Beitragsfoto: Leser | © Pixabay

21.10.02021 5 (1)

Beitragsfoto: Leser | © Pixabay

Saarlandstraße

Ein Projekt, das bereits ganze Stadtratgenerationen beschäftigt hat und sicherlich auch die kommenden Generationen mit noch zu erledigenden Aufgaben zurücklassen wird.

Bis heute steht dabei fest, dass nicht nur der Ausbau der Saarlandstraße dringend nötig ist, sondern auch deren Verlängerung. Zumal inzwischen das größte Klinikum des Unterlands ein Anrainer ist und eine infrastrukturelle Verbesserung der Saarlandstraße zudem Rettungsdiensten eine schnellere Anfahrt — auch aus dem Süden des Stadt- und Landkreises — ermöglichen würde.

Wedeln

Eigentlich ist es eine Provinzposse. Da wedelt eine „berühmt“-berüchtigte Heilbronnerin mit ein paar Geldscheinen und schon wedelt die Heilbronner Stimme mit dem Schwanz.

Dabei wird nicht einmal mit dem eigenen Geld gewedelt, sondern mit Diäten, was aber überhaupt nichts ausmacht, da ganz andere sich mit eingesparten Steuergeldern ihren Ruhm erkaufen.

Das Unschöne dabei ist aber, wie schnell man damit in Heilbronn wieder eine reine Weste erhält und zur lokalen Schickeria aufsteigt — egal, ob man vorher Nazihelden in den sozialen Medien gedenkt, oder gar, nur halbwegs versteckt, zum Mord und zum Putsch aufruft.

Es würde mich nicht mehr wundern, wenn ein solches Gebaren inzwischen ausreicht, um nun auch, bei so großer medialer Aufmerksamkeit, die Rede beim Hasenmahl — der traditionellen Heilbronner Armenspeisung — halten zu dürfen.

Buchmesse

Wenn man schon ein Buch schreibt und sich dann auch noch die Mühe macht, es selbst zu veröffentlichen, dann will man — zumindest ich — auch einmal auf einer Buchmesse vertreten sein.

Bei mir ist es wunschgemäß die Frankfurter Buchmesse, wobei ich, ganz erstaunt von den Kosten, einen Weg gefunden habe, mit dem ich gut leben kann.

So ist mein Buch „Europa ist für alle da!“ auf der Frankfurter Buchmesse 2021 in der Halle 3.1 G 88 am Livro Stand zu finden. Da ich selber noch ein oder zwei meiner Bücher vorrätig habe, erspare ich es mir, mein Buch in Frankfurt anzuschauen. Wer aber dort vor Ort ist, kann gerne ein Foto davon machen.

Der entsprechende Livro-Katalog, mit meinem Buch auf Seite 55, liegt dort zum Mitnehmen aus und, das ist das tatsächlich Gute daran, inzwischen auch in mehr als 7 000 Buchhandlungen vor.

Den Livro-Katalog gibt es aber auch „online“, und jetzt bin ich einmal sehr gespannt darauf, ob sich meine Verkaufszahlen in den nächsten Tagen signifikant erhöhen werden.

Frankfurter Buchmesse

Geburtstage des Tages

Ursula K. Le Guin und Thomas Michl


Beitragsfoto: Allee | © Shutterstock

19.10.02021 5 (2)

Beitragsfoto: Allee | © Shutterstock

Kirchhöfle

Wenn die Heilbronner Stimme über mein Heimatviertel schreibt, dann bin ich, aus sehr negativer Erfahrung heraus, grundsätzlich erst einmal sehr skeptisch.

Gerne verwenden — wie heute auch — die Redakteure das Wort Brennpunkt. Und zitieren dann auch Menschen, die von all dem Lärm und potentieller Gewalt völlig aus dem Häuschen, wenn nicht gar absolut überfordert sind. Was bin ich froh darüber, dass diese nicht mehr über mich, der mit all seinen Freunden dort noch richtig Krach gemacht hat, schreiben können. Kein Garagentor war vor uns sicher und die Autos oder Passanten mussten nicht nur den Bällen ausweichen — ok, um 19.00 Uhr war bei uns dann auch Schluss, denn da kam das Sandmännchen.

Eigentlich müssten wir doch froh darüber sein, dass sich unsere Jugend noch aus dem Haus traut und nicht vor den Computern und Spielkonsolen völlig versauert. Und wo Kinder und Jugendliche toben, ist es schon immer ein wenig lauter. Deshalb sollte es — gerade in einer Großstadt — möglich sein, dass unsere Jugend bis 22.00 Uhr einmal auch Kind sein darf.

Und was den Müll angeht, den findet man überall in Heilbronn schön und ausgiebig verteilt, außer vielleicht vor den Haustüren unserer höher dotierten Verwaltungsmitarbeiter, Gemeinderäte oder in einem selbsternannten Edelviertel.

Wie man dieses tatsächliche Problem lösen könnte, habe ich schon mehrfach geschrieben. Und anstatt von „Problemvierteln“ in Heilbronn, wäre es wohl angebrachter von den Problemen der Stadtverwaltung zu schreiben, mit den ureigenen Aufgaben fertig zu werden.

