Towel Day

25.5.02023 5 (3)

Beitragsfoto: Towel Day | © Bettina Kümmerle

Sommerzonen

Anstatt die Zehentgasse, die Lothor- oder gar die Turmstraße endlich in die Heilbronner Fußgängerzone zu integrieren und zusammen mit der Neckarmeile ein städtisches Gesamtkonzept zu verwirklichen, werden auch dieses Jahr wieder halbherzig Sommerzonen eingerichtet.

Diese sollen wohl die Bürger von der Nützlichkeit und dem Wert einer zeitgemäßen Innenstadt überzeugen, geben aber nur ewiggestrigen Stadträten Gelegenheit, um ihre altbackenen wie kleinstädtischen Vorstellungen zu propagieren. Das wird wohl so lange gehen bis keiner mehr Geld für eine notwendige Sanierung der Kernstadt hat oder aber und dies hoffe ich sehr, die nachfolgenden Generationen kein Verständnis mehr für solche Spielchen aufbringen.

Kino

Aktuell gibt es doch so einige interessante Filme im Kino. Bemerkenswert, dass es sich dabei meist um Fortsetzungen oder gar Neuverfilmungen handelt.

Und so habe ich mir heute den ersten Film gegönnt. Das Kino klein, aber fein und auch dort sehr bequeme Sessel, die eher an die heutigen Massagesessel erinnern als an eine Kinobestuhlung der vergangenen Jahrzehnte. Und wenn es sich dann noch um beheizbare Sitze handelt, dann kann man wirklich nicht mehr meckern.

Ach ja, der Film. Dort begegnete ich mal wieder Don Johnson. In den 1980er-Jahren habe ich ihn gerne in Miami Vice geschaut und der letzte seiner Filme, der mir zumindest damals gefallen hat, kam bereits 1991 in die Kinos. Aber er dürfte nicht der älteste Schauspieler im Cast gewesen sein. Nach so einem Film fühlt man sich auf alle Fälle wieder um einiges jünger.

Towel Day

Zum Beginn meines Tages kam gleich eine Anfrage von Detlef Stern, ob ich auch mein Handtuch mit dabei hätte. Kurz darauf fand ich sogar das Handtuch vom letzten Jahr und dieses begleitete mich den gesamten Tag über.

Und auch Detlef Stern war schon mit einem Handtuch unterwegs, der Zeitverschiebung geschuldet doch so einiges früher als ich.

Und so frage ich mich, ob es nur noch zwei Menschen gibt, die inzwischen seit 2001 zumindest einmal im Jahr mit einem Handtuch unterwegs sind?

„Bisher passierte Folgendes: Am Anfang wurde das Universum erschaffen. Das machte viele Leute sehr wütend und wurde allenthalben als Schritt in die falsche Richtung angesehen.“

Douglas Adams, Das Restaurant am Ende des Universums (2017: 1)

See in Costa Mesa

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Beitragsfoto: ein See in Costa Mesa

Berlin

Was eigentlich schon jeder weiß, nämlich dass im Bundesland Berlin längst nicht nur Inkompetenz und Korruption zur Staatsraison erhoben, sondern auch die Demokratie gänzlich abgeschafft wurde, hat sich inzwischen auch beim Bundeswahlleiter herumgesprochen.

„Wegen der vielen Unregelmäßigkeiten bei der Abstimmung am 26. September 2021 hält Bundeswahlleiter Georg Thiel eine teilweise Wiederholung der Bundestagswahl in Berlin für unumgänglich.“

Heilbronner Stimme, 25.05.2022: 4

Drollig dabei ist, wie alle Beteiligten — egal von welcher Partei — Himmel und Hölle in Bewegung setzen, nur um sicherzustellen, dass eine illegitime Regierende Bürgermeisterin von Berlin weiterhin im Amt bleiben kann; Lug und Betrug sind übrigens deren einzige bekannten Errungenschaften.

Anstatt, dass man nun anerkennt, dass die Berliner zumindest zu blöd zum Organisieren von Wahlen sind, aber wahrscheinlich doch eher ein korrupter Haufen von Antidemokraten und daraus die richtigen Konsequenzen zieht, indem man die Wahlen in Gänze wiederholt und die Verantwortlichen vor Gericht stellt, wird man nun wohl nur teilweise und nur die Bundestagswahl nachwählen lassen. Und stellt damit sicher, dass diese Regierung weiterhin ungestraft ihr Unwesen treiben kann.

Was das für die Demokratie in Berlin im Besonderen und unsere Demokratie in Deutschland im Allgemeinen bedeutet, muss man nicht mehr explizit erwähnen: die Wahlwilligen werden immer weniger und der Wahlbetrug nimmt weiter zu. Jetzt fehlt nur noch ein neues Ermächtigungsgesetz und wir Deutschen sind wieder mit unserer Vergangenheit versöhnt.

Münzen

Die meisten Münzen, die ich besitze, habe ich selbst auf der Straße aufgeklaubt. Eigentlich bin ich schon immer davon überzeugt, dass Hermann Schnabel Recht hatte: „Das Geld liegt auf der Straße – man muss sich nur bücken!“ Und so gucke ich heute noch bei meinen Spaziergängen eher auf den Boden als in die Luft.

Dabei konnte ich eines feststellen, nämlich, dass man in den etwas ärmeren Gegenden einer Stadt mehr Geld aufheben kann als in den etwas wohlhabenderen. Dies lässt übrigens darüber spekulieren, welche Bewohner sich wohl eher bücken als andere.

