Schachfiguren

24.9.02022 5 (1)

Beitragsfoto: Schachfiguren | © Steve Buissinne auf Pixabay 

Homepage

Sprechen wir doch einmal Deutsch: wer für ein Dorf mit keinen 2 000 Einwohnern bereits in einem ersten Wurf 190 000 Euro für eine Homepage ausgibt, der gehört weder in ein Rathaus noch in einen Gemeinderat!

Die dortigen Bewohner sollten sich die Namen ihrer Gemeinderäte hoffentlich bis 2024 merken können, und wenn sie diese Damen und Herren dann nochmals wählen, sich besser gleich allesamt in die Weissenhof-Klapse einweisen lassen.

Das Schlimme daran ist, dass letztendlich andere Gemeinden für diese Eskapaden geradestehen müssen, und wir ganz offensichtlich kein Landratsamt haben, das seine Kontrollaufgaben wirklich ernst nimmt. Wahrscheinlich wachen die dort erst auf, wenn die zweitkleinste Stadt Baden-Württembergs Beihilfe zum Bau einer U-Bahn beantragt; obwohl, die dürfte für Widdern auch nicht viel mehr als deren Homepage kosten.

Lesepate

Die Schule hat zwar wieder begonnen, leider aber weiß ich noch nicht, in welcher Klasse ich dieses Schuljahr Lesepate sein darf. Getreu nach dem Motto „Hilf dir selbst, dann hilft dir Gott.“ habe ich nicht lange gezögert und das Angebot von meseno angenommen, dort weiterhin freitags vorzulesen.

Und so habe ich heute Nachmittag ein wenig Zeit mit zwei Jungs verbracht, die ich inzwischen schon etwas länger kenne — diese mich wohl auch und so wurden aus dem geplanten Vorlesen heute drei Schachpartien.

Aber kommenden Freitag sind die Jungs wieder an der Reihe, denn die zum Vorlesen benötigten Bücher hatten wir bereits vor gut zwei Wochen zusammen aus der Stadtbibliothek entliehen.


Smart City

22.9.02022 5 (3)

Beitragsfoto: Smart City | © Tumisu auf Pixabay 

Forum

Ich dachte schon, das mit dem Forum wird wohl nichts mehr, und dann gibt es doch wieder ein paar interessante Einträge. Peter Schulze hat dort das Thema Fake News ins Spiel gebracht und den Sachverhalt gleich mit ein paar sehr interessanten Hinweisen versehen.

Die meisten Forenbeiträge kann jeder lesen, allerdings nur dann kommentieren, wenn vorab eine Registrierung erfolgte. Dies ist leider heutzutage kaum noch anders zu bewerkstelligen. Sobald man aber in den Foren registriert ist, kann man sich dort und dies auch zu jeder Tages und Nachtzeit einbringen.

Auch wenn das Forenschreiben längst aus der Mode gekommen ist, halte ich es immer noch für eine sehr gute Möglichkeit, um bestimmte Themen zu diskutieren. Der Vorteil dabei ist, dass die Gedankengänge nicht verlorengehen und man später wieder darauf zurückkommen kann.

Cleverländle

Anstatt dass unsere Landesregierung Steuergelder dafür verwendet, um entfernte Vettern durch blödsinnige Werbung reich zu machen, könnte man das Geld auch in eine zeitgemäße Infrastruktur investieren.

Das Problem ist wohl, dass dort keine Vettern sitzen — zumindest nicht von aktuellen Regierungsmitgliedern. Und so bin ich heute wieder von einem Funkloch zum nächsten gefahren und habe im Raum Stuttgart festgestellt, dass es noch das E-Netz gibt. Ok, man kann damit telefonieren und erhält auch seine E-Mail, vorausgesetzt der E-Mail-Absender verschickt seine E-Mail nicht in MB-Größe. Wahrscheinlich aber wird es noch ein paar Jahrzehnte dauern, bis allgemein bekannt ist, dass man zumindest etwas größere Anhänge nur als Hyperlink verschickt.

Gerade überlege ich mir, ob ich nicht doch einmal wieder ein neues Mobiltelefon kaufe, denn der Akku lässt so langsam zu wünschen übrig. Und dann hätte ich auch gerne einmal ein 5 G fähiges Telefon, weil ich einfach von modernerer Technik begeistert bin. Heute habe ich dann festgestellt, dass mir dies Zuhause in Baden-Württemberg nicht viel nützen wird. Und ob ich so oft in andere Länder komme, wo dies schon länger Standard ist, sodass sich diese Investition halbwegs lohnt, glaube ich dann doch nicht.

