Stadtbibliothek Heilbronn

Arbeitsplatz 5 (2)

Beitragsfoto: Stadtbibliothek Heilbronn

Das Schöne an meiner heutigen Lebenssituation ist, dass ich völlig selbstbestimmt entscheiden kann, ob, wann und wie ich arbeiten möchte. Und das Beste daran ist, sobald ich feststelle, dass diese Arbeit weder zielführend noch mit dem geringsten Spaßfaktor versehen ist, ich auch der Einzige bin, den ich dafür verantwortlich machen kann. Dann reißt mir sofort der Geduldsfaden und ich entlasse mich selbst und dies fristlos! — das hätte ich mir bereits vor Jahrzehnten gönnen können müssen.

Dies hat aber eine sehr schöne Nebenwirkung, denn diejenigen, die um diese Tatsache wissen, sind darum bemüht, nicht nur ständig den „Spaßfaktor“ mit im Auge zu behalten, sondern unternehmen wirklich alles, um die vorher gemeinsam gesteckten Ziele nicht aus dem Auge zu verlieren.

Das einzige Problem dabei ist, dass man hinterher den Lohn für die geleistete Arbeit vielleicht sogar mit einem etwas schlechten Gewissen einsteckt, wurde uns doch jahrzehntelang eingehämmert, dass Arbeit keinen Spaß machen darf — zumindest keine richtige. Deshalb bin ich auch froh darüber, dass ich beruflich meist gedient und nicht gearbeitet habe — so konnte ich es mir immer erlauben, auch in den unwirklichsten Situationen den Spaßfaktor nicht aus den Augen zu verlieren. Und wenn dann so etwas einmal überhaupt nicht möglich war, dann beruhigte es ungemein zu wissen, dass es tatsächlich Menschen gibt, die ihr gesamtes Leben lang Arbeit als Zwang und als etwas Unangenehmes ansehen.

Als sehr angenehm kann ich zudem verbuchen, dass ich mein gesamtes Berufsleben über an Arbeitsplätzen verbringen konnte, die jeder für sich zumindest etwas Abenteuerliches hatten. Und als ich dann altersbedingt auch die Büroetagen kennenlernen durfte, waren diese bereits mit der Virtualität und einer sehr flexiblen Mobilität verbunden und damit ebenfalls wieder ein Abenteuer für sich. So konnte ich mich nie beklagen und bereits in den 1990er-Jahren sämtliche Arbeitsplatzerfahrungen machen, die die Menschen heute vor solch nett mit anzuschauenden Herausforderungen stellen. Und für viele von uns waren dabei Powerpoint-Präsentationen und Videochats schon in den Nullerjahren eine völlig veraltete Angelegenheit, was mir bei den heutigen Darbietungen die Tränen vor Rührung in die Augen treibt. Einzig wenn mir ein frischer Universitätsabsolvent rät, meine eigenen Präsentationen doch noch mit Powerpoint aufzubessern, bleibt mir die Spuke weg. Aber von einem befreundeten Professor weiß ich, dass so etwas tatsächlich noch zumindest an Hochschulen gelehrt wird — sicherlich von jenen, die erst vor Kurzem noch ihre Overheadprojektor-Folien abfotografiert haben und jetzt mit einer Dia-Show den staunenden Studenten präsentieren.

Aber inzwischen werden auch bei uns doch so langsam Arbeitsumfelder wie Coworking Spaces und Home Office Mainstream, was in den Nullerjahren einfach zu einem angenehmen Arbeitsumfeld mit dazu gehörte, leider aber noch nicht mit solch tollen Bezeichnungen aufwarten konnte. Vielleicht setzen sich zeitgemäße Dinge erst dann bei uns durch, wenn diese auch über einen sexy Namen verfügen.

Gerne denke ich dabei an die 1990er-Jahre zurück, als ich meine Arbeitsergebnisse während der Fahrt auf einem Nokia Communicator zusammenfasste, je nach Ausstattung meiner Gegenstelle per E-Mail oder Fax an meinen mein Chef verschickte. Und wenn dieser es hübsch haben wollte, er damit eine Sekretärin beauftragte, wobei ich nach Rückkehr ins Büro noch meine Unterschrift daruntersetzen musste. Und schon damals zeigten Powerpoint-Präsentationen das Nötigste und wenn Bildchen, dann ein paar nackte Menschen, die für ein, zwei Sekunden zu sehen waren, nur um die Aufmerksamkeit der Zuhörerschaft zu erhalten.

