Drei Mülleimer

31.5.02026 5 (7)

Beitragsfoto: Drei alte Mülleimer und ein verbrauchter Besen | © Pixabay

Meta

Passend zu meiner kommenden Vorlesung beschäftigt sich Detlef Stern mit der Metaebene. Spannend für mich dabei, dass die Metabene Thema meiner allerersten Vorlesung bereits Ende der 1980er-Jahre war und nun wohl auch mit zu einer meiner allerletzten Vorlesungen gehört. Der Kreis scheint sich zu schließen, zumindest auf der Ebene 42.

Wir leben schon immer in einer mehrdimensionalen Welt, wobei es Mathematiker schaffen, sich selbst zumindest gedanklich in unendlich dimensionalen Räumen zu bewegen. Für mich waren drei Dimensionen zwar noch nie ausreichend, dennoch habe ich Probleme gedanklich mit mehr als fünf zurecht zu kommen. Aber dennoch, bei all den Schwierigkeiten mit der Dimensionalität unserer eigenen Existenz dürfte es keinem weiterhelfen, wenn man sämtliche Probleme dieser Welt eindimensional betrachtet.

Mancher Leser wird sich nun fragen, was gleich mehrere Metaebenen mit unseren zumindest vier Dimensionen zu tun haben. Auch hierbei kommt es auf die Betrachtungsebene an, ob man z. B. einen mathematischen oder einen philosophischen Ansatz hat. Ich fand das Herausarbeiten von Unterschieden wie auch Gemeinsamkeiten beider Bereiche stets für hilfreich.

Was mich nun noch zu einem Film von Federico Fellini führt, nämlich zu „Otto e mezzo“ aus dem Jahr 1963. Marcello Mastroianni und Claudia Cardinale sind wieder mit dabei. Dazu noch Anouk Aimée und Sandra Milo. Man muss Fellinis Filme richtig lieben, um sie auch nach Jahrzehnten noch anschauen zu können.

Auf alle Fälle widerspricht Federico Fellini dabei jeglicher Eindimensionalität und stellt zudem einen altbekannten Lehrsatz von Cyprian von Karthago in Frage: „Extra ecclesiam nulla salus.“ — was übrigens auch für Hochschulen gelten dürfte.

Vermischtes

Gestern waren wir noch auf einem Polterabend. Leider aber ohne Poltern. Und ich hatte mich schon gefreut, das eine oder andere Service sinnvoll loszuwerden. Dafür saßen wir eine ganze Zeit lang in der prallen Sonne und ich konnte mich auch wieder etwas im Zapfen üben. Leider aber musste ich dafür Gabriela Lena Franks „El Último Sueño de Frida y Diego“ sausen lassen. Was mir wieder einmal zeigte, dass man im Leben nicht alles haben kann.

Während ich diese Zeilen schreibe, liegt mir meinen Enkelin im wahrsten Sinne des Wortes vor den Füßen; sie befindet sich auf der Rückreise von einem ganz anderen Familientreffen und hält nun ein Nickerchen.

Spannend auch wie viele meine Rundschreiben bis zum Ende lesen. Ich bekam bis dato sechs Anmeldungen für einen Landtagsbesuch und den Hinweis, dass sich dieser Termin mit einem anderen überschneidet — das ist mir bewusst und … man kann im Leben nicht alles haben. Aktuell liegt die Öffnungsrate bei 42,86 % und damit unter dem Schnitt.

Manchmal wäre es gar nicht schlecht, wenn lokale Banken sich erst einmal um ihr ureigenes Geschäft kümmern anstatt eine Party, Konzert, Vortragsveranstaltung oder Ausstellung nach der anderen zu schmeißen. Was aber ganz gut zeigt, wie unnötig die meisten Banken heute geworden sind. Nicht nur, dass sie das Geld anderer Leute mit vollen Händen aus dem Fenster werfen, sie zerstören anderen Berufsgruppen auch noch deren Lebensgrundlagen.

Interessant auch, dass ich mit einer Schwiegertochter die Müllentsorgung zum Thema hatte. Sie sind jüngst in ein anderes Bundesland gezogen und wurden bisher noch nicht über die örtlichen Gepflogenheiten der Müllentsorgung informiert — learning by doing. Auch die Pfarrer, ob katholisch oder evangelisch, kamen bisher noch nicht vorbei — es reicht heutzutage völlig aus, dass man seine Kirchensteuern bezahlt.

