Blitz

Scheiterhaufen 5 (7)

Beitragsfoto: Glühbirne | Blitz | © Bild von PIRO auf Pixabay

Union (CDU & CSU) und SPD verfeuern die Reste unserer Demokratie im Eilverfahren.

Deren Abgeordnete, die weiterhin an unserer freiheitlich demokratischen Grundordnung festhalten möchten, ducken sich derweil nur noch weg, während andere ganz unverblümt nur noch darauf schauen, wie sie sich selbst am besten bedienen können.

Es ist nur noch eine Frage der Zeit, bis die Asche unserer Demokratie den Totalitaristen zum Aufkehren vor die Füße geworfen wird.

Jede Wette, dass sich dann gerade jene Politiker bei uns, die sich heute beeilen, selbst einen Donald Trump alt aussehen zu lassen, ohne zu zögern und dies ganz alternativlos im Lager von AfD und BSW wiederfinden werden.

Schon heute sind die Übergänge sehr fließend!

Die willfährigen Abgeordneten von Bündnis 90/Die Grünen und der FDP dürfen sich dann in einer Blockpartei neu formatieren und weiterhin Opposition heucheln.

Die restlichen Demokraten werden stillgelegt oder verfolgt. Das haben sie dann davon, dass sie es nicht, als sie es noch konnten, schafften, ihre kriminellen und antidemokratischen Kollegen abzuwählen oder gar vor den Richter zu bringen.

Wir Bürger haben Anstand und Verantwortung derweil schon etwas länger abgewählt. Und so bekommt jedes Volk genau die Regierung, die es auch verdient. Und alle werden hinterher wieder eidesstattlich versichern, dass sie von all dem nie etwas gewusst oder gar geahnt hätten!

Und so erklärt Frauke Brosius-Gersdorf ihren Verzicht auf die Kandidatur fürs Verfassungsrichteramt:

Nach reiflicher Überlegung stehe ich für die Wahl als Richterin des Bundesverfassungsgerichts nicht mehr zur Verfügung. Mir wurde aus der CDU/CSU-Fraktion – öffentlich und nicht-öffentlich – in den letzten Wochen und Tagen sehr deutlich signalisiert, dass meine Wahl ausgeschlossen ist. Teile der CDU/CSU-Fraktion lehnen meine Wahl kategorisch ab. Zudem droht ein Aufschnüren des „Gesamtpakets“ für die Richterwahl, was die beiden anderen Kandidaten für das Bundesverfassungsgericht gefährdet, die ich schützen möchte. Auch muss verhindert werden, dass sich der Koalitionsstreit wegen der Richterwahl zuspitzt und eine Entwicklung in Gang gesetzt wird, deren Auswirkungen auf die Demokratie nicht absehbar sind.

Die SPD-Bundestagsfraktion hat bis zuletzt an mir festgehalten. Sie stand uneingeschränkt vor und hinter mir. Für sie ist es eine Prinzipienfrage, dem Druck unsachlicher und diffamierender Kampagnen nicht nachzugeben. Großen Zuspruch und Rückendeckung habe ich auch von der Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen sowie von der Bundestagsfraktion Die Linke erhalten.

Nach dem TV-Gespräch mit Markus Lanz hat sich die Berichterstattung in den Medien deutlich versachlicht und wurde sie ganz überwiegend inhaltlich geführt. Der CDU/CSU-Fraktion ist es dagegen nicht gelungen, sich mit meinen Themen und Thesen inhaltlich auseinanderzusetzen. Eine Einladung in eine Fraktionssitzung hat sie bis zuletzt nicht ausgesprochen. Stattdessen wurde mir vorgehalten, dass ich im Zusammenhang mit dem Schwangerschaftsabbruch folgenden Satz geschrieben habe: „Es gibt gute Gründe dafür, dass die Menschenwürdegarantie erst ab Geburt gilt.“ Abgesehen davon, dass dieser Satz Ausdruck wissenschaftlicher Freiheit ist, die durch meine Nichtwahl sanktioniert wird, wurde die Begründung für diesen Satz nicht zur Kenntnis genommen. Nochmals zum Dilemma: Da die Menschenwürdegarantie nach herrschender Meinung nicht abwägungsfähig ist, wären bei Geltung der Menschenwürdegarantie für den Embryo ab Nidation Konflikte mit den Grundrechten der Schwangeren nicht lösbar. Ein Schwangerschaftsabbruch wäre dann unter keinen Umständen rechtmäßig, auch nicht bei Gefährdung des Lebens der Frau. Es ist aber bestehende Rechtslage, dass ein Abbruch bei medizinischer (§ 218a Abs. 2 StGB) und kriminologischer (§ 218a Abs. 3 StGB) Indikation legal ist. Die verfassungsrechtliche Lösung kann denklogisch nur sein, dass entweder die Menschenwürde abwägungsfähig ist oder für das ungeborene Leben nicht gilt.

