Bobby Car

17.2.02025 4.2 (13)

Beitragsfoto: Bobby Car-Transporter | © Bettina Kümmerle

Überraschung

Da bekomme ich einmal einen Anruf von einer jungen Dame und kurz darauf habe ich es gleich mit zwei Streifenwagen- und einer Rettungswagenbesatzung vom Roten Kreuz zu tun. Insgesamt sieben sehr professionelle und angenehme junge Menschen, die einem wieder Hoffnung für unser Land geben.

Mein Dank geht ohne Wenn und Aber an die Polizisten und Notfallsanitäter, die, auch wenn der Anlass ein trauriger war, genau so reagiert und gehandelt haben, wie man es sich idealtypischer Weise vorstellt.

Trump’sche Wahlhilfe

Detlef Stern machte mich darauf aufmerksam, dass ich mich noch nicht so richtig über die Einmischung seitens der US-Amerikaner in unseren Wahlkampf ausgelassen habe. Noch bin ich mir nicht so ganz sicher, ob es auch eine amerikanische Einmischung ist. Ich vermute eher, dass Wladimir Putin, Xi Jinping, Kim Jong-un ihre Lieblingsmarionetten Victor Orban, Recep Tayyip Erdoğan und Donald Trump tanzen lassen.

Wohl wissend, dass sie damit bei viel zu vielen Deutschen offene Türen einrennen! Und uns Deutschen ist es doch absolut egal, in was für einer Diktatur wir leben dürfen, in dieser Angelegenheit sind wir überhaupt nicht wählerisch.

Hauptsache, jemand anderes ist schuld und wir dürfen wieder hemmungslos hassen — ok, und möglichst oft in den Urlaub fahren. Und wie die US-Demokraten letztes Jahr auch hoffen die restlichen Demokraten in Europa, dass es völlig ausreichend ist, wenn man vor der Wahl einmal kurz auf die Straße geht und dabei ein Kerzchen anzündet.

Eine Demokratie rettet man nur mit zwei Dingen, erstens mit hart arbeitenden Bürgern und zweitens mit möglichst kompetenten Volksvertretern.

meseno-Bus

Die heutige Fahrt war mal etwas anderes. Aufgrund der Kälte konnte ich die Kühlung auslassen und bekam zum Schluss sogar noch die Schiebetüre wieder richtig geschlossen. Als ich alle Spenden eingesammelt hatte, die erneut eine sehr gute Qualität aufwiesen, stellte ich jedoch fest, dass mein Bus leicht überdimensioniert ist.

Ein kurzer Blick auf den Lkw vor mir relativierte das Ganze aber sofort wieder. Wobei auch dessen Fahrer sich nicht über die Qualität seines Transportgutes beschweren dürfte. Ich war selbst einmal stolzer Mitbesitzer gleich zweier solcher Fahrzeuge, kann mich leider nicht mehr daran erinnern, was aus diesen geworden ist. Auf alle Fälle dürften sie nach meinen beiden Söhnen weitere glückliche Fahrer gefunden haben.


Blitz

Heimat 4.5 (10)

Beitragsfoto: Glühbirne | Blitz | © Bild von PIRO auf Pixabay

Wir Deutschen habe es in unserem Wahn sogar geschafft, damit ganze Ministerien zu füllen. Jeder Mensch und ganz besonders wir Deutschen sind heimatbesessen. Und jeder einzelne hat so seine ganz eigener Vorstellung von Heimat. Jene, die sich dabei noch eher mit einem Laubwald identifizieren können, dürften sicherlich zu den indigeneren Bevölkerungsteilen gehören. Dass es davon aber nicht mehr allzu viele gibt, zeigt der Zustand unserer Wälder, die längst zu besseren Baumplantagen verkommen sind. Ein weiteres Anzeichen sind die Widerstände, die gegen jedes Renaturieren unserer Wälder offenkundig werden. Was letztendlich auch als Anzeichen dafür gesehen werden kann, dass wir Menschen keine Heimat kennen, sondern von Anbeginn an als Nomadenrasse unterwegs sind.

Und so kann man den Heimatbegriff sicherlich als eine kollektive Wahnvorstellung bezeichnen. Deshalb gebe ich hier gerne einmal die beiden Extreme dieser Wahnvorstellung zur Kenntnis und gerne auch zur Diskussion.