Zurück zum Müll, meine Schwiegertochter hat nun durchaus Verständnis dafür, dass Neubürger, vor allem jene, die aus Müllkulturen stammen, mit unseren durchaus sehr komplexen Müllentsorgungstraditionen so ihre Schwierigkeiten haben. Vor allem dann, wenn diese schon mit der deutschen Sprache völlig überfordert sind oder sich mangels Internet nicht mit den unzähligen städtischen Müllentsorgungswebsites auseinandersetzen können.

Was ich dabei gelernt habe ist, dass in Rheinland Pfalz Windeln nicht in den Restmüll kommen, sondern mit extra Windelbeuteln gesammelt zweiwöchentlich entsorgt werden müssen — was vielleicht auch wieder nur eine lokale Eigenart sein könnte.

Bei all den Schwierigkeiten, die wir uns immer wieder selber bereiten, nur um unsere unzähligen Scheinarbeiter bei Lust und Laune zu halten, ist es verständlich, dass wir keine Zeit und keine Ressourcen mehr haben, um uns mit den wirklichen Problemen und Herausforderungen dieser Welt auseinanderzusetzen.

Waste Watcher

Unendliche Müllberge, unhygienische Zustände und unzufriedene Bürger. Vor gut sechs Jahren hatte ich hier im Blog über Müll-Sheriffs geschrieben. Bereits 2019 hatte ich von der Stadtverwaltung mehr Initiative gefordert und um saubere Straßen gebeten. Nun nach jahrelangen und endlosen Bürgerklagen fängt die Stadtverwaltung einmal an zu reagieren. In einem hoffentlich ersten Schritt gibt es bei uns zumindest Müllbeobachter, deren erste Maßnahmen Presseartikel und Fernsehauftritte sind. Unser OB weiß, wie man Bürger glücklich macht: wir kommen im Fernsehen!

Dann war da auch noch was mit einem Heilbronner Porno-Sternchen und wir geben Unsummen aus, um einen Wal — ok, für nicht Eingeweihte: einen Buckelwalkadaver, also einen toten Wal — zu obduzieren. Bisher dachte ich, dass man das nur bei Leichen macht.

Und irgendwie passt es auch ganz gut dazu, dass die FDP einen Parteitag hatte. Nun ist Wolfgang Kubicki dort angekommen, wo er schon immer sein wollte: Totengräber der eigenen Partei. Ich kenne ihn noch als Judo, der schneller seine Überzeugung wechselte als ich gucken konnte.

Treppenwitz am Rande, Deutschlands beste Militärexpertin (alles mit dem Mund) kandidierte gegen ihn. Was man nicht so alles macht, um nochmals in der Zeitung zu stehen.

Nun baue ich darauf, dass es unsere neuen „Waste Watcher“ schaffen, auch einmal den Müll wegzuräumen, zumindest weggeräumt zu bekommen; Bird Watcher bringen übrigens keine Singvögel um die Ecke und räumen diese auch nicht weg.

Mit dem Englischen haben wir in Deutschland so unsere Probleme; demnächst gehen wir allesamt wieder zur Leichenschau, um gemeinsam Fußball zu gucken. Wir Deutschen lieben einfach den Müll, Fäkalien sowieso — das ist ein uralter Toilettenwitz — und neuerdings sogar schlechten Fußball.


Kinobesucher

18.5.02026 4.6 (9)

Beitragsfoto: Kinobesucher | © Amit Kumar auf Pixabay 

Vermischtes

Michael Kalina schreibt heute übers Schreiben und über Software. Ein etwas nerdiger Beitrag für Blogger und Softwareentwickler, wobei ich nun auf die morgige Stellungnahme von Detlef Stern gespannt bin. Was mich nun wieder daran erinnert, dass ich noch eine Vorlesung vorzubereiten habe. Sobald man sich selbst daran erinnern muss, sollte man auch einmal darüber nachdenken, ob es überhaupt noch erinnerungswert ist — die Welt dreht sich beständig weiter.

