Beitragsfoto: Winterlandschaft | © Pixabay

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Beitragsfoto: Winterlandschaft | © Pixabay

Neues Jahr

Ich hoffe, Sie sind gut ins Neue Jahr gerutscht! Meine bessere Hälfte und ich waren sehr darüber erstaunt, wie viele Böller und Raketen von unseren Nachbarn so gehortet werden. Noch mehr erstaunt darüber waren wir, nachdem die Böller zur Neige gingen, und die Nachbarn plötzlich ihre Schreckschusswaffen zogen und, wie im Wilden Westen, auf die Jagd nach allem möglichen Getier gingen.

Hätten unsere Nachbarn bloß ihren Wehrdienst absolviert, anstatt sich weinerlich und heuchlerisch vor sämtlicher Verantwortung zu drücken, dann müssten sie sich jetzt nicht selbst so erniedrigen und könnten wie Erwachsene und stolzen Blickes ins Neue Jahr schauen.

Ratspräsidentschaft

Eigentlich wollte ich heute selber etwas über die französische Ratspräsidentschaft schreiben, aber dann hat mir mein Newsfeed einen Artikel von Helga Schmidt aus dem ARD-Studio in Brüssel in den Posteingang gespült [Website nicht mehr vorhanden], der diese Problematik ganz gut wiedergibt.

So gerne ich auch alle proeuropäischen Aktionen begrüße, so muss ich doch immer wieder davor warnen, dass wir nicht den Fehler der Renaissance eines europäischen Nationalismus begehen sollten und ich führe zudem an, dass die „Grande Nation“ immer noch in viel zu vielen Köpfen unserer französischen Nachbarn herumirrt — ganz besonders in dem von Emmanuel Macron. Deswegen sind wir Deutschen den Franzosen wohl auch so ähnlich.

Bevor ich jetzt aber zu einem längeren Beitrag aushole, widme ich mich besser dem Backend dieses Weblogs und warte geduldig darauf, dass Michael Georg Link die französische Ratspräsidentschaft thematisiert. Und ich bin mir ganz sicher, dass sich Hans Müller noch während dieser hier zu Wort melden wird.

20 Jahre Euro

Kaum zu glauben, dass die Einführung des Euro schon so lange her ist. Und noch weniger ist zu glauben, wie mühe- und geräuschlos dessen Einführung in ganz — halt (!) — im Euro-Europa — funktioniert hat, sogar bei uns hier in Deutschland. Wenn ich mich richtig daran erinnere, war dies ebenfalls nur mit der Bundeswehr möglich. Was würden wir nur ohne unsere Soldaten machen? — Denken Sie bitte einmal daran, wenn Sie demnächst mal einen „in live“ sehen sollten, denn wehrfähige Männer stehen auf der Liste der aussterbenden Arten.

Hans Eichel sagte damals „Jedenfalls ist er [der Euro] ein weiteres Stück Verwirklichung der Einheit Europas und insbesondere des europäischen Binnenmarktes. Und alles, was in dem Binnenmarkt Schranken beiseite räumt, hilft dem Wirtschaftswachstum. … Der Euro ist ein Bestandteil des Programms für mehr Wohlstand in Europa.“

Inzwischen sind Schranken aller Art bei uns wieder völlig en vogue und wir sollten uns nicht wundern, wenn das mit dem Wirtschaftswachstum nicht mehr so funktioniert wie früher.

Vor 20 Jahren hatten die damals rund 300 Millionen Unionsbürger der Euro-Zone erstmals die neue Währung in der Hand, die allerdings bereits drei Jahre zuvor als Buchgeld eingeführt worden war und mit dem ECU eine weit längere Vorgeschichte hatte.

Um den Gebrauch zu erleichtern, gaben die Banken sogenannte Starter-Kits heraus, die eine Auswahl an Scheinen und Münzen enthielten. Mein Starter-Kit muss noch in irgendeiner Schublade liegen. So werde ich mich in den kommenden Tagen mal auf die Suche machen und etwas nostalgisch werden. By the way, wer rechnet von Ihnen immer noch größere Geldbeträge in DM um?

Geburtstag des Tages

J.D. Salinger


Internetpräsenz

Never Change a Running System 4.8 (5)

Beitragsfoto: Beispielbild | © Gerd Altmann auf Pixabay

Dies ist ein altbekannter Grundsatz, dessen Befolgung mir sicherlich in den letzten Jahrzehnten viel Arbeit und noch mehr Nerven erspart hätte, aber für solch profane Hinweise war ich eigentlich noch nie zu haben.