Aber sehen wir das Ganze positiv und freuen uns darüber, dass kein Regierungsmitglied eine Firma für Buschtrommeln hat. Sonst würden über Nacht alle Telefaxgeräte durch Buschtrommeln ersetzt werden und fürs Trommeln gäbe es ein eigenes Max-Planck-Institut‎.

Wer jetzt glaubt, das gibt es bei uns nicht, dem erwidere ich nur: Sonnenschein KG oder Kupferkabel; übrigens der Grund dafür, dass wir bis heute nicht vollumfänglich mit Lichtwellenleitern ausgestattet sind.

Ob das Ganze aber wirklich so clever ist, dürften die meisten von uns inzwischen bezweifeln. Nur nicht die Cleverles, wie z. B. Mark Hauptmann, denn die dürfen die Profite aus ihren „Gaunereien“ gemäß den jüngsten Gerichtsentscheiden behalten — und da das Geld nicht ehrlich verdient ist, müssen sie wohl auch keine Steuern dafür bezahlen.

Smart City Index 2022

Wenn schon Hans-Jürgen Deglow in der Heilbronner Stimme (20. September 2022, 12:14 Uhr  |  Update: 21. September 2022, 19:01 Uhr) damit Werbung macht, dass „Heilbronn auf Platz 2 bei der Digitalisierung der Verwaltung liegt“, dann muss ich mir dies selbstverständlich etwas genauer ansehen.

Seit ein paar Jahren besitze ich den „Online-Ausweis“ der Bundesrepublik Deutschland und auch das dazugehörige AusweisApp2, wobei ich beides noch nie in Heilbronn und schon gar nicht in Verwaltungsangelegenheiten nutzen konnte — was mich dann doch etwas darüber staunen lässt, dass unsere Verwaltung auf dem 2. Platz liegt.

Andererseits habe ich bisher auch noch nichts von Bitkom e. V. gehört, die sich bereits seit 1999 auf die Fahnen geschrieben haben, „Deutschland zu einem führenden Digitalstandort zu machen, die digitale Transformation der deutschen Wirtschaft und Verwaltung voranzutreiben, digitale Souveränität zu stärken und eine breite gesellschaftliche Teilhabe an den digitalen Entwicklungen zu erreichen.“

Wenn ich dann an uns Europäische Föderalisten denke, die ebenfalls als eingetragener Verein und zwar bereits seit 1946 Europa zu einem Bundesstaat machen wollen, dann sind die gut 23 Jahre wohl kaum sehr viel Zeit für diese Digitalisierungsbemühungen — wobei aber andere Staaten hierbei allerdings schon einen ganzen Schritt weiter sind.

Und nun zum Smart City Index 2022, der alle deutschen Städte über 100 000 Einwohner berücksichtigen soll und Heilbronn auf dem 53. Platz von insgesamt 81 führt. Das besondere an der Bewertung ist, dass die „Städte ihren Leistungsstand selbst angeben konnten und diesen entsprechend mit Quellen belegen mussten, wovon 85 Prozent der Städte Gebrauch machten.”

Und so können wir davon ausgehen, dass sich die Heilbronner Stadtverwaltung selbst am besten schöngeschrieben hat (Platz 2), wobei wir Bürger davon überhaupt nichts haben, denn dieser „tolle Platz“ stellt nicht einmal sicher, dass man seinen digitalen Ausweis nutzen kann.

Dass die Heilbronner Hofberichterstatter daraus einen Zeitungsartikel machen, ohne zumindest nur die offensichtlichsten Punkte — und ich spreche nicht einmal von einer Recherche, was man bei Journalisten erwarten können müsste — abzufragen, lässt ebenfalls tief blicken. Wir sind halt schlicht und einfach eine Wissensstadt! Wer benötigt dann noch Fakten oder gar Analysen?

Aber vielleicht dient das Ganze dazu, dass unsere Verwaltung nun hoch motiviert dafür sorgt, dass man zukünftig auch in Heilbronn wenigstens den „online Ausweis“ nutzen kann.