Heute bin ich noch auf einen Beitrag von Matt Sephton gestoßen, der eine schon etwas ältere Diskussion zwischen Detlef Stern und mir wohl rein zufällig weiterführt: „Fits on a Floppy“ (April 2026).

Passend zu meiner Zersiedelungserfahrung sind die hoffnungslosen Bemühungen unserer Politiker mit Unsummen an Steuergeldern Hightech-Jobs in den neuen Bundesländern zu schaffen. Laut Spiegel kostet so ein Job rund eine Million Euro. Und da wir dafür die notwendigen qualifizierten Arbeiter aus China, Indien oder Afrika herbeischaffen müssen, zeigen wir den dort lokal verbliebenen Einwohnern wie überflüssig sie eigentlich sind und fordern sie regelrecht dazu auf, jene Parteien zu wählen, die jedem Deppen einen geeigneten Job zu verschaffen versprechen.

Und da diese Parteien nur an ihren Versprechen gemessen werden und bei einer erfolgreichen Wahl nie liefern werden müssen, haben die Totalitaristen bei einem solchen Wettbewerb eindeutig einen Startvorteil: wir werden dies 2026 in Sachsen-Anhalt und in Mecklenburg-Vorpommern sehen können.

Es gibt Gründe, warum sich die DDR 40 Jahre halten konnte, schon alleine weil die dort verbliebenen Staatsbürger es genau so wollten. Wenn wir die neuen Länder retten wollen, müssen wir entweder mit diesen zusammen eine ehrliche Politik umsetzen — auch wenn es sehr weh tut — oder den verbliebenen Ostdeutschen ausreichend Neubürger zur Verfügung stellen, damit sie weiterhin versorgt sind. Tief im Innern wissen dies die „Ossis“ schon sehr lange und wollen wieder in die DDR oder einen anderen Totalitarismus zurück, der ihnen wenigstens das Denken erspart.

Den vielen denkenden, erfolgreich arbeitenden und im Osten verbliebenen Mitbürgern muss dies alles sehr weh tun! Demokratie ist schwierig und schmerzt meist auch noch richtig, das wissen wir „Wessis“ schon sehr lange — zumindest die denkenden Exemplare. Wir wissen aber auch, zumindest bis dato noch, dass es keine vernünftigen Alternativen dazu gibt.

Heute Morgen war ich wieder mit dem meseno-Bus unterwegs. Der Bus war randvoll getankt. Ob einer der Fahrer meine Blog-Beiträge liest? Eigentlich auf der Strecke nichts Neues, die Brücke zum künftigen Weltzentrum der IT nimmt so langsam Formen an. Der Neubau einer Mehrzweckhalle überdeckt die damit einhergehende weitere Zersiedelung unseres Landes.

Seit Jahrzehnten nimmt unsere Bevölkerung ab, sämtliche Zuzüge verlangsamen diese Entwicklung nur ein klein wenig, aber auch nur dort, wo die Lebensverhältnisse günstiger sind als in der ostdeutschen Pampa. Man könnte nun versucht sein, dieser Entwicklung verantwortlich zu begegnen und die Infrastruktur entsprechend anzupassen — was meist den Rückbau bedeutet. Man könnte dies positiv mit einem notwendigen Renaturieren kombinieren und begleiten.

Wir betonieren aber lieber die letzten verbliebenen attraktiven Flecken in unserem Land zu und machen aus jedem halblebigen Dorf nun eine scheintote Stadt. Selbstverständlich erwarten wir dabei, dass nun auch der letzte Misthaufen einen eigenen Autobahnanschluss, Feuerwehr, Polizei und Krankenhaus erhält. Selbst jene Bürger, die in ein abgelegenes Bergdorf ziehen, erwarten kurz darauf, dass der nächste Flughafen keine fünf Minuten entfernt ist. Und wenn die Politik nicht sofort liefert, wählt man wieder die Nazis, denn jeder Depp weiß, dass die die Autobahnen erfunden haben.

In der Zwischenzeit hat es meine bessere Hälfte nach Biberach geschafft und konnte dort eine Preisverleihung vornehmen — die kleinen Künstler waren begeistert. Den entsprechenden Artikel stelle ich spätestens morgen online.