Die ablehnende Haltung von Teilen der CDU/CSU-Fraktion wegen meiner Position zum Schwangerschaftsabbruch steht im Widerspruch zum Koalitionsvertrag. Es ist paradox, jemanden wegen einer Position abzulehnen, die man selbst vertritt. Da der Koalitionsvertrag von Kostenübernahme „durch die gesetzliche Krankenversicherung“ spricht, bezieht sich die vereinbarte Erweiterung der Kostenübernahme nicht auf eine Verbesserung der finanziellen Unterstützung durch die Länder für sozial bedürftige Frauen. Eine Erweiterung der Kostenübernahme durch die gesetzliche Krankenversicherung setzt aber voraus, dass der Schwangerschaftsabbruch in der Frühphase der Schwangerschaft rechtmäßig, d.h. legal ist. Der Koalitionsvertrag geht also selbst von einer Legalisierung des Schwangerschaftsabbruchs in den ersten Wochen der Schwangerschaft aus.

Medien, insbesondere Leitmedien, sind Eckpfeiler unserer demokratischen Ordnung. Zum professionellen Journalismus gehören sachlich fundierte, auch in zugespitzter Form geführte Kampagnen; Desinformation und Diffamierung hingegen nicht. Erstaunlich ist, dass im Politik-Teil (nicht: im Feuilleton) eines Qualitäts- und Leitmediums einzelne Journalisten (nicht: Journalistinnen) zunächst „Speerspitze“ eines ehrabschneidenden Journalismus waren. So wurde im Blatt das Narrativ einer „ultralinken“ „Aktivistin“ geprägt, obwohl die Verantwortlichen wissen mussten, dass hiermit ein wirklichkeitsfremdes Zerrbild gezeichnet wird. Der Kampagnencharakter manifestierte sich auch in Artikeln über meine Position zum Schwangerschaftsabbruch. Obwohl die Verantwortlichen – teilweise Juristen – wissen müssen, dass es in der Rechtswissenschaft nicht nur um Ergebnisse, sondern vor allem auch um die Argumentation und Begründung geht, haben sie – zumal teils unvollständig bzw. falsch – lediglich Ergebnisse dargelegt („Menschenwürde erst ab Geburt“), nicht hingegen die dafür genannte rechtsdogmatische Begründung und das rechtswissenschaftliche Dilemma. Dies kann nicht dem Anspruch eines Qualitätsmediums entsprechen, das gerade in Juristenkreisen Verbreitung und Wertschätzung genießt. Die veränderte Berichterstattung im Blatt in der letzten Zeit könnte Ausdruck einer entsprechenden Selbstreflektion sein. Die Medien tragen besondere Verantwortung für das Gelingen und die Erhaltung der Demokratie.

Dass die diskurserweiternden und demokratiestärkenden Möglichkeiten des Internets mitunter zur Verbreitung von Fakenews und Schmähungen missbraucht werden, ist nicht neu. Neu und bedrohlich ist jedoch, dass sich in sozialen Netzwerken organisierte und zum Teil KI-generierte Desinformations- und Diffamierungskampagnen Bahn brechen zur Herzkammer unserer Demokratie, dem Parlament. Von politisch verantwortlichen Funktionsträgern wie Abgeordneten der CDU/CSU-Fraktion, die für bürgerliche Werte wie Anstand, Respekt und Verantwortungsbewusstsein stehen, darf und muss man erwarten, dass Grundlage ihrer Entscheidung nicht ungeprüfte Behauptungen und Stimmungen, sondern Quellen- und Faktenanalysen sind. Die Politik muss gegenüber von bestimmten Seiten geführten Kampagnen „Resilienz“ zeigen.