Und so war es auch nicht wirklich überraschend, dass ich, nachdem ich erst vor Kurzem mein Weblog auf sehr gute Beine gestellt hatte, und dieses auch ohne Probleme und fast ganz von alleine lief, mit einer für mich neuen Idee konfrontiert wurde, nämlich der eines eher dezentralen Web-Systems. Diese Idee nennt sich IndieWeb und hat eine ganz interessante Anhängerschaft. Und so kam es, dass ich mich — noch bevor ich mich mit den Grundlagen so richtig selbst beschäftigt habe — dazu entschloss, dieses Weblog entsprechend und sofort umzubauen.

Was jetzt zur Folge hat, dass nicht nur die Blog-Leser hier immer wieder Neues oder gar Altbekanntes nicht mehr finden, sondern, dass auch ich jetzt ständig damit konfrontiert werde, was geht und was überhaupt noch nicht funktioniert.

Für mich war es dabei auch nicht sehr überraschend, dass Detlef Stern ebenfalls mit dieser Idee liebäugelt und entsprechend bereits 2016 einen eigenen Blog-Beitrag dazu schrieb — hätte ich diesen nur vorab gelesen!

Ich könnte jetzt einfach — dank der heutigen Technologie — auf den Reset-Button drücken und das letzte und ganz gut funktionierende System wiederherstellen, aber das wäre einfach nicht ich.

Ich könnte auch einmal damit beginnen mit Backups zu arbeiten, aber auch dies halte ich weiterhin für völlig übertrieben, und Detlef wartet bestimmt schon seit einigen Jahren darauf, dass mir mein ganzes, „selbst zusammengezimmertes“ System demnächst mal um die eigenen Ohren fliegt. Und inzwischen hat er die Wartezeit dazu genutzt, um mit seinem Zettelstore ein System anzubieten, was in seiner Einfach- und vor allem Übersichtlichkeit ganz besonders gut zu Bastlern wie mir passt.

Interessanter Weise konnte ich in anderen Blogs lesen, dass diese Ideen (HTML, IndieWeb und Einfachheit) ebenfalls schon andere Mitmenschen zuvor bewegt haben, und manche davon wieder, nach eigenen Versuchen, mit ihren Weblogs zu Word Press zurückkamen, weil es immer noch eines der am einfachsten zu bedienenden Systeme ist.

Ich kam ursprünglich selber aus einer ganz anderen Web 2.0 Ecke und blieb ebenfalls wegen seiner Einfachheit bei Word Press hängen; inzwischen dürften alle meine benutzten Vorgängersysteme ins digitale Nirvana abgewandert sein, und Detlef wird sicherlich anmerken wollen, dass ich deren Inhalte mit einem funktionierenden Backup auch mit in diese neue Zeit hinüberretten hätte können — hätte, hätte, Fahrradkette.

Auf jeden Fall warten nun auf mich wohl ganz spannende Wochen und dies nicht wegen den aktuellen Entwicklungen in unserer Welt oder auch nur um mich herum, sondern einfach nur deswegen, ob es mir jemals gelingen wird, mit diesem Weblog das IndieWeb-Konzept umzusetzen. Aber egal wie es auch ausgehen mag, zum Schluss der ganzen Aktion werde ich dann wohl wissen, was es genau mit diesem IndieWeb auf sich hat.

Neben dem Grundsatz „never change a running system“ gibt es auch den Versuchsaufbau des „trial and error“ und dies ganz im Sinne der Heuristik.

Und da wir schon bei Grund- und Vorsätzen sind, begrenze ich mich dieses Mal nur auf einen einzigen guten Vorsatz für das neue Jahr, nämlich dieses Weblog wieder so zum Laufen zu bekommen, dass mir seine Pflege und Bestückung möglichst einfach zur Hand geht und ich danach nicht mehr der Versuchung erliege, weitere grundlegende Veränderungen an diesem durchführen zu wollen. Denn auch ich komme so langsam in das Alter, in dem der Grundsatz „never change a running system“ durchaus nachvollziehbar wird.

Zum Schluss bleibt mir nur noch übrig, allen meinen Lesern einen erfreulichen Rutsch in das neue Jahr zu wünschen. Bitte bleiben Sie weiterhin gesund und munter sowie meinen Blog-Beiträgen gewogen!

