Maskerade

1.6.02021 5 (1)

Europastammtisch

Das Highlight des Tages war unser Europastammtisch, welcher eine große Bandbreite an Themen hatte. Beginnend von der optimalen Computer-Ausstattung über die Sackgasse „Soziale Medien“ und unseren Radwegen bis hin zu den Wahlen, zum einen der des US-Präsidenten und zum anderen der des Heilbronner Oberbürgermeisters. Gut, dass die jeweiligen Kandidaten äußerst finanzstarke Hintermänner haben, ob das aber für eine Demokratie von Vorteil ist, sei einmal dahingestellt.

Anfragen

Heute wieder einmal Mitglieder- und Bürgeranfragen beantwortet. Das mache ich gerne und schriftlich. Denn ich mag es selber auch nicht, wenn ich nur unverbindliches Bla Bla als Antwort erhalte — was aber inzwischen wohl zum guten Ton gehört, weil sich kaum noch jemand festlegen oder gar Verantwortung übernehmen möchte.

Während ich selber antwortete, konnte ich gleich auch einmal nachschauen, wer meine eigenen Anfragen beantwortet hat. Sehr erfreulich, dass dabei einmal eine positive Antwort von der Stadtverwaltung mit dabei war.

Masken

Erschreckend die heutige Diskussionen um das Maskentragen, das von immer mehr Bürgern abgelehnt wird. Ich bin selbst nicht davon überzeugt, dass Maskentragen viel hilft und wundere mich auch darüber, wenn Wissenschaftler erst eine positive Wirkung in Frage stellen, nun aber voll und ganz davon überzeugt sind, dass Masken wirken — die Qualität der Masken ist dabei unverändert geblieben. Vor allem aber ärgere ich mich, dass doch so viele Berufspolitiker und ihr Klientel sich an der Maskenfrage in erster Linie bereichern — was die Meinungsänderung der Wissenschaftler erklären könnte.

Fest steht aber, dass das Maskentragen von den dafür Verantwortlichen unter bestimmten Umständen zur Pflicht erklärt wurde, und zumindest in Heilbronn auch Zonen eingerichtet wurden (so steht es immer wieder in der Stadtzeitung), wo dies für (fast) alle verbindlich gilt.

Wenn wir weiterhin in einer Gemeinschaft leben wollen, dann ist das Maskentragen — Diskussion hin oder her — Bürgerpflicht, und die Kontrolle wie auch das entsprechende Sanktionieren Stadtverwaltungspflicht.

Geburtstag des Tages

Marilyn Monroe


Millicent Garrett Fawcett

Es reicht nun wirklich! 5 (3)

Beitragsfoto: Millicent Garrett Fawcett – Denkmal | © Dimitris Vetsikas auf Pixabay 

Jetzt, da wir erfahren mussten, dass der ehemalige Kanzler Gerhard Schröder für seine jüngste Ehefrau eine Entschädigungszahlung an deren Vorbesitzer zu leisten hat, ist es nun wirklich so weit, dass wir Männer die Emanzipation unserer Frauen selbst in die Hand nehmen.

Auch können viele von uns das Gejammer über eine Unterrepräsentanz von Frauen, vor allem in so wichtigen Zirkeln wie der Union Europäischer Föderalisten, was heute ebenfalls eine bedeutende Nachricht in meinem News-Ticker war, nicht mehr mit anhören!

Deshalb muss jetzt sofort — noch vor Ende der Legislatur — ein Emanzipationsgesetz her, das ein für alle Mal mit dieser Ungerechtigkeit aufräumt und für immer den Unterschied zwischen Frau und Mann aufhebt; alle dazwischen müssen noch ein wenig warten, da wir die Welt in diesem Jahr noch nicht ganz retten können werden.

Grundlage dieses neuen Emanzipationsgesetzes sind die Mangelklagen, angefangen beim Militär, der Polizei, der Müllwirtschaft, Bergwerken, Fleischereien und anderer existenziell wichtigen Gesellschaftsaufgaben. Hinzu kommen noch die Klagen von aussterbenden Vereinen wie Männergesangs- oder Philatelisten-Klubs — von Parteien ganz zu schweigen.

Das wird nun mit dem neuen Gesetz umgehend geändert! Alle Personalstellen und auch Vereinsvorstände melden ihren entsprechenden Personalbedarf an die jeweiligen Einwohnermeldeämter, und die besetzen dann sogleich die vakanten Positionen mit Frauen aus ihrem jeweiligen Einwohnerbestand und dies so lange, bis die 50 % Quote an Frauen erreicht ist.

