Konzert

Musikvideo der Woche 5 (3)

Beitragsfoto: Konzert | © Bild von Pexels auf Pixabay

Heute gab es eine eher entspannende Vorlesung, wobei ich mir nicht so ganz sicher bin, ob ich auch verstanden wurde. Auf alle Fälle ging meine offen vorgetragene Kritik an den anwesenden Studenten völlig spurlos an denselben vorbei. Bei uns ist man inzwischen so lange für Eigenverantwortung zu jung, bis man dann ganz plötzlich viel zu alt dafür ist.

Könnte aber auch nur sein, dass ich mich immer gerne selber mit den Besten gemessen habe und nun nicht mehr verstehen kann, dass den meisten Mitmenschen das nicht ganz der Letzte zu sein völlig ausreicht — was überhaupt nicht schlimm ist, es ist einfach nur eine andere Lebenseinstellung.

Vielleicht sind meine Themen aber heutzutage für Vorlesungen einfach auch nur viel zu komplex und müssten eher in interessierten Kleingruppen „abgearbeitet“ werden. Mit dieser Erfahrung dürfte ich nicht alleine sein, wohl deshalb gibt es schon etwas länger Versuche des agilen Studierens.

Ich bin nun nach ein paar Semestern an der Hochschule zu der Überzeugung gelangt, dass es weit besser wäre, wenn weniger studieren und sich wieder mehr um richtige Arbeit bemühen, die nicht zu viel völlig unnötiges Denken fordert und nur so viel wie es der Job erfordert, was schon mehr sein dürfte als viele noch erbringen können. Immer weniger schaffen es gute Gesellen zu werden und versuchen sich als Ersatz an einem BA — ganz egal in was. Aber immer noch weit besser als sogleich in ein arbeitsloses und völlig sinnloses Leben abzugleiten. Und wer weiß, vielleicht kommt der eine oder andere geläutert aus diesem studentischen Umweg heraus und wird zum Schluss noch ein sehr glücklicher und erfolgreicher Handwerker.

Nun aber zu meiner Musik für diese Woche. Wishbone Ash gehörten mit zu den ersten von mir gehörten Rockgruppen. Die Gruppe gründete sich 1969 in Devon und dürfte den meisten meiner Altersgenossen als Vorgruppe zu anderen bekannten Bands in Erinnerung geblieben sein.

„Errors Of My Way“ befindet sich auf dem ersten Album „Wishbone Ash“ (1970) der Gruppe. Zwei Jahre später gab dann die Platte „Argus“ uns Jüngeren neue Gedankengänge mit auf den Weg.

„I’m leaving to search for something new
Leaving everything I ever knew
A hundred years in the sunshine
Hasn’t taught me all there is to know

The valley, we will gather there
Helpless in our surrender
Tomorrow the plow becomes the sword
Make us stronger in our danger

Time will pass away
Time will guard our secret
I’ll return again
To fight another day

I’ll have to be a warrior
A slave I couldn’t be
A soldier and a conqueror
Fighting to be free“

Wishbone Ash, Warrior (1972)

Dann noch „So Many Things To Say“ vom Album „Wishbone Four“ (1973).

Für den Schluss musste ich mich zwischen „Blowin’ Free“ und „The King Will Come“ entscheiden. Beide findet man auf der „Argus“-LP. Auf alle Fälle dürfte der nun folgende Song besser zu meiner oben thematisierten Vorlesung passen.

„The sky will fall, the earth will pray
When judgment comes to claim its day“

Wishbone Ash, The King Will Come (1972)

Kino

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Beitragsfoto: Kino

Wunderlich

Die FDP meint nun, dass mit Nazis herumzumachen liberal sei. Die Wähler liefen der FDP sicherlich nicht deswegen davon, weil sie zu weit links war. Und nun laufen die FDP-Granden auch noch den falschen Wählern hinterher. Und so ist es für diese Partei sicherlich ganz gut, dass über 70-Jährige nicht mehr so schnell zu Fuß sind — aber vielleicht fahren deren Vertreter gerade deswegen so gerne Porsche.

In Baden-Württemberg darf nun in Freibädern oder an Bushaltestellen nicht mehr geraucht werden. Bei uns in Heilbronn wird bisher sogar im Hallenbad und in den meisten Kneipen geraucht, zumindest im Außenbereich. Lassen wir uns einmal überraschen, was aus diesen neuen Verboten werden wird.

