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Fußverkehr 5 (4)

Lesezeichen | © kertlis von Getty Images

Mathis Gann und  Tina Groll | Die Zeit

Bundesregierung will bessere Bedingungen für Fußgänger schaffen – Fußverkehr (zuletzt aufgerufen am 13.7.2024, 14.18 Uhr)

„Die Ampel plant, Zufußgehen zum “gleichberechtigten Verkehrsmodus” zu erheben. Das Bundesverkehrsministerium arbeitet dafür an einer “nationalen Fußverkehrsstrategie”.

Fußverkehr sei “die einfachste und ursprünglichste Art der Fortbewegung”, heißt es in dem Papier. Bislang werde ihm jedoch “in der öffentlichen Wahrnehmung keine adäquate Aufmerksamkeit zuteil”. Deshalb müsse das Zufußgehen künftig als “gleichberechtigter Verkehrsmodus” anerkannt sowie in der Verkehrspolitik und -planung stärker berücksichtigt werden.“


Wer erklärt dies aber nur uns Heilbronnern?!

Gerade wurde ich wieder einmal hinterrücks auf dem Fußweg von einem Radfahrer angefahren. Er habe doch geklingelt! Was mir als Schwerhöriger nichts hilft, zudem höre ich auch die Fahrgeräusche nicht mehr.

Und so werde ich in Heilbronn langsam aber sicher neben den alten Damen und Kleinkindern zum Opfer.

Bei uns in Heilbronn machen sich Gemeinderat und Stadtverwaltung permanent der fahrlässigen Körperverletzung schuldig, schon alleine dadurch, indem sie in Heilbronn Gesetze und Regeln einfach so mir nichts dir nichts außer Kraft setzen und zudem Polizei und Ordnungsdienste davon abhalten, uns Bürger zu schützen.

Aber wehe dem Bürger, der aus reiner Notwehr heraus nun einmal selber tätig wird!


Wald

13.7.02024 5 (4)

Beitragsfoto: Wald | © Joe from Pixabay

Grüne Hauptstadt Europas

Bald sind wir Heilbronner nicht nur Weltraum- und KI-Stadt, sondern auch noch das grüne Mekka Europas. Heilbronn geht gemeinsam mit Guimarães in Portugal und Klagenfurt am Wörthersee in Österreich ins Rennen um den Titel als Grüne Hauptstadt Europas 2026.

Belustigt war ich, als ich das Folgende las: „Die Kommission würdigt damit insbesondere das umfassende Lärmüberwachungssystem der Stadt, dessen Integration in den Landschaftsplan 2030 und das Mobilitätskonzept sowie die umfassende Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger.“

Politik ist zwar ein dreckiges Geschäft, aber manchmal auch zum Schmunzeln. Es ist schon eine ganze Weile her, da musste ich miterleben, wie „mein“ General im Einsatz von einem ausländischen Kameraden regelmäßig angegriffen wurde. Ich drängte darauf, dass sich der General diesen Mann zur Brust nimmt, ihm aber zumindest einmal so richtig in den Allerwertesten tritt. Weit gefehlt! Eines Morgens trat die gesamte Kampfgruppe an und der General verlieh dem besagten Kameraden einen Orden. Damals war ich entsetzt! Heute weiß ich, das war große Politik!

Wie wir es alle wissen, verdankt Heilbronn seine Größe einzig und alleine zwei SPD-Oberbürgermeistern und einem Gönner, die unsere Stadt aus den Trümmern zum Welterfolg führten. Europa kommt in Heilbronn so gut wie gar nicht vor. Diese Sichtweise ärgert zumindest den einen oder anderen Europäer.

EU-Umweltkommissar Virginijus Sinkevičius macht nun Nägel mit Köpfen: „Es ist ermutigend, Städte [Heilbronn] zu sehen, die den ökologischen Wandel mit Ehrgeiz und Entschlossenheit vorantreiben. Damit handeln sie zum Wohle ihrer Bürger und deren Gesundheit und Lebensqualität, aber auch zum Wohle von Unternehmen und unserer Ökosystemen.“

Und wenn das nicht reicht, dann wird dem OB demnächst auch noch der Titel „Sexist EU-OB Alive“ verliehen und in Heilbronn werden die Europafahnen von allen Dächern wehen.

Sommersemester

Nun ist auch dieses vollbracht, die Noten sind online und so muss ich nur noch die Klausuren ans Hochschularchiv übergeben, denn es könnte ein Student später noch eine Klausureinsicht beantragen. Die Noten wie auch die Bestehensquote waren zu erwarten, denn auch dies kann man vorab kalkulieren.