Das eine Extrem wurde 1962 von Marvin Gaye, Barrett Strong und Norman Whitfield bestens ausformuliert: „Wherever I Lay My Hat (That’s My Home)“.

Das andere Extrem hat Robert Frost bereits 1914 in „The Death of the Hired Man“ beschrieben: „Home is the place where, when you have to go there, they have to take you in.“

Unsere jeweiligen eigenen Vorstellungen von Heimat dürften irgendwo dazwischen liegen. Auf alle Fälle aber reicht es nicht aus, um damit eigene Ministerien zu begründen. Und schon gar nicht dazu, um irgendwelche Menschen in andere Länder abzuschieben. Auch wir nehmen und dies völlig zu recht nicht jeden Deppen wieder zurück!

Deshalb sollten wir andere Kriterien für ein besseres Zusammenleben entwickeln als an irgendwelchen Wahnvorstellungen festzuhalten.


Landtag

15.2.02025 4.5 (11)

Beitragsfoto: Landtag

Vermischtes

Heute fühlt sich sogar die Heilbronner Stimme bemüßigt, darauf hinzuweisen, dass der Gemeinderat kein Kasperletheater sei (Heilbronner Stimme, 15.2.2025: 26). Bleibt offen, wer die jeweiligen Protagonisten sind: Kasperle, Seppl, Pezi, Großmutti, Räuber Hotzenplotz oder gar die Oberhexe Okultatia. Als erstes sollten wir uns allerdings darauf einigen, welches Kasperletheater wir zur Grundlage nehmen. Die Heilbronner Stimme könnte vorlegen und wir machen uns dann die entsprechenden Gedanken.

Während wir Europäischen Föderalisten herausgefunden haben, dass unser Europa im Bundestagswahlkampf überhaupt keine Rolle spielt, finden andere Aktivisten, dass auch der Klimawandel völlig ignoriert wird. Die Kandidaten und dies parteiübergreifend geben dem Wahlvolk wieder genau das, was es will: Nationalismus und „sichere“ Renten, mit einer kleinen Prise Rassismus versehen. Unsere Volksvertreter kennen einfach ihre Wähler.

Großen Respekt muss ich Reinhold Würth zollen, der sich auch zu dieser Wahl äußert und dieses Mal eindeutig zeigt, dass er ein großer Europäer ist.

„Jede Stimme gegen Rechts für demokratische Parteien ist Gold wert. Es spricht also absolut nichts dagegen, zur Bundestagswahl zu gehen und so aktiv unser Grundgesetz zu schützen, das freiheitlich-demokratische Zusammenleben zu stärken, am Rand auch den Euro und die Europäische Union mit dem großen Fernziel der Vereinigten Staaten von Europa.“

Reinhold Würth, aus einer Anzeige in der Heilbronner Stimme (15.2.2025: 32)

Europa-Ball

Heute gab es nun die letzte Besprechung für den diesjährigen Ball. Zwar sind die meisten Tische bereits belegt, aber es gibt weiterhin noch freie Plätze. Ich freue mich sehr darüber, dass die Freien Wähler Michael Kuhn und Herbert Burkhardt einen eigenen Tisch gebucht haben; das ist gelebte Unterstützung für Heilbronner Vereine!

Nach der Besprechung werde ich nochmals einen Zahn zulegen und versuchen, dass es noch ein paar weitere Stände im Foyer der Harmonie geben wird, damit die Ballgäste ein nettes und auch informatives Addon zum Ball bekommen. Die Idee ist weiterhin „Culture meets Politics“ und muss in Heilbronn noch etwas populärer werden. Auch wenn es die Partei der Humanisten nicht geschafft hat, für die Bundestagswahl in Baden-Württemberg zugelassen zu werden, hat mir deren neuer Landesvorsitzender Steven Schmitt, ein EUROPA-UNION Heilbronn-Mitglied, zugesichert, wieder mit einem Informationsstand beim Ball vertreten zu sein. Und auch Volt ist fest eingeplant. FDP und SPD haben sich vormerken lassen und so hoffe ich, dass die Enttäuschung über den Wahlausgang nicht bis in den Mai hinein andauern wird. Bündnis 90/Die Grünen und die CDU prüfen noch, hier muss ich nochmals nachhaken.

