Michael Preusch und Thomas Strobl, alle ebenfalls Mitglied bei der EUROPA-UNION.

Insgesamt sitzen nun 157 Abgeordnete in Stuttgart, zwar drei mehr als beim letzten Mal, aber immerhin nicht der Landtag XXL, den ich zuvor befürchtet hatte — wobei rein technisch betrachtet 120 bis 150 Abgeordnete das sinnvolle Maximum eines jeden Parlaments sind. Unsere nun 157 Abgeordneten müssen alleine nur unter sich schon 12 246 Kommunikationskanäle offen halten; was erklären könnte, dass sie alleine deswegen kein offenes Ohr mehr für ihre Wähler haben können.


Schnappschuss

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Beitragsfoto: Schnappschuss

80 Jahre

Dieses Jahr ist für die EUROPA-UNION eigentlich ein besonderes Jahr. Am 21. September können wir auf 80 Jahre Hertensteiner Programm zurückblicken, und unser Bundesverband feiert am Ende des Jahres sein 80-jähriges Bestehen. Da die EUROPA-UNION Heilbronn bei seiner Gründung bereits als lokale Gruppierung existierte, können auch wir dieses Jahr mit Fug und Recht 80 Jahre feiern.

Dazu haben wir dieses Jahr gleich mehrere Highlights im Programm. Angefangen haben wir mit einer Fahrt nach Florenz. Eine weitere Fahrt nach Sarajewo wird noch folgen. Mit unseren inzwischen 10. Hertensteiner Gesprächen thematisieren wir sowohl das Hertensteiner Programm als auch die Europäischen Föderalisten in Gänze.

Und am Europatag gibt es wieder den Europa-Ball. Leider zeichnet es sich hierbei ab, dass dieser nicht so gut besucht sein wird, wie wir es uns erhofft hatten. Dass Europa bei uns Europäern nicht mehr so ganz im Fokus steht, das ist seit Längerem bekannt. Dass unsere Demokratie bei uns Europäern kaum noch auf Interesse stößt, dürfte inzwischen immer offensichtlicher werden. Dass Bildung — lassen wir mal Abschlüsse und Zertifikate außen vor — ebenfalls bei uns kaum noch nachgefragt wird, lässt sich bereits allerorten feststellen. Aber dass nun auch die Kultur an sich — lassen wir mal Essen und Trinken außen vor — bei uns kaum einen mehr hinter dem Ofen hervorlockt, sollte uns Bürgern zu denken geben.

Man könnte nun meinen, dass sich die Gesellschaft langsam aber sicher darauf einigt, 80 Jahre gutes Leben sei für uns alle mehr als genug. Vielleicht hängt es aber auch damit zusammen, dass sich das nur noch bis zum eigenen ganz persönlichen Untergang Denken bei uns als Staatsraison etabliert hat und wir nunmehr die Folgen davon miterleben dürfen bzw. müssen. Was für uns über 60-Jährige aber kaum noch von großer Relevanz sein dürfte — was jene, die nicht an kommende Generationen denken, nun sicherlich erfreut.

Ich hatte bis zuletzt darauf gebaut, dass wir Europäische Föderalisten etwas anders mit unserer Welt und unseren Mitbürgern umzugehen pflegen — aber auch bei uns scheint sich eine Unlust breit zu machen.

Vermischtes

Meine heutige Fahrt mit dem meseno-Bus brachte einige neue Senklöcher auf der Autobahn, was bestätigen dürfte, dass wir Autobahn auch nicht mehr können. Erheiternd ein „Ersatzortsschild“, das an der Stelle eines ehemaligen Ortsschildes stand, aber den Namen dieses Ortes nicht preisgab. Ich vermute einmal, das hat eher etwas mit unseren Verkehrsregeln zu tun, wobei die allermeisten von uns nun nicht wissen dürften, mit welchen genau.

Morgen habe ich wieder Vorlesung, zuerst aber das inzwischen obligatorische Nichtkäffchen mit Detlef Stern. Was mich nun daran erinnert, dass ich im Laufe des Tages noch eine Vorlesung vorzubereiten habe. Es gibt durchaus unangenehmere Dinge, wie z. B. mein Hochschul-E-Mail-Konto: von den letzten drei E-Mail, die ich dort bekam, war eine ein Phishing-Angriff, die andere ein Verstoß gegen die DSGVO und die dritte ein Hinweis auf beides.

