Maskerade

30.4.02022 5 (1)

Beitragsfoto: Maskerade | © Pixabay

Rundschreiben

Ich werde schon gefragt, wo das monatliche Rundschreiben der EUROPA-UNION denn bliebe, steht doch die Europawoche vor der Tür. Ich schreibe doch gerne, nur wie finde ich gerade in dieser Situation die passenden Worte — die Weblog-Leser sind meine offenen Worte gewohnt, sonst kämen sie nicht immer wieder hierher zurück.

Sehr gerne würde ich auch im kommenden Rundschreiben wieder etwas deutlicher werden, die Frage ist nur, wie viel kann man den Empfängern heute noch zumuten? Dabei bin ich es doch schon gewohnt, dass meine Rundschreiben auch dazu führen können, dass sich der eine oder andere wieder davon abmeldet.

So langsam aber sicher zerfällt das Potemkinsche Dorf, das wir uns alle so schön aufgebaut haben, und außer unserem Ruf in der Welt, der noch nie der beste war, werden wohl nur Trümmer und eine zerstörte Umwelt zurückbleiben. Und dies haben wir dieses Mal sogar geschafft, ohne uns direkt an einem Krieg zu beteiligen oder diesen vom Zaun zu brechen. Chapeau, liebe Berufspolitiker!

So kann es eigentlich nicht mehr viel schlimmer kommen. Im Worst Case regieren uns der Bundestag und eine Exilregierung von Hawai aus; es dürften dazu noch genügend Goldreserven in den USA liegen.

Kriegsschuld

Ohne Frage, die Kriegsschuld am völkerrechtswidrigen Überfall auf die Ukraine, der übrigens bereits schon 2014 (!) begonnen hat, trägt die Russische Föderation. Da diese von Vladimir Putin und seinen Getreuen — es ist nicht nur ein Mann alleine — regiert wird, kann man stellvertretend für alle Russen, diese Damen und Herren auch namentlich benennen und besser noch, demnächst vor ein internationales Tribunal stellen.

Der große Vorteil eines solchen Tribunals ist, dass man die gesamte Angelegenheit dabei auch gut aufbereiten und analysieren könnte. Über Jahrzehnte hinweg hat Vladimir Putin auch im Westen ein verbrecherisches Netz der Verschwörung und Vorbereitung zu einem Angriffskrieg gespannt. Denn ohne seine westlichen Mithelfer wäre der Überfall auf die Ukraine erst gar nicht möglich gewesen.

Diese Mithelfer finden sie zwar in der gesamten Westlichen Welt, aber für uns Deutsche ist es wieder einmal ein große Schande, dass wir dabei zu den maßgeblichen Unterstützern, wenn nicht gar zu den Garanten, dieses Angriffskrieges zählen — und wir Deutschen sind es auch wieder, die ihrem „sozialistischen Waffenbruder“ bis zuletzt die Treue halten. Völker, die bis heute Stalin und Hitler (gerne) zu ihren erfolgreicheren Politikern zählen, verbindet doch so einiges mehr, als manche wahrhaben möchten.

Und so hoffe ich, dass es zu einem internationalen Tribunal kommen wird und dieses dann auch die Mitschuldfrage an diesem völlig sinnlosen Massenmorden klärt. Dass Gerhard Schröder und Angela Merkel mit dazu gehören, wird wohl keiner mehr bezweifeln wollen. Und auch Vertreter der amtierenden Regierung wie Olaf Scholz und selbst der Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier gehören mit dazu.

Diese hätten Vladimir Putin aber nicht so erfolgreich unterstützen können, wenn es nicht dazu extra die GroKo gegeben hätte — jetzt kennen wir auch den tatsächlichen Zweck einer solchen großen Koalition, hatten wir uns doch immer wieder gefragt, was diese überhaupt bewerkstelligen möchte.