Kinoabend

Gestern Abend bin ich kurz entschlossen in den zweiten Teil von „The Devil Wears Prada„ (2006). Ich fand den ersten Teil amüsant und glaubte damals, dass er die Oberflächlichkeit unserer Welt ganz gut aufzeigt. Ich fand dabei, dass Meryl Streep, die mir in „Kramer vs. Kramer“ (1979) und „Sophie’s Choice“ (1982) ganz gut gefiel, auch in oberflächlichen Rollen gut sein kann. Sehr wahrscheinlich sah ich den Film auf einem Flug in die USA, was ihn sicher attraktiver machte als er es auf dem Boden gewesen wäre; manche kennen noch den Tomatensafteffekt.

Im zweiten Teil übertraf sie sich selbst, so wie der Film noch an Oberflächlichkeit zunehmen konnte. Selbst die vermeintlichen Tiefen strotzen nur so davon. Dafür konnte sie mich zuvor in „Julie & Julia“ (2009) und in „Don’t Look Up“ (2021) wieder etwas mehr begeistern.

Das einzige Bemerkenswerte heute im Film war, dass David Frankel, der auch für diese kaum sehenswerte Fortsetzung verantwortlich zeichnet, mindestens je ein echtes Wrack aus der Musik-, der Mode-, der Sport- und der Laufstegindustrie vor die Kamera bekam — was dem Film auch nicht besser macht.

Um mich ein wenig zu erholen, habe ich mit „What We Did on Our Holiday“ (2014) nachgelegt. Andy Hamilton and Guy Jenkin schufen eine nette Komödie — ganze 95 Minuten Entspannung pur. Rosamund Pike gefällt mir dabei zum ersten Mal so richtig gut — Komödien dürften ihr einfach besser liegen.

Frankenbahn

Nun ist es amtlich. Es wird weniger Verbindungen von Heilbronn nach Stuttgart geben. Auch im Abschnitt Heilbronn – Würzburg hat sich nichts gebessert.

Als Befürworter von Stuttgart 21 hatte ich mich im Vorfeld kundig gemacht und mich dazu auch noch bei meinen Volksvertretern rückversichert. Heute muss ich nun akzeptieren, dass, zumindest was die Frankenbahn betrifft, die S21-Gegner recht behalten haben.

Traurig dabei, dass sich seit 2005, als ich mich in meiner Funktion als Kreisvorsitzender begann mit dem Thema auseinanderzusetzen, keine positive Veränderung abzeichnet — dies sind nun auch schon 21 Jahre. Noch trauriger, dass mich dabei unsere regionalen Volksvertreter eigentlich nach Strich und Faden belogen haben. Einzig und alleine als einmal ein Zwischenhalt in Lauffen gefährdet war, haben sich ein oder zwei Abgeordnete ein klein wenig engagiert. Bei den jeweiligen Abstimmungen im Bundestag (Bundesverkehrswegeplan) und wohl auch im Landtag stimmten sie anders ab als sie es ihren Wählern im Vorfeld versprachen.

Inzwischen bin ich so alt, dass mich selber weder die Frankenbahn, schon gar nicht mehr die Gäubahn, noch Stuttgart 21 betreffen. Was bleibt ist der bittere Nachgeschmack, dass man sich auf seine Volksvertreter nicht verlassen kann. Ich weiß, es gibt immer und bestimmt auch weiterhin sehr positive Ausnahmen, nur ändert das überhaupt nichts am Gesamtergebnis!

Dies könnte mit ein Grund dafür sein, dass sehr viele Deutsche immer demokratiemüder werden, und dabei haben wir 1945 bereits auf einem sehr niedrigen Niveau begonnen.

Eine kleine Anmerkung am Rande: da Heilbronn bereits in den 1980er-Jahren sehr schlecht bahntechnisch angebunden war, musste ich als Nah- und vor allem als Fernpendler schon alleine deswegen meinen Hauptwohnsitz von Heilbronn wegverlegen.

Vor ein paar Jahren bin ich mit der Familie wieder voll und ganz nach Heilbronn zurückgekehrt. Meine beiden Söhne haben in Folge davon versucht, ebenfalls von Heilbronn aus zu pendeln, erst zum Studium und später dann zum Beruf — vergeblich. Das einzig Spannende dabei ist, dass ich ihnen im Vorfeld bereits sagen konnte, wo sie mit der Bahn hängen bleiben werden — nicht weil ich über hellseherische Kräfte verfüge, sondern einfach nur, weil sich in gut vierzig Jahren nichts verändert hat; das ist wohl der Konservatismus auf den wir in Baden-Württemberg so mächtig stolz sind.


