Plattencover

11.7.02024 5 (4)

Beitragsfoto: Plattencover

Neu!

Zu einem neuen Korrekturansatz gehört auch eine neue Musik und diese muss zu den Klausuren passen. Da mich die Heilbronner Hochschule bereits zu Kraftwerk inspirierte, war es nun naheliegend, dass ich mich mit den Urvätern des Technos näher befasste.

Klaus Dinger und Michael Rother trennten sich bereits 1971 von Kraftwerk, waren schon nicht mehr dort als ich mich mit Kraftwerk anfreundete. Beide waren von 1971 bis 1975 als Neu! aktiv und starteten damit eine ganz neue Musikrichtung, die noch heute sehr gut für Korrekturen verwendet werden kann. Und wenn es mir erlaubt worden wäre, um mich der Musik in der richtigen Lautstärke zu widmen, dann wären die Klausuren sicherlich schon Geschichte.

Mich begeistert noch heute die Verve von Klaus Dinger, der auch noch dann das Schlagzeug beharkte, wenn bereits schon sein Blut durch den Raum spritzte. Die heutigen „Technokraten“ sind nur noch blutige Amateure, die maximal vielleicht noch ein paar Dioden belästigen.

Und auch wenn David Bowie die Platte „Neu! 2“ (1973) bevorzugt haben soll, bin ich weiterhin von Neu! aus dem Jahr 1972 überzeugt.  

Mir gefällt die gesamte Platte auch noch heute. Und ohne sie wäre die aktuelle Klausur eine Tortur geworden.

Korrekturen

Den gestrigen Tag habe ich hauptsächlich mit dem Korrigieren von Klausuren verbracht und dies in einer Intensität wie schon lange nicht mehr. Und so werde ich wohl heute noch damit fertig. Danach müssen die Noten nur noch ins System der Hochschule übertragen werden.

Dieses Mal habe ich ein neues Korrektursystem ausprobiert und muss gestehen, dass es viel effizienter als mein altes ist. Aber jedes System hat seine Vor- und Nachteile und so werde ich noch eine ganze Weile mit der Evaluation beider Systeme zu tun haben. Ob es dann auch noch ein Thema werden wird, das ich mit Detlef Stern diskutiere, weiß ich noch nicht, da am Freitag dringendere Punkte anstehen.

Braune Suppe

Zu den fehlenden öffentlichen Toiletten passend die Entscheidungen im Rathaus. Was auch erklären dürfte, warum man sich in Heilbronn und dies ganz im Gegensatz zu anderen Großstädten nicht einmal über einen Synagogenneubau Gedanken macht.

Erfreulich dabei ist es, dass Brigitte Fritz-Kador weiterhin am Ball bleibt und über die jüngsten Ereignisse im Rathaus berichtet.

Inzwischen hat der Gemeinderat wieder ganz andere Dinge zu tun, man baut nun klamm heimlich Treppenanlagen, die selbst die Nürnberger neidisch machen werden.


Arthaus

9.7.02024 5 (3)

Beitragsfoto: Arthaus-Kino

Fazit

Da habe ich mir über Jahre hinweg die Finger u. a. zum Thema Bildungsdefizit und fehlender öffentlicher Toiletten wund geschrieben, wobei ich mir damit in Heilbronn ziemlich viele „gute Freunde“ machte; meine Aussagen wurde negiert und als völlig falsch dargestellt. Zu allem Übel ließen sich die dafür Verantwortlichen noch für ihre Untätigkeit von uns Bürgern feiern!

Und jetzt auf einmal ist es doch so schlimm, dass es auch die dümmsten Volksvertreter nicht mehr leugnen können. Nun aber lassen sie sich dafür feiern, dass sie dies erkennend, zukünftig vielleicht etwas unternehmen wollen.

Wie bereits gesagt, unsere Volksvertreter werfen das Kind erst in den Brunnen, nur um später auch noch von der Misere der Betroffenen zu profitieren. Das hat System, trifft schon sehr lange auf die Bundeswehr und die Polizei zu und lässt sich zudem im Gesundheitswesen und bei anderen staatlichen Aufgaben beobachten.