Und so sind es die vielen GroKo-Politiker von der Union und der SPD sowie einige Ministerpräsidenten, deren Beteiligung an diesen Angriffskriegsvorbereitungen man noch etwas genauer untersuchen müsste (bei den Verteidigungsministern steht die Verantwortung bereits Kraft Amts fest).

Aber wie bereits im Dritten Reich auch, ohne die unzähligen Mitbürger, die auf allen Ebenen bereitwillig mitgezogen haben, wäre diese Team-Leistung nicht möglich gewesen. Und auch in Heilbronn halten die Putin-Getreuen weiterhin an ihren Überzeugungen fest, die so schön zu Kriegsbeginn extra mit dem Abschluss einer neuen Städtepartnerschaft zelebriert wurden.

Offener Brief

Das Bild passt und meine Vorurteile werden wieder einmal bestätigt. Dass dieser Brief auch noch auf EMMA veröffentlicht wird, ist dabei nur folgerichtig. Und auch der Dieter Nuhr, einer der weiteren illustren Mitunterzeichner, hat schon längst seinen Zenit überschritten, lebt schon länger nur noch vom bloßen Herumpöbeln und macht jetzt tatsächlich wirklich alles, um weiterhin im Gespräch zu bleiben.

„Wir bitten Sie im Gegenteil dringlich, alles dazu beizutragen, dass es so schnell wie möglich zu einem Waffenstillstand kommen kann; zu einem Kompromiss, den beide Seiten akzeptieren können.“

OFFENER BRIEF AN KANZLER OLAF SCHOLZ

Das ist genau die Alice Schwarzer wie sie leibt und lebt. Ein Verbrechen ist nur dann ein Verbrechen, wenn Täter oder Opfer die „falsche politische Gesinnung“ haben. Demzufolge sollen sich Frauen oder auch Männer bei einer Vergewaltigung nicht so anstellen und dem „Wohltuer“ zumindest in einem Kompromiss ein paar Vergewaltigungen zugestehen.

„Die zweite Grenzlinie ist das Maß an Zerstörung und menschlichem Leid unter der ukrainischen Zivilbevölkerung. Selbst der berechtigte Widerstand gegen einen Aggressor steht dazu irgendwann in einem unerträglichen Missverhältnis.“

OFFENER BRIEF AN KANZLER OLAF SCHOLZ

Schöner kann man es kaum noch formulieren, denn je massiver und grausamer ein Massenmörder mordet, umso schneller verliert das Opfer jegliches Recht auf Selbstverteidigung.

„… den ursprünglichen Aggressor angehe und nicht auch diejenigen, die ihm sehenden Auges ein Motiv zu einem gegebenenfalls verbrecherischen Handeln liefern.“ 

OFFENER BRIEF AN KANZLER OLAF SCHOLZ

Und es war auch zu erwarten, dass letztendlich die US-Amerikaner, die Kapitalisten und alle anderen, die sich wehren wollen, Aggressor sind und dem armen Vladimir Putin „sehenden Auges“ das Motiv — eigentlich doch nur für seine Selbstverteidigung (SIC!) — liefern. Und alles was Putin macht oder noch machen könnte, ist auch nur „gegebenenfalls verbrecherisch“.

ZDF Magazin Royal

Russlands mächtiges Propaganda-Netzwerk

Geburtstage des Tages

Franz Lehár und Carl Friedrich Gauß


Sülmerstraße mit Blick auf K3

29.4.02022 5 (1)

Beitragsfoto: Sülmerstraße mit Blick auf K3 | © Shutterstock

Betreuung

Schon etwas länger helfe ich immer wieder einmal bei meseno aus und inzwischen etablieren sich bei mir die Freitage, um beim Treffpunkt Plus etwas Hausaufgabenbetreuung zu leisten und auch als Lesepate tätig zu werden.