„C’était l’explosion du nouvel an : chaos de boue et de neige, traversé de mille carrosses, étincelant de joujoux et de bonbons, grouillant de cupidités et de désespoirs, délire officiel d’une grande ville fait pour troubler le cerveau du solitaire le plus fort.
Au milieu de ce tohu-bohu et de ce vacarme, un âne trottait vivement, harcelé par un malotru armé d’un fouet. 
Comme l’âne allait tourner l’angle d’un trottoir, un beau monsieur ganté, verni, cruellement cravaté et emprisonné dans des habits tout neufs, s’inclina cérémonieusement devant l’humble bête, et lui dit, en ôtant son chapeau : “je vous la souhaite bonne et heureuse !” puis se retourna vers je ne sais quels camarades avec un air de fatuité, comme pour les prier d’ajouter leur approbation à son consentement.
L’âne ne vit pas ce beau plaisant, et continua de courir avec zèle où l’appelait son devoir. Pour moi, je fus pris subitement d’une incommensurable rage contre ce magnifique imbécile, qui me parut concentrer en lui tout l’esprit de la France.“

Charles Baudelaire, Le Spleen de Paris, Un plaisant (2021 [1869]: 10)

Beitragsfoto: Rathaus Heilbronn | © Shutterstock

29.12.02021 5 (3)

Beitragsfoto: Rathaus Heilbronn | © Shutterstock

Kleine Freuden

Nachdem weder das Schwimmen noch der Stadtspaziergang heute eine erfreuliche Sache waren, habe ich meine bessere Hälfte zu einem Tässchen äthiopischen Kaffees eingeladen.

Da das Plane, Ship oder Train Spotting in Heilbronn noch nicht so ganz oder kaum noch funktioniert, haben wir beide es kurzerhand einmal mit Car Spotting versucht.

So saßen wir vor der Coffee Bee auf der Allee und genossen Kaffee mit Ingwer sowie den Anblick der vielen Autos, die die Allee einfach nur hoch und runter fuhren — jedem halt das Seine.

Kaffeegenuss in der Coffee Bee

OB-Wahl

Der 6. Februar 2022 kommt schneller als man denkt. Alle Heilbronner — zumindest jene, die älter als 16 Jahre sind, mehr als drei Monate ihren Wohnsitz in unserer Stadt haben und über eine Unionsbürgerschaft verfügen — sind dann dazu aufgerufen, den neuen Heilbronner OB für acht lange Jahre zu wählen.

Bei der letzten Wahl 2014 nutzen nur noch 39 Prozent der wahlberechtigten Bürger ihr aktives Wahlrecht, was überhaupt nicht erstaunt, wenn man sich die damaligen Kandidaten etwas näher anschaut. Und wenn sich dieses Mal nicht eine Frau gefunden hätte, die dem Heilbronner Klüngel trotzen möchte, sähe die zu erwartende Wahlbeteiligung wohl noch viel schlechter aus.

Diese wählbare Kandidatin ist Katharina Mikov, die seit 1998 in Heilbronn lebt. Ihre Themen sind Inklusion, Bildung und Wirtschaftsförderung. Im echten Leben führt sie eine Logopädie-Praxis.

Wir Bürger dürfen dabei davon ausgehen, dass sich Mikov tatsächlich auch um die Interessen von Bürgern mit Migrationshintergrund kümmern würde und vielleicht sogar nicht nur den jährlichen Bürgerempfang des OB für Heilbronner mit Zuzugsgeschichte reaktiviert, sondern gar den Treffpunkt Europa wieder auf die Heilbronner Agenda setzt.

Auf jeden Fall und unabhängig von den Kandidaten ist es sehr wichtig, dass möglichst viele Heilbronner Bürger wählen gehen, denn nur so zählen sie auch in den Augen des Gemeinderats und der Stadtverwaltung als wirklich ernstzunehmende Einwohner. Und wer mit gutem Gewissen keinen der drei Kandidaten wählen kann, der kann durchaus seinen Wunsch OB auf den Wahlzettel schreiben — neben Donald Duck oder George Clooney gibt es bestimmt weitere attraktive Aspiranten.

Übrigens, die Bewerbungsfrist für die OB-Wahl läuft immer noch am Montag, 10. Januar 2022, 18 Uhr, ab.

Ramschpreise

Wenn man als Berufspolitiker gut genährt und bestens abgesichert ist, aber ansonsten seinen Mitbürgern nur durch zutiefst korruptes Verhalten in Erinnerung bleibt, dann kann man sich gerade in der Weihnachtszeit über vermeintliche Ramschpreise auslassen und sich damit über alle lustig machen, die noch selbst für ihr eigenes Auskommen sorgen müssen.

Damit ist diese Partei mit Sauberkeitsanspruch wohl endgültig in der Parteiecke der Selbstversorger angekommen, und wird derzeit nur noch von der CSU übertroffen, die sogar bereits verurteilten kriminellen Abgeordneten weiterhin bescheinigt, dass diese völlig mit den eigenen Parteigrundsätzen harmonisieren; so kann man die jüngste Entscheidung der entsprechenden Compliance-Kommission verstehen, die den CSU-Ehrenkodex weiterentwickeln soll.

Nach Grün-Schwarz im Ländle, können wir vielleicht sogar demnächst in Bayern eine grün-schwarze Parteifusion erleben.

Geburtstag des Tages

Pablo Casals