Kaffeegenuss

Zeit für ein Gedicht 3.9 (9)

Beitragsfoto: Kaffeegenuss | © Pixabay

Dazu noch bzw. schon wieder ein Gedicht auf Englisch, meine geneigten Leser mögen es mir verzeihen. Der Autor dieses Gedichtes ist Robert W. Service, ein bei uns wohl weniger bekannter Dichter. Nach einer Banklehre in Schottland wanderte er nach Kanada aus, um Bauer zu werden; kurz darauf ließ er sich von einer lokalen Bank anstellen. Wohl dort begann er seine Karriere als Dichter, welche zudem sehr steil begann.

1912 wurde er Militärkorrespondent in Europa und blieb auch dort bis zu seinem Tod 1958 in Frankreich. Noch heute ist er wohl eher für seine frühen Werke bekannt. Das nun folgende Gedicht wurde 1949 im Gedichtband „Rhymes of a Roughneck“ veröffentlicht. Wer später mehr über Robert W. Service erfahren möchte, der sollte sein Gedicht „The Cremation of Sam McGee“ lesen.

A Hero

Three times I had the lust to kill,
To clutch a throat so young and fair,
And squeeze with all my might until
No breath of being lingered there.
Three times I drove the demon out,
Though on my brow was evil sweat. …
And yet I know beyond a doubt
He’ll get me yet, he’ll get me yet.

I know I’m mad, I ought to tell
The doctors, let them care for me,
Confine me in a padded cell
And never, never set me free;
But Oh how cruel that would be!
For I am young – and comely too …
Yet dim my demon I can see,
And there is but one thing to do.

Three times I beat the foul fiend back;
The fourth, I know he will prevail,
And so I’ll seek the railway track
And lay my head upon the rail,
And sight the dark and distant train,
And hear its thunder louder roll,
Coming to crush my cursed brain …
Oh God, have mercy on my soul!

Robert W. Service (1949)

Der von Robert W. Service beschriebene Freitod würde von Seneca nicht befürwortet und schon gar nicht bewundert werden. Auch wenn Seneca den Freitod grundsätzlich als eine probate menschliche Entscheidung ansieht.

„Schwach und feige ist, wer wegen des Schmerzes stirbt, töricht, wer nur für den Schmerz lebt.“

Seneca (2023: 391)

Und auch für die weniger Entscheidungsfreudigen hält er einen Ratschlag parat:

„Täglich sterben wir; täglich wird uns nämlich ein Teil des Lebens genommen, und selbst dann, wenn wir noch wachsen, nimmt das Leben ab. …

so macht die letzte Sunde, in der wir zu existieren aufhören, nicht alleine den Tod aus, sondern sie allein vollendet ihn.“

Seneca (2023: 175)

Aktuell, wo selbst erfolgreiche CNN-Anchor den Bettel hinschmeißen und auch die deutsche Politik kaum noch Hoffnung auf Besserung verspricht, erhöht sich bei den eigenständig denkenden Menschen ohne Frage der Druck im Kessel. Dennoch halte ich es für weit verfrüht, um selber den Seneca zu geben. Noch besteht, zumindest bei uns in Europa, die Chance, um das Ganze halbwegs überstehen und überleben zu können. Ohne dass man selbst zum Täter wird oder sich einfach nur ähnlich wie ein Lamm auf die Opferbank legt.

„Don‘t give in to the lies
Don‘t give in to the fear
Hold on to the truth and to hope“

Jim Acosta (28.1.2025)

Egal was einen auch immer bedrückt, es gibt bis zum allerletzten Schluss (Seneca) immer noch Entscheidungen, die man treffen kann und welche die Chance bieten, einen Weg der Besserung einzuschlagen. Im Falle der Politik bieten sich dazu und dies gerade in Demokratien die regelmäßig stattfindenden Wahlen an — vorausgesetzt allerdings, man ist nicht bereits zum Wahlschaf mutiert.