Heute war ich froh, dass meine eigenen Mathematikkenntnisse gerade noch so ausreichten, um den Jungs auch helfen zu können. Dafür lasen wir später dann zusammen etwas in den Peanuts — hatten sich die jungen Burschen selber in der Stadtbibliothek ausgesucht — wobei wir allesamt davon auch etwas hatten. Manche Geschichten überdauern einfach die Zeit, und werden von jeder Generation verstanden.

So war es mir heute eine große Freude eine neue Geschichte von Charlie Brown und seinem Team kennenzulernen. Zusätzlich bin ich jetzt auch wieder etwas besser mit der Geometrie vertraut; wenn ich mich richtig erinnere, war das mal für mich zu meiner eigenen Schulzeit ein etwas erfreulicheres Fach. Auf jeden Fall aber sind die neuen Geodreiecke wesentlich besser als unsere alten.

K3

Hierbei meine ich nicht den Broad Peak, welchen man früher als K3 bezeichnete, sondern das nördliche Eingangstor zur Heilbronner Innenstadt, welches sich immer mehr zu einem eigenen Kulturforum entwickelt. Wenige Heilbronner wissen noch, dass dort früher einmal der Berliner Platz zu finden war. Inzwischen findet man nur noch den Bären, allerdings ohne dazugehörigen Brunnen. Dieser war in meiner Kinderzeit noch das Spaßbad sämtlicher Kinder in der nördlichen Innenstadt.

Langsam aber sicher zeichnet sich der Um- und Ausbau der Städtischen Bibliothek ab, und wir können alle sehr gespannt sein, wie sich diese nach dem Umbau weiterentwickelt. Ich freue mich schon sehr darauf, das selber miterleben zu dürfen.

Ende des Sommers soll die Bibliothek deshalb geschlossen werden. Aber erst einmal wird die EUROPA-UNION am 5. Mai 2022 — dem Europatag des Europarats — dort eine Ausstellung zum Europäischen Wettbewerb eröffnen. Diese wird dann noch bis zum 28. Mai 2022 dort zu sehen sein.

Und wenn ich mir das K3 so betrachte, dann wäre an seinem Südausgang im ersten Stock ein wunderbarer Platz, um in der zukünftigen Stadtbibliothek ein kleines Kaffee einzurichten — gerne auch nur mit ein paar Automaten und Sitzgelegenheiten.

Aquatoll

Auch wenn es sicherlich schön ist, dass man gleich mehrere Spaßbäder um die Ecke hat, so müssen diese Zuschussbetriebe letztendlich auch finanzierbar sein. Wenn es dann geschieht, dass sich in der Nähe tatsächlich ein Spaßbad etabliert, welches zudem auch noch für den Besitzer Gewinn abwirft, dann sollte es keine Frage mehr sein, ob man den eigenen Zuschussbetrieb noch weiter erhält.

Und so begrüße ich die Erkenntnis des Neckarsulmer Gemeinderats, dass man sich das Spaßbad in Neckarsulm nicht mehr leisten kann. Jetzt hoffe ich nur, dass sie nicht nach einer „privaten“ Spaßbadlösung suchen, die letztendlich die Stadt erneut dazu zwingen wird, weiterhin hohe Zuschüsse zu zahlen.

Auch wenn jeder gerne ein Spaßbad vor der eigenen Türe hätte, so ist der Markt dafür begrenzt und man wird wohl wieder ca. 50 Kilometer fahren müssen, um in ein Spaßbad zu gelangen. In meiner Jugend war es das Solymar in Bad Mergentheim, welches unsere Familie ein bis zweimal im Jahr besuchte. Und heutige Familien werden wohl eher auf die Badewelt in Sinsheim zurückgreifen.

Viel wichtiger für alle hingegen sind die Sportbäder, die schon bei den Kindern für eine Schwimmkompetenz sorgen sollten, und dem Rest der Bevölkerung zum Sport und der Gesunderhaltung dienen. Diese Sportbäder sind Teil jeder städtischen Infrastruktur und müssen in ausreichender Anzahl vorgehalten werden; hier sollten ohne Wenn und Aber alle Gemeinderäte die notwendigen Zuschüsse sicherstellen.