Aber genug von der guten alten Zeit. Inzwischen habe auch ich ein eigenes Homeoffice — ganz für mich alleine — und weil ich während COVID-19 doch so einige Arbeitsplätze per Videokonferenz bestaunen durfte und ganz besonders beeindruckt von der Ausstattung von Detlefs Sterns Arbeitsplatz bin, mir selbst auch etwas Luxus gönnen wollte, mit einer für mich passenden Ausstattung versah.

Neben einem richtigen und bequemen Bürostuhl habe ich ein noch viel bequemeres Bett stehen, gleich neben einem Schreibtisch mit viel Platz. Der Schreibtisch hat einen großen Computerbildschirm, der gut zur Recherche wie auch zum Fernsehen geeignet ist. Für die Arbeit wie auch für die obligatorischen Videokonferenzen habe ich noch je einen eigenen Rechner stehen und falls das mit den virtuellen Betriebssystemen nicht klappt, noch einen weiteren Rechner mit einem Windows-Betriebssystem. Und das wirklich einzig Neue — was übrigens sehr gut funktioniert — sind die virtuellen Büros im Metaversum, welche auch immer attraktiver werden.

Das Einzige, was meinem Homeoffice jetzt nur noch fehlt, sind eine ganz bestimmte Espresso-Maschine und ein Mini-Kühlschrank, wobei ich mich hier nicht festgelegt habe.

Dafür kann ich weiterhin auf die altbewährten Konzepte der mobilen Arbeit zurückgreifen, welche interessanterweise noch heute auf überteuerte und wenig effiziente Co-Working Spaces sehr gut verzichten können. Für das erste Get-together bieten sich Flughäfen immer noch bestens an, um dann später in öffentlichen Bibliotheken sehr gut ausgestattete Arbeitsplätze zu nutzen. Und für die weiteren Gespräche sind immer noch nette Hotellobbys die beste Wahl.

Und das Einzige, was sich wirklich über all die Jahrzehnte geändert hat, ist, dass man anstatt der üblichen Coins heute Bibliotheksausweise vorzeigen kann.

Letztendlich werden sich aber weiterhin die Statussymbole weit überdimensionierter Konzernzentralen durchsetzen, da es immer noch und ausschließlich darauf ankommt, wie viel Geld man in den Sand setzt. Und an der Höhe dieser Beträge wird man gerne gemessen. Das kann man ganz gut am Googleplex, dem Apple-Park, den Amazon-Zentralen oder den vielen anderen neuen Firmenzentralen beobachten, die möglichst viele Angestellte an einem Ort zusammenführen — auch bei uns in Heilbronn und Umgebung.

„Work that is pure toil, done solely for the sake of the money it earns, is also sheer drudgery because it is stultifying rather than self improving.“

Mortimer Adler, A Vision of the Future : Twelve Ideas for a Better Life and a Better Society (1984)

Kaiserstraße | © Shutterstock

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Kaiserstraße | © Shutterstock

Steile These

Seit Jahrzehnten frage ich mich, warum gerade SPD und Gewerkschaften unser Bildungssystem ruinieren? Dabei ist es doch völlig verständlich. Haben beide „Institutionen“, die sich dem vermeintlichen Volkswohl verschrieben haben, doch sehr schnell feststellen müssen, dass ihnen die gut genährten Arbeiter reihenweise davonlaufen. Eine halbwegs gesicherte Anhängerschaft gewinnen sie nur noch bei solchen Arbeitsplatzinhabern, deren Wohl und Wehe an einem staatlich gelenkten Arbeitsmarkt hängt — aber auch hier wildern bereits schon die anderen Parteien.

Deshalb müssen sich SPD und die Gewerkschaften, genau so wie die Sozialverbände und Hilfsorganisationen auch, selber verstärkt um ihre zukünftigen Wähler und Kunden kümmern, da eine funktionierende Marktwirtschaft langsam aber sicher nicht nur die Armut abschafft, sondern auch ganz folgerichtig die abhängige Lohnarbeit.

Deshalb setzen die Parteiideologen schon sehr lange alles daran, nicht nur ein ausreichend großes Prekariat zu schaffen, sondern dies auch für alle Zeiten festzuzementieren!