Wahrscheinlich ist dies aber die neue deutsche Lässigkeit. Alles was man sagt und vereinbart ist mit der Verlautbarung auch schon wieder Schnee von gestern, wie etwa die Schuldenbremse, unsere Sondervermögen oder gar eine Transparenz in der Politik.

Nun dürfen Mitgliedsstaaten der EU Menschen ohne Schutzanspruch in aufnahmewillige Drittstaaten abschieben, was ich schon sehr lange für eine gute Idee halte — wenn man es richtig bewerkstelligt. Das Problem dabei ist aber, wer diese Menschen freiwillig aufnimmt. Hätte man den Magreb nicht vor gut 10 Jahren so stark verprellt, wäre dies heute sehr viel einfacher.

Deshalb gehe ich davon aus, dass diese Entscheidungen im Europäischen Parlament keine tragfähigen sind, sondern nur weiter den rechtsextremen Populismus in Europa stärken sollen und sicherlich auch werden.

Unsere Politiker sind inzwischen wie Fettsäcke, die jeden Tag aufs Neue abnehmen wollen und immer wieder eine neue Diät ankündigen — dabei weiß doch inzwischen jeder, dass sie nie schlanker werden und sie sich dazu heimlich eine Torte nach der anderen einverleiben. Jede Demokratie lebt von der Glaubwürdigkeit ihrer Vertreter!

Vermischtes

Scheinbar drehen nun auch ein paar Kanadier in Alberta durch — muss man nicht mehr verstehen. Dafür sorgen wohl ein paar Republikaner, dass Donald Trump keine 2 Milliarden Dollar an Steuergeldern zur Entlohnung seine Schlägertruppen verwenden kann. Kann es ein Equilibrium der Dummheit geben?

Thomas Michl hat sich über die hohe Kunst der organisatorischen Selbstsabotage geäußert. Viele Betroffene dürften darüber lächeln können, ändern wird es sicherlich nichts.

Detlef Stern zeigt in einem Blog-Beitrag über Lesepaten wie schnell die Zeit vergeht. Nun ist er ebenfalls Ex-Lesepate, als wäre es gestern gewesen; Ideen für Freiwilligenarbeit hätte ich übrigens genug. Dafür treffen wir uns gleich heute Morgen zu einem Nicht-Käffchen, bevor es für uns beide in die Vorlesungen geht.

Gestern wäre Marilyn Monroe 100 Jahre alt geworden, was man ihr überhaupt nicht ansieht. Die meisten ihrer Filme habe ich mehrfach gesehen. Und so hätte ich besser zu ihrem 100sten auf Misfits (1961) zurückgegriffen, wobei mir aber ihre Komödien weiterhin am besten gefallen.

Heile Welt

Gestern gab ich mir ganz spontan „The Mandalorian and Grogu“. Zuerst das Positive. Das Kino war fast leer. Entweder lag es daran, dass wir — ja meine bessere Hälfte war mit dabei — den Film in der Originalsprache sahen, oder daran, dass das Heilbronner Publikum mehr Geschmack hat als ich es bisher vermutete.

Auch das Kino war sehr aufgeräumt, bis auf die Plätze in der letzten Reihe, dort lag noch der Müll von den Vorgängern. Die elektrisch verstellbaren Liegestühle ohne Tadel — in den USA sind sie aber noch beheizbar.

Aber nun zum Film. Im Falle, dass man die vorherigen Star Wars Filme nicht gesehen hat, dann ist dieser Film nichts für den Zuschauer, denn er lebt ausschließlich von den Vorgängerfilmen einschließlich der Serie. Die Idee sehr einfach, jeder darf und muss sich wohlfühlen können. Und für den Fall, dass sich Zuschauer den Film irrtümlich anschauen, finden sich Anleihen von weiteren sehr bekannten und populären Allerweltsfilmen. Ich habe sofort Szenen aus Harry Potter, Men in Black und Ghost Busters wiedergefunden — es werden sich sicherlich weitere Anleihen finden.

Das Einspielen der alten Star Wars-Garde nett. Dass man den Hauptdarsteller wenigstens ein zwei Minuten lang mitspielen lies, halte ich dennoch für etwas gewagt. Dass man Sigourney Weaver mitspielen lies, eine einzige Fehlentscheidung, denn dies hat mehr versprochen als der Film halten kann.