Übrigens, die Neckarsulmer haben sich schon immer gerne selber übernommen — wohl aufgrund von Audi und Co. sind sie der irrigen Annahme, dass sie mit Heilbronn konkurrieren müssen bzw. können. Ich denke dabei z. B. an die Schlittschuhbahn, die Geschichte war, als man in Heilbronn eine eigene eröffnete.

So kann man den Neckarsulmern, wenn sie schon nicht ein Heilbonner Stadtteil werden möchten, nur raten, sich bei Großinvestitionen in die eigene Infrastruktur vorab mit Heilbronn abzustimmen. Das erspart den Bürgern eine ganze Menge Ärger und vor allem Geld, das man sicherlich sinnvoller anlegen könnte.

Geburtstage des Tages

Duke Ellington, Klaus Mendte, Michelle Pfeiffer und Uma Thurman


Dodengang bei Diksmuide in Flandern

Gedicht zum Tage 5 (2)

Beitragsfoto: Dodengang bei Diksmuide in Flandern | © Shutterstock

Jetzt, wo es offenbar kein Halten mehr gibt und alle nur noch über Waffenlieferungen debattieren — ob dies nun Sinn macht oder nicht, interessiert überhaupt niemanden mehr — wobei die schlausten Mitbürger unter uns schnell noch ihre eigenen Aktienpakete entsprechend anpassen oder gleich ihr Glück als Waffenlobbyist suchen, muss ich immer öfters an den sehr empfehlenswerten Film „Lord of War“ denken.

„Es befinden sich weltweit über 550 Millionen Schusswaffen im Umlauf. Das heißt, auf diesem Planeten hat jeder zwölfte Mensch eine Schusswaffe. Das führt zu der einen Frage: Wie bewaffnet man die anderen elf?“ 

Yuri Orlov, Lord of War – Händler des Todes (2005)

Keine Frage, selbstverständlich benötigt die Ukraine Waffen, möglichst die bestmöglichen, aber auf jeden Fall jene Waffen, die ihre Soldaten gebrauchen können und diese dann auch mit der dazu benötigten Munition und beides in ausreichenden Mengen.

Und noch selbstverständlicher wird dies nicht während eines Krieges geregelt, sondern vor einem Krieg! Dazu benötigt man aber verantwortungsvolle und kompetente Politiker — diese haben wir leider in Deutschland weder in der Regierung noch in der Opposition.

So erinnere ich gerne nochmals an meine Beiträge zur Rüstungspolitik und beende diesen Beitrag mit einem Gedicht von John McCrae. McCrae war Schriftsteller und Mediziner, der im Ersten Weltkrieg als kanadischer Sanitätsoffizier gedient und in Trauer um einen gefallenen Kameraden am 3. Mai 1915 dieses Gedicht verfasst hat. John McCrae erkrankte aufgrund seines Kriegseinsatzes und verstarb noch am 28. Januar 1918.

In Flanders Fields

In Flanders fields the poppies blow
Between the crosses, row on row,
    That mark our place; and in the sky
    The larks, still bravely singing, fly
Scarce heard amid the guns below.

We are the Dead. Short days ago
We lived, felt dawn, saw sunset glow,
    Loved and were loved, and now we lie
        In Flanders fields.

Take up our quarrel with the foe: 
To you from failing hands we throw
    The torch; be yours to hold it high. 
    If ye break faith with us who die
We shall not sleep, though poppies grow
        In Flanders fields.

John McCrae

„I don’t know what was going through Vitaly’s head that day. What I do know is that Vitaly broke the cardinal rule of gun-running: never pick up a gun and join the customers.“

Nicolas Cage als Yuri Orlov in Lord of War (2005)