Stadtbücherei

Der Ausbau unserer städtischen Bibliothek ist schon längst überfällig. Ob er aber dazu führt, dass diese „universitäre“ Qualitäten erreicht, zweifle selbst ich als „Fan“ stark an, denn dazu benötigt man nicht nur eine adäquate Leserschaft, sondern auch sehr gut qualifiziertes Personal — und das ist bekanntlich sehr, wahrscheinlich uns auch zu teuer.

Ich würde mich schon alleine darüber freuen, wenn unsere Bücherei möglichst viele unserer ganz normalen Mitbürger anzieht und dabei vor allem die Kinder und Schüler der umliegenden Stadtteile.

Unsere Stadtbücherei — muss bei allen, durchaus auch nachzuvollziehenden, „Fimmeln“ von einzelnen Personen — in erster Linie und schwerpunktmäßig Teil der städtischen Grundversorgung sowie der Weiterbildung aller Mitbürger werden. Damit wäre schon sehr viel erreicht.

Vortrag

Heute war ich Gast der Grafenbergschule in Schorndorf. Die Klasse um Lehrerin Justine Kalb beschäftigte sich mit der Europäischen Union und hatte im Vorfeld meines Vortrages bereits Anliegen an die EU formuliert sowie Fragen über die EU zusammengestellt.

Das Überraschende für mich war, dass sich sämtliche Anliegen und Fragen erübrigt hätten, wenn es bereits einen europäischen Bundesstaat gäbe. Auf jeden Fall aber ist diese Schülergeneration in ihrem Denken und Fühlen schon wesentlich weiter als es meine eigene Generation jemals sein könnte.

So ist mein Fazit des Tages: Europa wächst zusammen, ob es manche wollen oder nicht.

Und auf morgen freue ich mich auch, denn da darf ich wieder in meiner alten Grundschule vorlesen.

Geburtstag des Tages

Philip Pullman


Beitragsfoto: Rathaus Heilbronn | © Shutterstock

16.10.02021 5 (1)

Beitragsfoto: Rathaus Heilbronn | © Shutterstock

Erwachsen

Zum ersten Mal seit Jahrzehnten scheint es so, dass sich die Junge Union tatsächlich etwas emanzipiert. Zwar hatten sie es noch nie so richtig mit Inhalten — schon in den 1970er-Jahren glänzten sie eher mit „Riverboat-Parties“ als mit programmatischer Arbeit –, dafür wussten sie aber immer ganz genau, wer für das gerade zu vergebende Amt am geeignetsten ist.

Zuletzt glänzten sie nur noch mit ihrem gerne zelebrierten Personenkult, den sie je nach Regionalität unterschiedlich auslebten und meist kurz vor Wahlen auf einen Kandidaten konzentrierten.

Jetzt — gleich nach mehreren Wahlniederlagen — fangen sie tatsächlich an, an dem einen oder anderen Stuhl zu sägen, wobei auch Markus Söder, der sich zum besten CDU-Parteifreund — noch vor Sebastian Kurz — aller Zeiten entwickelt hat, sein Fett wegbekommt. Wer weiß, vielleicht ist es der Beginn, dass sich die Junge Union nun auch einmal für die Person hinter der Fassade interessiert und, man wagt es kaum zu denken, anfängt, sich mit Inhalten zu beschäftigen — aber bitte nicht erneut der von Gläsern und Flaschen aller Art.

Toilette

Die positive Nachricht des Tages stand ebenfalls in der Heilbronner Stimme. Der erste Heilbronner Busbahnhof — jener in der Karlstraße — bekommt jetzt eine öffentliche Toilette.

Damit wird ein seit Jahren untragbarer und ganz offensichtlich auch stadtbekannter Zustand in der Nähe des neu gestalteten Stadtgartens behoben. Hoffen wir nun darauf, dass diese Toilettenanlage dann auch geöffnet bleiben und betrieben wird.

OB-Wahl

Mit vorheriger Ansage entscheidet sich Heilbronn für den weiteren Stillstand, welcher bekannter Weise immer auch ein Rückschritt ist.

Nachdem sich der Gemeinderat erneut für den bequemsten Weg entschieden, sich selbst „enteiert“ und dazu noch ein eine millionenschweres Wahlkampfpaket für den Amtsinhaber geschnürt hatte, und dieser jetzt die Gelder pressewirksam und sehr gezielt in der Stadtgesellschaft verteilen kann, steht einem Wahlsieg wohl nichts mehr im Wege.

Schon etwas länger schreibt sich die Heilbronner Stimme entsprechend die Finger wund, und die nächsten Einweihungsfeiern für städtische Bauprojekte sind auch schon geplant.

So ist er Rest nur noch reine Formsache. Der Gemeinderat hat nun neun Mitglieder des Gemeindewahlausschusses gewählt. Den Vorsitz übernimmt der Erste Bürgermeister Martin Diepgen.

Am Samstag, 13. November 2021, beginnt die Frist zur Einreichung der Bewerbungsunterlagen, welche am Montag, 10. Januar 2022 um 18.00 Uhr endet. Keine Partei wird einen eigenen Kandidaten — und schon gar keinen Fachmann von außerhalb — ins Rennen schicken.

Der Wahltag ist dann am Sonntag, 6. Februar 2022.

Das einzige, was jetzt noch spannend ist, für welchen dann zu versorgenden lokalen Parteibuchinhaber sich der Gemeinderat 2030 entscheiden wird — die Hinterzimmergespräche laufen bestimmt schon.

Geburtstag des Tages

Oscar Wilde