Königswinter

Bundeskongress 5 (7)

Beitragsfoto: Königswinter

Alle Jahre wieder findet ein Bundeskongress der EUROPA-UNION statt und nun bereits zum 69. Mal. Seit dem 51. Bundeskongress, der damals in Potsdam stattfand und von unserem Wohnort Stettin aus sehr gut zu erreichen war, sind meine bessere Hälfte und ich ein Teil davon.

Dieses Mal kommen allerdings und dies zum ersten Mal in der Kongressgeschichte gleich fünf Delegierte von der EUROPA-UNION Heilbronn. Neben den beiden stellvertretenden Vorsitzenden Dr. Vassilios Vadokas und Leonhard Reinwald ist auch noch Semin Bristina mit dabei. Erfreulich, dass auch Jan-Philipp Scheu wieder mit dabei ist, leider aber musste Reiner Wichels kurzfristig absagen und so wird es wohl mit unserem inzwischen traditionellen kulinarischen Ausbrechen nichts. Dabei hatte ich mich schon auf einen Besuch des Petersbergs gefreut. Aber auch der Abend im Alten Rathaus wird Erinnerungen wecken.

Die Idee den Bundeskongress im erweiterten Bonn stattfinden zu lassen hat etwas, gerade in Zeiten, wo sehr viele mit Wehmut an die Bonner Republik zurückdenken. Allerdings etwas anders als im Osten, wo man mit größtem Eifer die DDR wieder auferstehen lassen möchte; die Ruinen haben wir Westdeutsche dort inzwischen größtenteils abgeräumt.

Ehrenamtlich und auch beruflich war ich seit den 1970er-Jahren regelmäßig in diesem Raum und erinnere mich auch noch an meine letzten Pendelflüge morgens von Berlin aus nach Köln und abends wieder zurück. Und so war für mich schon die gemeinsame Fahrt in einem Auto und im Anschluss die Unterkunft eine kleine Zeitreise in die 1980er-Jahre. Nach einem kurzen Spaziergang am Rhein konnten wir unseren Teil der Tagungsstätte im Helmut Kohl Konferenzsaal einrichten und nach einem gemeinsamen Abendessen den Abend in der „Bonner Republik“ ausklingen lassen. Ein schöner Kongressbeginn.

Erstmals wird die Organisation des Bundeskongresses von der neuen Bundesgeschäftsführerin Sandra Schumacher verantwortet, die ebenfalls aus Baden-Württemberg kommt. Insgesamt ist dieser Kongress ein entspannter, selbst die üblichen Dringlichkeitsanträge lassen eine Dringlichkeit vermissen. Und an Wahlen gibt es nur die Delegierten zum kommenden UEF-Kongress zu wählen. Meine Meinung hierzu habe ich bereits vor gut 20 Jahren geäußert und diese hat sich in all den Jahren auch nicht verändert — genau so wenig wie die diesbezüglichen Umstände.

Unsere Delegation aus Baden-Württemberg ist nun fast vollständig vor Ort und kann sich durchaus sehen lassen, u. a. mit der amtierenden Präsidentin, der Landesvorsitzenden, der Bundesgeschäftsführerin, der Landesgeschäftsführerin und vier Kreisvorsitzenden.

Aber auch lange Weggefährten aus den anderen Landes- und Kreisverbänden stimmen mich sehr zuversichtlich. Die üblichen Querulanten und Selbstdarsteller muss man dabei einfach mögen. In den letzten Jahren habe ich schon viele davon kommen und wieder gehen sehen, kein einziger hat dabei Spuren hinterlassen.

Nun aber gilt es, den ersten Reden zu lauschen, dann aber geht es in zahlreiche und sehr interessante Side Talks. Denn ein Bundeskongress dient in erster Linie dazu, dass sich die Verantwortlichen und Akteure der Verbandsbasis untereinander austauschen können und mit neuen Ideen und neuem Schwung in ihre Kreisverbände zurückkehren.

Ein solcher Side Talk machte mich heute Morgen bereits auf Zonta International aufmerksam, im wahrsten Sinne des Wortes eine Schwesterorganisation unseres Verbandes. Shame on me, ich kannte diese Organisation bisher noch nicht und erfahre nun, dass sogar bei uns in Heilbronn eine solche Gruppe existiert.


Müllberge

31.10.02025 4.8 (6)

Beitragsfoto: Müllberge

Halloween

Der Aberglaube kommt mit großen Schritten wieder auf uns alle zu, selbst wenn Manches ganz opportunistisch von der katholische Kirche mit übernommen wurde. Ich vermute stark, dass das etwas mit der Verdummung der Gesamtbevölkerung zu tun hat. Und so turnen heute sehr viele Menschen, egal welcher Religion, durch die Straßen und feiern sich selbst. Der Hedonismus dürfte bei uns längst die neue Staatsreligion sein!

