Europa-Ball 2025

4.3.02026 5 (4)

Beitragsfoto: Europa-Ball 2025

Landtagswahl

Wenn ich mich so umhöre, haben bereits doch so einige Wähler von ihrem Recht auf Briefwahl Gebrauch gemacht. Ich warte, wenn es mir möglich ist, immer bis zum Wahltag. Als Wechselwähler kann ich mir dies auch erlauben. Meine erste Stimme habe ich dabei schon etwas länger festgezurrt, bei meiner Zweitstimme versuche ich möglichst strategisch zu wählen.

Spannend bleibt es weiterhin, da die CDU in den letzten beiden Tagen gemäß der Umfragen wieder gegenüber den Grünen Boden gutmacht. Da dieses Mal auch die 16-Jährigen mitwählen dürfen, könnten gut 7, 7 Millionen Landeskinder ihre beiden Stimmen abgeben. Ich gehe einmal davon aus, dass bei den aktuellen Umfragewerten weiterhin plus minus drei Prozent bei allen Parteien möglich sein werden. Und so bleibt es nicht nur sehr spannend, sondern sieht zudem wie befürchtet ganz danach aus, dass der kommende Landtag völlig aus den Nähten platzt!

Was wir Bürger aber mehrheitlich genau so wollten. Wir Bürger bekommen immer genau die Regierung, die wir auch verdienen! Und ganz besonders dabei jene Mitbürger, die nicht wählen gehen. Demokratie war schon immer etwas kompliziert.

Würde mich auch nicht mehr wundern, wenn nun viele Bürger eine KI fragen, wen sie wählen sollen. Sollte ein solcher unter den Lesern hier sein, biete ich gerne an, diese Entscheidung für ihn mit zu übernehmen — was zudem sogar noch weit umweltfreundlicher ist.

Nachtrag (auf Wunsch eines einzelnen Herrn)

Mein Prompt bei ChatGPT (GPT-5.2): „Am 8. März 2026  ist Landtagswahl in Baden-Württemberg. Wen soll ich wählen?“

Die Antwort: „Ich sage dir nicht, wen du konkret wählen sollst — das wäre eine politische Empfehlung, und als neutrale KI gebe ich keine Wahlempfehlungen. Was ich dir aber wirklich hilfreich geben kann, ist eine sachliche Orientierung, damit du selbst entscheiden kannst. …

Zusammengefasst

🗳️ Du solltest wählen, aber wem genau du deine Stimme gibst, hängt von deinen eigenen politischen Überzeugungen ab – es gibt keine „objektiv beste“ Partei für alle.  

👉 So findest du deine passende Wahl:

  1. Mach den Wahl-O-Mat
  2. Vergleiche Parteiprogramme
  3. Entscheide nach deinen wichtigsten Themen

Wenn du willst, kann ich dir zeigen, wie die Programme der einzelnen großen Parteien zu deinen wichtigsten Themen stehen (z. B. Klima, Bildung, Sicherheit etc.). Sag einfach, worauf es dir ankommt!“

Vermischtes

Gestern Abend gab es wieder einen sehr erfreulichen Europastammtisch. Für mich dabei die Auswahl des Lokals gewöhnungsbedürftig — Vogelfutter ist nicht gerade die Nahrung meiner ersten Wahl. Und so ganz nebenbei gab es eine kleine Diskussion um Inklusion, was mich jüngst hier im Blog schon einmal beschäftigte. Ich bin davon überzeugt, dass dieses Thema inzwischen im Alltag weit verbreiteter und akzeptierter ist als es viele Volksvertreter selbst wahrhaben möchten. Und so gehe ich einmal davon aus, dass Inklusion unsere gesellschaftlichen Strukturen in den kommenden 30 Jahren tatsächlich verändern wird. Gesellschaftliche Veränderungen bedürfen ihre Zeit und gut 100 Jahre (drei Generationen) sind dabei sicherlich noch schnell. Besonders wenn man bedenkt, wie lange wir heutzutage benötigen, um unsere Infrastruktur auf einen halbwegs aktuellen Stand zu bekommen. Ich könnte jetzt unken und behaupten, dass wir Menschen allesamt eher drei Arme und zwei Köpfe haben bevor die Turmstraße saniert sein wird.

Erfreulich, dass sich weitere Mitbürger für den Europa-Ball zu interessieren beginnen. Manche machen gar auf ihren Kanälen dafür Werbung. Mein Dank sei diesen netten Menschen gewiss! Ich gehe weiterhin davon aus, dass eine funktionierende Stadtgesellschaft zumindest einen Tanzball im Jahr mit Tanzbegeisterten „füllen“ können muss.

