Konzert

Musikvideo zum Wochenende 5 (3)

Beitragsfoto: Konzert | © Bild von Pexels auf Pixabay

Für dieses Wochenende greife ich einmal ganz tief in meine Plattensammlung hinein. Eloy wurde bereits 1969 in Hannover gegründet und war zehn Jahre später, also 1979 (!), am erfolgreichsten. Das Album „Silent Cries and Mighty Echoes“ war bereits das siebte der Band. Die Gruppe gehörte in den 1970er-Jahren zum musikalischen Repertoire von Thomas, einem Freund, welcher nur ab und zu auch nach Heilbronn kam. Etwas älter als ich, hatte er auch einen etwas anderen Musikgeschmack als die anderen Freunde um mich herum.

Ihr sechstes Album „Ocean“ (1977) thematisierte den Untergang von Atlantis und diente uns Jugendlichen schon damals als Fingerzeig. Mit „Poseidon’s Creation“ beginnt das Ganze …

Erwähnenswert auch der Song „Decay Of Logos“ vom selben Album. Aus heutiger Sicht dauert ein solcher Zerfall ziemlich lange, wobei wir damals dachten, dass die künftigen 1980er-Jahre die schlimmsten aller Zeiten werden. Auf alle Fälle aber wurden in diesem Jahrzehnt ziemlich schlechte politische Entscheidungen fest zementiert.

Zum Schluss noch das Lied „The Apocalypse“ (1979) aus dem Album „Silent Cries And Mighty Echoes“.

Ich gehe jetzt feiern, bevor es ganz zu spät dafür ist!

Prologue
worlds atomize and oceans evaporate in eternity!
man erects out of the darkness,
laughs into the glimmering light and disappears …“

Eloy (1977)

San Sebastian

13.8.02026 5 (3)

Beitragsfoto: Postkarte

Social Media

Beim Verbot der Social Media ist es ähnlich wie bei der katholischen Kirche mit deren Masturbationsverbot; man könnte auch gleich die Dummheit verbieten wollen. Dennoch, Verbote waren schon immer für sehr viele Mitbürger so richtig attraktiv [einmal nett ausgedrückt] — klappt bei uns in Deutschland immer, außer bei der AfD.

Da auch andere Nationen ähnliche Herausforderungen und ähnlich problematische Bevölkerungen haben, hagelt es dort schon etwas länger an entsprechenden Verboten, wo sich unsere Bürokratie noch fragt, wie man eigentlich das Wort Verbot richtig gendert.

Sebastian Meineck von netzpolitik.org zieht für Australien nun eine Zwischenbilanz: „In ihrer öffentlichen Kommunikation richtet die Aufsichtsbehörde den Fokus nicht auf diese ernüchternden Zahlen, sondern auf das Prinzip Hoffnung … Vom Scheitern der Maßnahmen will die Aufsichtsbehörde offenkundig nicht sprechen. Aber auch von einem Erfolg ist keine Rede.

Ich verzichte nun schon etwas länger auf SM und fühle mich tatsächlich besser dabei. Einen anonymen Account habe ich noch, einzig um bei Bedarf dem Verbandsgeschehen folgen zu können. Nur wer eine zeitlang ganz weg von der Spritze ist, kann feststellen wie schädlich Drogen tatsächlich für einen sind. Diese Erfahrung muss allerdings jeder für sich selber machen.

Weinberge

Seit Jahrzehnten gibt es auch ein Problem im Weinbau, denn es wird schon lange zu viel und immer mehr Wein angebaut. Hinzu kommt noch, dass immer weniger Wein getrunken wird. Was in einer funktionierenden Marktwirtschaft dazu führen würde, dass unrentable Weinberge aufgegeben werden. Wir versuchen hingegen weiterhin den Sozialismus hochzuhalten und retten auch die unrentabelsten Weinberge auf Teufel komm raus — selbst der Natur- und Umweltschutz muss inzwischen als Argument herhalten.