Lässt sich die Politik auch künftig von Kampagnen treiben, droht eine nachhaltige Beschädigung des Verfahrens der Bundesverfassungsrichterwahl. Die fachliche Kompetenz als zentrales Entscheidungskriterium darf nicht von öffentlichen Diskussionen über vermeintliche politische Richtungen oder angebliche persönliche Eigenschaften überlagert werden, zumal wenn diese ohne Tatsachenbezug erfolgen. In Zukunft sollte das Verfahren der Richterwahl mit mehr Verantwortungsbewusstsein praktiziert werden.

 Mein Verzicht auf die Wahl als Richterin des Bundesverfassungsgerichts wird viele Menschen enttäuschen, die mir geschrieben und mich – bis zuletzt – zum Durchhalten aufgefordert haben, weil sich unsachliche und diffamierende Kampagnen nicht durchsetzen dürfen. Durchhalten macht aber nur Sinn, wenn es eine reelle Wahlchance gibt, die leider nicht mehr existiert.

Mein großer Dank gilt allen, die mich in den letzten Wochen nachdrücklich unterstützt haben. Die SPD-Bundestagsfraktion stand fest an meiner Seite. Das Gleiche gilt für die Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen und für die Bundestagsfraktion Die Linke. Auch einzelne Vertreter der Unionsfraktion sind mir fair, sachlich und respektvoll gegenübergetreten und haben mir den Rücken gestärkt. Sehr gefreut hat mich die Solidarität von vielen Kolleginnen und Kollegen. Besonders berührt haben mich Tausende von Mails aus allen Teilen der Gesellschaft im In- und Ausland, die mir auf sehr persönliche Weise zugesprochen und beigestanden haben. Ihnen allen sei versichert, dass ich mich weiterhin für die Werte unseres wunderbaren Grundgesetzes einsetzen werde.“

Prof. Dr. Frauke Brosius-Gersdorf, LL.M. Potsdam, 7. August 2025

Ich habe diese Erklärung hier mit aufgenommen, da ich nicht weiß wie lange sie noch öffentlich verfügbar sein wird.

Nachtrag 9.8.2025

Wenn man sich die Erklärung von Frauke Brosius-Gersdorf einmal so richtig auf der Zunge zergehen lässt, dann merkt man erst wie dumm die Mehrheit der Unionsabgeordneten inzwischen tatsächlich ist. Selbst die einfachsten Zusammenhänge sind diesen Populisten nicht mehr zu vermitteln.

Zudem stellt sich die berechtigte Frage, wie die Juristen unter den Unionsabgeordneten eigentlich ihren Abschluss erhalten haben? Durch Wissen und Können sicherlich nicht!


Spaziergang

7.8.02025 4.9 (8)

Beitragsfoto: Spaziergang

Misogynie

Ist ein Misogyniker auch ein Misanthrop? Ich meine ja. Ist es nun sexistisch, wenn man ersteren als letzteren bezeichnet? Vielleicht kann ich mich auch nur nicht in Menschen hineinversetzen, die andere Menschen alleine aufgrund ihres Geschlechts, der Hautfarbe oder anderen Merkmalen weniger wert schätzen.

Auf alle Fälle aber hat Karmvir K. Padda einen interessanten Artikel zum Thema Misogynie geschrieben: „I analyzed more than 100 extremist manifestos: Misogyny was the common thread“.

Ich kenne nun einen neuen Begriff, den ich allerdings noch nicht so ganz ein- oder gar zuordnen kann: „Based Chads“. Victor Orban soll so einer sein, Markus Söder könnte vielleicht einer sein, aber wie ordnet man dann einen Jens Spahn ein?

Misogynie als eine der Grundlagen für Irre, „Nutters“ und andere üble Gestalten kann man nachvollziehen und das Thema hätte bestimmt ganz gut in unsere Reihe „Wir Menschen“ bei den Hertensteiner Gesprächen gepasst. Dieses Mal haben wir aber keinen Moderatoren gefunden, der sich daran wagt.

Wer führen oder wer auch nur Politik machen möchte, der muss unbedingt auch ein Menschenfreund sein. Wer Menschen nicht mag, der ist dort völlig fehl am Platz!