In Brandenburg haben CDU und SPD nun einen Koalitionsvertrag. Wer die beiden Parteien kennt, der weiß, dass dieser mit Veröffentlichung seine Gültigkeit wieder verloren hat. Der Vertrag liest sich wie ein Wünsch Dir was. Hoffen wir, dass es beiden Parteien dennoch gelingt, die Brandenburger weiterhin bei der demokratischen Stange zu halten. Die Kosten einer Diktatur werden sicherlich weit teurer sein.

In den letzten Tagen konnte ich mich ein wenig bei der Gartenarbeit entspannen und gucke nun, dass mir dies auch heute noch gelingen wird.

Medien

Mein letztes Rundschreiben war nach dem Geschmack einiger Leser gar etwas zu kurz. Nicht immer gelingt es mir, viel zu schreiben. Erfreulich auf alle Fälle, dass es weiterhin Leser gibt, die sich auch an etwas längere Texte wagen.

Wer erinnert sich noch an die Länge der Artikel im Spiegel, der Zeit oder der FAZ in den 1980er-Jahren und dies alles ohne Bilder? Wenn ich durch diese Archive stöbere, frage ich mich schon wie ich das alles einmal gelesen haben konnte? Sobald ich den Spiegel in den Händen hatte, war ein halber Tag nur mit dessen Lektüre reserviert, die Zeit kostete mich meist ein ganzes Wochenende. Und bei der FAZ war es von Anfang an notwendig, eine Auswahl zu treffen. Hinzu kam dann noch die Lektüre von Büchern und Fachzeitschriften.

Heute wischt man sich durch die Social Media oder Websites und ich vermute, man verbringt damit genau so viel Zeit wie dereinst mit dem Lesen weit seriöserer Inhalte.

Stefan Pfeiffer meint, dass freies Bloggen, Podcasten oder Publizieren Teil demokratischer Öffentlichkeit sei. Ich kann ihm dabei nur zustimmen, frage mich aber doch, wo genau vor ein paar Jahrzehnten diese Öffentlichkeit zu finden war. Waren dies Rund- oder Einwurfschreiben, politische Flugschriften, Vereins- und Initiativenpublikationen oder zivilgesellschaftliche Magazine, was immer man unter letzterem verstehen mag, die man meist in seinem Briefkasten fand?

In meiner Erinnerung nehmen diese Schriften kaum einen Platz ein, wobei ich seit meiner Jugend selbst zu solchen Produkten Artikel und sonstige Beiträge beisteuerte.

Und so dürfte es interessant sein, wann wohl der Umschwung von bezahlten Medien hin zu Medien, die man vermeintlich kostenfrei erhält, erfolgte? Wichtiger noch, ist dies eine gesellschaftliche Weiterentwicklung hin zu möglichst dezentralen und vermeintlich weniger professionellen Publikationen oder doch nur der menschlichen Eigenart geschuldet, dass man möglichst alles möglichst billig wenn nicht gar umsonst erhalten möchte?

Auf alle Fälle aber sehen immer mehr berufliche Schreiber ihre Existenz gefährdet und manche meinen gar, dass es sich überhaupt nicht mehr lohnen würde, ein Buch zu schreiben — die Memoiren eines völlig sexbessenen Dreijährigen vielleicht einmal ausgenommen.

Wie alles in der Welt verändert sich auch der Medienkonsum, wobei es sicherlich auch hierbei nicht darauf ankommt, wie viel man konsumiert, sondern darauf, was man davon behalten und verwerten kann.

Meine Befürchtung dabei ist, dass man immer mehr Geld haben und investieren muss, um die richtige Auswahl an den Medien treffen zu können. Wie schon immer kommt es sicherlich auf die richtige Auswahl vorab an, denn die allerwenigsten Menschen können alles Lesbare verschlingen und verarbeiten.

Und so glaube ich, dass den heutigen Bibliotheken oder Stadtbüchereien eine immer größere Bedeutung zukommt, da diese Medien anbieten können, die man sonst vielleicht erst gar nicht findet und wenn, dann nicht privat bezahlen kann.

