Radio Krauss

Krauss Elektronik 4.7 (12)

Beitragsfoto: Krauss Elektronik

Neben dem Spielwaren Böttinger in der Sülmerstraße 51 waren der Radio Krauss, gleich um die Ecke in der Turmstraße 20, die beiden ersten Fachgeschäfte, die ich als Kind regelmäßig aufsuchte. Ersteres wegen der vielen Matchbox Autos und der damals obligatorischen Märklin Eisenbahn im Schaufenster. Letzteres, weil mein Vater seine Freizeit gerne beim Radio- und Fernsehapparatereparieren beim „Radio Krauss“ verbrachte.

Adolf Krauss, bei dem mein Vater seine Lehre absolviert hatte, war bereits 1950 mit seinem Fachgeschäft in die Turmstraße 20 umgezogen, und da wir gleich in der Nähe wohnten, konnte mein Vater sehr einfach seinem Hobby frönen. Hätte mein Vater beim Böttinger seine Lehre absolviert, so wäre ich wohl an eine eigene Märklin Eisenbahn gelangt, so war ich wohl das erste Kind in der Nachbarschaft mit einem eigenen Fernseher.

Das hört sich spannender an als es tatsächlich ist, da die beiden damals verfügbaren Fernsehprogramme die meiste Zeit Testbilder sendeten — was einem aber gleich zeigte, ob beim Fernsehapparat auch wirklich alles funktioniert.

Später ging ich dann mit den Töchtern von Oskar Krauss in die Grundschule und auch dessen Sohn Martin trafen wir immer wieder beim Spielen auf der Straße. Und so blieb der Gang zum „Elektro Krauss“ auch weiterhin bei allen Fragen in Sachen Elektronik immer die erste Anlaufstelle.

Im Laufe der Jahre und im Zuge der allgemeinen Veränderung sämtlicher Laden- und Fachgeschäfte spezialisierte sich der „Elektro Krauss“ immer weiter und entwickelte sich zu einem, über die Region hinaus bekannten, Fachgeschäft für alles was mit Elektronik nur im Entferntesten zu tun hat. Inzwischen hat Martin Krauss die Geschäftsführung übernommen und führt neben dem traditionellen Ladengeschäft noch einen auf Elektronikartikel spezialisierten Internet-Versand.

Deshalb war es nur folgerichtig, dass aus dem ehemaligen Radio-Fachgeschäft nunmehr die Krauss Elektronik GmbH wurde. Nichtsdestotrotz ist es weiterhin sehr spannend, durch den Laden zu wandeln, um einfach nur ein wenig zu stöbern. Und im Falle, dass man etwas ganz Bestimmtes in Sachen Elektronik sucht, dann wird man dort auf alle Fälle fündig. Und wenn doch einmal nicht, dann machen sich die Fachkräfte vor Ort auf die Suche.

Bereits 1925 von Adolf Krauss gegründet, wird die Krauss Elektronik GmbH in Kürze ihr einhundertjähriges Bestehen feiern können — gerade auf dem Gebiet der Elektronik eine sehr beachtenswerte Leistung!

Für den sehr unwahrscheinlichen Fall, dass Sie als Heilbronner Krauss Elektronik noch nicht kennen sollten, empfehle ich Ihnen dringend, dort einmal vorbeizuschauen. Ich bin mir sicher, dass Sie wiederkommen werden.

Sehr schön wäre es auf alle Fälle gewesen, wenn es die Stadt Heilbronn bis 2025 — nach gut 40 Jahren des Versprechens — geschafft hätte, die Turmstraße endlich einmal in einen lebens- und liebenswerten Zustand zu bekommen. Schon alleine Krauss Elektronik hätte es mehr als verdient, von den dortigen Bewohnern einmal ganz abgesehen.

„Scientific theories need reconstruction every now and then. If they didn’t need reconstruction they would be facts, not theories.“

Charles Proteus Steinmetz, New York Times (11. November 1911) 

Beitragsfoto: Rathaus Heilbronn | © Shutterstock

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Beitragsfoto: Rathaus Heilbronn | © Shutterstock

30,5

Leider nicht die Inzidenz in Heilbronn, denn die liegt weiterhin mit 1.738 in der deutschen Spitzenklasse. Sondern 30,5 % ist die Wahlbeteiligung bei der 10. OB-Wahl nach dem Zweiten Weltkrieg. Damit haben wir den vorläufigen Tiefstand erreicht, wobei — wie bei den Inzidenzen auch — eine Besserung nicht in Sicht ist, zumindest im Stadtkreis Heilbronn.

Heilbronn hat 126 500 Einwohner (Stand: 31. Dezember 2020) und bei der 10. OB Wahl 88 500 Wahlberechtigte; das sind 70 % der Einwohner. Von diesen 70 % haben nun 30,5 % gewählt; das sind 21 % aller Heilbronner

Von diesen 21% haben nach den aktuellen Veröffentlichungen 81,5 % den amtierenden OB tatsächlich gewählt; damit haben ganze 17 % der Heilbronner dem OB ihre Stimme gegeben.

