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27.10.02021 5 (1)

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Abellio

Langsam aber sicher kehren auch bei uns im Südwesten Berliner Verhältnisse ein. Außer vielleicht die Verantwortlichen, wusste wahrscheinlich jeder, dass das mit der Firma Abellio und der Frankenbahn nicht funktioniert. Wer weiß, da es sich um die Frankenbahn handelt, wird das Ganze wohl von Stuttgart aus absichtlich und mit Schwung gegen die Wand gefahren?

Und jetzt kommt was ebenfalls zu erwarten war, eine für den Steuerzahler sehr kostspielige Rettungsaktion. Und danach die nächste und so weiter und so fort. Als nächstes wird in Stuttgart ein weiteres Ministerium geschaffen, nämlich das für Pleiten, Pech und Pannen, zur besseren Abwicklung unserer gesamten Wirtschaft.

So muss man sich auch nicht mehr darüber ärgern, dass demnächst die Stadtbahn bei Heilbronn für ein Jahr stillgelegt werden wird. Stellen wir uns schon jetzt darauf ein, dass auch die Stadtbahn ein paar Jährchen nicht mehr funktionieren wird.

Vorwarnstufe

Bei einer COVID-19 Inzidenz von gut 200 alleine in Heilbronn, muss man sich nicht wundern, wenn der Gesundheitsminister des Landes warnt, dass die Corona-Vorwarnstufe bald erreicht sei und die Intensiv-Betten in unseren Krankenhäusern knapp werden.

Glücklich jene, die dann nicht schwer krank werden und dringend intensive ärztliche Betreuung benötigen. Leider wird es dann wohl wieder so sein, dass es die Falschen erwischt, nämlich jene, die sich um unsere Gesellschaft bemühen und alles machen, damit diese auch funktioniert — leider aber zur ungünstigsten Zeit selber krank werden.

Es würde mich nicht mehr wundern, wenn viele der sogenannten Impfskeptiker nur noch darauf warten, dass ihnen der Staat für das Impfen einen Ballermannurlaub spendiert.

Wahlleiter

Gestern durfte ich bei der Europäischen Bewegung die Wahlleitung übernehmen. Eine Aufgabe, die ich immer wieder und gerne mache.

Zum Schluss gab es dort dann noch einen Bericht aus der aktuellen Ratspräsidentschaft, die übrigens Slowenien inne hat. Dabei war der Westbalkan, wie auch zu erwarten, erneut ein Thema. Allerdings nur eines von vielen, wobei die Herausforderungen wie eine gemeinsame Energiepolitik oder eine Modernisierung unserer Kommunikationsstrukturen den Schwerpunkt bildeten.

Geburtstag des Tages

Theodore Roosevelt


Hasen

26.10.02021 5 (2)

Hasen | © Pixabay

Krematorium

Die Sanierung unseres Krematoriums — auch wenn diese etwas teurer werden wird — ist eine notwendige und längst überfällige Angelegenheit. So ist die jüngste entsprechende Entscheidung des Gemeinderats nur zu begrüßen. Der städtische Bauausschuss hat gem. eines Artikels der Heilbronner Stimme (26.10.2021: 25) erst kürzlich der überfälligen Sanierung der Technik in Höhe von 1,75 Millionen Euro zugestimmt.

Und dass sich damit letztendlich auch noch Geld erwirtschaften lässt, ist für den städtischen Haushalt eine gute Sache; wir können doch nicht immer nur vom drauflegen leben.

Krematorium Heilbronn (2018)

Klingenäcker

Nicht erst seit den 1970er-Jahren stehen die Klingenäcker bei den Sontheimern als Baugebiet hoch im Kurs. Dass nach all den Jahrzehnten so langsam aber etwas Schwung in diese Angelegenheit kommt, lässt hoffen. So werden die Enkel oder Urenkel der ersten bauwilligen Einheimischen wohl doch noch zum Zuge kommen — wenn die Stadtverwaltung nicht wieder einmal etwas vergessen hat.

Die Idee allerdings, dass man uns Steuerzahler hierbei in die Pflicht nimmt — als Entschädigung für die Bauwilligen sozusagen — halte ich dennoch für falsch.

Nachtrag:

Johanna hat mich auf diesen Artikel in SWR Aktuell (28.10.2021) aufmerksam gemacht: Baubeginn verzögert sich seit 40 Jahren: Starke Kritik an der Stadt Heilbronn

Westbalkan

Ohne Frage zählen die Länder des Westbalkans zu Europa, ob sie aber zur Europäischen Union gehören, darf zumindest derzeit in Frage gestellt werden. Und so wie sich diese Länder, trotz massiver finanzieller und organisatorischer Hilfen der EU, entwicklen, werden sie auch zukünftig wohl kaum Teil der EU werden können — zumindest dann nicht, wenn sich die EU an die eigenen Verträge hält sowie sich an unseren europäischen Werten orientiert.