Und wie ich es bereits während der Vorlesungen thematisierte, ich hätte mich über mehr studentisches Engagement gefreut. Auch wenn es der eine oder andere Student nicht wahrhaben möchte, Engagement und Noten korrelieren ganz gut miteinander. Jenen Studenten, die es dieses Mal nicht geschafft haben, empfehle ich dringend, sich einmal über diesen Zusammenhang Gedanken zu machen.

Ich bin davon überzeugt, dass man bis zum Abschluss eines BA zumindest bei uns in Deutschland alleine nur mit Engagement über die Runden kommt.

Für das Wintersemester konnte mich Detlef Stern zusätzlich für ein Seminar zum Thema „IT-Systeme“ gewinnen. Da es sich dort um Studenten höherer Semester handelt, gehe ich davon aus, dass wir zusammen noch ein wenig Hirnschmalz mit dazu nehmen. Das Ganze würzen wir dann auch noch mit ein wenig Englisch und so bin ich einmal gespannt darauf, ob sich meine Erwartungen erfüllen werden. Auf alle Fälle aber werde ich seminarbegleitend mit Detlef Stern viel zu besprechen haben.

Lesepate

Insgesamt war ich nun ca. 12 Jahre lang in der Dammgrundschule unterwegs. Vier Jahre als Grundschüler und ein paar Jahrzehnte später nun fast acht Jahre lang als Lesepate. Auf „meine“ Grundschule lasse ich auch heute noch nichts kommen. Die aktuellen Lehrer sind mindestens so motiviert und professionell wie damals meine von mir so geliebte Klassenlehrerin.

Leider aber wendete sich in all den Jahren baulich und ausstattungsmäßig nichts zum Besseren — überhaupt nichts! Sowohl die Lehrer wie auch die Schüler werden von einem unfähigen Gemeinderat und noch unfähigeren Bürgermeistern regelrecht verheizt. Die Dammgrundschule hat — nachdem sie jahrelang renoviert wurde — weiterhin das „Niveau“ von Schuleinrichtungen eines Drittweltlandes, wobei dort wohl in den meisten Ländern den Schülern aber zumindest noch adäquate sportliche Betätigungsmöglichkeiten geboten werden.

Das alles ist unserem Gemeinderat völlig egal, weil die Dammschüler zum einen in deren Augen keine Menschen „erster Klasse“ sind und zum anderen die Gemeinderäte ihre eigenen Kinder in Privat-, zumindest aber in weit besser ausgestatteten Schulen unterbringen — Dieter Schwarz sei es gedankt.

Gerade in Städten wie Heilbronn stehen die öffentlichen Schulen vor sehr großen Herausforderungen. Die Stadt Heilbronn unternimmt allerdings überhaupt nichts, um diesen Herausforderungen zu begegnen, geschweige denn gerecht zu werden. Man baut weiterhin einzig und alleine darauf, dass ein Heilbronner Gönner für die „besseren Bürger“ der Stadtgesellschaft sorgt — ein Demokratieverständnis à la Erich Honecker!

Dazu passend der Artikel aus dem Kicker von gestern: „1. FC Nürnberg demontiert Tafel von Meisterspieler Munkert am Max-Morlock-Stadion“. Selbst die Fußballer aus Nürnberg arbeiten ihre Geschichte auf! Während unsere Heilbronner Gemeinderäte und Bürgermeister nur an und für sich arbeiten!

Gestern hatte ich nun mein letztes Vorlesen; ich kann das Elend einfach nicht mehr ertragen!


NATO Logo

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Beitragsfoto: NATO Logo | © Pixabay

Meinem ersten NATO-Vortrag konnte ich bereits im Sommer 1983 als Offiziersanwärter lauschen. Worin es in dem Vortrag ging, kann ich heute nicht mehr sagen, damals bereits spannender das Drumherum. Der deutsche NATO-Vertreter, der hauptsächlich vor deutschsprachigem Publikum sprach, war gezwungen auf Englisch vorzutragen. Und damit auch jeder im Saal den Ausführungen folgen konnte, gab es einen Dolmetscher. Das wirklich Spannende dabei, dass der Vortragende sich mit dem Dolmetscher stritt, weil er sich nicht richtig übersetzt fühlte. Damals wurde der Streit von der höchsten im Saal anwesenden Stelle dahingehend beendet, dass man dem „Übersetzerdiplom“ Recht gab.

Jahre später bat mich unser Übersetzer in einem NATO-Stab um Versetzung, da er sonst befürchtete, seine Englischkenntnisse voll und ganz zu verlieren. Über die Jahrzehnte hinweg hatte sich die NATO nicht nur vergrößert, sondern auch in ihren inneren Wesen her geändert. Bezeichnend dafür das nun dort gesprochene NATO-Englisch, welches mit dem Beitritt ehemaliger Sowjetländer eine ganz eigene Form annahm.

