Füllfederhalter

Amazon: Agiles Studieren 5 (1)

Beitragsfoto: Füllfederhalter | © Markéta Machová auf Pixabay

Agiles Studieren: Eine Einführung für Dozenten | 11.8.2020

Klar und verständlich

Als langjähriger Dozent wollte ich mich einmal über das für mich anscheinend neue Thema „Agilität“ informieren. Kurz und knapp: ein altes Thema, welches mir als „Auftragstaktiker“ sehr entgegenkommt. Einzig die neuen Wortschöpfungen stören mich dabei.
Insgesamt eine sehr lesenswerte Einführung, die vor allem von Dozenten gelesen werden sollte, die den bequemen Frontalunterricht überwinden wollen. Geistig unbewegliche Dozenten sollten von diesem Buch allerdings die Finger lassen.


Friedrich-Ebert-Brücke

Neckarmeile 5 (5)

Beitragsfoto: Friedrich-Ebert-Brücke | © MonikaP auf Pixabay 

Jüngst hat man in Heilbronn die gut 500 Meter vom Bollwerksturm bis hin zum Götzenturm zur Neckarmeile erkoren, und wenn man die vielfältigen und oftmals auch exzellenten Angebote entlang des Neckars nutzt, kann es einem schon so vorkommen als ob es eine Meile wäre.

Auf jeden Fall aber haben sich die untere und die obere Neckarstraße in den letzten Jahren zu einem gut frequentierten Heilbronner Treffpunkt, einer echten Neckarpromenade, entwickelt, die man ohne Weiteres sehr empfehlen kann, welche auch die Heilbronner Innenstadt insgesamt aufwertet und mit dem Neckar bis hin zum Wertwiesenpark auf der einen oder bis zum Neckarbogen auf der anderen Seite weiteres Entwicklungspotential in sich birgt. Wenn man dann noch die Gegend um den Kaiser-Friedrich-Platz bis hin zum Hauptbahnhof oder gar den Europaplatz mit seinem angrenzenden Bildungscampus mit einbezieht, dann wird Heilbronn mit einem Angebot aufwarten können, das ohne Probleme auch mit den Angeboten weit größerer Städte mithalten kann.

Die Potentiale sind auf jeden Fall vorhanden und versprechen den kommenden Generationen zumindest eine rosige kulturelle, gesellige und damit lebenswerte Zukunft in Heilbronn.

Bis dahin gilt es das bereits Geschaffene zu schätzen aber vor allem auch zu nutzen und zu unterhalten. Hierzu habe ich gleich zwei Vorschläge:

Beschilderung und Ausschilderung

Man könnte ohne Weiteres damit anfangen, in Heilbronn Dinge auszuschildern, welche es auch bereits tatsächlich gibt. Neben der Sülmer City — diese Schilder gab es sogar schon einmal — kann man ganz gut die Neckarmeile ausschildern und damit allen Besuchern und Gästen sowie auch den Heilbronnern selbst zeigen, in welchem Heilbronner Teilbereich man sich gerade aufhält.

Dazu passt auch ganz gut, dass man den Europaplatz in Heilbronn wieder als solchen kenntlich macht.

Wenn jetzt noch Wegweiser hinzukommen, die dem Fußgänger und gerne auch dem Radfahrer die Wege dorthin zeigen, wäre bereits ohne große Mühen und Kosten ein guter Anfang gemacht.

Wunderbar wäre es, wenn man zudem noch die prominentesten Heilbronner Bäume zumindest in dieser Gegend gleich mit kennzeichnet.

Wasserspiel

Seit Längerem hat Heilbronn im Neckar gleich bei der Neckarbühne ein eigenes Wasserspiel. Sehr verwunderlich ist nur, dass dieses nicht genutzt wird. Schlimmer noch, dass es selbst während der heissesten Tage im Jahr, wo es sogar für die Stadtbevölkerung und auch für die Tierwelt insgesamt gesundheitlich von Vorteil wäre, ausgeschaltet bleibt.

Zwei Vorschläge, die sicherlich auch von weiteren Heilbronnern an die Stadtverwaltung herangetragen wurden, welche sehr leicht und ohne großen Aufwand seitens der Verantwortlichen umgesetzt werden könnten.

Das Einschalten des Wasserspiels sollte dabei sogar ohne die Beauftragung von externen Experten oder Werbeagenturen möglich sein. Der Gemeinderat und die Verwaltungsspitze könnte das Ganze sogar mit einer Reise nach Genf kombinieren, um sich vor Ort das Einschalten und den Betrieb eines Wasserspiels erklären zu lassen.

Wasserspiel im Neckar
Geht doch!

Am 7. August 2020 war es dann soweit, und die Verantwortlichen konnten in einer konzertierten Aktion das Wasserspiel wieder zum Leben erwecken.

Als meine bessere Hälfte und ich vorbeikamen, erlebten wir, wie ein kleines Mädchen, klatschend und lachend zugleich, dem Wasserspiel entgegenlief — schöner kann ein Spätnachmittag am Neckar wohl kaum verlaufen.

