Maskerade

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Beitragsfoto: Maskerade | © Pixabay

Pressefreiheit

Neben der Meinungsfreiheit ein sehr hohes Gut, welches von immer weniger Mitbürgern geschätzt wird. Denn sonst würde Deutschland wohl kaum auch auf diesem Gebiet immer mehr in den Rückstand geraten. Anlässlich des heutigen Tages der Pressefreiheit verkündet die Tagesschau: „Deutschland war im vergangenen Jahr erstmals aus der Spitzengruppe geflogen. Seitdem gilt die Lage der Pressefreiheit hier nicht mehr als ‚gut‘, sondern nur noch als ‚zufriedenstellend‘“.

Sehr interessant ist dabei auch die aktuelle Rangliste der Pressefreiheit, welche von den Reportern ohne Grenzen aufgestellt wird. Vor Deutschland liegen inzwischen Norwegen, Dänemark, Schweden, Estland, Finnland, Irland, Portugal, Costa Rica, Litauen, Lichtenstein, Neuseeland, Jamaica, die Seschellen, die Schweiz und Island.

Das Erfreuliche ist daran, dass wir weiterhin unter den etwas größeren Nationen ganz vorne liegen (Platz 16). Das Vereinigte Königreich kommt erst auf Platz 26, was mich bei einer von Boris Johnson geführten Regierung auch nicht weiter wundert. Dies sollten wir allerdings nicht zum Anlass nehmen, um wieder einmal mit uns selber zufrieden zu sein, sondern wir sollten alles daran setzen, um uns wieder in die Spitzengruppe vorzuarbeiten.

Pressefreiheit lebt dabei auch von der Vielfalt der Produkte, und ich sehe in der zunehmenden Zentralisierung und Monopolisierung von Presse auch eine Gefahr für die Pressefreiheit — selbst wenn dies damit eigentlich nicht intendiert ist.

Auch muss man sich eine freie Presse sowohl noch leisten wollen als auch noch leisten können. Hierbei sehe ich die größte Gefahr für eine freie Presse bei uns. Nicht durch Zensur oder durch eine bewusste Beeinflussung, sondern durch die immer höheren Kosten für die Herausgeber und Pressemacher, die letztendlich auf den Leser umgelegt werden müssen. Und viele Leser, wenn nicht gar die meisten Leser, weichen dann auf kostenlose oder Billig-Produkte aus — ein Teufelskreis beginnt.

Und selbst für Blogger wie mich wird, durch eine sicherlich gutgemeinte Regulierung des Internets, der Betrieb eines eigenen Weblogs immer erschwerlicher und auch teurer.

Hier müsste der Staat eher regulierend eingreifen, nämlich insoweit, dass mündige Bürger durch weniger Auflagen gefördert und nicht unmündige Bürger bevormundet werden. Mit dieser „Staatsphilosophie“ schafft sich ein demokratischer Staat letztendlich selber ab! Inzwischen bin ich der Meinung, dass auch dies bei uns voll und ganz gewollt und kein Versehen oder gar ein Irrtum der Verantwortlichen ist.

Turmstraße

Heute erfahren wir in der Heilbronner Stimme auch (03.05.2022: 26), dass das geplante Bürgerforum zum Realisierungswettbewerb Neugestaltung Turmstraße und Zehentgasse krankheitsbedingt zum zweiten Mal kurzfristig abgesagt werden musste. Die bereits seit Jahrzehnten versprochene Sanierung der Turmstraße schleppt sich genauso dahin wie die Frankenbahn und die Neckar-Schleusen auch.

Ich gehe inzwischen davon aus, dass das von unseren Volksvertretern genau so gewollt ist. Sie halten ihre Wähler damit hin und müssen sich dabei auch in keine neuen Themen mehr einarbeiten — damit können sie ihre gesamtes eigenes Politikerleben verbringen und lassen sich am Ende ihrer Karriere auch noch dafür feiern, dass sie sich gut 40 Jahre lang vergeblich für diese Projekte eingesetzt haben.

Wahrscheinlich aber wird andersherum ein Schuh daraus: sie sichern sich ihre Karrieren dadurch, indem sie diese Projekte so lange wie möglich verschleppen und erfüllen damit ihre parteipolitische Aufgabe „zum Wohle eines höheren Ganzen.“

Wir müssten nur herausfinden wollen, wer am fehlenden Ausbau der Frankenbahn, der Neckar-Schleusen oder der Turmstraße profitiert und schon würden wir die Hintermänner unserer Politik kennenlernen — unsere Angst davor ist wohl zu groß!

Schaulaufen

Sehr gefreut habe ich mich heute über den Kommentar von Norbert Wallet in der Heilbronner Stimme (03.05.2022: 2), der den Kriegstourismus von Friedrich Merz nach Kiew für schäbig hält.

