Grünanlage

20.4.02024 5 (4)

Beitragsfoto: Grünanlage

Wahlkampf

Der Wahlkampf hat mich wieder, die Stadt Heilbronn hat eine ganz neue Vorstellung von Demokratie ins Rennen geführt. Jeder Bürger darf nur so viel Wahlkampf machen wie es den Parteien im Heilbronner Gemeinderat gefällt, zusätzlich muss dieser „Wahlkampf“ dann genau so aussehen, wie es die Parteien machen wollen. Zumindest hat die Stadtverwaltung uns noch nicht vorgeschrieben, welche Themen wir im Wahlkampf ansprechen dürfen. Das Ganze nennen die städtischen Akteure Gleichheitsprinzip, das übrigens nur im Wahlkampf gültig ist, danach sind die üblichen Verdächtigen wieder gleicher als die anderen.

Und noch bevor überhaupt gewählt wurde, planen unsere Gemeinderäte schon wieder die kommende Lustreise, dieses Mal geht es nach Antwerpen, um bewegtes Wasser zu bewundern. Bei all diesen Planungen ist ein Wahlkampf doch ganz schön lästig, unser OB wäre bereits schon wieder gerne mit seinem Rat unterwegs; das eigene Leben ist begrenzt und die Attraktionen dieser Welt sind vielfältig. Und wie wir seit Hans Hoffmann wissen, wird unsere Stadt meist bei Reisen auf Vordermann gebracht. Da passt es ganz gut, dass es um die alte „Südmilch“ erneut nicht gut steht, denn da könnten nun Stadtverwaltung und Gemeinderat wieder einmal in Südamerika nach Lösungen suchen, gleich nach der Auszählung könnte es losgehen.

Derweil kämpfen wir Freie Wähler darum, dass wir 30 genehmigte Bauzäune beidseitig mit Plakaten bespannen dürfen. Wir hatten schon beim letzten Mal Bauzäune gewählt, weil sie günstiger sind als die Großplakate der Parteien — wir achten darauf, weil wir keine Steuergelder für unseren Wahlkampf bekommen. Und da die Bauzäune halb so groß sind wie die Parteiplakate, wäre eine beidseitige Bespannung durchaus auch angebracht, weil „gleich“ — ich vergaß ganz dabei, manche sind einfach gleicher als die anderen!

Obergrenzen

Die CDU-Fraktion hat sich im aktuellen Wahlkampf meine Kritik an zu vielen Dönerläden und anderen Shops zu Herzen und in ihr Wahlprogramm mit aufgenommen. Anders als die CDU-eigene Idee für Waffenverbotszonen, was immer das auch sein mag und man dies dann auch durchsetzen können möchte, begrüße ich deren Obergrenzenvorstoß.

Der OB äußert sich bisher nicht dazu, lässt lieber über die Heilbronner Stimme (20.4.2024: 27) verkünden, dass solche Obergrenzen in seiner Stadt nicht möglich seien. Wenn dem so wäre, wie erklärt man uns dann die auch bei uns geltenden Obergrenzen z. B. für Sex-Shops und Glücksspielhallen? Als Beispiel könnte das strenge Berliner Spielhallengesetz dienen, das mehrfach von den Gerichten bis hin zum Bundesverfassungsgericht bestätigt wurde.

Alternativ könnte man aber auch einmal etwas genauer hinschauen, wie sich die vielen Barber-Shops, Nagel-Studios und Dönerbuden überhaupt finanzieren. Unschön wäre es, wenn diese Geschäftsmodelle alleine auf Transferzahlungen basieren, noch schlimmer, wenn sie alleine der Geldwäsche dienen.

Auf alle Fälle ist es aber gut und zielführend, wenn so langsam auch unsere Gemeinderäte über eine positive Stadtentwicklung nachzudenken beginnen. Und wahrscheinlich wäre meine uralte Idee, in der Innenstadt für Sauberkeit, Ruhe und Ordnung zu sorgen, damit sich auch wieder attraktivere Geschäfte und Dienstleistungen in Heilbronn ansiedeln, besser geeignet; der Charme dabei: man käme ohne Verbote aus.

Benefizkonzert

Meine bessere Hälfte hatte viel Mühen in die gestrige Veranstaltung anlässlich 50 Jahre meseno gesteckt, und ich hatte mich schon sehr auf das Konzert der Open Doors gefreut, habe dann aber nicht einmal mehr mitbekommen, wie mein Jüngster mit ihr an meiner statt zum Konzert ging.

