Menschen im Park

Lichtgestalten & Schattenkrieger 5 (2)

Beitragsfoto: Menschen im Park | © Pixabay

Diesen beiden Politikerarten ist eines gemeinsam, sie haben meistens keinen Schimmer, um was es eigentlich geht und auch keine wirkliche Lust, sich in die Inhalte und Sachverhalte einer Thematik und der folgenden Diskussion einzuarbeiten.

Erstere lieben und zelebrieren den eigenen Auftritt und sei es auch nur in den Gemeinschaftstoiletten von Kongresszentren. Letztere hängen an der „Macht“ wie J.R.R. Tolkiens Gollum am Ring und sind wirklich zu allem bereit.

Wenn sich Politiker dieser beiden Konstellationen zusammenraufen oder gar in der ein und derselben Person wiederfinden, dann steht deren Karrieren nichts mehr im Wege. Andere Politiker, die sich schon einmal bei der Begegnung mit Lichtgestalten oder Schattenkriegern die Finger verbrannten, und diesen Zusammenstoß dann auch überlebten, meiden eine weitere Begegnung mit diesen wie der Teufel das Weihwasser und sorgen stets dafür, dass diese Parteikollegen oder Genossen möglichst schnell in die höchsten Ämter gelangen, nur damit in den eigenen Politikerreihen möglichst wenig Schaden angerichtet wird. Um dies zu erreichen, werden gerne Ehrenamtliche oder parlamentarische Mitarbeiter massenweise geopfert, so wie es bei den ersten Hochkulturen am Anfang unserer Geschichte schon guter Brauch und Usus war.

Ich selbst wurde in eine parteipolitisch sehr engagierte Familie hineingeboren und deshalb schon im Kleinkindalter von einer entsprechenden Veranstaltung zur anderen geschleppt. Deswegen konnte ich früher und besser Plakate kleben als jemals Fußballspielen. Deswegen fand ich mich aber auch sehr früh, als vielleicht sonst üblich, in Parteifunktionen wieder, und wurde dabei aber auch immer um eine Begegnung mit vermeintlichen Lichtgestalten und Schattenkriegern herum manövriert.

Als es dann doch einmal zu einer solchen Begegnung kam, fiel ich noch unter den „Welpenschutz“, der zumindest in „meiner“ damaligen Partei noch Ehrensache war.

Leider habe ich daraus die falschen Lehren gezogen und wurde erst bei späteren Begegnungen ein wenig schlauer, was übrigens zu zwei Dingen führte: erstens, wenn schon „Kampf bis aufs Messer“, dann mit Regeln und Anstand, und so wurde ich Soldat. Zweitens gab ich mein Parteibuch zurück und fing an, mich überparteilich politisch zu betätigen, wo es in erster Linie noch um Inhalte ging.

Über Jahre hinweg, nämlich als ich mich politisch rein auf der Arbeitsebene bewegte, blieben mir weitere Begegnungen mit Lichtgestalten oder Schattenkriegern erspart, weil sich diese sehr selten in solche Niederungen verirren und wenn doch, dann nur, um ein weiteres Pöstchen abzugreifen und anschließend schnell wieder in höhere Sphären zu entschweben.

Als ich selber gefragt wurde, ob ich mehr Verantwortung auf Kreisebene übernehmen wolle, wurde ich gleich darauf auch gefragt, ob ich dazu auch auf Landesebene bereit wäre. Mein Vorgänger im Amt riet mir umgehend davon ab, da es zwar dort keine Lichtgestalt gäbe aber doch den ein oder anderen Schattenkrieger. Gerne habe ich diesen Rat und deswegen bis heute keinen noch so schön klingenden Posten außerhalb der Kreisebene angenommen.

Leider kann man es nicht verhindern, dass man älter wird, und so kam ich altersbedingt beruflich in Positionen, die es unmöglich machten, mich von Lichtgestalten und Schattenkriegern fernzuhalten. Als ich dann feststellen musste, dass es sich bei den betreffenden Politikern nur noch um Lichtgestalten handelte, in einem Falle durfte ich auch einen „Zwitter“ erleben, und diese inzwischen auch begannen, Soldaten, wie Ehrenamtliche und parlamentarische Mitarbeiter auch — schon alleine für gute Pressefotos –, zu opfern, zog ich für mich die Konsequenzen und ging in den vorzeitigen Ruhestand.