Was geschieht, wenn sich unsere verantwortlichen Politiker weder um unsere Werte noch um unsere eigenen Verträge scheren, sieht man derzeit ganz gut an den ehemaligen sowjetischen Satelliten. Diese drohen bereits offen mit Krieg, wenn die europäischen Steuerzahler ihnen nicht, wie bisher, die Milliarden ohne jegliche Gegenleistung zukommen lassen.

„Wenn sie den Dritten Weltkrieg beginnen, werden wir unsere Rechte mit allen uns zur Verfügung stehenden Mitteln verteidigen.“

Mateusz Morawiecki, polnischer Regierungschef und selbsternanntes „Opfer“

Deshalb müssen wir nicht nur für den Westbalkan, sondern auch für die Unrechtsstaaten innerhalb der EU dringend eine Lösung finden, wenn wir nicht alle Errungenschaften, darunter auch unseren Wohlstand, der letzten Jahrzehnte wieder verlieren möchten.

Unsere Parlamente, besonders aber das Europäische Parlament, sind gefragt, endlich Lösungen zu präsentieren. Entweder schaffen sie es, dass der ehemalige Ostblock — mit Ausnahme der Balten — die EU schnellstmöglich wieder verlässt, oder aber — meine präferierte Lösung — unser Kerneuropa entwickelt sich weiter zu einem Bundesstaat, und der Rest bleibt in einer Art EU-Wirtschaftszone aber ohne größere Transferzahlungen und Institutionen zurück.

Wir erinnern uns: die EU ist eine demokratische Wertegemeinschaft und kein Sammelbecken von Menschenschindern und Kriegstreibern!

Geburtstag des Tages

Helmuth von Moltke


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23.10.02021 5 (3)

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Kassenprüfer

Seit ich denken kann, bin ich in Vereinen tätig. Das gehört zumindest noch in meiner Generation einfach mit dazu. Und selbst wenn man zum eigenen Lebensende hin, die eine oder andere Mitgliedschaft überdenkt, wird man doch wohl nicht ohne eine Vereinsmitgliedschaft bleiben.

Und wenn man schon in einem Verein Mitglied ist, dann kommt es auch immer wieder vor, dass man sich doch ein wenig mehr einbringt, als man es vielleicht vorher beabsichtigt hatte. Für mich waren dabei aber zwei Dinge immer wichtig: bitte kein Schatzmeisteramt und schon gar nicht Kassenprüfer. Wohl dem Alter geschuldet, blieb es mir letztendlich dann doch nicht erspart und so wurde ich vor ein paar Jahren in einem Verein dann doch noch ein Kassenprüfer.

Was heute zur Folge hatte, dass ich mich durch Kassenbelege und Konten wühlen durfte. Und so langsam fällt es mir auch immer einfacher — Übung gehört halt überall mit dazu.

Und wenn ich dann — nur in meinen Gedanken — darüber hadere, warum ich mich doch darauf eingelassen habe, antwortet meine andere Hirnseite, dass mir dafür doch ein Schatzmeisteramt erspart geblieben ist. So muss ich jetzt, da ich mich durch die vorliegenden Unterlagen wühle, daran denken, wie viel Aufwand und Mühe sich die ehrenamtlichen Schatzmeister im Allgemeinen und die gerade von mir „geprüfte“ im Besondern machen.

Dafür kann man ihnen gar nicht genug danken! Selbst bei einem kleinen Verein ist es eine ziemlich zeitintensive Aufgabe, die auch beständig erfüllt werden muss. Und dann kommen noch die Kassenprüfer und schauen sich das Ganze an, ob nicht doch wo eine Buchung vergessen wurde oder gar ein Beleg fehlt.

Ich finde, für solch ein Ehrenamt muss man geboren sein und es wundert mich nicht, dass es immer mehr Vereinen an potentiellen Schatzmeistern fehlt und manche bereits gar keinen mehr unter ihren Mitgliedern werben können — ganz im Gegensatz zu den Präsidenten- und Vorsitzendenpositionen.

So, meine ehrenamtliche Arbeit als Kassenprüfer ist für dieses Jahr getan. Ich konnte, wie zu erwarten, nichts beanstanden. Unsere Schatzmeisterin hat erneut erstklassige Arbeit geleistet — so wie in den vergangen Jahren auch.

Stadtgärtner

Bekanntlich sind es nicht die Anschaffungskosten, die zu Buche schlagen, sondern vielmehr der Unterhalt. Das ist auch so bei unserem Stadtgrün. Im Gegensatz zu unserem Stadtwald, den ich viel lieber nachhaltiger bewirtschaftet sähe, anstatt jede nur sich bietende Gelegenheit zu nutzen, um mit Bäumen Geld zu verdienen, stehen die Parkanlagen, Wiesen und sonstiges Grün innerhalb der Stadt im besonderen Fokus der Betrachtung — vor allem, weil wir Heilbronner unseren Müll liebend gerne überall liegen lassen, außer zuhause in unseren Mülleimern.