Barrikade in Kiev 2014

21.9.02022 5 (2)

Beitragsfoto: Barrikade in Kiev 2014 | © Shutterstock

Heilbronner Stimme

Ein kleiner Kompromiss, der mir heute von der zuständigen Redakteurin angeboten wurde, ändert zwar nichts am Grundproblem, hat aber gereicht, damit ich nicht bereits heute auf die Barrikaden steige — ich wäre wohl dort auch ziemlich alleine geblieben. Und da es auch nur um gesamtgesellschaftliche Probleme geht und ich zudem selbst nicht der unmittelbar Leidtragende bin, hätte es wieder etwas von einem Michael Kohlhaas gehabt.

Da aber weder Novellen von Heinrich von Kleist zum Heilbronner Kulturgut — egal was der von mir sehr geschätzte Dr. Anton Knittel auch sagen mag — gehören, noch bei uns sehr viel Empathie für die vermeintlichen Probleme anderer vorliegt, mache ich dies nun zum Thema einer kommenden Vorstandssitzung und lasse andere darüber entscheiden, ob man sich dieses Grundproblems annehmen möchte oder dieses einfach weiterhin nur aussitzt und — wie meist bei uns — darauf hofft, dass es letztendlich nicht ganz so schlimm werden wird.

Und das sind die wahren Gründe, warum es Hitlers, Putins, Maos und andere abscheuliche Gestalten bei uns so einfach haben.

Wobei es auch immer offensichtlicher wird, dass gerade jene Institutionen, wie Bildungseinrichtungen und der öffentlich-rechtliche Rundfunk, die extra dazu geschaffen wurden, dass wir Menschen besser miteinander umzugehen und die Vorzüge einer offenen Gesellschaft verstehen und lieben lernen, sich nunmehr zunehmend darauf beschränken, die Vorzüge von Monarchien und Oligarchen zu preisen sowie stundenlange Hofberichterstattungen von sämtlichen Königshäusern und Milliardärsfamilien dieser Welt auszustrahlen.

So bin ich darüber erfreut, dass man z. B. die Basketball-Europameisterschaft auf privaten Kanälen mitverfolgen konnte und man im Internet immer mehr nichtstaatliche Plattformen findet, auf denen noch der öffentliche Diskurs geführt werden kann.

Besser wäre es natürlich, wenn unser Staat seine eigenen Institutionen dafür fit machen würde, anstatt diese nur dazu zu verwenden, damit Höflinge ihr Auskommen finden. Noch besser wäre es, wenn private Unternehmungen sich nicht nur dem schnöden Mammon unterwerfen würden und damit nur als bloße Meinungsmacher des Geldadels fungieren, sondern sich wieder verstärkt ihren bürgerlichen Ursprüngen und Werten erinnern.

Zettelkasten

Dank der großartigen Unterstützung von Detlef Stern entwickelt sich mein Zettelkasten richtig prächtig. Wie gesagt, manche meiner dortigen Zettel stelle ich der Öffentlichkeit zur Verfügung; diese können nun auch via RSS feed abonniert werden, wobei die letzten fünf dieser Zettel zudem auf meinem Weblog angezeigt werden.

Weniger gut sieht es gerade bei dem Layout meines Weblogs aus. Eigentlich finde ich mein Hintergrundbild sehr gelungen, aber je mehr ich es in den Vordergrund rücke, umso weniger gut sind meine Beiträge lesbar. Dies hat mir heute ein Leser bestätigt und mir empfohlen doch wieder etwas „schwarz-weißer“ zu werden. Und dabei wollte ich doch gerade durch das neue Bunt meines Weblogs auch mit diesem Layout Zeichen setzen.

Jetzt bin ich einmal gespannt darauf, ob ich demnächst einen Kompromiss finden werde. Auf jeden Fall aber kann ich jetzt jede künftige Layout-Änderung ganz einfach auch auf meinen Zettelkasten übertragen; wenn ich mich dann noch daran erinnere, was mir Detlef Stern gestern erklärt hat.

Eigentlich bräuchte ich neben meinem Blog und dem Zettelkasten noch ein entsprechendes Logbuch, um solche Dinge für mich festzuhalten — beruflich hatte ich das und es hatte sich auch stets bewährt.

„Unlimited power in the hands of limited people always leads to cruelty.“

Aleksandr Solzhenitsyn, The Gulag Archipelago 1918 -1956 (2003: 285)