Ipanema

17.1.02026 4.5 (8)

Vermischtes

Gestern bei der Nachhilfe wurde ich von einem behördlich als leistungsschwach eingestuften Schüler mit Migrationshintergrund sehr positiv überrascht. Die Lehrer haben ihn fälschlicher Weise in die Trottelecke gesteckt und lassen ihn ohne jegliches eigene Engagement nun einfach so mitlaufen. Beamtete Tunichtgute zerstören dabei wieder einmal ein Leben aus reiner Bequemlichkeit heraus. Da ich gegen keine Windmühlen mehr antreten kann und möchte, versuche ich nun die Resilienz dieses Schülers zu stärken und hoffe, dass er unser Schulsystem überleben wird.

Jeder Lehrmeister wird sicherlich sofort erkennen, was er an diesem jungen Mann hat. In einem funktionierenden Bildungssystem hätte dieser sicherlich auch als Akademiker brilliert, ausreichend Neugierde und Geist sind immer noch vorhanden — was mich nach acht Jahren deutschem Schulsystem sehr überrascht. Nach inzwischen drei Sitzungen arbeitet er mit und konnte gestern — weil ich einfach neugierig war — sogar mit ein wenig Anleitung eine Klausuraufgabe der kommenden Klausur zu meiner vollen Zufriedenheit beantworten; ob dies der Masse „meiner“ Studenten gelingen wird, bleibt abzuwarten.

Wer sich außerhalb von Deutschland ein klein wenig umschaut und selbst bei uns einmal unter dem Teppich guckt, der stellt fest, dass wir uns weltweit im Krieg befinden — an allen Ecken und Enden brennt es. Langsam aber sicher schieben sich allerorten auch die letzten Kämpfer in ihre Ausgangsstellungen, während immer mehr Gefechte und Gemetzel um uns herum toben. Die Kriegswirtschaften laufen sich bereits ebenfalls warm und die für den gesamten Schlamassel verantwortlichen Politiker versuchen weltweit noch mitzunehmen, was mitzunehmen ist.

Unsere Welt und wir Menschen ändern uns wohl nie! — gut achtzig Jahre Frieden waren für uns Europäer sicherlich mehr als genug. Jetzt fehlt nur noch der richtige Anlass, dass auch der letzte Polithonk (Honk -> Vollhonk -> Polithonk) brüllt, dass der Dritte Weltkrieg alternativlos sei.

Entspannend der gestrige Abend beim Kegeln, auch wenn es dabei traurige Nachrichten zum Verdauen gab. Erfreulich, dass plötzlich ein langjähriger Freund auftauchte und zudem sicherstellte, dass es einen fairen Wettbewerb Buben gegen Mädchen geben konnte. Dieses Mal haben die Mädels gewonnen, die Revanche wird sicherlich nicht lange auf sich warten lassen.

Bossa Nova

Zufälle gibt es. Da finde ich heute Morgen in meinem uralten CD-Spieler eine Platte, die ich sofort wieder abspielen musste, weil es so gut zu meiner aktuellen Stimmung passt, da macht mich meine bessere Hälfte auf einen Artikel in der FAZ über João Gilberto aufmerksam, der über das Lied „Chega De Saudade“ handelt, das als Startpunkt des Bossa Nova gilt. Daniel Haaksman schreibt dort, dass sich wahre Eleganz nie aufdrängt.

Da ich aktuell zum Leidwesen meiner besseren Hälfte mit Tango Argentino völlig überfordert bin, muss ich Klaus Brenner einmal fragen, ob er nicht auch einmal in den Bossa Nova einführen kann.

Zum heute bei mir zu hörenden Lied „The Girl From Ipanema“ (1962) muss ich sicherlich nichts Weiteres mehr schreiben, denn dieses dürfte Musikgeschichte sein.

Wenn alles heute noch halbwegs geordnet verläuft, dann schwinge ich abends dann doch noch das Tanzbein.

Interna

Während mein Ältester aktuell die Landesverteidigung übt und beide Söhne wieder einmal jeder für sich auf Wohnungssuche sind, die Taufe der Enkeltochter schon im Blick ist, dümpelt das Leben meiner besseren Hälfte und das meine weiter vor sich hin.