So werden wir auch weiterhin immer höhere Kosten für das Stadtgrün zu erwarten haben, insbesondere da sich die Klimaveränderung in den kommenden Jahren drastisch auf unsere Stadt auswirken wird.

Deshalb muss man schauen, wo man Einsparungen tätigen kann. Bei der Lektüre der entsprechende Ausgaben in der Heilbronner Stimme fielen mir sogleich 50 000 Euro Steuergelder für Öffentlichkeitsarbeit auf, die man ohne weiteres einsparen kann. Unsere Stadtgärtner machen eine gute Arbeit und das ist Öffentlichkeitsarbeit genug. Hier sollte die Stadtverwaltung endlich anfangen, Steuergelder nicht ständig zweckzuentfremden. Unsere Wiesen werden nicht grüner, wenn sich eine Werbeagentur darum kümmert.

Wir sollten endlich auch die Verursacher von Schäden und Verunreinigungen in die Pflicht nehmen. Dabei müssen wir unbedingt auch die Kosten für die Verursacher drastisch erhöhen! Und vor allem, wir müssen diese auch einmal zur Kasse bitten und nicht immer darüber hinweg schauen, wie diese Dreckschweine unsere Stadt verschandeln.

Notiz am Rande:

Vor Kurzem konnte ich noch lesen, dass wir über 40 000 Stadtbäume (ohne Stadtwald) verfügen. Jetzt lese ich von 50 000. Würde mich mal interessieren, wer hier klammheimlich und völlig kostenfrei 10 000 Bäume gepflanzt hat? Solche Bürger sollte man auszeichnen!

Privatschulen

Auch bei uns in Heilbronn schießen die Privatschulen wie Pilze aus dem Boden. Dies zeigt zwei Dinge, nämlich erstens, dass sich damit wunderbar, einfach und zukunftssicher gutes Geld verdienen lässt, und zweitens, dass wir alle — den wir haben die dafür Verantwortlichen immer wieder mit großer Begeisterung gewählt — unser ursprünglich sehr gutes Schulsystem an die Wand gefahren haben.

Und wozu das Ganze führt, können wir in anderen Ländern gut beobachten.

Jene, die Geld haben, für Ausbildung Schulden machen oder aus irgend welchen Gründen dann auch immer gefördert werden, können auf Privatschulen zurückgreifen und erhalten — je nach Bezahlung, weniger nach Intelligenz oder Leistung, einen entsprechenden Schulabschluss.

Jene, die sich nicht kümmern oder nicht zu einer sich künftig in unserer Gesellschaft herausbildenden ganz bestimmten „Klasse“ gehören, müssen auf die staatlichen Schulen zurückgreifen, die dann — weil für den Pöbel — immer mehr zerfallen und kaum noch ausreichend wie auch qualifizierte Lehrer vorweisen können.

Wir Steuerzahler müssen zum Schluss dann mehr Schulen finanzieren als unbedingt notwendig oder überhaupt nötig, und zudem mit ansehen, wie mit unseren Steuergeldern unsere offene und ehemals chancengleiche Gesellschaft beerdigt wird.

Leider ist das Ganze nur ein Teil des Problems. Jetzt werden schon gemeinnützige Vereine gegründet, die den Zweck haben, ihren Mitgliedern Einkommen zu generieren, und die sogenannte ehrenamtliche Arbeit wird immer mehr zu einem lukrativen Nebeneinkommen, wenn nicht gar zum hauptsächlichen Lebensunterhalt — schauen wir nur mal in Richtung Hilfsorganisationen, Kirchen und Parteien.

Dabei wäre es zumindest bei unseren Schulen so einfach. Wir könnten die öffentlichen Schulen wieder zu richtigen Bildungspalästen machen, denen man dies schon beim Gebäude ansieht und unserer Lehrerschaft — die sich noch bereiterklärt, im öffentlichen Schulsystem zu dienen — auch das nötige Renommee zuerkennt.

Dafür müssen allerdings sämtliche Steuergelder ins öffentliche Schulsystem fließen und zudem die Städte und Gemeinden verpflichtet werden, für zeitgemäße und auch repräsentative Schulgebäude zu sorgen, die allen Mitbürgern den Stellenwert von Ausbildung und Bildung vor Augen führen.

Bildung ist keine Privatangelegenheit — Bildung ist Bürgerpflicht! Und damit ist Bildung die vordringliche Aufgabe unserer Gemeinden bis hin zur Ebene der Bundesrepublik.

Mehr Bildung führt zu weniger Sozialausgaben auf der einen Seite und zu höherem Steueraufkommen auf der anderen Seite. Damit ist Bildung eine Win-Win Angelegenheit!

Außer für jene, die „vom Helfen leben“.

Geburtstag des Tages

Felix Bloch