Abgrund

Abgründe 5 (4)

Beitragsfoto: Mädchen an einem Abgrund | © Shutterstock

Nach einer erfolgreichen Besprechung in einem Heilbronner Hotel am Vorabend einer ganztägigen Veranstaltung wollten wir, die dort übernachteten wie auch weitere Besprechungsteilnehmer, noch einen Drink in der Hotelbar nehmen.

Diese war überbelegt und so fragte ich, warum die Hälfte der Bar abgesperrt sei? Die einleuchtende Antwort war, dass man das Personal nicht für die gesamte Bar hätte. Bei einem kurzen Rundgang fand ich drei Tagungsteilnehmer, die einen Platz ergattern konnten, dann erhielt ich einen Anruf, dass andere Tagungsteilnehmer einen Platz im Restaurant gefunden hätten. Wieder andere versuchten ihr Glück in der Stadt oder gingen gleich in ihr Zimmer.

Eine sehr zuvorkommende Bedienung im Restaurant verschaffte uns allen noch übrig gebliebenen Gästen einen Platz im Restaurant und informierte uns nach dem Essen, dass wir doch noch einen Platz in der Bar bekämen, notfalls würde für uns der abgesperrte Teil geöffnet.

Zuversichtlich fuhren wir in den zehnten Stock und drängten uns auf ein paar freigewordene Plätze. Als wir aber immer mehr wurden, platzte mir etwas der Kragen und ganz plötzlich durften wir in den abgesperrten Teil der Bar überwechseln.

Erstaunlicher Weise fand dort in einem Drittel dieses abgesperrten Teils eine Privatparty von besseren Heilbronnern statt. Ich musste mich noch mit diesen VIP auseinandersetzen, denn die waren gar nicht damit einverstanden, dass wir ihre Ruhe stören.

Zum Schluss fanden wir Hotelgäste doch noch unseren Platz in der Bar und konnten den Abend halbwegs ausklingen lassen. Heilbronner Gastfreundschaft war schon besser!

Ich liege nun schlaflos mitten in der Nacht in einem Heilbronner Hotelbett und frage mich, warum ich mir so etwas überhaupt noch antue?


Blitz

Schornsteinfeger 5 (2)

Beitragsfoto: Glühbirne | Blitz | © Bild von PIRO auf Pixabay

Am 12. Juli 2024 war der Schornsteinfeger im Haus — die übliche Inspektion. Leider war ich nicht anwesend, um mir das Ganze anzuschauen.

Heute unter dem Dach war es nun besonders heiß. Als ich nach der Ursache forschte, musste ich feststellen, dass die Zuleitungen zum Heizkörper fast glühten. Was eigentlich nicht sein kann, da die Heizung bereits seit Monaten ausgeschaltet ist.

Neugierig geworden, stellte ich fest, dass alle Zuleitungen im Haus heiß waren. Und so ging ich zur Heizung in den Keller. Auf den ersten Blick musste ich feststellen, dass diese nicht fachgerecht verschlossen war — und zudem dreckig. Dann merkte ich, dass die Heizung stark brummte und Wärme erzeugte.

Ich ging mal an die vielen Schalter und stellte nach etwas längerem Suchen fest, dass der „Probeschalter“ (für Schornsteinfeger und Wartungsleute) eingeschaltet war. Nachdem ich diesen zurückgesetzt hatte, hörte auch die Heizung auf zu fauchen und zu brummen.

Zwei Wochen Volllast wird sicherlich die Heilbronner Versorgungs GmbH freuen. Es würde mich auch nicht mehr wundern, wenn diese die Heilbronner Schornsteinfeger unter Vertrag genommen hat.

Auf alle Fälle aber benötige ich nun einen echten Schornsteinfeger — einer der halbwegs sein Handwerk versteht, nur um festzustellen, was nun sonst noch an der Heizung sabotiert wurde. Nicht, dass mir diese im Winter um die Ohren fliegt, sobald ich sie wieder in Betrieb nehme.

