Transparenz

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Beitragsfoto: Transparenz | Shutterstock

Stammtische

Zwar sind die Begegnungen auf der Straße mit Nachbarn oder alten Bekannten immer wieder eine gute Quelle für Neuigkeiten und auch neue Ideen, dennoch sind die regelmäßigen Treffen in der Form von Stammtischen die bessere Möglichkeit, um sich miteinander auszutauschen und dabei auch so manche Angelegenheit ganz nebenbei auf dem „kleinen Dienstweg“ zu erledigen.

So war ich bis noch vor ein paar Jahren sehr gerne bei den wöchentlichen DLRG-Stammtischen und nutze noch heute die monatlichen Europastammtische oder die Monatsrunden der Freien Wähler zum regelmäßigen Gedankenaustausch. Gerne nehme ich auch an den dt.-afrikanischen Treffen, die allerdings unter der Pandemie etwas gelitten haben, und von Zeit zu Zeit noch — eher aus nostalgischen Gründen — auch an den gelegentlichen britischen oder französischen Gesprächsrunden teil.

2018 und 2019 hatte ich im Vorfeld der Gemeinderatswahl den Heilbronnern ein zusätzliches Gesprächsangebot gemacht, wobei ich heute der Überzeugung bin, dass die bereits vorhandenen Gesprächskreise ausreichend sein müssten, um mit mir ins Gespräch zu kommen. Und wer doch darüber hinaus ein Gespräch sucht, der kann sich gerne zu den virtuellen Stammtischen hinzuschalten, die hier ebenfalls unter „Termine“ zu finden sind.

Detlef Stern hat wiederum einen anderen Weg gewählt, und so treffen wir uns unregelmäßig aber umso lieber zu einem Tässchen Kaffee.

Egal, welchen Weg man auch für ein Gespräch sucht, es ist immer besser miteinander zu reden als übereinander! Und wer möchte, kann gleich heute Abend um 19.00 Uhr zum Europastammtisch kommen.

Transparenz

Mein jahrelanger Versuch etwas mehr Transparenz in die Heilbronner Stadtverwaltung zu bekommen, zeigt erste Früchte. Zum einen plotten die Freien Wähler jetzt auf ihrer Website seit Juli 2022 mit, welche Anträge sie wann stellen und ob und wie die Stadtverwaltung reagiert und zum anderen haken die Freien Wähler nunmehr verstärkt nach, was aus den Beschlüssen des Gemeinderats dann auch tatsächlich wird.

Und so freut es mich sehr, dass jetzt auch Thomas Aurich von der CDU-Fraktion des Heilbronner Gemeinderats zu Protokoll gibt, dass die Verwaltungsabläufe transparenter werden müssen. In einem Interview mit der Heilbronner Stimme (6.9.2022, online) gesteht er ein: „Wir haben den Überblick verloren, wer wann was angefragt hat und wie es beantwortet wurde.“ Und fügt richtiger Weise hinzu, dass dies „aufgrund unseres schon vorhandenen Gemeinderatsinformationssystems … ja kein großer Aufwand für die Verwaltung sein [kann].“

Die Freien Wähler sind mit ihrer für alle transparenten Auflistung dabei zwar schon einen großen Schritt weiter, trotzdem ist es insgesamt ein erster Schritt in die richtige Richtung. Jetzt bleibt abzuwarten, ob die anderen Fraktionen im Heilbronner Gemeinderat und vor allem die Heilbronner Stadtverwaltung weiterhin nur mauern und dabei an ihrer altbewährten Politik der Hinterzimmer festhalten, oder doch den Schritt hin zu mehr Bürgernähe und Offenheit wagen werden.


Mitarbeiter des Monats

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Beitragsfoto: Mitarbeiter des Monats | © Shutterstock

Anfragen

Jüngst wurde ich gefragt, ob ich nicht auch kommunalpolitisch unterwegs sei. Und als ich dies bejahte, darauf aufmerksam gemacht, dass der neue Fußweg am Eidechsen-Revier, dem ehemaligen Zulauf zum Südbahnhof, zwar ganz nett geworden sei, aber dennoch zwei wesentliche Dinge vermissen lässt. Erstens fehlen auf der gesamten Strecke Mülleimer mit Hundekotbeutelbehältnissen und zweitens von der Brücke bis hin zum Tunneleingangsbereich Sitzbänke, um auf der Strecke auch ausruhen zu können oder um „älteren Herren“ die Chance zu bieten, den Eidechsen beim Sonnenbaden zuzusehen — diese Anspielung fand ich übrigens ganz nett, wobei ich mich selber aber eher an das Holzgeländer lehne.