Nunmehr mit viel Freizeit „beglückt“, widmete ich mich verstärkt der Verbandsarbeit, nur um festzustellen, dass der immer weiter um sich greifende Rückzug der Arbeitsebene aus den, für Lichtgestalten und Schattenkrieger so attraktiven, Gremien immer mehr dazu führt, dass sich die pressewirksamen Verlautbarungen der Lichtgestalten immer weiter von der verbandsinternen Realität entfernen und die Schattenkrieger solche Diskrepanzen auch bewusst in Kauf nehmen, da sie ihre eigenen Positionen nur noch weiter stärken.

Vor ein paar Jahren wurde mir dies wieder voll und ganz bewusst, als ich ganze zwei Jahre lang damit verbrachte, einen „Beschluss“ auf Kreisebene vorzubereiten, durch sämtliche Ebenen zu tragen, wobei ich geflissentlich bemüht war, unterwegs auch keinem Schattenkrieger auf die Füße zu treten, und abschließend den Beschluss auch soweit hatte, dass dieser von den anderen Landesverbänden mitgetragen werden konnte.

Nach dem, nunmehr kurz bevorstehenden, Beschluss unseres nun gemeinsamen Antrages, wollte ich dann mit meinen wichtigsten Unterstützern das Ganze am bereits aufgebauten Buffet im Foyer feiern, als sehr überraschend — weil so gut wie nie anwesend — eine sehr schwergewichtige Lichtgestalt das Plenum betrat, ganz offensichtlich schlecht gelaunt, weil zu früh zum Buffet erschienen, und sichtbar immer schlechter gelaunt, weil von den beratenden Delegierten nicht angemessen wahrgenommen, ungefragt das Wort ergriff, sich zum in Europa maßgeblichen und einzigen Fachmann in genau dieser Sache erklärte, schwerwiegende Bedenken äußerte ohne diese aber zu artikulieren, und damit in keinen 30 Sekunden zwei Jahre Verbandsarbeit begrub.

Ich versuchte ihn noch am Buffet zur Rede zu stellen, was ihn nur soweit interessierte, da ich ihn ganz offensichtlich bei seiner Völlerei störte. Nach dem Essen war er dann genau so schnell wieder verschwunden, wie er erschienen war. Mir begegnete dieser Herr nur noch einmal und zwar bei meiner Recherchearbeit in einem Verbandsarchiv, als ich einen bitterbösen Brief von ihm fand, indem er seinen Austritt aus unserem Verband erklärte, weil er in seinen Augen nicht richtig wahrgenommen werde.

Eigentlicher Anlass meines heutigen Beitrages ist aber der Verlust unseres Generalsekretärs auf Europaebene, einem sehr feinen, sehr engagierten und auch sehr kompetenten Mitstreiter. Ich lernte Paolo Vacca kennen als er Europavorsitzender unseres Jugendverbandes wurde. Das machte er erstaunlich gut und viele waren überrascht, dass er nicht in die Berufspolitik ging, sondern, ganz militanter Föderalist, beruflich eigene Wege einschlug und dabei auch sehr erfolgreich ist. Aber er blieb unserem Verband treu und übernahm darüber hinaus ehrenamtlich die Funktion des Generalsekretärs. Obwohl nur von Lichtgestalten und Schattenkriegern umgeben, konnte er deren Unvermögen meist ausgleichen und im Falle von schwerwiegenden Schäden, diese auch immer wieder beheben — rein ehrenamtlich und unentgeltlich!

Leider wurde Paolo Vacca gestern das Opfer einer Intrige, die selbst den hartgesottensten Ehrenamtlichen kalte Schauer über den Rücken treibt, aber nunmehr auch die Frage aufwirft, ob man sich als Ehrenamtlicher selbst noch schützen kann.