Weniger gut geht es dem Wassernebel, den die Stadt Heilbronn für die BUGA in der Kranenstraße installieren ließ. Ich meinte anfangs, dass diese Aktion völlig unnötig und auch überteuert sei, gewöhnte mich langsam und fand zum Schluss sogar Gefallen daran.

Wenn man heute die Kranenstraße entlang läuft, findet man genau diese Wassernebelanlage stillgelegt und mit vertrockneten Pflanzen garniert. Eine Schande sowohl für die Verantwortlichen als auch für die sogenannten BUGA-Freunde, die offensichtlich neue Prioritäten gesetzt haben.

Den Verantwortlichen möchte ich gerne in Erinnerung rufen, dass es nicht ausreicht, Infrastruktur einfach nur erstellen zu lassen, sondern, dass man diese unterhalten und gegebenenfalls auch erneuern muss. Zudem ist der erhoffte Gewinn der BUGA schnell wieder verflogen, wenn man hinterher und für alle erlebbar Teile davon vergammeln lässt — eine BUGA verpflichtet, auch nach 2019.


Nachdem das Wasserspiel bis Jahresende nur noch ein wenig und auch nur ab und zu vor sich hinplätscherte, ist es 2021 gar nicht mehr zu beobachten. Einzig ein paar Wasservögel nutzen die Installation, um vor allzu aggressiven Stadtbewohnern ein wenig Ruhe zu haben.

Dafür weiß ich aber jetzt und dies aus immer sehr gut informierter Quelle, warum die Neckar- oder Stadtfontäne bei uns keine Chance mehr hat. Sie steht dem 2020 fertiggestellten Weinpavillon im Wege, denn sie verbringt bei ungünstigem Wind Neckarwasser in die Weingläser vor Ort; was eigentlich einem guten Wein nicht schadet.

Die verantwortlichen Winzer scheinen aber festgestellt zu haben, dass das Neckarwasser den Wein sogar noch aufbessert und befürchten jetzt — denn sie kennen uns Heilbronner ganz gut, dass, wenn dies allgemein bekannt werden sollte, die Heilbronner gleich mit ihren eigenen Gläsern vorbeikommen und sich vor Ort und in bester Laune dann mit Neckarwasser amüsieren, anstatt noch den dort ausgeschenkten Wein zu kaufen.

„Und am Ufer steh’ ich lange Tage, das Land der Griechen mit der Seele suchend.“

Johann Wolfgang von Goethe, Iphigenie auf Tauris (1787)

Gewürzgurken

Kümmerle 5 (5)

Beitragsfoto: Gewürzgurken | © Pixabay

Schon von klein auf wurde ich und werde auch heute noch immer mit meinem Familiennamen konfrontiert und fragte mich deshalb auch als Grundschüler des öfteren, warum ich nicht einfach nur Müller oder Maier heißen könne.

Inzwischen sehe ich das locker, denn ich kam über die Jahrzehnte hinweg mit Personen ins Gespräch, die über weitaus komplexere oder noch ungewöhnlichere Familiennamen verfügen, und selbst viele Maiers und Müllers waren mit ihrem Familiennamen nicht ganz so glücklich.

Viele meiner Mitbürger und gerne auch sogenannte Namensforscher führen dabei den Namen Kümmerle, den es inzwischen auch in weiteren Varianten gibt, wie z. B. Kimmerle, Kümmerlen, Kummerle, Kuemmerle, Kümmerly, Kimmerly und Kimmerli, im Wesentlichen auf zwei Herkünfte zurück, erstens dem „Kummer“ und zweitens dem „Verkümmertsein“. Dabei hätte es sehr geholfen, einfach einmal nachzuschauen, von woher der Name ursprünglich stammt. Denn dann wäre man sehr schnell auf den Sprachraum des Fränkischen gestoßen, wobei noch heute wohl die meisten Kümmerles im Westfränkischen zu Hause sind.

Ein Kümmerle oder mehrere Kümmerli sind nämlich kleine gekrümmte Gewürzgurken, die heute noch gerne als Beilage gereicht werden. Deshalb führe ich die ursprüngliche Namensgebung auf zwei Möglichkeiten zurück, nämlich auf Gurkenbauern, die im Westfränkischen für die Kümmerli gute Böden vorfanden oder auf Menschen, die genau so versessen auf Kümmerli waren, wie ich es heute noch bin – meine bessere Hälfte könnte ein Lied davon singen.

Der deutsche Name Kümmerle leitet sich dabei aus dem Lateinischen her, denn dort heißt die Gurke cucumer. Interessanter dabei ist aber, dass dieser Nachname eigentlich einen eigenen Plural hat, und man deshalb gut und gerne von einem Kümmerle aber von zwei oder mehreren Kümmerli sprechen könnte.

Nichtsdestotrotz habe ich es mir schon lange angewöhnt, mich bei Nachfragen wie folgt vorzustellen: „Genau so wie der kleine Kummer, den ich Ihnen gerade bereite.“

„Ich finde, der Name passt perfekt zu mir. “

Johnny Depp, Rheinische Post (20. Juli 2006: 1, auf die deutsche Bedeutung seines Nachnamens angesprochen)