Zwangsverpflichtungen, -mitgliedschaften oder Wehrdienst waren gestern! Ab sofort starten wir mit einer emanzipatorischen Stellenbesetzungsoffensive ganz neu durch! Und sollten uns die Frauen ausgehen, dann rauben wir einfach Sabinerinnen, notfalls auch aus Korea.

„Die emanzipierte Frau ist genauso dumm wie die anderen, möchte aber nicht für dumm gehalten werden.“

 Esther Vilar, Der dressierte Mann (1998 [1971]: 109)

Maskerade

31.5.02021 5 (1)

Beitragsfoto: Maskerade | © Pixabay

Ehrenamt

Fast alle Tagesaufgaben erledigt und das Wetter spielt immer noch mit. Da kommt einem doch gleich der Gedanke, mal die Füße baumeln zu lassen, an Ideen dazu fehlt es nicht, und notfalls sind auch im Landkreis die ersten Gaststätten wieder geöffnet — da klopft das Ehrenamt an und lässt mich noch diesen Eintrag abschließen — morgen scheint die Sonne bestimmt auch noch.

Friedhof

Wer noch Verwandtschaft auf dem Friedhof liegen hat, der kommt regelmäßig in den Genuss der dortigen Bäume, unter denen es sich gerade bei sonnigem Wetter gut spazieren lässt. Ich nutze dann ab und zu auch die Gelegenheit, um bei alten Freunden und Bekannten vorbeizuschauen. Aber auch dann, wenn man niemanden auf dem Friedhof kennt, lädt dieser dazu ein, um in aller Ruhe und in angenehmer Umgebung ein wenig Natur zu genießen.

Sehr positiv ist die Entwicklung, dass sich doch immer mehr Lücken zwischen den Gräbern auftun, befürchteten doch noch vor ein paar Jahren manche Heilbronner, dass sie zum Schluss auf einem Vorortfriedhof ihre letzte Ruhe finden würden.

Polizei-Behörde

Zu meiner großen Überraschung konnte ich seit Monaten wieder einmal zwei Mitarbeiter der Polizei-Behörde erblicken, die mit Segway die Fußgängerzone entlang patrouillierten — gefühlt waren gleich auch weniger Maskenmuffel unterwegs. Ob es am sehr guten Wetter lag, dass diese Mitarbeiter so einsatzfreudig waren, oder ob doch ein Verantwortlicher in der Stadtverwaltung erkannt hat, dass es Aufgaben gibt, die man im Home Office weniger gut erledigen kann, sei einmal dahingestellt.

So freute es mich sehr, dass ich selbst beobachten konnte, wie die beiden städtischen Mitarbeiter einen Maskenmuffel ansprachen, zwar ohne jeglichen Erfolg aber immerhin. Noch mehr freute es mich, dass sie sich nicht sofort entmutigen ließen, sondern nun nach Maskenmuffeln Ausschau hielten, die vielleicht etwas kooperativer sind.

Ihr Bemühen war deutlich erkennbar — nur sollte es allgemein bekannt sein, dass weder eine Behörde noch eine andere Institution langfristig bestehen kann, wenn sich die Mitarbeiter nur bemühen.

Privatisierung

Zwar bin ich ein überzeugter Gegner jeglicher Privatisierung von Verwaltungsdienstleistungen oder gar von Infrastruktur, kann aber verstehen, wenn Mitbürger dies immer wieder mit der Begründung fordern, dass man viele dieser Aufgaben privatwirtschaftlich besser bewerkstelligen kann.

Ich halte dem entgegen, dass man mit qualifizierten und gut geführten Verwaltungen jegliche staatlichen oder städtischen Aufgaben besser und letztendlich auch günstiger sicherstellen kann. Zudem beugt es dem privatwirtschaftlichen Glücksrittertum vor, das langfristig nur für schwere gesamtwirtschaftliche Schäden sorgt — an entsprechenden Beispielen mangelt es bei uns nicht, was man gerade ganz aktuell im Kleinen bei den Schnelltests sehen kann.

Aber wie bereits gesagt, dies setzt voraus, dass Verwaltungen bestmöglich qualifiziert und zudem auch erfolgsorientiert sind; das Leistungsprinzip sollte generelle Gültigkeit haben.