Tanzen

Kalenderwoche 6 4.3 (9)

Beitragsfoto: Tanzen | © Pixabay

Vermischtes

Diese Woche konnte ich zumindest ins Wasser gehen, zum Schwimmen hat es dann doch nicht gereicht. Dafür konnten meine bessere Hälfte und ich ein paar Mal das Tanzbein schwingen. Da dabei auch die Anzahl der Tanzfiguren thematisiert wurde, habe ich kurz entschlossen einmal ChatGPT bemüht. Das Ergebnis kann als Anhalt dienen, scheint mir auf den ersten Blick hin auch plausibel zu sein, dennoch lege ich für die Richtigkeit meine Hand nicht ins Feuer:

„Die Anzahl der Tanzfiguren im Gesellschaftstanz ist nicht fest definiert und hängt von mehreren Faktoren ab, darunter der Tanzstil und die Tanzschule oder Organisation, die die Figuren lehrt. Hier ein Überblick:

Standardtänze

1. Langsamer Walzer: ca. 15 – 25 Figuren (z. B. Rechtsdrehung, Chassé, Flechte)

2. Tango: ca. 20 – 30 Figuren (z. B. Linksdrehung, Promenade, Linkskreuz)

3. Wiener Walzer: ca. 5 – 10 Figuren (z. B. Rechtsdrehung, Flechte, Kontra-Check)

4. Slowfox: ca. 15 – 20 Figuren (z. B. Feather Step, Three Step, Weave)

5. Quickstep: ca. 25 – 30 Figuren (z. B. Chassés, Lock Step, Running Finish)

Lateintänze

1. Cha-Cha-Cha: ca. 25 – 30 Figuren (z. B. Grundschritt, New Yorker, Alemana)

2. Rumba: ca. 20 – 30 Figuren (z. B. Grundschritt, Spot Turn, Cucaracha)

3. Samba: ca. 25 – 35 Figuren (z. B. Volta, Bota Fogo, Cruzado Walks)

4. Paso Doble: ca. 15 – 25 Figuren (z. B. Promenade, Appel, Fallaway)

5. Jive: ca. 20 – 30 Figuren (z. B. Grundschritt, American Spin, Stop and Go)“

ChatGPT, Version 1.2025.031 (Abfrage 8.2.2025)

Da ich schon eine ganze Weile tanze, gehe ich einmal davon aus, dass die Anzahl der Tanzfiguren, die ich bereits wieder vergessen habe, die Anzahl derer übertrifft, die ich aktuell zu kennen glaube.

Ich bin zwar ganz gut im Risikomanagement, aber dennoch nicht davor gefeit, dass aus Risiken Probleme werden. Auf alle Fälle aber ist es immer gut und im Leben sogar hilfreich, wenn man zwischen Unsicherheiten, Chancen, Risiken und Probleme unterscheiden kann. Noch besser, wenn man für diese Begriffe Beispiele aufzählen kann. Auf alle Fälle weiß ich nun, dass man auf der Beliebtheitsskala der Studenten ganz stark nach unten schnellt, wenn man darauf besteht, dass Studenten in der Lage sein müssen, solche Beispiele liefern zu können.

Und wenn man sogar noch weiter ins Detail geht und zwischen bekannten, unbekannten und unbekannt unbekannten Risiken unterscheidet, stößt man sehr schnell an die sprachlichen Grenzen der eigenen Klientel.

Erfreulich diese Woche, dass, nachdem ich mich schon eine ganze Weile mit einem sehr alten Bekannten geschäftlich auseinandersetze und bereits der eine oder andere Rechtsanwalt bemüht wurde, dieser nun zum Telefonhörer griff und wir uns zumindest auf eine Art Waffenstillstand einigen konnten. Wir werden nun einen Kompromiss finden. Ganz anders verhält es sich in der Ukraine, dort wäre ein Waffenstillstand mit einem Sieg der Russischen Föderation gleichzusetzen, dies wäre also ein fauler Kompromiss! Und auch zwischen diesen beiden Begrifflichkeiten muss man unterscheiden können, zumindest dann, wenn man sich politisch betätigt. Unseren Politikern empfehle ich dringend das Buch „On Compromise And Rotten Compromises“ (2010) von Avishai Margalit — man kann es sich auch vorlesen lassen.

Sehr spannend, wie Donald Trump bereits angekündigt hat, dass es bei der Münchner Sicherheitskonferenz vom 14. bis 16. Februar 2025 zu einem faulen Kompromiss kommen wird. Eines muss man den Nazis lassen, sie kennen ihre Geschichte! Und ein Donald Trump hat mehr Humor, als es uns bisher bekannt war.

Freiheit

Jan Böhmermann hat in seiner ersten Sendung des Jahres einen Nachruf auf die Freiheit „geschrieben“. Das Video ist gem. ZDF bis 6.2.2026 verfügbar. Mir hat die Sendung gefallen. Freiheit ist eines der Höchsten Güter, wobei sich aber Freiheitsbegriffe beständig in der Diskussion befinden. Und wir Menschen, besonders die etwas dümmeren Exemplare, verwechseln „Freiheit“ gerne mit „Sicherheit“. Wobei die meisten Politiker und besonders Polizisten überhaupt nicht wissen, was Sicherheit tatsächlich bedeutet.