Und wie kann man das am besten erreichen? Ganz einfach, indem man das öffentliche Bildungssystem sabotiert sowie Intelligenz, Leistung, Eigeninitiative und Fleiß als die neuen Todsünden einer Gesellschaft etabliert.

Dumme und bequeme Menschen werden ein gutes Mitgliederpotential bilden, das sich darüber freut, dass Ihnen die SPD und die Gewerkschaften regelmäßig Almosen anbieten — und diese haben aus ihren Fehlern gelernt, denn zu gut darf es „ihren Kunden“ dabei nicht mehr gehen, sonst gucken diese einmal über den Tellerrand hinaus.

Und was habe ich daraus gelernt?

Traue keinem Menschen, der seine eigene Existenz auf der Notlage anderer Menschen aufbaut!

Parkplätze

Seit 2015 frage ich mich immer wieder, warum man in Heilbronn (z. B. Südbahnhof oder Neckarbogen) keine ausreichenden Parkplätze vorsieht und schafft. Und ich frage mich dies nicht nur selbst, sondern regelmäßig auch unsere Stadträte. Gerade vor Neubauvorhaben (z. B. Hochgelegen), denen unsere Stadträte zustimmen müssen.

Meine entsprechenden Hinweise, dass jede neue Wohnung sicherlich mehr als einen Stellplatz benötigt und dies auch noch die kommenden Jahre so sein wird, und es deswegen zwingend sei, dass man bei der Planung je Wohnung mindestens 1,5 Parkplätze (Stellplatzschlüssel) mit einbezieht, wird von den von mir diesbezüglich angesprochenen Stadträten immer mit dem Hinweis abgelehnt, dass sie darüber keine Entscheidungsbefugnis hätten, da dies im Landesrecht eindeutig festgelegt sei — ergo, unsere Stadträte nur hilflose Erfüllungsgehilfen eines größeren Ganzen sind.

Heute darf ich nun in der Heilbronner Stimme das Folgende lesen:

„Im ersten Bauabschnitt, berichtet Jan Fries, habe der Stellplatzschlüssel bei 0,6 gelegen. Für den zweiten Bauabschnitt sei der Schlüssel auf 0,8 angehoben worden, gebaut würde nun aber letztendlich mit dem Schlüssel von 0,5 Stellplätzen pro Wohnung. Zusätzlich, betont Fries, könne die geplante Quartiersgarage Stellplatzbedarfe abdecken.“

Heilbronner Stimme (25.03.2022: 31)

So wie sich das Ganze nun darstellt, haben unsere Stadträte doch ein Wörtchen mitzureden. Denn letztendlich entscheiden diese darüber, wer Geld oder andere Vorteile vom Staat erhält und wer die Zeche dann zu bezahlen hat. Besser wäre, unsere Stadträte würden sich darüber Gedanken machen, wie man Probleme gelöst bekommt und zukünftige Herausforderungen zu meistern sind. Nur für Entscheidungen, wer verdienen darf und wer nicht, benötigen wir keine Parlamente (!) — auch keine Gemeinderäte.

Nun auch etwas neugieriger geworden, habe ich mal im Landesrecht nachgeschaut und stelle Ihnen den entsprechenden Paragraphen hier einmal vor:

§ 37
Stellplätze für Kraftfahrzeuge und Fahrräder, Garagen

(1) Bei der Errichtung von Gebäuden mit Wohnungen ist für jede Wohnung ein geeigneter Stellplatz für Kraftfahrzeuge herzustellen (notwendiger Kfz-Stellplatz). Bei der Errichtung sonstiger baulicher Anlagen und anderer Anlagen, bei denen ein Zu- und Abfahrtsverkehr zu erwarten ist, sind notwendige Kfz-Stellplätze in solcher Zahl herzustellen, dass sie für die ordnungsgemäße Nutzung der Anlagen unter Berücksichtigung des öffentlichen Personennahverkehrs ausreichen. Statt notwendiger Kfz-Stellplätze ist die Herstellung notwendiger Garagen zulässig; nach Maßgabe des Absatzes 8 können Garagen auch verlangt werden. Bis zu einem Viertel der notwendigen Kfz-Stellplätze nach Satz 2 kann durch die Schaffung von Fahrradstellplätzen ersetzt werden. Dabei sind für einen Kfz-Stellplatz vier Fahrradstellplätze herzustellen; eine Anrechnung der so geschaffenen Fahrradstellplätze auf die Verpflichtung nach Absatz 2 erfolgt nicht.