Ich glaube auch, dass es der falsche Weg ist, wenn man sich durch Profis die Literatur vorverdauen lässt, Professoren, Politiker und Top-Manager vielleicht einmal ausgenommen. Und noch schlimmer erachte ich es, wenn man dieses Vorverdauen einer künstlichen Intelligenz überlässt — was man wohl nur deshalb macht, weil es aktuell möglichst billig ist und man sich auch dort die Profis nicht leisten möchte oder kann.


Fediverse Reactions
Hertensteiner Gespräche

Hertenstein 4.3 (7)

Beitragsfoto: Banner

Dieser Blog-Beitrag ist meiner Bemühung geschuldet, bereits bei den 10. Hertensteiner Gesprächen am 19. September 2026 in Heilbronn den Rahmen für eine notwendige Diskussion bei den 11. Hertensteiner Gesprächen im Folgejahr zu setzen.

Ich habe mir erlaubt, einen Gesprächskreis zu diesem Zweck bei den diesjährigen Gesprächen zu reservieren. Ich bin mir sehr sicher, dass es wieder sehr spannende und äußerst informative Gesprächskreise geben wird. Allerdings bedarf es auch eines Gesprächskreises, der nicht gerade der Vergnügungssteuer unterliegt, weil wir immer noch intendieren, um mit den 12. Hertensteiner Gesprächen 2027 eine mögliche Transformation des Hertensteiner Programms von 1946 in die heutige Zeit vorlegen zu können. Dabei ist es nicht unsere Absicht, diese Sternstunde der Menschheit (frei nach Stefan Zweig) infrage zu stellen oder gar durch ein neues Programm zu ersetzen, sondern einzig und alleine zu schauen, wie man 80 Jahre nach dessen Entstehung dieses heute für die Allgemeinheit etwas verständlicher darstellen könnte.

Dafür haben wird die erste Gesprächsrunde der Hertensteiner Gespräche 2016 ins Leben gerufen und erstmals 2017 in Heilbronn veranstaltet. Seither gab es viele grundsätzliche Diskussionen rund um Europa und immer wieder wurden dabei einzelne Thesen des Hertensteiner Programms abgeklopft und diskutiert. Wer sich damit etwas näher auseinandersetzen möchte, der findet hier in meinem Weblog noch eine entsprechende Website und wer etwas weitersucht, der kann auch drei E-Books zum Thema finden.

An Informationen und informierten Bürgern dürfte es sicherlich nicht mangeln! Nun gilt es allerdings bei den 10. Hertensteiner Gesprächen in einem Gesprächskreis zu moderieren, der sich gemeinschaftlich die Mühe macht, um den Rahmen der notwendigen Arbeit bei den 11. Hertensteiner Gesprächen zu setzen und idealtypisch dabei bereits die ersten Pflöcke einzuschlagen. Noch wichtiger ist es, Mitstreiter gewinnen zu können, die sich etwas zwischen den jährlichen Gesprächen mit dem Thema weiter befassen und wenn möglich auch erste diesbezügliche Entwürfe erstellen.

Wie wir alle wissen, ist dies für Ehrenamtliche eine gewaltige Herausforderung, zumal es dabei wirklich um einzelne Detailfragen bis hin zu vielleicht auch Kleinkariertem geht.

Ich stelle mir vor, dass wir uns bei dem kommenden Gesprächskreis über den Rahmen und die Vorgehensweise bei den 11. Hertensteiner Gesprächen einig werden können.

Meine Idee wäre, dass man erst einen Teil erstellt, der das Hertensteiner Programm und dessen Zeit kurz nach dem Zweiten Weltkrieg analysiert. In einem zweiten Teil die heutige Zeit näher darstellt und dabei die Unterschiede zu damals herausarbeitet, was durchaus Auswirkung auf einzelne wie auch alle zwölf Thesen haben könnte.

In einem dritten Teil in Einzelgruppen je eine der zwölf Thesen zu zerlegen, zu analysieren und ggf. in die Neuzeit zu transportieren.

Im vierten und letzten Teil dann wieder alle Beteiligten gemeinsam die zwölf ggf. angepassten Thesen nochmals zu diskutieren und einen daraus resultierenden Vorschlag wie auch immer, vielleicht nochmals weiter bis zu den 12. Hertensteiner Gesprächen überarbeitet, dort dann allen Teilnehmern zur Diskussion und einer möglichen Abstimmung vorzulegen.