Und so ist es wohl auch kein Wunder mehr, dass sich gerade alle Totalitaristen, darunter ganz besonders die Faschisten, Kommunisten und Nationalsozialisten als moderne Freiheitskämpfer generieren. Und gerade jene demokratischen Politiker, die Freiheit und „Sicherheit“ nicht auseinanderhalten können, zu Steigbügelhaltern der kommenden Diktatur verkommen.

Da wir diese aber mit wehenden Fahnen am 23. Februar 2025 wählen werden und ich davon ausgehe, dass wir nicht allesamt blöd sind, vermute ich, dass wir diesen Umweg zur Diktatur nur nehmen, um vielleicht später nicht, wenn es wieder einmal völlig schiefgehen sollte, in Haftung genommen werden zu können — Bauernschlau.

Mit Bauernschläue kann man zwar selber ganz gut über die Runden kommen, leider aber keine tragfähigen Gesellschaften bilden und schon gar nicht unterhalten. Dazu würde es Intelligenz, zumindest aber Ehrlichkeit, Anstand und Fleiß benötigen.

Wintersemester

Meine Korrekturen sind abgeschlossen und damit ist auch für mich dieses Semester Geschichte. Da ich mich auch noch mit anderen Schülern beschäftige, kann ich durchaus Vergleiche ziehen. Inzwischen haben die meisten Schüler von den Grund- und Hauptschülern bis hin zu den Hochschülern eines gemeinsam, nämlich den Mangel an Motivation, Bestleistungen bringen zu wollen. Man macht halt, was man unbedingt muss und nicht irgendwie dann doch noch vermeiden kann.

Und so ist es auch kein Wunder mehr, dass Deutschland auf KI, Automation und Fachkräfte aus dem Ausland setzt. Hingegen all jene, die Leistung bringen wollen und das auch können inzwischen ihre Zukunft in den aufstrebenden Gegenden dieser Welt suchen.

Dafür gab es durchaus ein paar Höhepunkte bei den Antworten zu meinen Klausurfragen: „Ohne Taschenrechner geht 12 mal 12 einfach nicht …“ oder „Das bloße Wiederholen von bereits in der Vorlesung beantworteter Fragen führt zu einer hohen Durchfallquote …“. Erfreulich ist es aber immer wieder, wenn ich dann doch noch an manchen Antworten erkenne, dass ein Hochschüler die Zusammenhänge verstanden hat.

Inzwischen kann ich auch mit ziemlich hoher Sicherheit behaupten, dass die Klausurergebnisse sich mit jeder erfolglos abgelegten Klausur verbessern und dies völlig unabhängig vom Dozenten. Die jeweilige Verbesserung hängt alleine vom Arbeitsaufwand des Schülers ab. Und letztendlich fallen dann tatsächlich doch noch ein paar durch, nämlich genau jene, die erst bei der Prüfung feststellen, dass dies ihre letzte Möglichkeit zum Bestehen war.

Wer in meinen Vorlesungen saß und im Anschluss in der Klausur keine 72 von 90 Punkten erreicht, der sollte sich dringend über den Sinn und Zweck seines Studiums Gedanken machen, vielleicht kommt man dann sogar auf die Idee, sich besser nach einer Lehrstelle umzuschauen. Aber viele Hochschüler gehen wohl davon aus, dass der Bachelor inzwischen einfacher zu erlangen ist als Geselle zu werden.

„The Munich Agreement became the symbol of a rotten compromise, a compromise one should not sign under any circumstances. “Appeasement” became the label for the policy that led to the Munich Agreement. Since the agreement was perceived as rotten, the term “appeasement” went through a total reevaluation. It lost its positive sense of bringing calm and peace and came to mean surrendering to the demands of a bully just because he’s a bully. An “appeaser” became a term synonymous with “delusional,” or, as in the saying attributed to Churchill, “one who feeds a crocodile hoping it will eat him last.”“

Avishai Margalit (15.12.2009)

Europaschule

Europaschule 4.4 (11)

Beitragsfoto: Europaschule | © Ministerium für Kultus, Jugend und Sport

Da wir im Stadt- und Landkreis Heilbronn über Dieter Schwarz-Schulen verfügen und Europa bei den Heilbronner Stadtverantwortlichen zudem überhaupt keine Rolle spielt, denn die erfinden sich gerade als nationalistische Lokalpatrioten ganz neu, ist es durchaus verständlich, dass der Stadt- und Landkreis über keine einzige Europaschule verfügt. Vielleicht ist es aber auch nur dem Faktum geschuldet, dass sich keine einzige unserer Schulen in den vergangenen Jahrzehnten nicht einmal für das Projekt Euroscola des Europäischen Parlaments qualifizieren konnte, was ich gut nachvollziehen kann, denn meine bessere Hälfte und ich begleiten bereits seit zwanzig Jahren Heilbronner Gymnasien nach Straßburg und sind jedes Mal froh darüber, wenn sich dort kein Schüler verläuft.