Man könnte bei uns auch die Weinberge renaturieren und dafür sorgen, dass das Kleinklima vor Ort wieder besser wird. Erst sündhaft teuer Wein zu produzieren und diesen dann in Industriealkohol umzuwandeln passt nicht so recht.

Aber auch hier wird uns die Realität einholen. In unseren Weinbergen scheinen die Brachflächen mittlerweile doch zuzunehmen — trotz eines jahrzehntelangen politischen Verschleppens! Unvorstellbar was man hätte alles seit den 1970er-Jahren bis heute erreichen können. Wahrscheinlich fliegt unser Gemeinderat in Kürze nach Südamerika oder in andere berühmte Weinbaugebiete, um sich vor Ort kundig zu machen.

Das Tragische an der ganzen Sache ist, dass wir diese Entwicklung ebenfalls bereits schon in den 1970er-Jahren aufgezeigt bekommen haben und wie bereits unsere Vorgänger auch, in all den Jahrzehnten nur darauf hofften, dass das Nichtstun ausreicht, um selbst noch über die Runden zu kommen. Jetzt sieht es ganz danach aus, dass unsere eigenen Enkel ohne Wenn und Aber die gesamte Zeche zahlen müssen — aber auch dies ist uns in Masse Scheiß egal! Hauptsache, der Lemberger knallt so richtig rein.

Passend dazu, dass ich mich in wenigen Minuten zu einer Geburtstagsfeier aufmachen werde, die das Geburtstagskind standesgemäß in einem Besen feiert — hoffentlich haben die dort wenigstens einen guten Lemberger.

Vermischtes

Kaum vom Schwimmen zurück und einen ganzen entsprechenden Blog-Beitrag im Kopf, fand ich eine Postkarte von Thomas Aurich im Briefkasten und meine kleine Welt war wieder halbwegs in Ordnung.

Gerade hatte ich mich wieder an unser eigentlich wunderbares Freibad gewöhnt, da bekam ich erneut die Realität zu spüren. Ich nahm die dritte Bahn, jene in der die älteren Schwimmer ihre Runden ziehen und konnte mich dabei ganz gut mit den weiteren Schwimmerinnen arrangieren. Meine bessere Hälfte nahm die erste Bahn, weil sie noch daran glaubt, dass man in Heilbronn Sport betreiben kann — Hindernisschwimmen ist allerdings Militärsport. Und so zog ich in Ruhe ein paar Bahnen und konnte dabei ein älteres Pärchen, welches sich beim Petting an die Wellenbrecher klammerte, beobachten. Selten schlucke ich noch Wasser, heute vor lauter Lachen eine ganze Menge. Alleine wegen der Heftigkeit dieser beiden tippe ich auf Zufallsbekanntschaft. Ich hätte in diesem Augenblick fast alles für eine Google-Brille gegeben, das Video auf Renter-Porn gestellt und wäre in meinem Alter sicherlich noch Klick-Weltmeister geworden.

Nach den Runden wartete ich am Beckenrand und genoß die Hindernisbahn meiner besseren Hälfte. Eine alte Dame spazierte in der Bahn herum, ein paar unbeaufsichtigte Kinder versuchten sich im Schwimmen, eine richtig Fette schwamm einfach so auf und ließ sich von den Wellen treiben, erregte sich dabei etwas, wenn ein Schwimmer an ihr vorbeizog, und ein Familienvater versuchte seiner Frau das Schwimmen beizubringen. Neben meiner besseren Hälfte noch eine weitere Schwimmerin in der Bahn. So sieht der Leistungssport in Heilbronn tatsächlich aus!

Auch, und die von mir kürzlich noch so gelobten Schwimmmeister, tratschten untereinander und strengten sich fürchterlich beim Weggucken an. Wahrscheinlich war es jene Crew, die zum Retten erst das Becken leer pumpen muss — was ich nicht weiß, das macht mich nicht heiß! Genau das ist das Heilbronner Problem mit den städtischen Angestellten, wo die inkompetenten Exemplare alleine zum Weggucken bezahlt werden, ok, manchmal auch einfach nur zum Bürger schikanieren. Und diese untätigen wie unnützen Zeitgenossen versauen das Renommee von weit über 3 000 städtischen Angestellten.