(2) Bei der Errichtung baulicher Anlagen, bei denen ein Zu- und Abfahrtsverkehr mit Fahrrädern zu erwarten ist, sind Fahrradstellplätze herzustellen. Ihre Zahl und Beschaffenheit richtet sich nach dem nach Art, Größe und Lage der Anlage regelmäßig zu erwartenden Bedarf (notwendige Fahrradstellplätze). Notwendige Fahrradstellplätze müssen von der öffentlichen Verkehrsfläche leicht erreichbar und gut zugänglich sein und eine wirksame Diebstahlsicherung ermöglichen; soweit sie für Wohnungen herzustellen sind müssen sie außerdem wettergeschützt sein.

(3) Bei Änderungen oder Nutzungsänderungen von Anlagen sind Stellplätze oder Garagen in solcher Zahl herzustellen, dass die infolge der Änderung zusätzlich zu erwartenden Kraftfahrzeuge und Fahrräder aufgenommen werden können. Satz 1 gilt nicht bei der Teilung von Wohnungen sowie bei Vorhaben zur Schaffung von zusätzlichem Wohnraum durch Ausbau, Anbau, Nutzungsänderung, Aufstockung oder Änderung des Daches, wenn die Baugenehmigung oder Kenntnisgabe für das Gebäude mindestens fünf Jahre zurückliegen.

(4) Die Baurechtsbehörde kann zulassen, dass notwendige Stellplätze oder Garagen erst innerhalb eines angemessenen Zeitraums nach Fertigstellung der Anlage hergestellt werden. Sie hat die Herstellung auszusetzen, solange und soweit nachweislich ein Bedarf an Stellplätzen oder Garagen nicht besteht und die für die Herstellung erforderlichen Flächen für diesen Zweck durch Baulast gesichert sind.

(5) Die notwendigen Stellplätze oder Garagen sind herzustellen

1. auf dem Baugrundstück,
2. auf einem anderen Grundstück in zumutbarer Entfernung oder
3. mit Zustimmung der Gemeinde auf einem Grundstück in der Gemeinde.

Die Herstellung auf einem anderen als dem Baugrundstück muss für diesen Zweck durch Baulast gesichert sein. Die Baurechtsbehörde kann, wenn Gründe des Verkehrs dies erfordern, mit Zustimmung der Gemeinde bestimmen, ob die Stellplätze oder Garagen auf dem Baugrundstück oder auf einem anderen Grundstück herzustellen sind.

…

Landesbauordnung für Baden-Württemberg (LBO) in der Fassung vom 5. März 2010

Antidemokraten

Es wäre ein grober Fehler anzunehmen, dass selbst in der erfolgreichsten Demokratie alle Bürger Demokraten sind. Wahrscheinlich ist es sogar so, dass die erfolgreichen Demokratien nicht nur Antidemokraten aus allen Ländern anziehen, sondern mehr noch, ideale Brutstätten für ganz neue Antidemokraten sind. Dies konnten wir jüngst in den USA besonders gut beobachten, und die meisten von uns sind heute noch darüber geschockt.

Wahrscheinlich ist dies aber zwingend notwendig, denn, wenn alle gut wären, gäbe es das Gute ganz folgerichtig gar nicht mehr. Und so kann man nur ein guter Demokrat sein, wenn man zu jeder Zeit die Wahl hat, auch ein Antidemokrat sein zu können.

Und um wieder auf uns Deutsche zu sprechen zu kommen, wir wurden sowohl 1945 als auch 1989 nicht freiwillig und dabei ganz bestimmt auch nicht glühende Demokraten. Zu diesen beiden „Zeitenwenden“ waren die bereits vorhandenen Demokraten, in West wie Ost, ein ganz kleine Minderheit, von denen bei der weiteren Ausgestaltung der Demokratie die wenigsten dann auch selbst zum Zuge kamen.

Die meisten von uns konnten dies ganz gut in den 1990er-Jahren mitverfolgen, wie die aussichtsreichsten Kommunisten der DDR über Nacht in sämtliche Ämter der bundesdeutschen Demokratie gehievt wurden und selbst bis heute noch den demokratischen Diskurs mitbestimmen.