Und da ich, wie bereits gesagt, diesen neuen Verbindungsweg in den Heilbronner Osten selber gerne nutze, habe ich mich heute etwas näher umgeschaut. Der Anfrager hat völlig recht, zwei bis drei Bänke mehr würden der Strecke ganz gut tun. Und auch eine Ausstattung mit Mülleimern und Hundekotbeutelbehältnissen schadet bestimmt überhaupt nicht. Es ist schon erstaunlich wie viel Müll ich heute entlang der knapp 500 Meter Strecke gefunden habe; manche Menschen scheinen die reinsten Müllabwurfmaschinen zu sein. Noch erstaunlicher sind die vielen gefüllten schwarzen Hundekotbeutel, die entlang des Weges und vor allem im Eidechsen-Schutzgebiet herumliegen — vom Hundekot auf dem Weg selbst, spreche ich schon gar nicht.

Was für Menschen sind das, die Hundekot in kleine schwarze Beutel packen und diese dann vor Ort in die Gegend schmeißen? — Diesen offensichtlich völlig verzweifelten Gestalten könnte man sicherlich mit dem einen oder andern Mülleimer behilflich sein, ansonsten hilft wohl nur psychiatrische Behandlung.

Wenn ich schon einmal dabei bin, auch ich habe eine kleine Bitte an meine Leser. Die Heilbronner Stiftung meseno nimmt gerade erneut an „der Förderpenny.-Aktion“ teil, bei welcher der lokale Gewinner einen Anteil der Spendengelder erhält, die von den Penny-Kunden 2022 erwirtschaftet wurden.

Mit Ihrer Unterstützung klappt es vielleicht dieses Jahr, dass meseno zum Zuge kommt! Dazu müssen Sie nur auf dieser Seite für meseno stimmen und Ihre Stimme per E-Mail bestätigen. Bevor heute die Prozentanzeige weggefallen ist, lag meseno mit 62 % der Stimmen vorne.

Bußgelder

Bußgelder sollen Menschen zu einem anderen Verhalten anleiten. Im Verwaltungsrecht versteht man unter einer „Geldbuße“ eine Geldzahlung, die bei geringfügiger Verletzung der Rechtsnormen wegen Ordnungswidrigkeit durch Behörden verhängt werden kann. Eine weitere Steigerung sieht das Strafrecht vor, wobei Gerichte dann „Geldstrafen“ verhängen können.

Wie wir heute in fast allen Medien lesen, lassen auch in der Region Heilbronn die Bußgelder die städtischen Kassen klingeln; der neue Bußgeldkatalog zeigt seine Wirkung.

Auch wenn sich jetzt unheimlich viele Mitbürger vor lauter Schadenfreude — vor allem dann, wenn es den ungeliebten Nachbarn trifft — zusammen mit unseren Stadtverwaltungen riesig freuen mögen, gebe ich doch zu bedenken, dass der Sinn und Zweck von Bußgeldern nicht das Schließen von Haushaltslücken ist.

Deshalb sollten wir immer wieder und auch dies regelmäßig und verpflichtend über sämtliche Maßnahmen, Regeln, Rechtsnormen und Gesetze nachdenken, ob diese überhaupt (noch) ihren beabsichtigten Zweck erfüllen. Zufallsvorteile von solchen ergriffenen Maßnahmen dürfen dabei nicht als Begründung dienen!

Montagsrunde

Heute konnte ich wieder mit dem meseno-Bus den nördlichen Landkreis genießen. Dabei viel mir erneut auf, dass Dorf wohl dort ist, wo die Gehwege in einem ordentlichen Zustand gehalten werden. Auf jeden Fall aber ist es immer wieder eine Freude schön gepflasterte und frisch gekehrte Gehsteige sehen zu können.

Und als ich wieder in den Stadtkreis zurückkam, begrüßte mich das neue Verkehrsleitsystem mit einem herzlich Willkommen — und in diesem Falle hier ist das Adjektiv willkommen auch richtig geschrieben. Leider findet man auf Schildern immer öfters: „Herzlich willkommen“ groß geschrieben. Der Duden merkt übrigens noch heute dazu an — was beim Duden neuerdings morgen schon wieder ganz anders sein kann, da sich die Dudenredaktion gegen die deutsche Sprache und für ein Polit-Deutsch (Neusprech) entschieden hat:

will|kom|men

In Fügungen wie Herzlich willkommen! oder Seien Sie willkommen! schreibt man willkommen klein, da es hier als Adjektiv verwendet wird. Großgeschrieben wird willkommen nur, wenn es als Substantiv gebraucht wird: Sie hatten ihm ein herzliches Willkommen bereitet.