Auf jeden Fall aber, und dies ist auch der Grund für diesen Beitrag, habe ich heute erst eine Ein-Cent-Münze aufgehoben — vorgestern waren es ganze vier Stück! — und gleich darauf eine Ein-Dollar-Münze; dies dürfte die erste Münze dieser Art sein, die ich bisher gefunden habe. Es handelt sich dabei um einen Sacagawea-Dollar aus dem Jahr 2000.

Zwang und Zeit

Eigentlich wollte ich heute an einem Essay schreiben, was wohl die Folge davon ist, wenn man gleichzeitig Martin Heidegger und Jean-Paul Sartre liest. Dann aber wurde mir ein Tweet von Detlef Stern in die Timeline gespült und ich komme nicht umhin, darauf zu antworten.

[Tweet nicht mehr vorhanden]

Entweder befindet er sich auf dem falschen Campus oder er besitzt ganz einfach eine falsche Erwartungshaltung. Ich gehe doch auch nicht zur McDonald’s und erwarte dort ein Boeuf Stroganoff.

Ich hatte heute ganz andere Probleme, was wohl der Tatsache geschuldet ist, dass ich den gesamten Tag über gleich mit zwei Damen unterwegs war. Und so konnte ich weder die Größe noch die Farbe meines Handtuchs bestimmen. Was mich interessanter Weise wieder zu Sartre, Heidegger und Georg Wilhelm Friedrich Hegels Herr-Knecht Dialektik zurückführt und die Frage aufwirft, ob nicht nur Frauen unablässig versuchen sich so zu sehen, wie sie der männliche Blick erfährt (Simone de Beauvoir)?

Selbstversuch: ein Blick von außen auf das Nichts im Sinne des Seins | © Bettina Kümmerle

Zitat des Tages

„Isn’t it enough to see that a garden is beautiful without having to believe that there are fairies at the bottom of it too?“

Douglas Adams, The Hitch Hiker’s Guide to the Galaxy

Don't panic!

Tag des Handtuchs 5 (3)

Beitragsfoto: Digitales Don’t panic!-Kunstwerk

Seit 2001, dem Jahr in dem Douglas Adams viel zu früh gestorben ist, hat seine Fan-Gemeinde begonnen, jedes Jahr am 25. Mai, den sogenannten Towel Day zu begehen. An diesem Tag tragen die eingefleischten Anhänger Adams’ ein Handtuch bei sich, welches sie auch mehr oder weniger prominent zur Schau stellen.

Die wirkliche Bedeutung eines Handtuchs wurde von Douglas Adams erstmals 1978 in seinem Hörspiel The Hitchhiker’s Guide to the Galaxy herausgestellt. Diese Hörspielserie war übrigens meine erste, die ich nicht nur regelmäßig verfolgte, sondern zudem auch mit dem Kassettenrekorder aufzeichnete; ein Zeitvertreib, der der heutigen Jugend wohl gänzlich fremd ist.

Der überraschende Tod von Adams verdrängte dann bei mir auch die Erinnerung an 2001: A Space Odyssey, einem Film von Stanley Kubrick, der bereits 1968 erschienen war, und dessen „Jubiläum“ wir 2001 eigentlich mit Freunden zusammen „feiern“ wollten; so wie wir es bereits zuvor 1984 mit dem Buch von George Orwell taten, welches übrigens 1949 herauskam.

Kurz darauf ging dann auch eine eigene Towel Day Website online, welche mit ihrem damals innovativen Count Down sicherstellte, dass man weder den kommenden Towel Day verpasste, noch Douglas Adams‘ Geschichte in Vergessenheit geriet.

So war es dann auch immer wieder schön mit anzusehen, wenn Kameraden oder andere Menschen, von denen man das wohl nie so richtig erwartet hätte, am 25. Mai und dies auch im größten Trubel mit einem Handtuch erschienen.

Zwischenzeitlich war die Towel Day Website zwar aus dem World Wide Web verschwunden, ist aber heute wieder in einer etwas anderen Form aufgetaucht, und ich hoffe, dass sie nunmehr online bleiben wird.

Mancher wird sich vielleicht jetzt fragen, warum man um ein gewöhnliches Handtuch solch einen Aufwand betreiben kann?

Hierbei empfehle ich ganz einfach nur die Lektüre des Hitchhiker’s Guide to the Galaxy, denn danach sollte diese Frage geklärt sein.

Und wer jetzt noch wissen möchte, warum ich persönlich so an diesem Tag des Handtuchs hänge, dem kann ich versichern, dass dies gänzlich mit meinem eigenen Berufsleben zusammenhängt.

Denn bereits Anfang der 1990er-Jahre machten mich französische Kameraden auf die zwingende Notwendigkeit eines Handtuchs, welches durchaus auch die Größe eines Fußabtreters einnehmen kann, für jeden aktiven Soldaten aufmerksam.

In den Folgejahren bewährte sich mein Handtuch, wobei ich es zu meinem Leidwesen deshalb auch öfters auswechseln musste. Und dies führte wiederum dazu, dass ich auch jüngeren Kameraden beständig die Notwendigkeit und Bedeutung eines Handtuchs ans Herz legte.

Deswegen freue ich mich noch heute, wenn Menschen am 25. Mai mit einem Handtuch durch die Gegend laufen und wünsche jedem dabei, dass sein Handtuch nie wirklich zum Einsatz kommen muss.

„He felt that his whole life was some kind of dream and he sometimes wondered whose it was and whether they were enjoying it.“

Douglas Adams, The Hitchhiker’s Guide to the Galaxy