Und zu Frauen muss man ganz besonders nett sein, denn, da sie nicht Autofahren können, sind sie von vorne herein gehandicapt.

Vermischtes

Dieses Mal waren Rita und Jörg bei uns zu Gast. Das Resultat war ein wunderschöner Nachmittag. Das nächste Mal werden wir gemeinsam ein paar Gartenwerkzeuge ausprobieren; es muss auch nicht unbedingt der SWR mit dabei sein.

Was ich wieder einmal ganz gut beobachten durfte, im Luxus lässt es sich ganz gut leiden. Jene ohne Luxus haben da manchmal sicherlich ein echtes Problem.

„Geld allein macht nicht glücklich, aber es ist besser, in einem Taxi zu weinen als in der Straßenbahn.“

 Marcel Reich-Ranicki 

Huhn oder Ei, was war zuerst da? Gerade im Spiegel gelesen, ein Fahrlehrer soll mit mehr als 1,6 Promille auf dem Beifahrersitz gesessen haben. Vielleicht liegt es auch nur daran, dass sie erst ab 1 Promille ihren Job hinbekommen. Wobei Prinz Philips eine andere Sichtweise auf den Sachverhalt hatte und bereits 1995 einen schottischen Fahrlehrer fragte: „How do you keep the natives off the booze long enough to pass the test.“ Dies könnte nun obige uralte Frage aus der Antike wiederbeleben: wer war zuerst da, der betrunkene Lehrer oder der betrunkene Schüler?

Ein weiteres Mysterium beschäftigt mich derzeit gleich in mehreren Vereinen. Warum übernimmt jemand ein Ehrenamt wenn er dafür keine Zeit aufbringen, geschweige denn, dass er dieses auch ausfüllen kann?

Mich heute kundig gemacht und bereits dem Jobcenter per online-Formular geantwortet. Auf anderen Websites ist es inzwischen durchaus üblich, dass man automatisch ein PDF seiner Antwort zugesandt bekommt und damit etwas in Händen hält — nicht, dass demnächst doch ein Kuckuck am Auto hängt. Denn wenn man gleich beim Erstkontakt mit dem Richter gedroht bekommt, muss man auf so etwas gefasst sein.

Weblog

Meine regelmäßigen Leser wissen es bereits, ich schreibe hier nicht um zu gefallen und schon gar nicht um mit diesem Blog Geld zu verdienen.

Hyperlinks, kurz Links genannt, sind allerdings von Anfang an ein wesentlicher Bestandteil eines jeden Blogs, wenn nicht gar der meisten anderen Websites. Es gibt dabei zwei Unterarten, jene Links, die auf eigene Seiten verweisen und jene, die auf andere Websites verlinken.

Wenn man als Autor von Webseiten Links setzt, dann hat man auf jene Einfluss, die auf die eigenen Inhalte oder gar eigene Websites verweisen, aber überhaupt keinen Einfluss auf jene Hyperlinks, die zu externen Seiten führen.

Und so kommt es immer wieder und dies von Beginn des Internets an dazu, dass die selbst gesetzten Links ins digitale Nirvana führen. Für Websites, die ausschließlich tagesaktuelle Inhalte präsentieren und ab dem nächsten Tag keine Bedeutung mehr haben wollen, ist dies auch überhaupt kein Problem. Für ernstzunehmende Nutzer eine alltägliche Herausforderung.

Und so freute ich mich jedes Mal darüber, wenn ich ein Plugin (Tool) gefunden hatte, das regelmäßig die gesetzten Links auf Gültigkeit überprüfte. Über ein paar Jahre hinweg glaubte ich sogar das richtige Plugin gefunden zu haben und bezahlte sogar dafür.

Nun hat mich Detlef Stern rein zufällig darauf aufmerksam gemacht, dass dieses Plugin plötzlich nicht mehr alle paar Monate oder Wochen nach ungültigen Links suchte, sondern nun minütlich, wenn nicht gar öfters. Der einzige Grund dafür: SEO — das Hokuspokus für digitale Junkies.

Eine kurze Überprüfung ergab nun, dass diese gute Plugin inzwischen einer Firma gehört, die sich auf SEO spezialisiert hat.