Kritisch sehe ich die versuchte Rehabilitation der Fetten, denn nur der junge Fette war gut und nett. Die beiden alten fetten „weißen Männer“ hingegen weiterhin wie eh und je die bösen Buben.

Beste Szene im Film, wie vier kleine Leute mit einem Miniraumschiff eine Ratte wegpusten — ein Seitenhieb auf Ratatouille?

Zum Ende des Films noch der Hinweis, dass es für wirklich jeden eine Uniform gibt. Früher™ sagte man, „Auch dein Helm wurde schon gepresst.“

Für mich aber wirklich überraschend, dass es dieses Mal weder eine Prinzessin noch ein Super Girl gab — vielleicht wird gerade deshalb aus dem Film kein Kassenschlager.


Fediverse Reactions
Drei Mülleimer

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Beitragsfoto: Drei alte Mülleimer und ein verbrauchter Besen | © Pixabay

Meta

Passend zu meiner kommenden Vorlesung beschäftigt sich Detlef Stern mit der Metaebene. Spannend für mich dabei, dass die Metabene Thema meiner allerersten Vorlesung bereits Ende der 1980er-Jahre war und nun wohl auch mit zu einer meiner allerletzten Vorlesungen gehört. Der Kreis scheint sich zu schließen, zumindest auf der Ebene 42.

Wir leben schon immer in einer mehrdimensionalen Welt, wobei es Mathematiker schaffen, sich selbst zumindest gedanklich in unendlich dimensionalen Räumen zu bewegen. Für mich waren drei Dimensionen zwar noch nie ausreichend, dennoch habe ich Probleme gedanklich mit mehr als fünf zurecht zu kommen. Aber dennoch, bei all den Schwierigkeiten mit der Dimensionalität unserer eigenen Existenz dürfte es keinem weiterhelfen, wenn man sämtliche Probleme dieser Welt eindimensional betrachtet.

Mancher Leser wird sich nun fragen, was gleich mehrere Metaebenen mit unseren zumindest vier Dimensionen zu tun haben. Auch hierbei kommt es auf die Betrachtungsebene an, ob man z. B. einen mathematischen oder einen philosophischen Ansatz hat. Ich fand das Herausarbeiten von Unterschieden wie auch Gemeinsamkeiten beider Bereiche stets für hilfreich.

Was mich nun noch zu einem Film von Federico Fellini führt, nämlich zu „Otto e mezzo“ aus dem Jahr 1963. Marcello Mastroianni und Claudia Cardinale sind wieder mit dabei. Dazu noch Anouk Aimée und Sandra Milo. Man muss Fellinis Filme richtig lieben, um sie auch nach Jahrzehnten noch anschauen zu können.

Auf alle Fälle widerspricht Federico Fellini dabei jeglicher Eindimensionalität und stellt zudem einen altbekannten Lehrsatz von Cyprian von Karthago in Frage: „Extra ecclesiam nulla salus.“ — was übrigens auch für Hochschulen gelten dürfte.

Vermischtes

Gestern waren wir noch auf einem Polterabend. Leider aber ohne Poltern. Und ich hatte mich schon gefreut, das eine oder andere Service sinnvoll loszuwerden. Dafür saßen wir eine ganze Zeit lang in der prallen Sonne und ich konnte mich auch wieder etwas im Zapfen üben. Leider aber musste ich dafür Gabriela Lena Franks „El Último Sueño de Frida y Diego“ sausen lassen. Was mir wieder einmal zeigte, dass man im Leben nicht alles haben kann.

Während ich diese Zeilen schreibe, liegt mir meinen Enkelin im wahrsten Sinne des Wortes vor den Füßen; sie befindet sich auf der Rückreise von einem ganz anderen Familientreffen und hält nun ein Nickerchen.

Spannend auch wie viele meine Rundschreiben bis zum Ende lesen. Ich bekam bis dato sechs Anmeldungen für einen Landtagsbesuch und den Hinweis, dass sich dieser Termin mit einem anderen überschneidet — das ist mir bewusst und … man kann im Leben nicht alles haben. Aktuell liegt die Öffnungsrate bei 42,86 % und damit unter dem Schnitt.