Übrigens, wer AfD oder BSW wählt, der kann auch gleich seinen Kopf auf die Schienen legen; und selbst bei so mancher etablierten Partei muss man inzwischen richtig aufpassen, ob nicht doch ein „automatisch“ gesetztes Kreuzchen tatsächlich der Schalter zum eigenen Elektrischen Stuhl ist — für manche US-Bürger bereits blanke Realität!

„So kommt es nicht darauf an, ob man ein krankes Gemüt in Reichtum oder in Armut unterbringt: sein Leiden folgt ihm.“

Seneca, 2. Buch, 17. Brief (2023: 117)

Schnappschuss

28.1.02025 4.7 (9)

Beitragsfoto: Schnappschuss

Schätzung

Im Stadt- und Landkreis Heilbronn mit gut 480 000 Einwohnern dürfte es ca. 1 000 niedergelassene Ärzte geben. Diese „beschäftigen“ am Tag gut und gerne 30 000 Einwohner. Weitere 4 000 Einwohner dürften in Pflegeheimen untergebracht sein. Und die ca. 2 000 Krankenhausbetten werden sicherlich (rein, drin und raus) weitere 6 000 Einwohner „beschäftigen“. Und so kann man davon ausgehen, dass sich ca. 10 % der Bevölkerung permanent mit Ärzten, Sanitätern und Pflegern bei Gesundheit und Laune hält.

Damit zieht das Gesundheitswesen bei der „Bespassung“ locker mit dem Bildungswesen gleich, wobei wir davon ausgehen können, dass erstere Plätze wesentlich teurer und dabei auch noch gesamtgesellschaftlich wenig gewinnbringend sein dürften. Und so wie es angeraten wäre, mehr Menschen im Stadt- und Landkreis zu bilden, so wäre es auch nötig, die Anzahl der „Kranken“ insgesamt zu senken.

Ich befürchte zudem, dass hier auch noch ein direkter Zusammenhang besteht, nämlich je höher der Bildungsdurchschnitt ist, umso weniger wird das Gesundheitswesen belastet. Ergo, bekämpft das aktuelle Gesundheitswesen die Symptome einer erkrankten Gesellschaft, während unser Bildungssystem die Ursachen bekämpfen könnte.

Bis die Politik dafür eine Lösung gefunden hat und sich das Ganze auszuwirken beginnt, könnte man neben jede Arztpraxis ein „Bespassungsangebot“ (Platz dafür gibt es in Heilbronn genug) setzen, das für alle gelangweilten Langweiler die Möglichkeit bietet, um sich dort zu „beschäftigen“. Die anfallenden Kosten könnten die Krankenkassen übernehmen — wäre wohl auch noch billiger — und die jeweiligen Arzthelferinnen könnten ihr „Klientel“ stante pede dorthin überweisen. Die „Bespassungsangebot“ könnte man noch attraktiver gestalten, wenn es dort auch noch Globuliautomaten gäbe. Und damit es der Renner wird, nennen wir es einfach „KI-Generalarztpraxen“. Das notwendige Personal kann man aus dem zweiten oder dritten Arbeitsmarkt gewinnen, was eine weitere Entlastung darstellen würde.

Fragen & Antworten

Im Zuge der Bundestagswahl gab der Bundesverband der EUROPA-UNION einen Fragenkatalog an die Kandidaten heraus. In meiner Funktion als Kreisvorsitzender hatte ich diese an die Kandidaten der Wahlkreise 266 und 267 versandt.

Inzwischen liegt mir eine erste Antwort von Fabian Gramling MdB vor. Ich warte noch eine Weile und dann erstelle ich auf der EUROPA-UNION Heilbronn Website einen entsprechenden Blog-Beitrag, wo ich die Fragen wie auch die Antworten vorstellen werde. Zudem wir es noch wie bereits angekündigt ein Thema in meinem Februarrundschreiben werden.

Dann können sich interessierte Wähler darüber informieren ob und was ihre Kandidaten im Wahlkreis geantwortet haben. Vielleicht tragen diese Antworten zur eigenen Wahlentscheidung bei, dann wären nicht nur die Kandidaten ein wenig mit europäischen Themen konfrontiert worden, sondern mancher Wähler hätte für sich sogar noch einen kleinen Mehrwert.