Es gab ein volles Haus und die Open Doors übertrafen sich erneut — leider war ich nicht mit dabei! Jetzt hoffe ich, dass ich es wenigstens heute zur Vorstandssitzung der Freien Wähler schaffe, es gibt dort doch so Einiges zu besprechen.


Europa-Ball

Europa-Ball 4.5 (12)

Beitragsfoto: Warm-Up in der Harmonie

Zum Schluss des Europa-Balls saßen meine bessere Hälfte, Franz Schirm und ich noch mit der Tanzband Happyness Voice um Andreas Cranen herum zusammen, es war schon etwas nach 1 Uhr in der Früh, um den diesjährigen Ball ausklingen zu lassen. Nach einem Ball ist bekanntlich vor einem Ball und so wurden bereits die ersten Details für den Europa-Ball, der aller Voraussicht nach am Samstag, 10. Mai 2025 stattfinden wird, erörtert.

Damit dürfte nun auch die Frage geklärt sein, wann man denn mit der Vorbereitung eines Tanzballes so beginnt. Der Umstieg vom Europa-Ball in der Tanzschule Brenner 2022 nun zum Europa-Ball 2024 in der Harmonie war ein gewaltiger, forderte meine bessere Hälfte und mich etwas mehr als ursprünglich gedacht, kann aber durchaus als gelungen bezeichnet werden.

Sehr erfreulich, dass tanzbegeisterte Heilbronner und Gäste aus nah und fern die Chance ergriffen und bis zum Schluss das Tanzbein schwangen; eine fast 400 Quadratmeter große Tanzfläche bot dazu die beste Gelegenheit. Nicht nur von der Bühne aus konnte man den Anblick der Tanzpaare, die die Fläche unter ihren Füßen ausgiebig nutzten, wahrlich genießen. Ein Ball, bei dem so richtig getanzt werden kann, hat leider heutzutage Seltenheitswert.

Bemerkenswert auch der Anblick der jüngeren Künstler als diese zum ersten Mal mit einer so großen Fläche konfrontiert wurden. Beim Treffpunkt Europa waren wir mit 100 Quadratmetern Bühne zufrieden, nun aber konnten sich die einzelnen Tanzgruppen tatsächlich richtig entfalten. Aber auch einzelne Tanzpaare liefen so zur Höchstform auf, und ich kam dabei ins Staunen — obwohl ich selbst doch über etwas eigene Tanzerfahrung verfüge.

Jede einzelne der auftretenden Tanzgruppen war ein Genuss für sich, und die jeweiligen Tanzgruppenleiter dürften hoch zufrieden mit deren Leistungen sein. Das Ballpublikum war es auf alle Fälle!

Und auch das Rahmenprogramm des Europa-Balls, der unter dem Motto „Culture meets Politics“ stand, darf als gelungen angesehen werden. Mich freute es dabei sehr, dass der eine oder andere Gemeinderat doch noch über den eigenen Schatten gesprungen ist und sich beteiligte. Gerade unsere Gemeinderäte müssten erkennen, was für „ihre“ Stadt notwendig und gut ist; deshalb darf man nun auch hier hoffen. Böse Zungen behaupten, dass dies nur der bevorstehenden Gemeinderatswahl geschuldet sei — unsere Gemeinderäte haben es jetzt in der Hand, diese im kommenden Jahr vom Gegenteil zu überzeugen!

So ein Ball ist auch am Tag des Ereignisses selbst für die Organisatoren eine Herausforderung. Meine bessere Hälfte und ich waren bereits um 12 Uhr vor Ort und verließen die Harmonie erst wieder nach gut 14 Stunden. Dies alles ist ehrenamtliche Arbeit und so freut es uns immer wieder, wenn auch andere Ehrenamtliche gut mitziehen. Dieses Mal muss ich neben Franz Schirm besonders Natalie Krayl erwähnen, die beide noch aus den Treffpunkt Europa-Zeiten stammen und ganz offensichtlich das Arbeiten weiterhin nicht verlernt haben.

Wie bereits erwähnt, unsere Partnervereine waren allesamt wieder eine Wucht, dennoch muss ich meinen Hut ganz besonders vor Marion Amann, der Chefin von Kunst07, ziehen, denn die Zusammenarbeit mit ihr ist eine reine Freude!