Manchmal wäre es gar nicht schlecht, wenn lokale Banken sich erst einmal um ihr ureigenes Geschäft kümmern anstatt eine Party, Konzert, Vortragsveranstaltung oder Ausstellung nach der anderen zu schmeißen. Was aber ganz gut zeigt, wie unnötig die meisten Banken heute geworden sind. Nicht nur, dass sie das Geld anderer Leute mit vollen Händen aus dem Fenster werfen, sie zerstören anderen Berufsgruppen auch noch deren Lebensgrundlagen.

Interessant auch, dass ich mit einer Schwiegertochter die Müllentsorgung zum Thema hatte. Sie sind jüngst in ein anderes Bundesland gezogen und wurden bisher noch nicht über die örtlichen Gepflogenheiten der Müllentsorgung informiert — learning by doing. Auch die Pfarrer, ob katholisch oder evangelisch, kamen bisher noch nicht vorbei — es reicht heutzutage völlig aus, dass man seine Kirchensteuern bezahlt.

Zurück zum Müll, meine Schwiegertochter hat nun durchaus Verständnis dafür, dass Neubürger, vor allem jene, die aus Müllkulturen stammen, mit unseren durchaus sehr komplexen Müllentsorgungstraditionen so ihre Schwierigkeiten haben. Vor allem dann, wenn diese schon mit der deutschen Sprache völlig überfordert sind oder sich mangels Internet nicht mit den unzähligen städtischen Müllentsorgungswebsites auseinandersetzen können.

Was ich dabei gelernt habe ist, dass in Rheinland Pfalz Windeln nicht in den Restmüll kommen, sondern mit extra Windelbeuteln gesammelt zweiwöchentlich entsorgt werden müssen — was vielleicht auch wieder nur eine lokale Eigenart sein könnte.

Bei all den Schwierigkeiten, die wir uns immer wieder selber bereiten, nur um unsere unzähligen Scheinarbeiter bei Lust und Laune zu halten, ist es verständlich, dass wir keine Zeit und keine Ressourcen mehr haben, um uns mit den wirklichen Problemen und Herausforderungen dieser Welt auseinanderzusetzen.

Waste Watcher

Unendliche Müllberge, unhygienische Zustände und unzufriedene Bürger. Vor gut sechs Jahren hatte ich hier im Blog über Müll-Sheriffs geschrieben. Bereits 2019 hatte ich von der Stadtverwaltung mehr Initiative gefordert und um saubere Straßen gebeten. Nun nach jahrelangen und endlosen Bürgerklagen fängt die Stadtverwaltung einmal an zu reagieren. In einem hoffentlich ersten Schritt gibt es bei uns zumindest Müllbeobachter, deren erste Maßnahmen Presseartikel und Fernsehauftritte sind. Unser OB weiß, wie man Bürger glücklich macht: wir kommen im Fernsehen!

Dann war da auch noch was mit einem Heilbronner Porno-Sternchen und wir geben Unsummen aus, um einen Wal — ok, für nicht Eingeweihte: einen Buckelwalkadaver, also einen toten Wal — zu obduzieren. Bisher dachte ich, dass man das nur bei Leichen macht.

Und irgendwie passt es auch ganz gut dazu, dass die FDP einen Parteitag hatte. Nun ist Wolfgang Kubicki dort angekommen, wo er schon immer sein wollte: Totengräber der eigenen Partei. Ich kenne ihn noch als Judo, der schneller seine Überzeugung wechselte als ich gucken konnte.

Treppenwitz am Rande, Deutschlands beste Militärexpertin (alles mit dem Mund) kandidierte gegen ihn. Was man nicht so alles macht, um nochmals in der Zeitung zu stehen.

Nun baue ich darauf, dass es unsere neuen „Waste Watcher“ schaffen, auch einmal den Müll wegzuräumen, zumindest weggeräumt zu bekommen; Bird Watcher bringen übrigens keine Singvögel um die Ecke und räumen diese auch nicht weg.

Mit dem Englischen haben wir in Deutschland so unsere Probleme; demnächst gehen wir allesamt wieder zur Leichenschau, um gemeinsam Fußball zu gucken. Wir Deutschen lieben einfach den Müll, Fäkalien sowieso — das ist ein uralter Toilettenwitz — und neuerdings sogar schlechten Fußball.