Thomas Aurich verschickte seine Karte bereits im Juli diesen Jahres, was einer Laufzeit von mindestens zwei Wochen entspricht. Unsere Gemeinderäte machen in Kürze wieder einmal eine Bädertour, um sich Schwimmbäder in anderen Städten anzuschauen. Besser wäre es, sie würden sich einmal um die eigenen Schwimmbäder kümmern, aber was weiß ich schon von Politik!

Ich kenne den einen oder anderen Gemeinderat, die sich bereits seit Jahren im Rentenalter befinden und einfach nicht loslassen können. Der mir genannte Grund ist simpel wie einleuchtend, denn wo sonst gibt es solch gute und dazu noch sehr gut betreute Rentnerfahrten, die zudem nichts kosten.

Das ins Feld geführte Argument, unsere Gemeinderäte müssten sich doch vorab kundig machen, um fach- und sachgerecht entscheiden zu können, lasse ich nicht gelten, da diese seit Jahren nur das entscheiden und tun, was die Dieter Schwarz Stiftung gerne hätte.


Fediverse Reactions
Kinobesucher

Filmabend 5 (5)

Beitragsfoto: Kinobesucher | © Amit Kumar auf Pixabay 

Man hält mich weiterhin am Schreiben, was nichts Schlechtes ist. Durch seine Bekenntnisse lerne ich Jean-Jacques Rousseau von einer ganz anderen Seite her kennen. War sein „Émile ou De l’éducation“ (1762) noch während meines Studiums Pflichtlektüre, so laß ich ihn lieber wegen seiner Abhandlungen und ganz besonders wegen seines Gesellschaftsvertrages sehr gerne. Über den Menschen selbst hatte ich mir dabei kaum bis keine Gedanken gemacht.

Und nun, seine Bekenntnisse lesend, mache ich mir doch so meine Gedanken, nämlich, ob er ein Mensch wie wir alle war oder doch ein ganz gewiefter Selbstvermarkter. Seine feuchten Träume gleich zu Anfang des Buches bestätigen dabei nur, dass wir Menschen vor 200 Jahren auch nicht anders waren als wohl bereits vor 2 000 Jahren und heute noch. Wir Menschen verändern uns langsamer als die Folgen unseres eigenen Tuns, was eine sehr ungesunde Konstellation ist.

Auf alle Fälle war es vor gut 200 Jahre schon für die vielbesungene Reichweite sehr hilfreich, wenn man sämtliche Facetten menschlicher Sexualität ins Felde führt — vielleicht wird gerade deshalb Rousseau heute noch gelesen, was mich an Marquis de Sade (1795) und weitere Schlüpfrigkeiten wie „Fifty Shades“ (2011 bis 2012) denken lässt und bestätigt, dass selbst Gesellschaftsverträge dagegen keine Chance haben! Was auch erklären könnte warum wir bis heute noch keine europäische Verfassung besitzen.

Und so ließ ich mich gerne ablenken und schob einen weiteren Filmabend ein. Das Thema bereits gesetzt: die Komödie. Selbst Panos kam mit seinem jüngsten Thema „migrantische Sexarbeit“ nicht dagegen an, damit werden wir uns später beschäftigen.

Der gestrige Filmabend machte gleich drei Filme zwingend, da wir mit einem Werk von Terry Jones begannen — was bei Filmliebhabern sicherlich etwas komödiantische Seriosität verspricht. „Absolutely Anything“ (2015) lässt in seiner deutschen Übersetzung „Zufällig allmächtig“ sofort an Tom Shadyacs „Bruce Almighty“ (2003) denken, was der Film dann auch bestätigt. Und so war auch der dritte Film sogleich gesetzt, da Tom Shadyac mit „Evan Almighty“ 2007 nochmals nachlegte — übrigens „Fifty Shades“ ist eine Trilogie, Zufälle, nichts als Zufälle. Schneller verkaufte sich noch nie ein Taschenbuch im Vereinigten Königreich. Und selbst bei uns bevölkern über 10 Millionen dieser Schlüpfrigkeiten unsere Bücherregale!