„Um die Reise des CDU-Vorsitzenden Friedrich Merz nach Kiew richtig zu beurteilen, hilft eine ganz einfache Frage: Wem nützt sie eigentlich? Der Ukraine sicher nicht. Der Oppositionsführer kommt mit vollkommen leeren Händen. Neue Hilfsangebote, gar Hilfszusagen kann er nicht machen. Er ist kein Regierungsvertreter. Er bringt auch keine Botschaft der Bundesregierung mit. … Man kann aber auch einfach der Meinung sein, dass diese unnötige Reise ziemlich schäbig ist.“

Norbert Wallet (Heilbronner Stimme, 02.05.2022:5)

Und damit die CDU auch wirklich alle ihre Wähler bedient, hat sich Michael Kretschmer gegen die Lieferung schwerer Waffen an die Ukraine ausgesprochen. „In einer gemeinsamen Präsidiumssitzung von CDU und CSU sagte Kretschmer der nach Angaben der „Bild“-Zeitung, dass die Union diese Haltung berücksichtigen müsse. Sie bilde zwar „nicht die Mehrheit der veröffentlichten Meinung“ ab, aber die „Mehrheitsmeinung der Gesellschaft – auch meine“. Die „Bild“ berief sich auf Angaben aus Teilnehmerkreisen sowie eines Sprechers des Ministerpräsidenten.“ (Tagesschau, 3.5.2022, 07:31 Uhr: Kretschmer gegen Lieferung schwerer Waffen an Ukraine).

Ich halte nicht nur den Kriegstourismus von Friedrich Merz für schäbig, sondern das gesamte Schaulaufen der CDU, das immer offensichtlicher einzig und alleine den eigenen Wahlkämpfen dient, um schnell wieder ein Händchen auf die neu zu vergebenen Billionenausgaben Deutschlands zu erhalten.

Website des Tages

Reporters without Borders

Reporter ohne Grenzen wurde im Jahr 1985 in Montpellier von vier französischen Journalisten gegründet und setzt sich seither weltweit für die Pressefreiheit und gegen Zensur ein.

Geburtstage des Tages

James Brown, Bing Crosby und Niccolò Machiavelli


Experimenta

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Experimenta | © Shutterstock

Kriegstourismus

Mit zum Widerlichsten was ich jemals erleben musste, gehörten die vielen Kriegstouristen, die immer wieder in den Einsätzen auftauchten. Dazu muss es nur halbwegs ruhig sein und sich zumindest ein Luxushotel in der Nähe befinden, dann gibt es kein Halten mehr und die Kriegstouristen geben sich gegenseitig die Klinke in die Hand. Wenn dann noch das Wetter mitspielt, sind sämtliche Soldaten damit gefordert, diese Menschen zu bespaßen, wobei auch der letzte Honk einen gerne wissen lässt, dass er der IBUK oder zumindest sein rechtmäßiger Vertreter sei.

Und wenn Sie jetzt glauben, dass nur ein einziger Kriegstourist Interesse an der Situation oder gar an uns Soldaten hat, haben Sie sich gewaltig getäuscht. Diese Kriegstouristen kommen nur wegen der Bilder für zuhause — sehr gerne „mit Negern“ (O-Ton eines deutschen Diplomaten 2010) — und möchten damit ihren Wählern und ihrem Klientel daheim ihre Bedeutung und Wichtigkeit darstellen.

Damit sich die Reise für die Kriegstouristen auch lohnt, werden von diesen, wenn vorhanden, sämtliche Einkaufsmöglichkeiten der Soldaten, da meist steuerfrei, geplündert und etwaige Touristen-Attraktivitäten müssen vom Militär gesichert werden, damit der Tourist auch diese gleich noch mitnehmen kann. Und wirklich wichtige Kriegstouristen lassen sich ihre Einkäufe dann auch noch von der Bundeswehr direkt nach Hause liefern.

Wie wir es nun auch im Zuge des Ukrainekrieges — jetzt, wo Kiew wieder halbwegs sicher ist — erleben müssen, hat nun auch dort der Kriegstourismus begonnen und noch in diesem Jahr wird alles dort gewesen sein, was sich halbwegs selbst für wichtig hält.

Ohne Frage, jeder dieser Helden wird dabei vorab vor den Gefahren für das eigene Leben möglichst persönlich vom BND oder BKA gewarnt worden sein, was ihn aber nicht davon abhält, sich „für Deutschland zu opfern“ und, wenn der Kriegstourist dann noch Glück oder viel Fantasie (z. B. Hillary Clinton) hat, wird er sogar noch „unter Beschuss“ kommen.