Aber auch für andere Europainteressierte, Institutionen, Firmen und Vereine ist Platz, um beim Europa-Ball Flagge für unser gemeinsames Europa zu zeigen. Zur demokratischen Kultur gehört es auch, dass man sich in angenehmer Atmosphäre zusammensetzt und Verbindungen über die politischen Lager hinweg schmiedet, zumindest aber kommt man dabei ins gemeinsame Gespräch und gegenseitigen Austausch.

Wir Demokraten müssen gerade in diesen sehr traurigen und noch herausfordernden Zeiten zusammenhalten und auch -arbeiten, wenn wir nicht wieder unter die Räder kommen wollen. Dass es um unsere Demokratie tatsächlich sehr ernst steht, zeigen die aktuellen Kapitalflüsse ganz gut. Wir können kaum einen Europa-Ball finanziell stemmen, hingegen würden wir eine Nazi-Party (Mel Brooks) schmeißen, schöbe man uns die Millionen nur so in den Hintern.

Auf alle Fälle haben wir beschlossen, dass wir uns dennoch auf die Suche nach Sponsoren machen, denn wir möchten den Europa-Ball gerne noch etwas erweitern. Für Sponsoren böte sich das Foyer der Harmonie regelrecht an und auf der Bühne gibt es ausreichend Platz, um ein Logo sehr markant aufzustellen, z. B. dort wo das „HN“ der Stadt Heilbronn zu finden war, für das wir bisher extra zahlen mussten.

King Lear

Das Erfreulichste am Neujahrsempfang der Europaverbände in Baden-Württemberg waren für mich ein paar sehr gute Gespräche mit einigen meiner Leser. Ganz unverhofft aber dennoch sehr spannend. Und wenn man schon dabei ist, kommt man auch noch auf Shakespeare. Mitten im Gespräch zitierte ihn Peter Schulze: „Wahrheit ist ein Hund, der ins Loch muß und hinausgepeitscht wird, während Madame Schoßhündin am Feuer stehen und stinken darf.“ und versüßte mir sogleich den Abend.

„Truth’s a dog must to kennel; he must be whipped out, when the Lady Brach may stand by th’ fire and stink.“

William Shakespeare, King Lear, Act 1, scene 4 (The Fool)

Zuvor durfte ich noch den Wahlleiter bei der Europäischen Bewegung geben. Zumindest an diesem Abend waren sich alle darin einig, dass es ohne eine EU nicht geht und wir zudem in sehr schwierige Fahrwasser geraten sind. Manche waren dazu noch überrascht, dass uns jetzt auch die US-Amerikaner in die Seite grätschen, dabei wurde in den USA bereits am 5. November 2024 gewählt.

Warten auf Shakespeare

Aber die gestrigen Aussagen von J. D. Vance in München brachten sogar mich ins Staunen. Dann aber war ich wieder abgelenkt, denn ich fand keine Antwort auf die Frage, ob man Elon Musk mit dem Graf von Gloucester vergleichen könne. J. D. Vance dürfte aber den Narren ganz gut geben, zumindest bis zur nächsten Kehrtwende.

Zwar waren nicht alle angekündigten Heilbronner Föderalisten nach Stuttgart in den Landtag gekommen, was aber nicht schlimm war, da ich mich so mehr mit Föderalisten aus dem ganzen Land, dem Elsaß, Luxemburg und sogar aus Bayern unterhalten konnte. Und als wir auf die Idee eines Gruppenfotos kamen, waren bereits die ersten wieder auf dem Rückweg nach Heilbronn.

Währenddessen trafen sich die gerne auch selbsternannten Sicherheitspolitiker der westlichen Welt zur Münchner Sicherheitskonferenz und ließen sich von J. D. Vance die Leviten lesen. Was man halt so macht, wenn man weder willens noch in der Lage ist, um für sich selbst zu sorgen.

Und zu unserem Glück meinten Donald Trump, Elon Musk und J. D. Vance, dass es völlig opportun wäre, lieber Wahlkampf für ihre europäischen Gesinnungsgenossen zu machen als uns Europäer zum eigenen Handeln zu bewegen. Dieses Trio versteht dabei nicht, dass die europäischen Faschisten und Nationalsozialisten sich bereits einem Wladimir Putin unterworfen haben. Vielleicht aber sind sie auch viel schlauer als ich und haben allesamt Europa bereits am Rhein geteilt.

„Now, gods, stand up for bastards!“

William Shakespeare, King Lear, Act 1 Scene 2 (edmund)