Vor 75 Jahren wurde die NATO als Verteidigungsbündnis (siehe: Nordatlantikvertrag [Link nicht mehr gültig]) gegen die damalige Sowjetunion gegründet und war von Anfang an ein politisches Bündnis. Gerade wir Föderalisten sahen die NATO als Chance, um die westliche Welt weiter zu einen. Auf alle Fälle aber trug sie dazu bei, dass sich die NATO-Partner einander näherten und im gegenseitige Austausch die Welt verbesserten — ganz davon abgesehen, dass sich viele Länder erst unter dem Schutz der NATO entwickeln konnten.

Fast von Anfang an gab es aber auch Mitglieder, die die NATO nicht nur für ihre ganz eigenen Zwecke nutzen wollten, sondern auch bereit waren, diese bei jeder sich bietenden Gelegenheit zu torpedieren. Als politisches Bündnis trug man diese „Minderheitenmeinungen“ bis zu einem gewissen Maße mit und hielt sie auch aus.

Und so war der eigentliche Schwerpunkt von Anfang an, die „Bündnispartner“ zu Bündnispartnern zu machen. Die Integration von uns Westdeutschen kann dabei als vorbildlich angesehen werden, auch wenn sich Briten und Franzosen bis heute darin einig sein dürften, dass Hastings Lionel Ismays Leitspruch weiterhin Gültigkeit besitzt: „To keep the Soviet Union out, the Americans in and the Germans down.“

Von Anfang an ganz speziell die Franzosen und schwierig bis heute auf alle Fälle die Türken, die weiterhin und dies bereits seit dem 17. Jahrhundert erst einmal im Westen ankommen müssen.

Inzwischen hat sich die NATO ähnlich wie der Europarat oder die EU so weit vergrößert, dass man sich auch hier die Frage nach „Vertiefung“ oder „Erweiterung“ stellen müsste. Zumindest einige der ehemaligen Warschauer Pakt Länder — z. B. Ungarn — zeigen, dass es ihnen nicht um westliche Werte und demokratische Politik geht, sondern einzig und alleine um den größtmöglichen Eigennutz, wobei auch der Verrat am Bündnis mit einkalkuliert ist.

Aber auch in den alten NATO-Ländern bestehen weiterhin in Teilen der jeweiligen Bevölkerungen Vorbehalte gegenüber westlichen Werten und demokratischen Systemen. Und diese Vorbehalte lassen sich bis heute sehr gut an der NATO ausleben — insbesondere dann, wenn man sich ausschließlich auf deren militärische Komponenten beschränkt.

In Zeiten, wo sich die NATO gleich mit mehreren Angreifern (u. a. Russische Föderation und China) beschäftigen muss, lassen sich diese antidemokratischen Kräfte wie bereits in den 1970er- und 1980er-Jahren (siehe: NATO-Doppelbeschluss) als Fünfte Kolonne missbrauchen. Und diese ziehen nun ganz aktuell langsam aber sicher wieder die alten Register („Petting statt Pershing“).

Für manchen Polit-Greis ein richtiger Jungbrunnen, wenn man auf seine alten Tage hin beim Steine- und Molotowcocktailwerfen oder zumindest beim Radmutterlockern wieder so richtig ins Schwärmen kommt. Zumindest aber hetzen sie erneut auf allen Kanälen.

Wie die EU und der Europarat auch, ist die NATO einfach zu gut für unsere Welt. Politische Systeme, die auf die Mündigkeit der Bürger und auf deren demokratisches Engagement bauen, haben wohl keine Zukunft mehr. Die Welt gehört bald wieder den Steinewerfern.

Fast hätte ich es vergessen. Liebe NATO, herzlichen Glückwunsch zum 75. Jubiläum!

„Die Parteien dieses Vertrags bekräftigen erneut ihren Glauben an die Ziele und Grundsätze der Satzung der Vereinten Nationen und ihren Wunsch, mit allen Völkern und Regierungen in Frieden zu leben. Sie sind entschlossen, die Freiheit, das gemeinsame Erbe und die Zivilisation ihrer Völker, die auf den Grundsätzen der Demokratie, der Freiheit der Person und der Herrschaft des Rechts beruhen, zu gewährleisten. Sie sind bestrebt, die innere Festigkeit und das Wohlergehen im nordatlantischen Gebiet zu fördern. Sie sind entschlossen, ihre Bemühungen für die gemeinsame Verteidigung und für die Erhaltung des Friedens und der Sicherheit zu vereinigen. Sie vereinbaren daher diesen Nordatlantikvertrag:“

Präambel des Nordatlantikvertrags (Washington DC, 4. April 1949)