Übrigens, das ukrainische Militär ist derzeit mit der Landesverteidigung voll und ganz beschäftigt und freut sich bestimmt nicht darüber, wichtige deutsche Hinterbänkler betreuen zu müssen.

Touren

Heute stehen unter anderem zwei Transporte auf dem Programm. Als Erstes darf ich für meseno Lebensmittel einsammeln, und danach fahren wir nach Stuttgart, um eine Ausstellung nach Heilbronn zu holen. Diese wird noch am Abend bei der Stadtbibliothek abgegeben und gleich am Donnerstag Morgen aufgebaut werden.

Es ist immer wieder eine gute Sache, wenn man genügend freiwillige Helfer zusammenbekommt, um solche Dinge rein ehrenamtlich regeln zu können. Und so ist der Beginn der diesjährigen Europawoche auch ein guter Wochenstart.

Und gleich morgen treffen wir uns dann bereits zum monatlichen Europastammtisch. Wer arbeitet, der darf auch feiern.

RSS

Nachdem Detlef Stern meist die Artikel bereits vor mir gelesen hat, gibt es drei Möglichkeiten, warum dem so ist. Erstens er hat mehr Zeit, zweitens er liest schneller oder drittens er nutzt einen RSS reader. Nun habe ich auch mal wieder einen solchen bei mir installiert und lasse mir die Neuigkeiten nun per Reeder anzeigen.

Wenn das jetzt nicht klappt, dann wird er doch wohl um einiges schneller als ich lesen, was nur folgerichtig wäre, da er schon um einiges länger als ich Lesepate ist.

Geburtstag des Tages

Novalis


Beitragsfoto: Sülmerstraße | © Shutterstock

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Beitragsfoto: Sülmerstraße | © Shutterstock

Tanz in den Mai

Mein Lieblingsneffe hatte gestern Nacht seinen Junggesellenabschied, und wenn ich es richtig mitbekommen habe, wurde er dazu nach Koblenz entführt. So schnell verfliegt die Zeit. Ich erinnere mich noch gut daran, wie wir zu seiner Geburt nach Bitburg gefahren sind.

Meine beiden Jungs waren mit beim Junggesellenabschied dabei, und so bin ich jetzt einmal gespannt darauf, ob sie demnächst darüber auch berichten werden.

Meine bessere Hälfte hat mich gestern zum Tanz in den Mai entführt, und mir hat es ganz gut gefallen. Auch habe ich zum ersten Mal eine Bilderbuchhexe auf einem Ball erleben dürfen und nehme mir jetzt einmal vor, beim nächsten Tanz in den Mai selber einmal an meiner Kleidung etwas zu verbessern.

Für den Europa-Ball habe ich mir auf jeden Fall vorgenommen, nach all den Jahren wieder einmal meinen Gesellschaftsanzug auszupacken, denn zu bestimmten Anlässen sollten auch wir Männer uns etwas aufhübschen.

Klaus Brenner von der Tanzschule Brenner hat mit seinem Team gestern für einen wunderbaren Abend gesorgt, und so können wir uns alle jetzt schon auf einen sehr tollen Europa-Ball freuen!

Streitkultur

Wenn es uns allesamt an einer Kultur mangelt, dann an dieser! Schon von kleinauf werden wir dazu erzogen, dass wir alles möglichst sofort bekommen und dabei selbst der Mittelpunkt der Welt sind. Mittelpunkt unserer eigenen Welt sind wir tatsächlich, und unsere eigene Welt geht auch wieder mit uns unter. Das Problem dabei ist nur, dass es außerhalb unserer eigenen Wahrnehmung auch die Welten anderer Individuen gibt, die in ihrer Gesamtzahl eine „Realität“ ergeben.

Um diese Realität möglichst gut zu erfahren, bedarf es doch ein paar Bedingungen. Zu diesen Bedingungen gehört, dass wir nicht nur anerkennen, dass es auch andere Wahrnehmungen von der ein und derselben Welt gibt und diese höchst unterschiedlich sein können, sondern, dass wir deshalb gerade nicht nur mit jenen kommunizieren sollten, die möglichst ähnliche Wahrnehmungen und Interpretationen von der Realität haben.

Wir nähern uns nur dann der Realität an, wenn wir es schaffen, möglichst viele unterschiedliche Auffassungen und Interpretationen miteinander abzugleichen. Und um dies zu erreichen, bedarf es einer Streitkultur — ganz besonders einer solchen, die verhindert, dass jede Diskussion in Mord und Totschlag ausartet.