Was mich dann doch ein wenig traurig stimmt, denn es erinnert mich daran, dass ich inzwischen bereits mehr vergessen habe als viel zu viele überhaupt erst lernen werden. Man könnte versucht sein zu glauben, dass Intelligenz ein stark begrenztes Gut ist und je intelligenter die Gesellschaft als Ganzes wird, umso dümmer müssen deren einzelne Mitglieder werden — wohl deshalb vergesse ich in letzter Zeit so viel.

Gestern schwangen meine bessere Hälfte und ich noch kurz das Tanzbein, aber auch hier zeichnet es sich ab, dass selbst das Tanzen immer mehr aus der Mode kommt, wobei Tanzen sicherlich eine der wesentlichen Grundlagen aller menschlichen Gesellschaften ist.

Ok, sehen wir einmal davon ab, dass Menschen sich immer öfters den Umstehenden völlig unkoordiniert und losgelöst von jeglichen Tonsignalen in einer Art von Zuckungen auf einer Fläche präsentieren — manche dürften sich dabei noch an Friedrich Merz erinnern.

Tradition hin oder her, aber schon in der Steinzeit und wahrscheinlich bereits weit davor, hatte sich die Menschheit darauf geeinigt, was man gerade so noch als Tanzen verstehen kann. Wir lassen dafür demnächst unsere Roboter auf Festen für uns tanzen, so wie wir heute schon kleine Maschinen in Ringen aufeinander einprügeln lassen. Und da wir bald außer grunzen auch nicht viel mehr Konversation machen können, übernimmt das künftig für uns eine KI.

Unlust

Eine allgemeine Unlust scheint sich allerorten bemerkbar zu machen. Schon etwas länger vermute ich dies bei den Studenten meiner Vorlesungen, aber auch bei den Schülern, die ich im Zuge meiner Arbeit bei meseno erlebe.

Aber auch bei uns Bloggern macht sich Unlust breit. Zu meinem Erstaunen gab es von Detlef Stern gestern keine lange Woche, denn ich hatte nach den jüngsten Gespräche mit überhaupt keiner langen Woche mehr gerechnet.

Fast schon etwas verstörend der jüngste Blog-Beitrag von Live aus dem Rantgebiet, denn dort hat man offensichtlich auch nicht mehr so richtig Lust darauf, andere Blogger durch den Kakao zu ziehen.

Alternativ kann man einfach auch nur alles schön und gut finden, was meines Erachtens auf dasselbe hinausläuft. Passend dazu findet mein aktueller Lieblingsbock nur noch alles wunderbar, zumindest sämtliche Kanzler der Bundesrepublik.

Deswegen fragte ich mich gestern Abend sogleich das Folgende: Was will der Lama mit dem Gewehr?

Pawo Choyning Dorji machte bereits 2023 daraus einen ganzen Spielfilm namens „The Monk and the Gun“. Harry Einhorn als Waffensammler Ron Coleman kommt im gesamten Film nicht mehr aus dem Staunen heraus und hält zum Schluss auch noch einen leicht überdimensionierten Phallus in Händen. Tandin Sonam zeigt als Benji, dass man auch ehrlich miteinander umgehen kann und Tandin Wangchuk rundet als Mönch Tashi das ganze Geschehen ab.

Eigentlich geht es im Film aber um die erste demokratische Wahl in Bhutan 2008. Trotz Bemühens aller Verantwortlichen haben die Bhutaner im Film wohl keine so rechte Lust dazu. Auf alle Fälle aber ist Bhutan seither und dies bis heute eine konstitutionelle Monarchie.

Nachtrag 28.4.2026

Erfreulich, ein Leser hat mir bei meinem um die Ecke Denken folgen können; Donald Trump nennt dies ganz staatsmännisch „weaven“. Wobei er wohl so gut darin ist, dass selbst ich ihm dabei nicht mehr so richtig folgen kann. Man könnte aber auch meinen, dass seine Hirnwindungen nicht mehr so ganz richtig funktionieren — was mich wieder an eine uralte Aussage seiner eigenen Mutter denken lässt.

Für das Gewehr bekam ich eine Rückmeldung. Und so lege ich mit einem Artikel der New York Times nach. Wobei es mich schon etwas wundert, dass die „Attentate“ auf den US-Präsidenten immer zu richtigen Zeit für ihn kommen.


Fediverse Reactions