Lost in Translation

Gestern Nacht habe ich dann doch noch mit diesem Klassiker nachgelegt. Einer jener Filme, die man sich tatsächlich erarbeiten muss — nur einfach genießen klappt hier wohl kaum.

Diesen Film von Sofia Coppola habe ich mir nur deshalb im Kino oder Flugzeug angeschaut, weil Bill Murray die Hauptrolle spielte. Ein Schauspieler der seit 1993 für mich ein Must-see ist. Und so war ich beim ersten Mal anschauen doch ein wenig verwundert, obwohl Bill Murray einen exzellenten Bill Murray gibt; zumindest ich fand von Anfang an, dass er sich selber spielt.

Und schon 2003 machte seine Filmpartnerin Scarlett Johansson auf sich aufmerksam, der Rest der Crew bloße Nebenrollen. Ergo, ein Zweipersonenstück, das bis heute exzellent zu meinen eigenen Studien passt und bei einer geneigten Studentenschaft sogar Einzug in mein Curriculum fände.

Ähnlich wie bei Doris Dörries „Erleuchtung garantiert“ (1999) das Setting, wobei Bill Murray und Scarlett Johansson eindeutig für weit mehr Tiefe sorgen — nichts gegen Gustav Peter Wöhler, dem ich noch in den Nullerjahren an einer Flughafenbar selber mein Lob aussprechen durfte.

Inzwischen weiß ich nicht mehr wie oft ich den Film gesehen habe, nur so viel, dass ich jedes Mal wieder Neues entdecke. Und inzwischen weiß ich nun auch, was es mit der Unterhose gleich zu Beginn auf sich hat, manchmal muss man wirklich die Begleitliteratur zum Film lesen, was mir, der jede Gebrauchsanweisung meidet wie der Teufel das Weihwasser ziemlich schwer fällt.

Wer den Film noch nie gesehen hat, der sollte dies nachholen; ich gebe allerdings keine Spaßgarantie.

„Eine demokratische Gesellschaft ist eine dynamische, lernfähige Ordnung, und das setzt auch die individuelle oder kollektive Bereitschaft voraus, individuelle oder kollektive Irrtümer einzugestehen, historische Ungerechtigkeiten zu korrigieren und sich gegenseitig zu verzeihen.“

Carolin emcke (2016: 198)

Hinweis

27.1.02025 4.9 (8)

Beitragsfoto: Zeitansage

Rap

Eine Musikrichtung, die mir von Anfang an sehr gefallen hat. Als mein Interesse daran sank — ich lebte nicht mehr für mich alleine — bereicherte Eminem das Genre und erzielte bereits 1999 seinen Durchbruch. Von mir zwar geschätzt, fanden seine Platten aber nicht mehr Einzug in meine Sammlung. Dort findet man eher die Rapper der ersten Stunde.

Sebastian Schaffer hat jüngst den Song „Lose Yourself“ (2002) von Eminem gecovert, was ihm recht gut gelungen ist. Das Original findet man auf dem Soundtrack zum Film „8 Mile“.

Vermischtes

Nach einer zweiten Korrekturrunde liegen die Seminararbeiten nun hinter mir — starker Tobak! eine Ernüchterung, die ich mir gerne erspart hätte. Bei einem Käffchen mit Detlef Stern hole ich mir demnächst noch einmal Rat ein, dann werde ich die Noten online stellen. Und damit es mir nicht zu wohl werden wird, gibt es in Kürze noch eine 90-minütige Klausur, die, weil es das Regelwerk so vorsieht, für den einen oder anderen Studenten nochmals um bis zu 45 Minuten verlängert wird. Was die Aufsichten oder ich davon halten, spielt in der heutigen Zeit keine Rolle mehr — Schule hat mit dem echten Leben schon sehr lange nichts mehr gemeinsam. Schon jetzt bin ich neugierig, wie die Studenten abschneiden werden und ob meine eigenen Berechnungen stimmen — eine zweiprozentige Abweichung ist dabei bereits berücksichtigt.