Fediverse Reactions
Blogger

8.5.02026 5 (7)

Beitragsfoto: Blogger | © Shutterstock

Nur mal so

Immer öfters stellen selbst Abgeordnete des Europäischen Parlaments die Tatsache in Frage, dass sich Europa seit 1945 nicht mehr alleine verteidigen kann. Der lange Atem der Nationalisten und Superstaateuropäer wirkt sich nun auch bei politisch denkenden Menschen aus.

Passend zum 8. Mai bildete sich nun eine fraktionsübergreifende Abgeordnetengruppe, die Europa wieder einmal zu einem Superstaat machen möchte. Noch vor Kurzem hat der NATO-Generalsekretär Mark Rutte die Abgeordneten darauf hingewiesen: „If anyone here thinks that the European Union, or Europe as a whole, can defend itself without the US, keep on dreaming.“

Die Faktenlage gibt und wird auch zukünftig Mark Rutte recht geben. Schon alleine die fehlenden Ressourcen, besonders an qualifizierten Soldaten und ausreichend wehrfähigen Männern, machen alles, was über Grenzscharmützel oder „Strafaktionen“ in Afrika hinausgeht, von Anfang an nicht siegreich ausführbar. Selbst eine von mir seit Jahrzehnten geforderte Roboterisierung greift dabei zu kurz. Europa wird nie und nimmer in der Lage sein, um alleine den Weltraum oder gar den Mond zu beherrschen, was seit spätestens der 1950er-Jahre eine zwingende Voraussetzung in einem globalen Konflikt ist.

Und so attestiere ich jenen, die nun eine europäische oder gar deutsche Souveränität (jüngst sogar Weltraumtruppen) fordern und anstreben, entweder Totalitaristen zu sein oder einfach auch nur sich und die eigenen Geldgeber hemmungslos bereichern zu wollen — die in der Schwebe stehende Billionen Euro an künftigen Verteidigungsausgaben machen besonders schwache und meist ungediente Menschen völlig hemmungslos.

Vermischtes

Da möchten unsere Abgeordneten einmal ein klein wenig bei sich selber sparen und schon läuft Jens Spahn zur Höchstform auf. Mancher wurde einfach nur deshalb Volksvertreter, weil man sich dabei am einfachsten selber bereichern sowie ganz ohne eigenes Zutun dumm und dämlich verdienen kann. Die Bezüge im Bundestag erhöhen sich regulär zum 1. Juli 2026 von 11.833 Euro auf 12.330 Euro.

Neckarsulm stoppt den Glasfaserausbau durch GigaNetz, da diese Firma ein unsicherer Vertragspartner sei. Nicht erst als der Heilbronner OB jedem Heilbronner schriftlich empfohlen hat, dass man doch einen Vertrag mit dieser Firma abschließen solle, weiß eigentlich jeder, dass man der nicht trauen darf und kann. Mich haben deren Werber an der Haustüre den letzten Nerv geraubt. Das Ganze toppte mit der Aussage, dass die Stadt Heilbronn sicherstellen würde, dass ich nie Glasfaser bekäme, wenn ich nicht bei GigaNetz unterschriebe.

Seit gestern habe ich ein funktionierendes Glasfaser der Telekom; wenn deren „Bürokratie“ nicht wäre, könnte ich ohne Wenn und Aber voll zufrieden sein. Was ich sicherlich bin, sobald ich das ganze Tohuwabohu mit den Verträgen und den Leihgeräten hinter mir habe. Auf alle Fälle habe ich gelernt, dass es nervensparender ist, wenn man sich keine Leihgeräte anschafft; selbst dann, wenn mir die Telekom weiterhin mitteilt, dass sie es nur mit eigenen Geräten so richtig gut könne.

Aktuell schlagen die Populisten bei uns wieder einmal so richtig zu: die Kampfhundesteuer. Unabhängig davon, dass dies ein sehr rassistischer Blick auf Hunde ist, der viel mehr über jene aussagt, die solche Einteilungen überhaupt vornehmen, sind Hunde seit Jahrtausenden nur so gut oder böse wie deren Besitzer.