Das ist der Vorteil, wenn man sich ein Städtchen ausgesucht hat, das ganz von sich aus Entspannung pur bietet. Die leistungsstarke Jugend strebt wie ehedem weiterhin in die Welt hinaus, die lebensälteren Bürger wissen aber um den Vorteil von Gemütlichkeit und Beschaulichkeit.

Das Leben schlägt gerade im Alter immer öfters zu, egal wo man sich auch befinden mag, und so müssen wir aktuell ein paar traurige Informationen aus dem engeren Freundeskreis verarbeiten. Und auch wenn es bei uns ebenfalls seit ein, zwei Jahren nicht so ganz rund läuft, tröstet es bei weitem nicht, wenn es Freunden und Bekannten noch ein klein wenig schlechter geht — wer kam bloß auf die Idee, dass geteiltes Leid halbes Leid wäre?


Blogger

16.1.02026 5 (6)

Beitragsfoto: Blogger | © Shutterstock

Bittsteller

Letztes Jahr wurden wir sehr massiv gebeten, für eine ganz bestimmte lokale an Politik interessierte Gruppe eine Straßburgfahrt anzubieten. Nun nachdem wir diese organisiert haben, stellt sich so langsam aber sicher heraus, dass diese Gruppe überhaupt kein Interesse an solch einer Fahrt hat.

Heute sagten die Bittsteller die Reise ab, nachdem die eigentliche Arbeit getan war und sie nun selber etwas hätten tun müssen.

Ganz passend dazu die Forderung von Sven Schulze, dass Sozialhilfeempfänger in Deutschland zu einem sozialen Dienst verpflichtet werden können. Dabei wissen wir doch alle, dass diese Menschen sich gerade deswegen in einer Notlage befinden, weil sie sich weder freiwillig noch gezwungen auch nur für irgend etwas eignen, nicht einmal für eine Verwendung in der Politik.

Preise

Dass Preise und Auszeichnungen, egal welcher Art auch immer, keine echte Bedeutung mehr haben, wissen wir mündigen Bürger schon etwas länger. Seit COVID-19 dürften dies auch manche Politiker mitbekommen haben und begannen damit, diese durch einfaches Klatschen zu ersetzen.

Die Hamburger waren unter uns Deutschen dabei schon etwas schneller, was wohl noch aus jenen Zeiten stammt, als sich die Hamburger ohne Transferzahlungen und Almosen durch die Welt bewegten. Heute dürfte sich die Hanseatische Ablehnung eigentlich erübrigt haben und wird wohl nur noch dann zelebriert, wenn es sich um nichts sagende Auszeichnungen und Preise handelt — eine gewisse Bauernschläue blieb den Hamburgern wohl doch noch erhalten.

Seit spätestens heute wissen wir es nun aber alle, dass Preise und Auszeichnungen wirklich nichts mehr wert sind; María Corina Machado übergab Donald Trump ihre Friedensnobelpreismedaille. Manche Blogger und Journalisten spekulieren nun darüber, seit wann auch ein Nobelpreis nichts mehr wert ist: seit Henry Kissinger oder doch eher seit Jassir Arafat.

Vielleicht liegt dies aber nicht daran, wer die Preise und Auszeichnungen erhält, sondern einfach nur daran, wer diese vergibt? Wer sich z. B. von einem Gianni Infantino auszeichnen lässt, der hat selbst keinen einzigen Millimeter mehr an eigener Würde, wenn er überhaupt jemals so etwas wie eine positive Charaktereigenschaft besessen hat.

Ich selbst kam immer ganz gut damit zurecht, wenn ich mir im Vorfeld überlegte, wer hinter einer Auszeichnung oder einem Preis steht.

Vermischtes

Ein sehr angenehmes Gespräch heute Morgen mit Detlef Stern ließ uns eine ganze Bandbreite an Themen abarbeiten. Und so ganz nebenbei konnte ich nun meine Fediverse-Partizipation neu gestalten.

Mit Yoyod habe ich nun ein Tool gefunden, das meine Ansprüche sehr gut abdeckt und dabei verspricht, mir den ganzen Social Media Müll vom Leib zu halten. Und auch für Daft habe ich inzwischen eine Verwendung gefunden, denn dort kann man nun sehr leicht meinen neusten Blog-Aktivitäten folgen.