Wir haben aus den Fehlern der Bundesrepublik der 1950er bis 1970er-Jahre nichts gelernt, denn dort wurden wenigstens ein paar Nationalsozialisten immer wieder einmal aus ihren demokratischen Ämtern entfernt. Dies ist unseren kommunistischen Mitbürgern bis heute erspart geblieben.

Sehr gut konnten wir — auf jeden Fall die älteren unter uns — auch mitverfolgen, wie die Antidemokraten sich in die demokratischen Parteien völlig integrierten, teilweise über Jahrzehnte hinweg, und dann, in Wellen sozusagen, immer wieder durch Neugründungen am linken oder rechten Rand zu glauben meinen, dass ihre Zeit erneut gekommen sei.

Und deshalb muss man, ob man will oder nicht, zur Kenntnis nehmen, dass das demokratische Parteienspektrum der Bundesrepublik Deutschland kleiner ist als man allgemein anzunehmen glaubt. Ich habe selbst sehr lange gebraucht, um diese Tatsache akzeptieren zu können, nämlich, dass es rechts der CSU keine demokratische Partei geben kann und auch keine demokratische Partei links der SPD — einmal von ein paar verirrten, vielleicht auch nur verwirrten, Gestalten abgesehen, die diesen antidemokratischen Parteien ein demokratisches Mäntelchen umhängen sollen.

Das wirklich Interessante an dieser Angelegenheit ist, dass es wohl kaum noch — Victor Orban und Co einmal abgesehen — Politiker oder Parteien gibt, die ganz offen so richtig und aus voller Überzeugung zu ihrer antidemokratischen Einstellung stehen.

Nämlich damit lassen diese Antidemokraten vermuten, dass inzwischen wohl in unseren Gesellschaften die Demokratie — und dies nach all den vergangenen Jahrzehnten — tatsächlich mehrheitsfähig geworden ist, und diese Antidemokraten uns Wähler nur noch durch täuschen und tricksen wieder davon abbringen zu können glauben.

Geburtstage des Tages

Arturo Toscanini, Béla Bartók und Aretha Franklin


Beitragsfoto: Schachfiguren | © Pixabay

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Beitragsbild: Schachfiguren | © Pixabay

Luncheon

Heute durfte ich an einer sehr informativen Vortragsveranstaltung zum Thema „The Länd im UK“ teilnehmen. Seit November 2021 hat Baden-Württemberg im Vereinigten Königreich eine Art eigene Landesvertretung. Was bereits dazu führte, dass auch die Bayern im Januar 2022 nachzogen und etwas Ähnliches in London etablierten.

Die baden-württembergische Vertretung hat zwar ebenfalls ihren Sitz in London, möchte aber mit ihrem Personal verstärkt von den WeWork Räumlichkeiten in ganz Großbritannien aus königreichweit arbeiten. Damit kommen diese Mitarbeiter den Bedarfen unserer Landespolitik und Verwaltungen entgegen, deren Reisetätigkeiten nicht nur auf London beschränkt sein werden, denn irgendwann haben unsere Volksvertreter und Beamten sich an den Londoner Sehenswürdigkeiten satt gesehen und beginnen damit, auch die weiteren Attraktionen des Vereinigten Königreichs zu erkunden.

Und wenn dann sämtliche Politiker und Verwaltungsmitarbeiter Baden-Württembergs das Vereinigte Königreich von oben bis unten ausführlich bereist, dann wird „the Länd“ sicherlich auch einen guten Bekanntheitsgrad bei unseren britischen Nachbarn erzielt haben.

Inwieweit unsere lokalen Firmen und Unternehmen davon profitieren werden, habe ich allerdings noch nicht so ganz verstanden — wahrscheinlich aber soll die Tourismusindustrie bei uns das werden, was bisher die Maschinen- und Autoproduktion war.

Internet

Ende 2014 zogen meine Frau und ich von Ulm nach Heilbronn zurück und mit uns auch unser Internetanschluss. Dies war das Einfachste, weil uns unser Provider ungern aus dem Vertrag entlassen wollte. Allerdings dauerte es bis 2021 bis dieser Provider uns die in Ulm vorhandenen und auch für Heilbronn zugesicherten 50 Mbit/s halbwegs kontinuierlich sicherstellen konnte.