Dennis, der Hund in „Absolutely Anything“, bringt es dabei auf den Punkt: „Rational thinking creature still have desires.“ Woran sich bereits Jean-Jacques Rousseau in seinem Bestseller „Julie ou la Nouvelle Héloïse“ (1761) abgearbeitet hatte. Zurück zum ersten Film. Simon Pegg als Neil gewohnt gut, die Wahl für Dennis zwischen Dennis und Catherine, die von Kate Beckinsale gut verkörpert wird, bemerkenswert folgerichtig. Noch folgerichtiger fällt meine Wahl für die nächst besten Schauspieler auf die Außerirdischen.

Insgesamt eine der weniger guten Komödien, die mich die gesamte Zeit an „Bruce Allmighty“ denken ließ und, weil ich erst kürzlich „Get Away“ (2024) gesehen habe, auch an „Paul“ (2011). Was wiederum passte, da auch dort ein UFO im Film eine prominente Rolle spielt. Für die Cineasten unter uns sei angemerkt, dass ein in „Absolutely Anything“ gezeigtes Raumschiff zudem eine Nebenrolle in „Monty Python’s Life of Brian“ (1979) spielt, was das Raum-Zeit-Kontinuum durchaus gefährdet — vielleicht aber hat auch hierbei Dennis Wunder bewirkt; was Hunde eigentlich schon immer machen.

„Bruce Allmighty“ bringt Jim Carrey als Bruce Nolan zum Glänzen. Und auch dieser hat einen Hund. Wir sahen den Film bereits 2003 zum ersten Mal im Kino und hatten schon damals unsere Freude daran. Tony Bennett im Film ist eine nette Zugabe. Jennifer Aniston als Grace Connelly ebenfalls gut. Und Morgan Freeman dürfte im Film seine Glanzrolle gefunden haben.

Insgesamt ist dieser Film für mich eine Komödie, die man auch heute noch anschauen kann.

Spielt Steve Carell als Evan Baxter im Film noch Bruces Gegenspieler, so verkörpert er im zweiten Teil „Evan Almighty“ die Hauptrolle als gottgläubiger Kongressabgeordneter — auch das soll es noch geben! Folgerichtig spielt Morgan Freeman in derselben Rolle wie zuvor auch mit; das US-Publikum hätte den Film sonst sicherlich voll und ganz durchfallen lassen, denn in den USA tauscht man seine Götter frühestens alle vier Jahre aus.

Der zweite Teil ist in allem eine ganze Nummer kleiner und hält sich durchweg an die alte Regel: „One act of random kindness at a time.“ Das Lustigste am Film dürfte sein, dass sich Lauren Graham als Joan Baxter so wunderbar, frisch und fromm über die GOP-Frauen lustig macht — wohl ohne es selbst zu merken.

Insgesamt ist dieser Film zwar auch eine Komödie, die man aber nur dann gucken sollte, wenn man schon den ersten Teil gesehen hat — was aber auch nicht zwingend ist.

Ich habe daraus gelernt, dass heute Raumschiffe weit attraktiver als Archen sind, was allerdings auch Tom Shadyac hätte wissen können. Wobei, für die systemrelevanten Menschen sind Raumschiffe die künftigen Archen, mit denen sie neue Welten besiedeln wollen, sobald sie unsere verlebt und völlig zerstört haben, was wiederum eine Tragödie wäre!

Fun Fact am Rande, sowohl die Komödie als auch die Tragödie entstanden aus dem Dionysoskult, wobei Phallosträger Lieder zu Ehren des Dionysos sangen. Simon Pegg als Neil würde nun fragen wollen: „Gibt es den auch in weiß?“ Jennifer Aniston als Grace Connelly hingegen weiß, dass es bei den „Boobs“ nur auf die Größe ankommt.

Ich mach mich nun wieder an Jean-Jacques Rousseaus Bekenntnisse und fürchte, dass diese noch eine ganze Weile schlüpfrig bleiben werden: der erfolgreiche Schreiber kennt seine Leser.