Wertstoffsammelstelle

19.6.02024 5 (5)

Beitragsfoto: Wertstoffsammelstelle | © Bettina Kümmerle

Sprachlos

Gerade muss ich miterleben, wie sich die Jugendorganisation unseres Verbandes selbst zerlegt. Eigentlich war es aber absehbar, nämlich als die ersten JEF nicht mehr wussten, in was für einem Verband sie eigentlich Mitglied geworden waren, wenn sie es dann feststellten, die Ideen unseres Verbandes nicht mittragen konnten, und sich zudem verstärkt Dingen wie dem Gendern oder regelmäßigen Layout- wie Logo-Änderungen widmeten.

Inzwischen sind die JEF inhaltlich tot und tingeln nur noch als politische Zombies durchs Land. Das wäre noch halbwegs zu ertragen, wenn diese „Jugendlichen“ (bis 35 Jahre!) nicht immer Erwachsene mit ihren inhaltslosen Vorträgen, Präsentationen und Konzepten belästigen wollten.

Europäischer Brief

„Nach dem politischen Erdbeben, das durch die Ergebnisse der Europawahlen ausgelöst wurde, wird immer deutlicher, dass der Aufbau einer demokratischen europäischen Souveränität der einzige Weg ist, um den von nationalistischen und antieuropäischen Kräften verfolgten Plan der demokratischen und bürgerlichen Rückständigkeit zu stoppen.

Zu Beginn der neuen Legislaturperiode ist es daher unerlässlich, dass die proeuropäischen Kräfte ihre Unterstützung für die neue Kommission nicht nur von der Unterstützung der Ukraine im Widerstand gegen die russische Aggression abhängig machen, sondern vor allem von der Verpflichtung abhängig machen, das Europäische Parlament in seiner Forderung nach einer Reform der Verträge zu unterstützen und für die Einberufung des Konvents zu kämpfen.“

Anschreiben zum Europäischen Brief N° 80 | Juni 2024 (19.6.2024)

Den aktuellen Europäischen Brief können Sie unter diesem Link finden. Aber auch hierbei muss ich feststellen, dass man zwar viel schreiben, dies aber wenig bis überhaupt nichts nützt, wenn man seine Mitbürger nicht dazu bewegen kann, um endlich selbst einmal tätig zu werden.

Dies sieht man ganz gut seit fast 80 Jahren an unserer Europäischen Idee und auch schon seit ein paar Jahrzehnten an den vergeblichen Versuchen, um den menschengemachten Klimawandel in den Griff zu bekommen.

Gäste

Die letzten Tage hatten wir Gäste aus anderen Teilen Deutschlands und aus dem Ausland zu Besuch. Diese nutzten auch die Gelegenheit, um Heilbronn auf eigene Faust kennenzulernen. Erstaunt waren sie dabei wie anscheinend ganze Familien-Clans Altkleider-Container leer räumen und den Müll dann auf der Straße verteilen. Und fast wäre ein Gast von einer Türkenhochzeit auf dem Gehweg überfahren worden, als nämlich ein Feiernder die Kontrolle über sein Fahrzeug verlor.

So erstaunte es mich nicht als gleich mehrere Gäste fragten, ob es in Heilbronn nicht so etwas wie einen Ordnungsdienst oder gar Polizei gäbe? Ich versicherte ihnen, dass es dies alles auch bei uns in Heilbronn gibt, wir Heilbronner aber einfach Dreck, Unordnung und Gefahr lieben, denn sonst hätten wir nicht jüngst den alten neuen Gemeinderat in seinem Tun und Unterlassen bestätigt.

Jeder Bürger bekommt genau die Stadt, die er auch verdient.

„Aber hier, wie überhaupt,
Kommt es anders, als man glaubt.“

Wilhelm Busch, Plisch und Plum (1882)

Freie Wähler 2022

Entlastung 4.8 (8)

Beitragsfoto: Freie Wähler 2022 | © FWV HN

Nach unserer Rückkehr nach Heilbronn begannen meine bessere Hälfte und ich uns auch wieder in der Lokalpolitik zu engagieren. Als Vorsitzender der EUROPA-UNION kam für mich dabei das parteiliche Engagement nicht infrage. Mein Vorgänger im Amt war vor Jahren wohl deswegen auch Stadtrat der Freien Wähler gewesen, obwohl er selbst politisch festgelegt war.

2017 schafften es der damalige Vorsitzende und ehemaliger Klassenkamerad Stefan Fiebig zusammen mit dem Ehren- und damaligen Fraktionsvorsitzenden der Freien Wähler Heiner Dörner mich für eine Mitarbeit bei den Freien Wählern zu gewinnen. Etwas zu spät nahm dann 2018 der Wahlkampf Fahrt auf und ich entschloss mich für den Gemeinderat zu kandidieren, dies mit dem Ziel die ehrenamtliche Vereinsarbeit in Heilbronn zu stärken und zudem den Heilbronnern mit Migrationshintergrund eine Stimme zu geben.