Das ist aber nur bloße Rechnerei, was tatsächlich zählt ist, dass nur knapp über 30 % der wahlberechtigten Heilbronner tatsächlich noch ihre Stimme abgeben — was auch nicht wundert, da es für den Bürger keine ernstzunehmenden Alternativen gab.

Der Gemeinderat feiert sich nun die kommenden acht langen Jahre für die 81,5 % und kaum einer macht sich Gedanken darüber, dass nicht einmal mehr ein Drittel der Heilbronner mit diesen Zuständen überhaupt einverstanden ist.

Verantwortungslosigkeit

Dass man in Heilbronn tun und lassen kann, was man möchte, ist bereits vielen bekannt. So haben sich heute Nacht zwei Raser in einem Auto um einen Baum am Europaplatz gewickelt. Ordnungsamt und Polizei schauen meist weg (oder machen Geschwindigkeitskontrollen direkt vor meiner Hauseinfahrt) und lassen inzwischen diese Raser selbst in der Fußgängerzone und auf Gehwegen gewähren.

Erst gestern musste ich nicht nur einem SUV in der Sülmerstraße — eigentlich eine Fußgängerzone — ausweichen, sondern auch einer Harley auf dem Gehsteig auf der Allee. Deren Fahrer lies seinen Motor direkt neben mir zusätzlich noch aufheulen, so dass ich ein Knalltrauma erlitt und noch einen Tag später damit zu kämpfen habe — und ich bin bereits schwerhörig.

Wäre ich gesundheitlich in einem besseren Zustand, hätte ich mir dieses asoziale Subjekt gegriffen, so aber musste ich befürchten, dass ich noch auf der Allee von diesen Subjekten — sind ja meist immer mehrere — erschlagen worden wäre.

So muss man heutzutage schon froh darüber sein, wenn sich dieses asoziale Pack selber richtet — leider kostet das den Steuerzahler auch wieder eine ganze Menge.

Wahlschock

Eigentlich wollte ich heute ganz entspannt ein paar Bücher lesen. Und überhaupt nichts an meinem Blog machen. Dann musste ich feststellen, dass dieser bei der Kommentarfunktion einen mächtigen Bug hat. Um das Ganze etwas zu verkürzen, habe ich mich kurz entschlossen von einer Software-Firma getrennt, meine Sternchenbewertung damit auch abgeschafft und somit wieder Ruhe in die Kommentarfunktion gebracht (Danke an Liegeradler für den Hinweis).

Dann wollte ich mich wieder an meine Bücher machen, bevor ich ab 13.00 Uhr „meinen“ Wahlraum aufsuche, da mir der Besuch vorher sicherlich aufs Gemüt schlägt (alter Erfahrungswert!).

Beim Wahlgang bekam ich schon per Twitter die ersten Wahlbeteiligungsmeldungen, die um 13.00 Uhr jeweils bei 15 % lagen, und mich auf das Kommende ein wenig vorbereiteten. Der Schock kam dann aber beim Betreten des Wahlraums:

Wahlbeteiligung bei der OB-Wahl in Heilbronn um 13.00 Uhr

Jetzt bleibt nur noch zu hoffen, dass die Heilbronner Parteien wenigstens ihre Mitglieder zur Briefwahl motivieren konnten, und wir Heilbronner damit halbwegs mit einem blauen Auge davonkommen werden.

Aber schon jetzt kann man erkennen, was mit unserer Demokratie geschieht, wenn sich Partei-Bonzen und in diesem Falle ganz besonders die Fraktions-Bonzen vor der Wahl in Hinterzimmern auf einen einzigen Kandidaten festlegen und diesen dann den Wählern als ihre und „Gottes“ erste Wahl anbieten.

Jetzt fehlt nur noch, dass diese Bonzen nach der Wahl verkünden, zukünftig den Heilbronner OB nur noch im Gemeinderat auszurufen, da der Bürger gezeigt habe, dass er keine Wahl mehr möchte.

Sollte die Wahlbeteiligung am Ende unter 30 % bleiben, dann müssten zumindest die verantwortlichen Fraktionsvorsitzenden ihren Hut nehmen — aber völlige Verantwortungslosigkeit ist in Heilbronn längst das Nonplusultra.


Füllfederhalter

Schnappschüsse 5 (1)

Beitragsfoto: Füllfederhalter | © Markéta Machová auf Pixabay

Schnappschüsse aus der Schnelltest-Meile Sülmerstraße | 6. Februar 2022 um 10:03

Dies deckt sich auch mit meinen Beobachtungen. Was wundert ist, dass die Behörden das zulassen, und unsere Regierung weiterhin an dieser falschen, unwirksamen und kostenintensiven (Steuergelder!) Teststrategie festhält.