Ich sehe den Schutz darin, dass man in allen politischen Parteien, Verbänden und Gruppierungen die Basis stärkt, und nur Mitglieder in weiterführende Gremien oder Vorstände entsendet, die sich bereits für alle nachweislich ihre Meriten auf der Arbeitsebene selbst verdient haben. Ich bin fest davon überzeugt, dass dies von Anfang die Anzahl der Lichtgestalten und Schattenkrieger eingrenzt und nur jenen eine Chance lässt, sich „selbst zu verwirklichen“, die zuvor auch einmal etwas für den Verband und die Gemeinschaft geleistet haben. Zumindest haben sie später einmal eine vage Vorstellung davon, was sie alles aus Unvernunft und reinem Egoismus mit ihren Hintern einreißen, nämlich Ergebnisse und Errungenschaften, die viele andere zuvor mühsam aufgebaut haben.

„The shifty language of politics, … that strange language full of Maya and falsities of self-illusion and deliberate delusion of others, which almost immediately turns all true and vivid phrases into a jargon, so that men may fight in a cloud of words without any clear sense of the thing they are battling for …“

Aurobindo Ghose (September 1918)
Drei Bucheinbände von Europa ist für alle da!

Mein erstes Buch 5 (4)

Was lange währt, wird endlich gut (Ovid), und so kann ich jetzt auch berichten, dass mein Buchprojekt, welches mich die letzten gut vier Jahre umgetrieben hat, zu einem – zumindest für mich – gelungenen Abschluss gekommen ist.

Nachdem ich meine erste Fassung auf Anraten von Profis ziemlich kürzen und zudem noch viele Anhänge herausnehmen musste, fanden die von mir angeschriebenen Verlage das Buch immer noch zu umfangreich, wobei nur ein einziger Verlag das Risiko eingehen wollte, für den Fall, dass ich dieses träge.

Ich hatte mich eigentlich schon damit abgefunden, mein Werk den Interessierten nur online zur Verfügung zu stellen, als mir ein guter Freund empfahl, das Buch doch im Selbstverlag herauszubringen, was ich letztendlich dann auch getan habe. In der nunmehr vorliegenden Version meines Buches habe ich dann auch noch die verbliebenen Anhänge herausgenommen und stelle nun alle Anhänge dem interessierten Leser online zur Verfügung.

Damit konnte ich das Buch auf 213 Seiten reduzieren und hoffe nun, dadurch des Lesers Aufmerksamkeit auch bis zum Schluss hin aufrecht erhalten zu können.

Zudem habe ich die wichtigsten Buchanhänge bereits in einem eigenen Blogbeitrag „Neun plus fünf“ zusammengefasst und gucke jetzt einmal, ob diese Zusammenfassung auf Interesse stößt.

Sollte mein Buch Europa ist für alle da! – Vom Homo sapiens zum Homo Europaeus beim Leser Gefallen finden, und zudem der Bedarf artikuliert werden, auch die Anhänge mit im Buch haben zu wollen, so könnte ich später einmal darüber nachdenken, eine erweiterte Fassung des Buches herauszugeben.

Wenn Sie sich jetzt etwas näher mit dem Buch beschäftigen möchten, dann finden Sie das Inhaltsverzeichnis des Buches mit allen Anhängen online auf meiner Website.

Selbstverständlich freue ich mich sehr, wenn Sie das Buch kaufen und auch in Ihrem Freundes- und Bekanntenkreis weiterempfehlen.

Wenn Sie Fragen oder Kommentierungen zum Buch oder seinen Buchanhängen haben, dann können Sie mit mir, oder gerne auch mit anderen Europäischen Föderalisten, darüber in den Foren des Europastammtisches diskutieren.


Eine erste Buchbesprechung finden Sie hier:

Diese dürfen Sie gerne frei verwenden und auch teilen.

„Better to write for yourself and have no public, than to write for the public and have no self.“

Cyril Connolly, The New Statesman (25. Februar 1933)

Blogger

Blogs & Blogger 5 (3)

Beitragsfoto: Blogger | © 8212733 auf Pixabay 

Was ist ein Blog?