Auch ist es schon etwas länger her, dass der Stadt- und Landkreis beim Europäischen Wettbewerb, den meine bessere Hälfte und ich bereits seit 1992 betreuen, einen Europapreisträger hervorbrachte, die man übrigens bei uns seit Bestehen des Wettbewerbs immer noch mit den Fingern einer Hand abzählen kann. Zudem haben die Teilnahmezahlen sowohl bei den Schulen als auch bei den Schülern stark nachgelassen; längst vorbei die Zeiten, wo stolze Lehrer gleich mehrere Bundespreisträger beglückwünschen konnten.

Auf alle Fälle aber häufen sich die Anzeichen, dass es mit Europa und der Demokratie nicht mehr zum besten steht und dies obwohl — vielleicht aber auch gerade deswegen — mehr als 80 % der Bevölkerung erkannt hat, dass es uns und unser Land ohne Europa schon lange nicht mehr gäbe. Wir suchen nun für unser eigenes Versagen und unsere unsägliche Bequemlichkeit wie auch grenzenlose Ignoranz nach einem Schuldigen — unsere Europa und die Demokratie kommen da gerade wieder einmal recht! Starke Männer braucht das Land! Zumindest aber ein paar Milliardäre, so wie z. B. etwa ein Elon Musk, die alles wieder richten werden.

Und so ist es eine sehr erfreuliche Angelegenheit und ein Zeichen der Hoffnung, dass man bereits letztes Jahr in Stuttgart beim Ministerium für Kultus, Jugend und Sport den Prozess zur Einführung von Europaschulen in Baden-Württemberg gestartet hat!

Es gibt sie noch, verantwortliche Politiker und Verwaltungsmitarbeiter, die an unserer gemeinsamen Zukunft arbeiten und vieles Neues wie auch Altbewährtes versuchen, um unser Land vor einer Rückkehr in die dunkelsten Stunden unserer Vergangenheit zu schützen. Die Bildung unserer Kinder und Jugend ist dabei der richtige Hebel.

55 Schulen aller Schularten wurden aus 105 Bewerbungen für eine erste Qualifizierungsrunde ausgewählt. Wie bereits berichtet, keine unserer eigenen Schulen hat sich dabei qualifizieren können. Jüngst erfolgte die Zertifizierung als „Europaschule Baden-Württemberg“, zunächst befristet auf drei Jahre. Eine Re-Zertifizierung ist möglich.

„Europa und die Europäische Union bieten zahlreiche Anlässe und Ereignisse zur Diskussion und Mitwirkung. Es gibt viele spannende Themen und große Herausforderungen, bei denen die junge Generation zur Teilhabe und Mitwirkung aufgefordert ist. Unsere Schulen sind ideale Orte, um die jungen Menschen in der demokratischen Gemeinschaft heranwachsen zu lassen, ihre Kompetenzen zu vergrößern und Wissen zu vermitteln. Diesen Aufgaben widmen sich die Europaschulen in besonderer Weise.

Rund um den Europatag am 9. Mai bieten sich zahlreiche Anlässe, um im Unterricht und vor allen Dingen bei außerunterrichtlichen Veranstaltungen Europa in den Mittelpunkt zu stellen. Zusätzlich findet ein Mal im Jahr deutschlandweit ein EU-Schulprojekttag statt, bei dem politisch Verantwortliche aller Ebenen an die Schule kommen, um mit jungen Menschen über Europa zu diskutieren. Eine Teilnahme am Europäischen Wettbewerb ermöglicht Schülerinnen und Schülern, sich kritisch und kreativ mit Europa auseinanderzusetzen.

Die Europaschulen Baden-Württemberg sind wichtige Träger dieser Maßnahmen und darüber hinaus ganzjährig in der Europabildungsarbeit aktiv. Dabei kommt der Rolle als Europaschule in der Region eine ganz besondere Bedeutung zu.“

Ministerium für Kultus, Jugend und Sport, Website (7.2.2025)

Meine bessere Hälfte bemüht sich gerade darum, dass wir auch dieses Jahr wieder ein paar Schulen nach Straßburg begleiten können und wir beide freuen uns schon jetzt wieder auf die kommenden Preisverleihungen des Europäischen Wettbewerbs. So lange es bei uns noch ein paar Lehrer, meist Lehrerinnen gibt, die sich die Mühe machen, werden wohl auch wir weiterhin am Ball bleiben.

Der Stadt- und Landkreis, besonders aber Heilbronn, feiert sich gerne mit Superlativen egal welcher Art auch immer. Vielleicht ginge es auch einmal eine Nummer kleiner und man arbeitet wieder verstärkt an einem gemeinsamen Europa für alle Bürger und Bewohner diesen Landes; nicht nur am Renommee einzelner Herren und manchmal auch Damen! Letztere stehen bei uns eher in den aktuellen Verfassungsschutzberichten — Dunkeldeutschland läßt grüßen.

„Ideals may tell us something important about what we would like to be. But compromises tell us who we are.“

Avishai Margalit (2010: 5)