Duden, 3.9.2022

Auf jeden Fall aber ist ein freundliches Willkommen auf einem Verkehrsleitsystem viel besser als antiquierte Verkehrsnachrichten! Und diese neue Nutzungsidee für ansonsten völlig überflüssige Schilder lässt mich auf den folgenden Gedanken kommen. Man könnte doch dort immer den „städtischen Mitarbeiter des Monats“ vorstellen — kostet nichts und ist zudem eine altbewährte Motivationsmethode; was derzeit ganz besonders wichtig ist, da auch die Stadtverwaltung dringend nach neuen Mitarbeitern sucht.


KI-Bilder

John Oliver muss man mögen. Ich tu es auf jeden Fall!

Markthalle in Rotterdam

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Beitragsfoto: Markthalle in Rotterdam | © Shutterstock

Als ich am 13. Februar 2018 vor der letzten Gemeinderatswahl die schon etwas ältere Idee einer Markthalle in Heilbronn wieder ins Spiel bringen wollte, wurde diese Idee selbst nur von wenigen Freien Wählern aufgegriffen. Irene Seeburger machte mich dabei darauf aufmerksam, dass die Freien Wähler bereits im Wahlkampf des Jahre 2014 vergeblich eine Markthalle ins Spiel gebracht hatten. Und so konnte ich 2019 mit dieser Idee leider weder bei den Heilbronnern noch bei den Parteien im Heilbronner Gemeinderat punkten.

Gefreut hat es mich dann doch, als die Freien Wähler am 9. September 2019 die Entwicklung des „Reim-Areals“ und den Bau einer Markthalle erneut im Gemeinderat beantragt haben; leider wieder vergeblich.

Und so freut es mich heute umso mehr, dass im Vorfeld zur Gemeinderatswahl 2024 nun nicht nur die Freien Wähler sich für eine Markthalle in Heilbronn einsetzen wollen, sondern auch Teile der CDU und der FDP von der Idee einer Markthalle in Heilbronn begeistert zu sein scheinen.

Neu dabei ist, dass manche Heilbronner sogar das Wollhaus als möglichen Standort für eine Markthalle ins Spiel bringen. Wahrscheinlich aber wäre dann selbst eine kombinierte Lösung Käthchenhof und Reim-Areal für eine Markthalle die günstigere Variante.

Wenig überraschend dabei ist, dass doch so einige Stadträte zuerst an eine Weinstube oder gleich mehrere Weinstuben denken, wenn sie von einer Markthalle sprechen. Begrüßenswert aber der Gedanke, dass man sich vorab auf ein gemeinsames Konzept für eine Markthalle einigen möchte. Ich gebe aber zu bedenken, dass ein potentieller Investor hierbei die Federführung haben sollte — nämlich diesem dann ca. fünfzig unterschiedliche Weinstuben als Markthallenkonzept verkaufen zu wollen, dürfte schon im Ansatz scheitern.

Aussagen wie „Heilbronner Markthalle muss lokale Themen wie Wein berücksichtigen“ oder „Schließlich gilt es, im Angebot einer Markthalle auch die Eigenheiten der Region zu integrieren.“ die im Zuge einer „Delegationsreise“ von Heilbronn Gemeinderäten, Händlern, Gastronomen und Marketing-Experten zu Städten mit bereits attraktiven Markthallen aufkamen, lassen Schlimmes befürchten und werden wohl auch mögliche Investoren abschrecken.

Zudem gibt Herbert Burkhardt in seinem Beitrag vom 21. Februar 2022 zu bedenken, dass es „mit dem Reim-Areal erst etwas werden kann, wenn die (Rest)Grundstückseigentümer irgendwann ein Einsehen haben und ihre Fläche zur städtebaulichen Entwicklung (mit einer Markthalle) in das Konzept mit einbringen.“

Auf jeden Fall aber stehen die Freien Wähler und auch ich weiterhin fest zu unserer Forderung nach einer Markthalle in Heilbronn.

Eine Markthalle kann in Heilbronn aber erst dann etwas werden, wenn die große Mehrheit im Gemeinderat und auch die Stadtverwaltung hinter der Idee einer Heilbronner Markthalle stehen. Und im Falle dass wir die Markthalle nicht als Stadt bauen wollen, sondern dafür einen Investor suchen, sollten wir diesen nicht vorab bereits mit unnötigen „lokal-politischen“ Auflagen abschrecken.

Nachtrag 5.9.2022

Thomas Aurich machte mich darauf aufmerksam, dass der erste Vorschlag zu einer Markthalle vom Verkehrsverein Heilbronn um die Jahrtausendwende kam.

„Good companies will meet needs; great companies will create markets.“

Philip Kotler, zitiert in Stuart Crainer, The 75 Greatest Management Decisions Ever Made (1999: 37)