Und so habe ich nun bis auf Weiteres kein Hilfsmittel mehr, welches darauf achtet, dass die von mir gesetzten Hyperlinks auch weiterhin ein Ziel haben. Was nun des öfteren dazu führen wird, dass Links ins digitale Nirwana führen werden.

Solange Webseitenbetreiber und Blogger weiterhin auf SEO setzen, werden wir alle keine wirklich geeigneten Hilfsmittel für unsere Websites mehr bekommen.


Klassenzimmer

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Beitragsfoto: Leeres Klassenzimmer | © Shutterstock

Vermischtes

Das digitale Zeitalter scheint bei uns tatsächlich angebrochen zu sein. Plötzlich möchten wildfremde Menschen, dass ich meine Geburtsurkunde auf eine Behördenseite hochlade. Vielleicht handelt es sich hierbei auch nur um eine neue deutsche Zwei-Faktor-Authentifizierung.

Vielleicht aber fängt man auch wieder einmal damit an, einen „Ariernachweis“ aufzubauen. Oder unsere Verwaltungsmitarbeiter haben nun die Vorteile von Datenbanken erkannt — und wir alle wissen doch, Datenbanken wollen gefüttert werden; egal mit was.

Dafür bastelt Detlef Stern bestimmt an seinem Blog, denn ich erhalte nun 429-Hinweise. Ich habe auch gebastelt und meine Trustpilot-Bewertung an die Startseite gehängt. Ich gucke mir das nun ein paar Tage lang an und sollte sich keine Änderung in meiner Bewertung ergeben, folgere ich, dass ich dieses Gadget auch wieder abschalten kann — Trial and Error.

Die äußerst unglückliche Handhabung des viel zu lange schwelenden Nahost-Konflikts lässt nun auch in Europa den Antisemitismus wieder voll und ganz zur Geltung kommen. Judenhass, dieses Mal als vermeintliche Solidarität mit einem sich selbst gerne unterdrückenden Völkchen, dessen Angehörige keiner haben möchte, nicht einmal die eigenen Religionsbrüder.

Das Wintersemester fängt für mich gleich nach den Hertensteiner Gesprächen an. Wie die letzten Jahre auch immer dienstags. Was mir das eine oder andere Käffchen mit Detlef Stern garantiert. Und wer weiß, vielleicht gibt es dieses Mal auch ein paar Studenten, die sich für die Vorlesung interessieren.

Ich habe gerade einmal ChatGPT gefragt, was Studenten für Fragen in meinem Fach haben könnten? Bis auf das Zertifizierungsgedöns, Gehaltsvorstellungen oder welche Software in den Unternehmen Verwendung findet, decken bereits meine alten Folien alle Fragen ab.

Was mich immer mehr darin bestärkt, dass die Inhalte meines Fachgebiets den Studenten vor Studienbeginn bekannt sein müssten. Und wir uns dann eher darüber unterhalten, was ChatGPT so nicht weiß, ergo auch nicht fragt und schon gar nicht erfolgreich beantworten kann.

Als Dozent bin ich eigentlich dazu da, um Goldkörnchen zu verteilen und nicht, um den Studenten beim Totschlagen der Zeit behilflich zu sein. Bis zum Semester sind es noch ein paar Tage und somit haben wir alle Zeit genug, um über den Sinn und Zweck eines Studiums nachzudenken.

Wenn dies die Professoren und Dozenten tun, wäre es vielleicht gar nicht so schlecht, wenn auch einmal Studenten dieses „Nachdenken“ versuchen würden.

Aber vielleicht streben sie auch nur eine Karriere im Jobcenter an?

Jobcenter

Ich arbeite seit meinem vierzehnten Lebensjahr. Angefangen habe ich mit völlig unterbezahlten Handlangertätigkeiten, die allerdings den Vorteil hatten, dass ich selber darüber bestimmen konnte, wann, wo und wie ich arbeite. Meine jeweiligen Arbeitgeber konnten sich derweil als Ausbeuter ein wenig wohler fühlen — Win-Win für beide Seiten.

Nach einem völlig erfüllten Arbeitsleben mit Arbeitszeiten, die locker über 50 Wochenstunden lagen, könnte ich eigentlich heute meinen wohlverdienten Ruhestand genießen. Leider aber gibt es Zwänge, die mich heute noch arbeiten lassen und so arbeite ich zusätzlich auch noch freiwillig, um mir weiterhin ein klein wenig Selbstbestimmtheit erhalten zu können. Wie viele andere vor mir werde wohl auch ich dereinst direkt von der Arbeit ins Grab steigen.