Als wohl erstes Blog, eine Kurzform der Wortschöpfung Weblog, die eine Zusammensetzung aus den Worten „Web“ und „Log“ ist, kann man die Website des Software-Entwicklers Tim Berners-Lee ansehen, die bereits am 13. November 1990 online ging und später dann als Weblog bezeichnet wurde. Dieses erste Blog wurde von Berners-Lee dazu genutzt, um den Informationsaustausch der Wissenschaftler beim europäischen Kernforschungszentrum CERN besser zu gestalten. Manche feiern seit 2018 deshalb jährlich auch am 13. November den „Tag des Bloggens“.

Microblog

Inzwischen haben Microblog-Dienste, wie z. B. Twitter, viele Blogs wieder verdrängt, so dass es zumindest mir immer schwieriger wird, neue Blogs zu finden oder auf altbekannte zuzugreifen. Auch in Heilbronn sind bereits so einige Blogs verschwunden, auf welche ich gerne und regelmäßig zugegriffen habe.

Heiner Dörner

Meine eigenen Blog-Beiträge lassen sich bis 2005 zurückverfolgen, damit bin ich aber noch lange nicht einer der ältesten Blogger, denn bereits der ehemalige Stadtrat Heiner Dörner schreibt zumindest seit seiner Pensionierung an einem heute noch sehr aktuellen Blog, wobei er sich dabei inzwischen schwerpunktmäßig der Windenergie verschrieben hat.

Detlef Stern

Detlef Sterns Blog-Einträge lassen sich bis April 2006 zurückverfolgen, wobei ich mir ziemlich sicher bin, dass er als Professor für Projektmanagement, Electronic Business und Softwareentwicklung an der Heilbronner Hochschule und „Internet-Guru“ sicherlich noch ältere Beiträge aus dem Hut zaubern könnte.

Das Schöne an seinen Beiträgen ist, dass er Heilbronn aus einer etwas anderen Perspektive aus betrachtet, da er, aus der Großstadt Hamburg stammend, die Dinge anders als die „Heilbronner Eigengewächse“ betrachten kann. Und das richtig Gute dabei ist, dass er sich in Heilbronn inzwischen auch noch zuhause fühlt, selbst wenn es ihn regelmäßig in den Schwarzwald zieht.

Thomas Michl

In eine ganz andere Richtung geht Thomas Michl mit seinem Gedanken-Blog, den er inzwischen zu einer sehr fundierten Informationsquelle zu Themen ausgebaut hat, die sehr stark Management, Leadership, Agile oder Verwaltung betreffen. Mir gefallen dabei seine „Gedankenblitze“ am besten und bekomme diese auch regelmäßig über seinen Newsletter in meinen digitalen Posteingang.

Sabine Stern

Auf der Suche nach weiteren Blogs aus Heilbronn bin ich auch auf Sabine Sterns Blog Ciao Calotta gestoßen, welches seit 2018 kleine Geschichten und Interessantes zu bieten hat.

Katrin Lehr

Reisefreudige Heilbronner kennen bestimmt aber Katrin Lehrs Reiseblog Viel Unterwegs, welches im August 2013 als persönliches Reiseblog startete und inzwischen mit vielen praktischen Reisetipps, die Katrin Lehr und ihre Freunde gesammelt haben, aufwarten kann. Mir gefällt dabei die Aussage: „Die Welt ist mein Zuhause!“ mit am besten.

Gerd M. Hofmann

Und wer gerne in Heilbronn mit dem Rad unterwegs ist, für den betreibt Gerd M. Hofmann ein privates und vor allem unabhängiges Blog namens RadfahreN in HeilbronN.

Matthias Treiber

Eine andere Art von Weblog betreibt Pfarrer Matthias Treiber, der auf seinem Blog „Sonntagsgedanken“, dessen Texte und Gedanken aus biblischen Zeiten sich auf heutige Erfahrungen beziehen, Freiheit und Liebe zu seinem Schwerpunkt macht.

„Blogging is like work, but without coworkers thwarting you at every turn.“

Scott Adams