Insgesamt habe ich mich damit privat vom Push-Prinzip verabschiedet. Der geneigte Leser muss nun selber das Pull-Prinzip anwenden, händisch, per RSS oder über das Fediverse, um meine Meinungen über Gott und die Welt erfahren zu können.

Wer diese dann selbst kommentieren möchte, kann dies gerne machen. Um aber sicherzustellen, dass ich diese Kommentare auch selbst zur Kenntnis nehme, gibt es die Möglichkeit, diese entweder als Kommentar oder als Gästebucheintrag auf meinem Weblog zu veröffentlichen.

Alternativ kann man auch das persönliche Gespräch suchen. Alle anderen Möglichkeiten, wie z. B. die gute alte E-Mail, ein Brief per Post oder Einträge auf den eigenen Blogs bzw. in den Social Media, können mich erreichen, müssen dies aber nicht.

Bereits gestern Abend gab es weitere sehr nette Gespräche beim Tanzbeinschwingen, wobei es nicht so ganz einfach ist, um für den kommenden Europa-Ball Werbung zu machen. Dabei sind Amateurtänzer doch die dafür am besten geeignete Zielgruppe.

Wahrscheinlich ist Heilbronn insgesamt zu klein und zu uninteressiert, um dort noch einen ausgewachsenen Tanzball veranstalten zu können. Ein Merkmal von Großstädten ist es, dass es dort noch Bälle gibt und damit eine Bürgerschaft, die solche kulturellen Zusammenkünfte nicht nur estimiert, sondern auch selbst wahrnimmt.

Unsere Gesellschaft befindet sich insgesamt auf einem Sinkflug, was durchaus mit einer zunehmenden Unbildung zutun haben könnte.

Heute Mittag werde ich noch bei der Hausaufgabenbetreuung verbringen. Meine Ansprüche hierfür sind inzwischen so tief gelegt, dass ich eigentlich nur noch positiv überrascht werden kann.

So ganz plötzlich und völlig aus dem Kontext heraus erinnere ich mich an einen alten Soldatenspruch: „Der taugt nicht einmal als Kanonenfutter.“


Blitz

United States Immigration and Customs Enforcement 5 (1)

Beitragsfoto: Glühbirne | Blitz | © Bild von PIRO auf Pixabay

Rein zufällig und nicht beabsichtigt hatte ich heute Morgen gleich zwei Begegnungen mit den Auswirkungen unserer Stadtverwaltung. Ich schreibe nicht mehr darüber, das habe ich mir zum Jahreswechsel in einem Blog-Beitrag so vorgenommen.

Während sich bei uns Menschen mit einer KZ-Turmwärter- oder einer Mauerschützenmentalität immer mehr im öffentlichen Dienst ausbreiten, geht man in den USA einen ganz anderen Weg. Die Idee dahinter ist einfach genial aber auch von Douglas Adams geklaut.

In den USA sammelt man den Abschaum der Gesellschaft in einer ganz eigenen Behörde, nämlich dem United States Immigration and Customs Enforcement. Und damit deren Angehörige auch wissen, wo sie arbeiten und dies dann auch sprechen wie schreiben können, kürzt man das ab: ICE — da kann sich auch wirklich jeder US-Amerikaner ein Bild von machen.

Aber nun zurück zur brillanten Idee, man sammelt dort alle Mitbürger, die man weder selbst im Land haben möchte noch gebrauchen kann. Sobald es dann eine ganze Weile keine Bewerbungen für diese Jobs mehr gibt, kann man davon ausgehen, dass man den Großteil dieser Bürger abgefischt hat.

Und dann kommt die schon etwas länger vorbereitete nächste Stufe. Ein Elon Musk und ein Donald Trump geben unisono die Besiedlung der Venus bekannt. Die GOP / MAGA-Größen übernehmen die Verantwortung für je ein Starship von der Firma SpaceX und bemannen diese mit den ICE-Mitarbeitern.

Warum gerade die Venus? Weiß doch jeder auch nur halbwegs gebildete Bürger, dass es dort freien Sex für alle gibt. Die eingeweihten und immer bestens informierten Republikaner wissen zudem, dass Jeffrey Epstein bereits heimlich dorthin gebracht wurde.