Mit diesen 2022 nun meistens auch vorhandenen 50 Mbit/s bin ich im Bekanntenkreis noch ganz gut unterwegs und lasse doch so manchen Rechner von Bekannten bei mir „updaten“, weil es einfach schneller geht. Dennoch träume ich immer noch, was das Internet anbelangt, von unserer Zeit in Polen, denn der dortige Internetanschluss war auch noch für heutige Verhältnisse eine sehr feine Sache. Und auch in Afrika war die Netzabdeckung und Geschwindigkeit schon vor Jahren besser als z.B. gerade gestern in Untergruppenbach oder noch vor ein paar Monaten in Horkheim, als ich auf verfügbares mobiles Internet sehr dringend angewiesen war — ich fuhr damals in Horkheim mit dem Auto durch das Dorf, bis ich tatsächlich eine Stelle fand, um eine belastbare Verbindung aufbauen zu können.

Und so hat mich heute Joachim Friedl von der Heilbronner Stimme (24.03.2022: 26) mit der folgenden Information sehr überrascht.

„90,7 Prozent der Haushalte im Landkreis Heilbronn haben eine Breitbandversorgungsrate von mindestens 100 Megabit pro Sekunde (Mbit/s). Damit liegt der Landkreis im landesweiten Vergleich um 1,7 Prozentpunkte über dem Landesdurchschnitt von 89 Mbit/s. In Heilbronn verfügen 85,6 Prozent der Haushalte über eine Versorgungsrate von mindestens 100 Mbit/s. Damit liegt die Stadt im landesweiten Vergleich 3,4 Prozentpunkte unter dem Landesdurchschnitt.“

Heilbronner Stimme (24.03.2022: 26)

Ich vermute so langsam, dass ich tatsächlich in einem Paralleluniversum lebe und werde diese Frage hoffentlich bald bei einer Tasse Kaffee mit Detlef Stern näher erörtern können.

Heute ist ein guter Tag! — Dank der gesetzlichen Verpflichtung der Provider, das Bezahlte nun auch bereitzustellen. Jahrelang durften diese sich mit Knebelverträgen und durch Betrug am Kunden dumm und dämlich verdienen.

Lesepate

Gestern haben mir „meine“ Kinder in der Dammschule richtig Freude bereitet, denn sie konnten allesamt mit guten Fortschritten beim Lesen aufwarten. Ganz offensichtlich hatten sie während der letzten Woche verstärkt geübt und dies trug hörbare Früchte.

Es ist einfach immer wieder eine Freude, die Fortschritte der Grundschüler bei deren ersten Gehversuchen im Schulalltag miterleben zu können. Dabei bleibt es nicht aus, dass man ab und zu auch über die eigene Schulzeit nachzudenken beginnt; bei mir selber war die Begeisterung spätestens in der siebten Klasse verflogen. So hoffe ich, dass „meine“ Schüler ihre Begeisterung für die Schule und besonders für das Lernen etwas länger als ich aufrechterhalten werden können.

Diese Hoffnung wird durch die heutigen Lehrer gestärkt, deren Engagement mit dem der Lehrer zu meiner Schulzeit nicht mehr zu vergleichen ist. Hierbei muss ich Oliver G. inzwischen voll und ganz Recht geben; ohne Frage ist die Qualität der Lehrer bei weitem eine bessere als zu meiner eigenen Schulzeit. Dafür aber haben die Lehrer heute mit weit größeren Herausforderungen zu kämpfen.

Ich bin mir dabei noch nicht so ganz sicher, ob die größte Herausforderung für unsere Lehrer bei der Elternschaft oder der Schulverwaltung und dem Kultusministerium liegt. In Heilbronn kommen noch suboptimale Schulträger hinzu. Die Kinder alleine hätten unsere Lehrer ohne weiteres ganz gut im Griff!

Ich finde, dies ist eine gute Gelegenheit, um mich einmal bei den Lehrern für deren Einsatz und Engagement zu bedanken. „Meine“ Lehrerin macht ihre Sache auf jeden Fall ganz gut, und ich bin mir sicher, dass ihre Schüler sie so gerne in Erinnerung behalten werden, wie ich meine erste Klassenlehrerin Frau Pfeiler.


Website des Tages

Breitbandmessung

Leider ist es inzwischen bei uns so, dass Firmen ihre Versprechen und Zusagen gegenüber den Kunden nur dann einhalten, wenn diese vom Staat mit der Androhung drastischer Strafen dazu gezwungen werden.


Geburtstag des Tages

Georgius Agricola