Und seitens der großartigen Harmonie-Hallenmannschaft, zu denen ich auch Voltino zähle, mit denen mir die Zusammenarbeit so richtig Spaß gemacht hat, möchte ich ganz besonders die Voltino-Team-Leiterin Lisa Slunitschek erwähnen.

Wie schon geschrieben, nach einem Ball ist vor einem Ball und so bin ich nun gespannt darauf, was mich beim Europa-Ball 2025 erwarten wird.


Hanf-Automat

5.4.02024 5 (5)

Beitragsfoto: Automat

Werbung

Wenn schon kein anderer Werbung für den Europa-Ball macht, dann mache ich es einfach selber. Bereits seit Wochen habe ich unsere Presse- und Medienvertreter sowie die in der Stadt für Feiern und Feste Verantwortlichen gebeten, ebenfalls etwas Werbung für den Europa-Ball zu machen. Es geht dabei nicht um mich, sondern einzig und alleine darum, dass ein altes Heilbronner Veranstaltungs-Highlight reaktiviert wird, zum Wohle der Stadt und uns Bürgern.

Sehr aufschlussreich die Aussagen, ich bekäme keine Werbung für den Europa-Ball, weil ich es mir erlauben würde, Dinge und Menschen in Heilbronn offen zu kritisieren. Wer tatsächlich so denkt, der ist doch nicht einmal eine arme Krämerseele, sondern einfach nur ein ganz armer Mensch!

Deshalb freut es mich umso mehr, dass der Europa-Ball in der Harmonie nicht nur ausverkauft ist, sondern sehr viele verantwortungsvolle Mitbürger die Chance ergreifen, um durch ihre Teilnahme mitzuhelfen, dass Heilbronn wieder einen Tanzball hinzubekommt. Das ist insgesamt gut für unsere Stadt und wird, wenn es so läuft wie gedacht, künftig mit dazu beitragen, dass unsere Stadtgesellschaft wieder etwas näher zusammenrückt.

Dies schadet meines Erachtens niemandem und ist somit bestimmt auch einer Bewerbung würdig. Man könnte als Presse auch hinterher darüber berichten, wenn man bei all den Berichten über Barber-Shops, Dönerbuden und Trash-TV noch Zeit dafür findet.

Was ich dabei nicht so ganz verstehe ist, wie man als Herausgeber einer Zeitung nur auf die Idee kommen kann, dass die eigenen Abonnenten lieber über Dönerbuden als über Tanzbälle lesen. Da ein Herausgeber seine eigene Klientel sicherlich besser kennt als ich, wird dies bestimmt seine Richtigkeit haben! Aber auch erklären können, warum manch einer keine Zeitung mehr abonniert.

Zwölf

Die Zahl des gestrigen Tages! Noch nie seit Ende des Zweiten Weltkriegs gab es in Heilbronn gleich zwölf Listen zur Gemeinderatswahl. Herbert Burkhardt, der schon öfters mit dabei war, hatte es vorab prognostiziert. Der OB wird, rein dem Verfahrensrecht geschuldet, die gesamte Sitzung vom Blatt ablesen und man wird — wie immer — die Vorschläge allesamt absegnen. Und genau so kam es. Der Vorteil dabei, nach knapp vierzig Minuten war die Sitzung beendet.

Zwei Fragen gab es dann doch noch. Und die einzig wirklich blöde Frage kam vom Vertreter der AfD — hätte man sich auch denken können. Was mich wieder daran erinnert, dass die Aussage „man kann keine dummen Fragen stellen“ falsch ist. Denn dies würde voraussetzen, dass selbst Dumme immer ganz plötzlich schlau werden, sobald sie eine Frage stellen. Aber das wirklich Gute dabei ist, dass auch sehr Schlaue ganz dumme Fragen stellen können!

Peinlich wird es dann, wenn man dumme Antworten auf schlaue Fragen gibt. Wobei schlaue Antworten auf dumme Fragen zu den Sternstunden menschlicher Kommunikation zählen dürften; was dem Fragenden aber egal sein dürfte.

Nun aber zurück zu den zwölf Listen. Diese bieten insgesamt 475 Kandidaten auf. 297 Männer (63 Prozent) und 178 Frauen (37 Prozent). Außerdem treten acht Heilbronner an, die jünger als 18 Jahre mindestens aber 16 Jahre alt sind. Besonders freut es mich, dass 16 Unionsbürger, die keine deutschen Staatsbürger sind, ihren Hut in den Ring geworfen haben.