Was wir dringend benötigen ist eine Einteilung von uns Menschen, nämlich in jene, die Hunde und andere Tiere halten dürfen oder nicht. Und in jene, die Autofahren dürfen oder auch nicht. Auch in jene, die Waffen führen dürfen oder auch nicht. Einzig beim Wählen darf es solch eine Differenzierung nicht geben — sehr oft greift hierbei aber eine Art von Selbstregulierung.

Wir Deutschen scheinen doch etwas zu neurotisch zu sein oder aber bei uns gibt es immer wieder Menschen, die das schnelle Geld machen wollen. Z. B. die „Löschindustrie“, welche unliebsame Beiträge aus dem Internet entfernt. Laut Tagesschau werden 99,97 Prozent aller Löschungen in der Europäischen Union gemäß einer EU-Transparenzdatenbank im Jahr 2025 alleine in Deutschland vorgenommen. Nur 398 von 1 378 518 Löschanträgen wegen Diffamierung kamen nicht aus Deutschland!

Seit Kurzem stehe ich mit Semin Bristina im Wettbewerb, darüber wer von uns mehr Google-Rezensionen schreibt. Ich habe zwar keine Chance, sehe das Ganze aber sportlich. Für mich habe ich entschieden, nur dann zu rezensieren, wenn es mir auch halbwegs gefallen hat. Nun weiß ich, dass negative Bewertungen bei uns in Deutschland völlig sinnlos sind — wir schreiben und singen uns die Welt einfach schön!

Wenn ich zu meckern habe, dann schreibe ich das hier im Blog. Bisher kamen allerdings nur selten Änderungs- und Löschwünsche, wobei ich so gut wie keine erfüllte.

To Rome with Love

Als dieser Film von Woody Allen 2012 in die Kinos kam, turnte ich gerade beruflich durch Brüssel. Gestern habe ich mir diesen Film erneut gegönnt. Seit „Annie Hall“ (1977) mag ich seine verschrobenen Filme. Bereits 1967 brillierte er mit „Casino Royale“ — bis heute für mich der beste Bond-Film.

Wahrscheinlich ist Woody Allen vielen noch eher wegen seines Privatlebens bekannt. Auch wenn ich die tatsächlichen Hintergründe nicht kenne, zeigen seine belegten Verbindungen zu Jeffrey Epstein, dass er menschlich wie moralisch zumindest sehr schwierig sein dürfte.

Was mir wieder einmal beweist, dass auch ein schlimmer Mensch beruflich gute Dinge bewerkstelligen kann. Was wiederum dafür spricht, dass man Berufliches und Privates am besten trennt und zudem dafür sorgt, dass sich die inhaltliche Ebene nicht mit der Beziehungsebene vermischt. Dieses erfolgreiche Trennenkönnen ist das Rezept für jede funktionierende Gemeinschaft.

Gemeinschaften, denen dies bis heute nicht gelingt, werden gerne als „Shithole-Countries“ (2018) bezeichnet, wobei Gemeinschaften, die diese Trennung wieder aufzuheben beginnen, sich eindeutig auf dem absteigenden Ast befinden.

Alle Menschen bedienen immer und dies auch zeitgleich mehrere Rollen. Die große Kunst dabei ist es, sich zum einen selbst rollengemäß zu verhalten und zum anderen die jeweilige Rolle des Gegenübers zu erkennen und dann mit dieser „zu verhandeln“.

Mit meine erfolgreichsten Zusammenarbeiten fanden mit Menschen statt, denen ich privat fast feindschaftlich verbunden war. Mit manch anderen habe ich mich tagsüber politisch so richtig heftig gefetzt, dann aber abends zusammen gefeiert, weil wir uns zwar politisch überhaupt nicht verstanden, uns menschlich aber näher waren als es mit den meisten „Parteifreunden“ der Fall ist.

Früher habe ich Menschen bedauert, die keine Rollen auseinanderhalten können, heute sehe ich diese Menschen als Hauptursache dafür an, dass es bei uns allerorten knirscht und knackt.

Wir ersetzen Inhalte und Bildung zunehmend durch Gefühle und Beziehungen, was zwar einfacher ist, aber weder uns Menschen noch ganze Gesellschaften weiterbringt.