Mein Fazit: mich selber stören weder fehlende Toiletten noch dumme Kinder in Heilbronn. Sollen sich doch einmal jene darum kümmern, die davon betroffen sind oder bald sein werden.

Klausur

Gestern erhielt ich noch die letzten Anfragen von Studenten, die mich dann doch etwas sprachlos ließen — Projektmanagement hat eigentlich etwas mit Planung und Vorbereitung zu tun.

Heute konnte ich dann 92 Studenten zur Klausur begrüßen. Nach gut neunzigminütigem Schwitzen der Studenten, bin nun ich mit dem Korrigieren dran. Zuerst aber drehte ich noch ein paar Runden im Schwimmbad und abends dann noch auf der Tanzfläche. Und schon geht das Korrigieren etwas flüssiger von der Hand.

Born to be wild

Gestern konnte ich mir „Born To Be Wild – Eine Band namens Steppenwolf“ (2024) im Arthaus-Kino ansehen. Oliver Schwehm ist eine unterhaltsame Erzählung über die Band Steppenwolf gelungen. Zumindest für mich überraschend der Auftritt von Alice Cooper, den ich zuvor eigentlich nie mit Steppenwolf in Verbindung gebracht hatte.

Bekannter dann doch die Tatsache, dass sowohl John Kay als auch Nick St. Nicholas in Deutschland geboren wurden. Mir dann weniger bekannt, dass die ehemaligen Mitglieder von Steppenwolf bis vor Kurzem noch als Steppenwolf-Derivate durch die Welt getingelt sind.

Für mich war Steppenwolf bereits Anfang der 1980er-Jahre Geschichte, das letzte von mir zur Kenntnis genommene Album: „Skullduggery“ (1976).


Wahlkabinen

8.7.02024 5 (5)

Beitragsfoto: Wahlkabinen | © Alexandru Nika, Shutterstock

Almosen

Wie wir gestern erfahren mussten, bekommt die Bundeswehr weiterhin nur so viel Geld, das die Investitionen von Parteispendern und ideologische Eskapaden abgesichert sind — und so bleibt die Bundeswehr weiterhin erste Wahl, um Vettern zu versorgen.

Wer bisher noch daran glaubte, dass unsere Politiker, ob in der Regierung oder in der Opposition, endlich eine Zeitenwende einleiten, der hat sich gewaltig getäuscht. Egal, dass wir allesamt vor einem Abgrund stehen, zuerst müssen weiterhin die eigenen Pfründe abgesichert und danach die Vettern versorgt werden.

Kein Wunder, dass die Bürger immer mehr von der Politik genug haben!

Nachtrag

„Generalinspekteur warnt vor russischem Angriff ab 2029“ (NTV, 8.7.2024, 01:58 Uhr), was sich übrigens mit meinen Ausführungen u. a. hier im Blog deckt.

Umstieg

Dieses Wochenende war sehr erlebnisreich und informativ, was mich zu der Entscheidung führte, dass ich mich nun verstärkt der Philosophie widmen werde. Nicht weil sich‚ wer mit der Welt unzufrieden ist, der Philosophie zuwendet, sondern einfach und alleine nur deshalb, weil ich dies bereits in jungen Jahren wollte, aber vor lauter Beschäftigung nicht dazu kam.

Ich habe zwar keine Hütte im Schwarzwald, aber der Dachboden sollte für mein neues Vorhaben auch genügen.

Frankreich

Sehr erfreulich gestern die Entscheidung der Franzosen. Zum einen gingen sehr viele Bürger wählen und zum anderen münzten sie ihren Verdruss auf die Berufspolitik nicht dahingehend um, dass sie in erster Linie nun Faschisten wählten. Sie blieben sich weitgehend treu und wählten verstärkt wieder Sozialisten, was sie zwar auch nicht aus der Misere bringt, aber nicht gleich in Gänze den Untergang Frankreichs und Europas einleitet.