Getriggert von meiner besseren Hälfte versuche ich sämtliche Tanztermine möglich zu machen, was mir meist auch gelingt, seltener mittwochs. Dazu passend, dass sich die Anfragen bezüglich des Europa-Balls mehren. Demnächst haben wir auch die neuen Einlassbändchen dieses Mal nicht in Blau.

Mein Blog-Trust-Score bei den Lesern liegt aktuell bei 4,3 von 5 Sternen, was mich sehr freut. Mein Blog wurde zudem auf der Startseite von weiteren 21 Lesern mit 4,8 von 5 Sternen bewertet, was noch ein klein wenig besser ist. Insgesamt gab es seit aktuellem Zählbeginn (22.10.2023) über 163 000 Seitenzugriffe, was von mir für ein kleines Privatblog als zufriedenstellend angesehen wird. Weniger spannend finde ich es, dass dabei mein „Tomatensuppenbeitrag“ (4,4 von 5) mit 2 005 Lesern der meist gelesene Beitrag ist; ich sollte wohl eher unter die Köche gehen. Interessant vielleicht noch, dass mein „Blogpausenbeitrag“ mit 2,5 von 5 Sternen der am schlechtesten bewertete Beitrag ist.

Aktuell kann mein Blog mit 1 711 Beiträgen und 907 Kommentaren aufwarten, was sicherlich noch verbesserungsfähig ist. Ich meine dabei das Verhältnis von Beitrag zu Kommentar, selbst wenn ich dieses Blog in erster Linie für mich selbst schreibe. Zudem kann ich schon jetzt feststellen, dass die Kategorie „Gedankenblitze“ nicht wie erhofft dazu beigetragen hat, die Kommentaranzahl wesentlich zu erhöhen.

Das im Blog integrierte Forum wird kaum angenommen und so freut es mich sehr, dass Hans Müller dort nun seinen fünften Teil einer amerikanischen Tragödie veröffentlicht hat. Wobei ich anmerken muss, dass dieser Teil mit seinen gut 60 DIN A4-Seitenäquivalenten XXL-Lesestoff ist. Auf alle Fälle kann sich niemand beklagen, dass es hier zu wenig zu lesen gäbe und die Bandbreite von Tomatensuppe bis Donald Trump dürfte ebenfalls ausreichen — wobei die spannendsten Beiträge weder mit dem einen noch mit dem anderen etwas zu tun haben.

Black Rain

Kurz nachdem ich eigentlich ins Bett wollte, kam ich auf die Idee, mir noch einen etwas älteren Film anzuschauen. Meine Wahl fiel auf einen Thriller des Regisseurs Ridley Scott aus 1989, den ich schon damals im Kino für gelungen hielt; „Black Rain“ ging dabei gegen „Lost in Translation“ (2003) und „Erleuchtung garantiert“ (1999) als Gewinner hervor.

Michael Douglas gefällt mir in diesem Film besser als in „The Streets of San Francisco“, eine Serie, die ich in den 1970er-Jahren gerne sah, heute aber nicht mehr gucken würde. Dafür aber gerne wieder einen seiner besseren Filme „Behind the Candelabra“ aus dem Jahr 2013. Über „Fatal Attraction“ (1987) oder „Basic Instinct“ (1992) kann ich heute nur noch schmunzeln. Dafür halte ich „Falling Down“ (1993) — „a piece of urban reality“ — weiterhin für sehr gelungen.

Auf alle Fälle habe ich es nicht bereut, dass es wieder einmal etwas später wurde. Mindestens ein Zitat aus dem Film befindet sich bereits seit Jahren in meiner entsprechenden Sammlung. Vor etwa fünf Jahren hatte ich meine Filmzitate-Website vom Netz genommen und dabei einige meiner Lieblingszitate mit in dieses Blog übernommen.

„Ir gunken, kotzen, bösen breken,
Daz euch der übel tot müess streken
Um die marter, die ich duld
Nit anders dann umb ewer huld!“

Wittenwiler, Der Ring, Z. 559-564