Unsere Sozialen Medien sind der Beweis dafür, dass wir keine hinreichende Streitkultur mehr besitzen und die (von uns geschriebenen) Algorithmen sorgen dafür, dass wir genau das bekommen und dies noch schneller als sofort, was wir selber sehen, hören und erleben wollen. Und auch unsere Erregungen werden bedient, dies auch nur, damit wir uns noch besser von „den anderen“ abgrenzen können.

Dabei müssten wir doch gerade möglichst abweichende Meinungen und Interpretationen miteinander vergleichen, um überhaupt erst einen Überblick zu bekommen.

Falsch ist es dabei, wenn man in sehr jungen Jahren mit einem Feinfilter startet und diesen dann über die Jahrzehnte hinweg immer vergröbert, weil man langsam merkt, dass die eigentliche Welt an einem vorbeigezogen ist.

Richtig ist es, dass man in sehr jungen Jahren möglichst ohne Filter beginnt, dabei eine Streitkultur entwickelt und sich erst mit zunehmendem Alter einen Grobfilter zulegt, da man über die eigenen Streitereien herausgefunden hat, mit welchen Extreme man sich nicht mehr auseinandersetzen möchte — manche sprechen hierbei von Lebensweisheit oder -erfahrung.

Rundschreiben

Das Rundschreiben der EUROPA-UNION Heilbronn ist raus und kann auch über diesen Hyperlink gelesen werden. Ich hoffe nun, dass ich damit nicht zu vielen Lesern auf die Füße getreten bin; bis dato gibt es noch keine Abmeldungen. Das größte Problem mit den Rundschreiben ist aber, dass selbst wenn man noch einen größeren Abonnentenkreis bedient, die tatsächliche Leserschaft nur gut 40 % aller Adressaten ausmacht.

Deshalb verteile ich auch gerne die Rundschreiben zusätzlich noch über die Sozialen Netzwerke und mache auch auf diesem Weblog Werbung dafür. Dies lässt hoffen, dass man doch mehr Leser erreicht als einen die Auswertungen glauben machen.

Und wenn ich ein direktes Feedback zu den Rundschreiben erhalte, dann zu meinen Kommentierungen der aktuellen Situation. Besonders dann, wenn ich die Rundschreiben nur auf Termine und Veranstaltungsberichte beschränke. Meine entsprechende aktuelle Kommentierung hänge ich gleich hier noch mit an.

Wir könnten so viel Positives berichten, allerdings stellt sich dabei die Frage, ob dies der heutigen Situation überhaupt noch gerecht wird? Wir befinden uns mitten in einem Krieg und haben derzeit das Glück, dass wir nicht selber bebombt werden. Mit zu den ersten Dingen, die man als Soldat lernt, gehört, mit solchem Glück umgehen zu lernen und nicht aus Mitleid oder falsch verstandener Ehre heraus, Kurzschlusshandlungen zu begehen.

Was sich aber unsere Bundesregierung vor Kurzem geleistet hat, übertrifft selbst sämtliche noch vorhandenen Erwartungen an unsere Politik, nämlich die angekündigte Lieferung von ca. 50 veralteten Gepardpanzern, von denen niemand genau sagen kann, ob es überhaupt noch Munition dafür gibt. Der dieser Aktion zugrundeliegende Humor lässt bei Vladimir Putin bestimmt die Sektkorken knallen. Und damit die ganze Aktion noch mehr politisches Gewicht erhält, schreiben Alice Schwarzer und Konsorten einen offenen Brief an Olaf Scholz, der die Ukraine auffordert, doch etwas kompromissbereiter zu sein.

Denn es steht zu befürchten, dass der Ukrainekrieg unseren Urlaub stört, und dabei hat Karl Lauterbach doch gerade COVID-19 für uns „besiegt“ und dafür gesorgt, dass selbst das Oktoberfest wieder stattfinden kann — dies sind die wahren Dinge, die Deutschland bewegen.

Wenn Sie aber glauben, dass es das schon war, täuschen Sie sich womöglich ganz gewaltig, denn in den kommenden Jahrzehnten werden wohl ein paar Billionen Euro an Waffenverkäufen und Wiederaufbauleistungen zu verdienen sein — das hat eine ganz andere Qualität als Maskenverkäufe; sie verstehen jetzt vielleicht auch die Angriffsfreudigkeit der Opposition.

Kommentar zum Tage

Margrit Stamm argumentiert in der Neue Zürcher Zeitung (30.04.2022, 05.30 Uhr), dass, wenn Kinder ständig eine Überdosis an Zuwendung und Verherrlichung bekommen, dies der ganzen Gesellschaft, nicht nur den Eltern, schadet.

Hier finden Sie den Kommentar: Die kleinen Könige

Geburtstage des Tages

Joseph Heller und Florian Ziegenbalg