Ab Montag versuche ich einmal einen Verantwortlichen ans Telefon zu bekommen.

Und so freue ich mich nun, dass wir nicht in den Urlaub gefahren sind, denn sonst wäre das Haus wohl in der Zwischenzeit abgebrannt.

Noch einmal im Leben mit Profis arbeiten dürfen!


Blitz

Europäische Verteidigung 5 (3)

Beitragsfoto: Blitz | © Bild von PIRO auf Pixabay

Immer mehr Politiker und Schreibtischtäter kommen zu der Auffassung, dass Europa ohne die USA besser dastehen würde und sich durchaus selber verteidigen kann. Manche meinen gar, dass es nichts zu verteidigen gibt, da die Russische Föderation und deren Nachbarn im Osten unsere engsten Freunde seien.

Deshalb hier einmal ein Szenario, das hoffentlich nie eintreten wird.

Die USA haben sich schon etwas länger militärisch aus Europa verabschiedet, da sie alle Kräfte benötigen, um Japan, Südkorea, Taiwan und Australien vor chinesischen Angriffen zu schützen. Europa hat seine Neutralität erklärt und verurteilt die US-amerikanischen Einmischungen im Fernen Osten. Milliarden an Euro fließen derweil jährlich nach Frankreich, um eine europäische nukleare Abschreckung zu unterhalten, die es so eigentlich gar nicht gibt.

Gerade als die EU-Kommission aus China zurückkehrt, muss Europa völlig überrascht feststellen, dass sämtliche Unterseekabel in die USA und den Rest der Welt gekappt und weitere Öl-, Gas- und Energieleitungen von Unbekannten zerstört wurden. Die Regierung des Vereinigten Königreichs erklärt kurz darauf die Erneuerung ihrer Splendid Isolation und die Schweiz schließt ihre Grenze für alle, die nicht mindestens 10 Millionen Euro in Bar vorweisen können.

Derweil intensivieren sich die Unruhen in den europäischen Vorstädten und links- wie rechtsextreme Kräfte rufen europaweit zum Widerstand auf — gegen was, lässt sich aktuell nicht feststellen. U. a. in Polen und Ungarn diskutieren die Parlamente, ob es nicht endlich an der Zeit wäre, um die Deutschen für ihre Untaten beginnend ab dem ausgehenden Mittelalter zur Rechenschaft zu ziehen.

Erste EU-Einheiten an der Ostgrenze werden von unbekannten Truppen überrannt und vernichtet. Kasernenanlagen in ganz Europa melden Sabotageakte, einzelne Soldaten werden auf den Straßen und in ihren Wohnungen angegriffen. Die Polizeikräfte vermelden, dass sie ihre Aufgaben nicht mehr bewältigen können. Einzelne deutsche Ministerpräsidenten erklären öffentlich, dass sie für eine russisch geführte Übergangsregierung zur Verfügung stünden.

Die europäischen Regierungen rufen eine nach der anderen den Notstand aus während sich die EU Kommission bereits in die USA zu Gesprächen verabschiedet hat. Kurz darauf werden die europäischen Streitkräfte beauftragt, so schnell wie möglich die Regierungen und Parlamente ins Vereinigte Königreich oder den USA in Sicherheit zu bringen.

Europäische Truppenverbände, die in Verteidigungsstellungen marschieren wollen, werden von den russischen Streitkräften und deren Verbündeten durch konzentrierte Luftschläge zerstört. Die Russische Föderation meldet schnelle Geländegewinne und die Befreiung der ersten europäischen Länder. Einzelne Bevölkerungsteile ergreifen die Initiative und beginnen sich gegen die russischen Besatzungskräfte zu wehren. Die verbliebenen europäischen Streitkräfte versuchen sich zu organisieren und erste Abwehrstellungen aufzubauen.

Aus dem sicheren Ausland heraus kommen Aufrufe unserer Politiker zum Totalen Widerstand. Es wird dabei an die Opferbereitschaft jedes einzelnen Bürgers appelliert und Europa versinkt vollständig im Chaos.