Wie gesagt, solch ein Gesprächskreis dürfte nur den allerwenigstens Teilnehmern reine Freude bereiten, er ist aber notwendig, um solch eine Gesprächsreihe nicht nur wegen der guten Gespräche und der daraus resultierenden neuen Verbindungen zu unterhalten, sondern mit diesen auch einen Mehrwert für alle Interessierten weit über die Gespräche hinaus zu schaffen — man könnte diese Bemühungen auch unter programmatische Arbeit zusammenfassen.

Nun hoffe ich darauf, mit diesem Appetizer ein paar Gesprächsteilnehmer für diesen Gesprächskreis bei den 10. Hertensteiner Gesprächen gewinnen zu können.


Blogger

Reichweite 5 (2)

Beitragsfoto: Blogger | © Shutterstock

Nach all den Jahrzehnten im Internet habe ich mich nun endlich vollständig emanzipiert und von dieser unsäglichen Reichweitendiskussion losgesagt.

„Reichweite und Traffic sind im Zeitalter der Digitalisierung zu einer der wichtigsten Messgrößen geworden. Traffic bezeichnet dabei den Besucherstrom auf einer Website, also die Aufrufe der Startseite und der Unterseiten (Page Impressions) sowie die Seitenbesuche (Visits). Darüber hinaus ist der Traffic einer Website für Suchmaschinenanbieter wie Google, Yahoo! und bing ein Indikator zur Bewertung der Rankingposition in den Suchergebnissen. Die Reichweite gibt den Anteil der Konsumierenden an, die von Internetangeboten erreicht werden und ist damit ein entscheidender Faktor für eine erfolgreiche Präsenz im Internet. Internetnutzende treten dabei als Follower:innen oder auch als Käufer:innen auf. Gemessen werden sie unter anderem unter den Begriffen Monthly Active Users (MAU) oder Daily Active Users (DAU). Ist die Optimierung der Sichtbarkeit und Auffindbarkeit einer Unternehmensseite oder von Inhalten das Ziel, spricht man von Suchmaschinenoptimierung (SEO).“

Statista (2.3.2026)

Schon viel länger ist SEO für mich nicht nur bloß Internet-Voodoo, sondern gar reines Teufelszeug. Deshalb optimiere ich mein Blog schon lange nicht mehr und messe auch keine Leserzahlen. Warum denn auch und hierbei komme ich nun auf den Punkt.

Was würde sich für mein Blog ändern, wenn ich gar eine Milliarde Leser hätte, außer vielleicht, dass mir mein Provider eine größere Rechnung schreiben würde? Nichts!

Egal, ob ich nun fünf, fünfhundert, fünfzigtausend oder weit mehr Leser hätte, ich weiß nichts davon.

Ein Leser konsumiert meine Beiträge still und heimlich. Vielleicht hat er auch etwas davon? Woher aber soll ich dies wissen? Und interessiert mich dies dann auch? Ist die Katze im Karton tot oder lebt sie noch?

Was ich damit sagen möchte ist, dass es doch überhaupt nicht auf die Anzahl der Leser ankommt! Das ist, wie wenn man gegen eine Wand spräche. Auf was kommt es dann an?

Ganz einfach, auf das Echo, auf die Reaktion, auf die Antwort, auf den Like, auf den Kommentar, auf die Gegenrede, auf eine E-Mail, auf einen Anruf, auf das persönliche Gespräch — die Möglichkeiten zur Kommunikation sind dabei fast grenzenlos!

Ergo, Reichweite ist Schall und Rauch! Was zählt, das ist einzig und alleine die Anzahl von für mich erkennbaren Reaktionen auf mein Geblogge (eine Art von digitalem Kommunikationsangebot).

Was nun aber ein ganz anderes Problem aufwerfen könnte, denn für mich als Mensch sind maximal die Reaktionen von bis zu 12 anderen Menschen von Bedeutung und ich kann maximal die Reaktionen von bis zu 120 (manche meinen bis zu 150) Personen sinnvoll — im Sinne von Kommunikation — verarbeiten. Wir Menschen haben Grenzen, ob wir dies möchten oder auch nicht, ein Grund, warum der Föderalismus so notwendig ist! — ich schweife ab …

Mein Fazit: nicht die Reichweite sollte einen Blogger interessieren, sondern einzig und alleine das Feedback, das er erhält — der Beginn einer hoffentlich für beide Seiten fruchtbaren Kommunikation.

P. S.

Was so ganz beiläufig auch jene Journalisten seelisch entlasten kann, die durch bloße Reichweite ihre Brötchen verdienen müssen. Journalismus war und ist schon immer eine ganz andere Baustelle!