Von den 475 Kandidaten können nur 40 Gemeinderat werden. 435 Kandidaten werden am 9. Juni 2024 das Nachsehen haben. Ich finde es dabei gut und richtig, dass es dennoch so viele Kandidaten gibt, die sich für dieses Ehrenamt bewerben. Auch wenn für alle Neulinge die Chance tatsächlich gewählt zu werden, sehr überschaubar ist, bietet es dafür den Wählern insgesamt doch eine gute Auswahl und in der Tat die Möglichkeit, um eine Veränderung in der Stadt herbeizuführen.

Wer gerne eine Veränderung in unserer Stadt hätte und dann wieder dieselben Kandidaten wählt, der sollte zumindest sich selbst einmal eine schlaue Frage stellen.

Tetrahydrocannabinol

Seit ein paar Monaten das „wesentliche“ Thema bei uns in der Republik, die einen lassen sich dafür feiern, dass die Cannabis-Legalisierung zumindest halbwegs erfolgt ist und die anderen dafür, dass sie eigentlich dagegen wären.

Seit längerem und dies schon lange vor dem 1. April 2024 gibt es bei mir um die Ecke einen Hanf-Automaten. Dieser scheint THC-frei zu sein und so entzieht sich mir dessen eigentlicher Sinn; dennoch stehen immer wieder ein paar Schlümpfe davor und staunen. Ich staune derweil über unsere Politik, die sich an solchen Dingen hochzieht und abarbeitet, obwohl es tatsächlich Herausforderungen gäbe, die verantwortliche Parlamentarier dringender regeln müssten und auch könnten.

Wer nicht gänzlich auf der Kartoffelsuppe daher geschwommen — von mir aus gerne auch auf der Wurstsuppe — kommt, müsste wissen, dass seit den 1970er-Jahren Cannabis in Deutschland zu den am häufigsten konsumierten psychoaktiven Substanzen gehört. Und dies mit oder ohne Gesetzgeber.

Bereits in den 1970er-Jahren bekam man selbst in Heilbronn Haschisch an jeder Ecke, auch bei mir an der Schule. Und wenn man sich damals in ein Auto setzte, musste man aufpassen, dass man am Ende einer Fahrt und dies selbst als Nichtraucher noch alle Sinne beisammen hatte.

Meine beiden Vettern in den USA bevorzugten zusammen mit ihren Freunden eher Marihuana und ich erinnere mich gerne an Autofahrten, wobei jeder eine Dose Bier in der Hand hatte und der Joint kreiste, wobei der letzte Stummel mit einer entsprechenden Zange gereicht wurde, die bei Nichtgebrauch unter dem Rückspiegel baumelte. Mir war nach solchen Fahrten regelmäßig schlecht, was dazu führte, dass ich nie zum Raucher wurde, selbst in Zeiten wo eigentlich alle in meinem Umfeld rauchten.

Erstaunlich, dass in diesem Jahrzehnt Jugendliche noch eigenverantwortlich unterwegs sein konnten und durften, wobei aus den meisten — von den Schlümpfen einmal abgesehen — ganz passable Bürger wurden.

Heute wird nun aus mir nicht verständlichen Gründen das Cannabidiol — das Globuli unter den psychoaktiven Substanzen — zur neuen Hype gemacht, was den CBD-Automaten in meiner Nachbarschaft erklären könnte, und wer möchte, bekommt wohl weiterhin seinen Joint — dieses Mal nur mit sehr großem bürokratischen Aufwand versehen.

Wie schon öfters geschrieben, unsere Gesetzgeber beschäftigen sich nur noch mit jenen Dingen, die sie auch halbwegs selbst überschauen können, und so werden die kommenden Debatten wohl heftig darüber geführt, ob man in unseren Städten nun 30, 35 oder gar 40 Kilometer in der Stunde fahren darf.

So müssten wir alle wirklich froh darüber sein, dass sich unsere „Entscheider“ noch nicht der Frage angenommen haben, ob und wie oft man seine Unterwäsche zu wechseln hat. Und deshalb vielleicht sogar glücklich darüber, dass sich Kanzler und unsere Ministerpräsidenten weiterhin um das Gendersternchen große Sorgen machen.

Man könnte sich aber auch einmal die Frage stellen, was für ein Stoff eigentlich in unseren Parlamenten und Ministerien geraucht wird?