Im Unterschied zu Frankreich ist der Verdruss in vielen anderen Ländern Europas auf die Berufspolitik ebenfalls sehr groß, leider aber nutzen die Bürger dies dort gleich zum Umstieg auf die rechtsextremen Parteien und bei uns in Deutschland dann sogar hin zum Nationalsozialismus.

Wenn wir unsere Demokratie insgesamt retten wollen, benötigen wir wieder funktionierende Parteien, die ihrer Aufgabe auch gerecht werden können, kompetente Politiker (Legislative) und vor allem wieder Institutionen (Exekutive und Judikative), die demokratisches Fehlverhalten und kriminelle Machenschaften sanktionieren.

Leider führen abgehalfterte Parteien und inkompetente Politiker nur dazu, dass wir Bürger insgesamt der Demokratie den Rücken zukehren.

Übrigens, ich empfehle der kommenden französischen Regierung nicht die Kosten für das französische Savoir-vivre nun auf den Rest Europas umlegen zu wollen, denn auch damit zerstört man die europäische Demokratie.

Nachtrag

Diese Schnellanalyse von Christian Moos möchte ich meinen Lesern nicht vorenthalten.

Europa atmet auf
Frankreich droht aber die Unregierbarkeit

Die gute Nachricht lautet: Die rechtsextreme Partei Marine Le Pens, Rassemblement National (RN), wird nur drittstärkste Kraft. Nach dem ersten Wahlgang schien eine absolute Mehrheit der Sitze in der Nationalversammlung nicht ausgeschlossen. Diese hat die RN nun aber weit verfehlt. Frankreich wird nicht von einem rechtsextremen Premierminister regiert werden. Die republikanische Front gegen die RN hat gehalten. Damit wird der Weg zu einer Präsidentschaft Le Pens 2027 auch deutlich unwahrscheinlicher. Europa atmet auf.

Die schlechte Nachricht für Europa lautet: die stärkste Partei des Front Populaire, der Linksfront, die sich nach der überraschenden Auflösung des Parlaments durch Präsident Emmanuel Macron gebildet hatte, ist erwartungsgemäß die linksextreme La France Insoumise (LFI), also das „Unbeugsame Frankreich“ geworden. Diese Partei des populistischen Millionärs Jean Luc Mélenchon ist allerdings mindestens so europaskeptisch wie die RN. Die LFI lehnt das „Europa von Maastricht“ ab, will ebenso wie die RN keine Waffen mehr für die Ukraine liefern. Mélenchon fordert das Amt des Premierministers für die Linksfront und damit für sich selbst.

Dass es soweit kommen wird, ist allerdings unwahrscheinlich, denn auch die Linksfront hat keine absolute Mehrheit der Sitze. Die proeuropäischen Parteien, die in der Formation Ensemble („Gemeinsam“) den Präsidenten Emmanuel Macron unterstützen, werden wohl kaum mit dem europaskeptischen und zudem antisemitischen Linkspopulisten zusammengehen. Ensemble dürfte auf die wiedererstarkten französischen Sozialisten (Sozialdemokraten), auf die Grünen und auf die Bürgerlichen zugehen, die Le Pen nicht unterstützten. Die Linksfront könnte aufbrechen. Die Gegensätze auch zwischen den nicht extremistischen, proeuropäischen Kräfte bleiben jedoch groß.

Ob Macron ein Expertenkabinett berufen wird, das für diese Kräfte der Mitte tragbar wäre? Im Zweifel droht Frankreich, die Fünfte Republik kennt keine Koalitionsregierungen, ein Jahr der Unregierbarkeit. Denn der Präsident darf die Nationalversammlung erst nach 12 Monaten erneut auflösen. Neuwahlen in gut einem Jahr sind also nicht unwahrscheinlich. Für Europa, das dringend Reformen braucht und das existenziell herausgefordert wird, ist die französische Instabilität trotz aller Erleichterung über das unerwartet schwache Abschneiden der RN keine gute Nachricht.

Christian Moos, Linkedin