Mein Vorhaben scheiterte glorios, aber der Wahlkampf machte mir insgesamt Spaß und ich konnte dabei Herbert Burkhardt als Wahlkämpfer kennen und schätzen lernen. So beabsichtigte ich, auch wieder 2024 anzutreten, und nahm das dreijährige Plätschern der Vereinsarbeit der Freien Wähler zur Kenntnis und auch regelmäßig an deren Stammtischen teil.

Wohl von Herbert Burkhardt motiviert aber auch folgerichtig, starteten die Freien Wähler 2022 in den Wahlkampf, und ich musste völlig überrascht zur Kenntnis nehmen, wie dabei nicht nur die Fraktion, sondern der gesamte Verein zerbröselte.

Und so durfte ich nun in den letzten beiden Jahren nicht nur versuchen, die Freien Wähler wieder als Verein aufzustellen, sondern auch den Wahlkampf so zu führen, dass wir wieder als Fraktion einziehen können. Schön wäre es gewesen, wenn ich dabei auch zum Zuge gekommen wäre.

Gestern hat sich nun die Fraktion der Freien Wähler konstituiert und ich habe die drei Gemeinderäte gebeten, mich nun aus meiner Verantwortung als Vereinsvorsitzender zu entlasten. Dies hat gleich mehrere Gründe, denn zum einen werde ich 2029 zu alt für einen Gemeinderatssitz sein (zumindest aus meiner Überzeugung!) und zum anderen werde ich keinen zweijährigen Wahlkampf mehr erfolgreich führen können.

Dies beachtend, ist es ganz folgerichtig, dass sich nun in dem dreijährigen „Plätscherzeitraum“ ein neuer Vereinsvorstand bildet — mit mindestens einem Stadtrat und mindestens dann als stv. Vorsitzender — und sich so festigt, dass man als Team ab 2027 wieder in die Vollen gehen kann. Wie ich es bereits bei meiner Wahl als Vereinsvorsitzender 2022 angekündigt habe, können wir 2024 wieder den Fraktionsstatus erreichen (was geschehen ist!) und dann auch 2029 die zweitstärkste Fraktion im Heilbronner Gemeinderat werden!

Deswegen ist es jetzt zwingend, dass sich noch dieses Jahr ein neuer Vereinsvorstand konstituiert und gemeinsam das Projekt 2029 ins Visier nimmt!

Ich habe mich gefreut, von 2017 bis 2024 ein Teil von diesem Projekt gewesen sein zu dürfen, ich habe dabei sehr viele nette und interessante Menschen kennenlernen dürfen, manche dabei besser, als es mir lieb war.

Aber jetzt ist es gut und ich freue mich schon darauf, wenn sich unsere Stadt ab 2029 zum Besseren entwickeln wird.


Stadtbücherei

Stadtbibliothek 5 (5)

Beitragsfoto: Einblick in die neue Bücherei

Ähnlich wie damals beim Stadttheater: was länger währt, wird endlich gut. So nun auch bei der modernisierten und erweiterten Stadtbibliothek.

Der zentrale Teil unserer Stadtbibliothek im K3 ist richtig gut geworden. Diese besteht allerdings nicht nur aus diesem, sondern sie hat noch zwei Stadtteilbibliotheken in Böckingen und Biberach, den Robi — die rollende Bibliothek, und ihren nicht zu vernachlässigenden digitalen Teil, der ganz besonders im Verbund mit anderen Bibliotheken erst so richtig seine Vorteile ausspielen kann.

Wenn es nach mir ginge, wäre nicht nur das leidige und völlig überschätze Kleist-Archiv-Sempdner (wenn man es schon aus politischen Gründen nicht mehr loswerden kann) vor Ort mit eingebunden, sondern auch das zum Archiv zugehörige Literaturhaus Heilbronn ein fester Bestandteil unserer Stadtbibliothek. Leider aber bestimmt bei uns die Vetternwirtschaft immer noch viel zu viel.

Auf alle Fälle aber, es macht wieder und dieses Mal noch viel mehr Spaß, durch die Regalreihen der Stadtbibliothek zu schlendern. Der erweiterte Kinderbereich lässt einen schmunzeln, vor allem wenn man junge Leser beim Entdecken von Büchern beobachten kann — die „Kuschelecken“ sind dabei so richtig gut gelungen.

Ob das mit dem Musikmachen vor Ort zielführend ist, kann ich nicht beurteilen. Gibt es so etwas auch bei uns in der Musikschule nebenan? Auf alle Fälle aber sind die Räume der Stille und des eher zurückgezogenen Arbeitens eine sinnvolle Ergänzung.

Bleibt nun abzuwarten, wie wir Heilbronner unsere neue Bibliothek annehmen werden.