Der große Vorteil dabei, die „Monsterbehörde“ Jobcenter ging bis heute völlig spurlos an mir vorbei; eine Institution, um privilegierten Arbeitsunwilligen, darunter vielleicht auch ein paar Arbeitsunfähige, eine Scheinbeschäftigung zu bieten. Wer wie ich arbeiten „möchte“ und kann, der wird sicherlich von den dort Beschäftigten ungeschoren bleiben — welch ein Irrtum!

Heute bekam ich einen Brief vom Jobcenter Heilbronn, der mich wie folgt ansprach: Friedrich Kümmerlen. Mein erstes Fazit, die Sachbearbeiterin ist zu faul oder zu dumm, um ein Formular richtig auszufüllen.

Dann wurde ich an eine unschöne Sache erinnert, die Mitte letzten Jahres stattfand und in meinem eigenen Verantwortungsbereich einen Schaden im gut vierstelligen Bereich verursachte. Einen Schaden, den ich versuche, wenigstens halbwegs absetzen zu können, denn unser Sozialstaat kümmert sich meist nicht um die Opfer von arbeitsunwilligen Bevölkerungsteilen.

Und weil ich wohl zu nett war, versucht nun das Jobcenter gleich die eigenen Kosten auch noch auf mich abzuwälzen und stellt mir erst einmal eine Rechnung — zeitgleich mit dem Hinweis, dass die Forderungen gerichtlich gegen mich geltend gemacht werden.

Mein Telefonat konnte die Sachbearbeiterin nicht überzeugen und so wollte ich die Dokumente und Beweise meiner Unschuld per E-Mail übersenden. Geht nicht! Ich soll Papier schwarz machen, dieses dann in einen Umschlag stecken, mit einer Briefmarke versehen und zur Post bringen. Mein Hinweis, dass dies nicht gerade 21. Jahrhundert sei, wurde mit dem Hinweis gekontert, ich könnte gerne auf der Website des Jobcenters ein entsprechendes Formular suchen und ausfüllen.

Mein zweites Fazit, dumme und faule Menschen drangsalieren sehr gerne ihre Mitbürger.

Nun habe ich wieder etwas mehr Arbeit, Unterlagen sichten, Jobcenter-taugliche Beweise finden, mit einem Nachlassverwalter sprechen und danach gucken, wie ich das Jobcenter für diese auch verständlich informiert bekomme, bevor noch ein weiterer netter Mensch mir einfach einen Kuckuck ans Auto klebt.

Europastammtisch

Gestern gab es einen sehr erfreulichen Europastammtisch, bei dem die Anwesenden nur so vor Ideen sprudelten. Manche davon werden sich in unserer Terminplanung in Bälde wiederfinden.

Erfreulich auch, dass gleich zwei Mitglieder unserer Jugendorganisation mit dabei waren. Noch erfreulicher, dass beide auch zu den 9. Hertensteiner Gesprächen kommen werden.

Zudem bot sich Ursula Hecht an, noch diesen Monat ein Europa-Grillen zu organisieren. Jetzt bin ich einmal sehr gespannt darauf, wie viele Europäische Föderalisten dieses spontane Angebot nutzen werden.

Semin Bristina gab den Teilnehmern erste Details zu unserer Informationsfahrt im Oktober 2026 nach Sarajewo bekannt. Und so war dieser Europastammtisch einer der informativsten dieses Jahres und erneut ein Beweis dafür, dass es sich durchaus lohnt, an solchen Vereinstreffen teilzunehmen.

Aus gegebenem Anlass

Für die meisten von uns Älteren der erste Blues. Die Gruppe Wishful Thinking, gegründet 1965, veröffentlichte dieses Lied 1971. Es war ihr einziger Hit.

Die USA warfen am 6. August 1945 die erste Atombombe über Hiroshima ab und legten am 9. August 1945 nochmals mit Nagasaki nach. Kurz darauf kapitulierte auch Japan und wir Deutschen durften froh darüber sein, dass wir kein weiteres Jahr durchgehalten hatten.