Heute Abend bleibt es mir erspart, freche Kinder in Begleitung ihrer Eltern von der Tür weisen zu müssen. Den Kindern und deren Erziehungsberechtigten selbst Saures („Trick or Treat“) zu geben, darf ich nicht — das verhindert meine bessere Hälfte seit Jahren.

Da Freunde auf der Durchreise sind, nutzen wir den Abend für ein sehr angenehmes Abendessen in einem netten Restaurant. Morgen früh darf ich dann die Abfälle bestaunen, die diese wilden Horden in der ganzen Stadt hinterlassen haben. Was wiederum ganz gut zum Satanismus passt, für dessen Anhänger dieser Tag ganz besonders heilig sein soll.

Übrigens, seit 1955 feiert die evangelische Kirche zwar nicht Allerheiligen, dafür aber den Gedenktag der Heiligen. Frei nach dem Motto: „Never miss a Party!“

In Skandinavien und in Nordamerika wird dieses Fest dazu genutzt, um die im letzten Jahr Verstorbenen namentlich zu benennen. Und so schließt sich der Kreis auch in diesem Blog-Beitrag wieder.

Monarchen

Meinen Landsleute, die immer noch oder gar schon wieder — es soll solche Jugendliche tatsächlich geben — von einer deutschen Monarchie träumen, denen empfehle ich einmal die aktuellen Vorgänge um Sarah Ferguson und Andrew Mountbatten-Windsor, die ihr gesamtes Leben lang ein völlig widerliches Leben auf Kosten der Steuerzahler geführt haben, etwas genauer anzuschauen.

Über 1 000 Jahre Inzucht hat noch keiner einzigen Tierart gut getan und ist auch bei uns Menschen eine sehr gefährliche Angelegenheit.

Aber irgendwie kommen wir Menschen ohne Monarchen einfach nicht aus, selbst der aktuell mächtigste Mensch der Welt wäre gerne ein König. Sex mit Kindern hinterlässt ganz offensichtlich Hirnschäden — oder auch gerade anders herum!

Wer nun glaubt, so etwas gibt es nur auf der Insel, der kann gerne auch nach Spanien gucken oder gleich über den Atlantik. Jimmy Kimmel hat es einmal im Bild festgehalten.

Vermischtes

Heute ein aktuelles Bild über die Sauberkeit in unserer Stadt, es handelt sich da um ein Neubauviertel in das ganz offensichtlich die Hempels gezogen sind. Mich wundert es nicht einmal mehr, da es bei uns Tradition ist, dass sich der Müll gerade an Spielplätzen für Kleinkinder sammelt.

Positiv dabei, es waren auf den ersten Blick keine Drogenutensilien und Kondome zu finden. Auch lernen so die kleinen Kinder von Anfang an, wie man bei uns in der Stadt mit dem Müll umgeht. Ein Tipp, wenn man schon seine verbeutelten Hundehaufen dazulegt, dann kann man gleich auch noch die Windeln dort mit entsorgen. Und wenn sie dann etwas älter sind, dürfen die Kinder ihren Müll gleich aus dem fahrenden Auto werfen. Dazu baut jetzt Porsche extra einen W-18 Motor, dass man das bei uns auch noch mit Stil machen kann.

Heute ein Käffchen mit Detlef Stern. Es ging dabei um openDesk, Publikationen und auch um Vorlesungen. Nun bin ich einmal gespannt darauf, wie viele Studenten es kommende Woche in meine Vorlesung schaffen.

Dann erhielt ich die Nachricht über den Tod eines mir gut bekannten und von mir sehr geschätzten Menschen und war tatsächlich etwas abgelenkt. Was mich nun wieder an einen Witz erinnert, den ich bereits vor Jahren hier veröffentlichte. Das Leben geht weiter und wir alle sind dereinst einmal nur kurz da gewesen.

Als ehemaliger Ulmer tat es schon ein wenig weh, nämlich, dass seit gestern das Ulmer Münster nicht mehr der höchste Kirchturm der Welt ist. Wie ich erfahren durfte, sind dafür die Besteigungspreise erst kürzlich erhöht worden.

Auch erinnerte mich ein ehemaliger Mitarbeiter daran, dass ich einmal Stettiner gewesen bin und bat mich um einen Beitrag für eine Chronik. Nun bin ich einmal gespannt darauf, ob meine zweiseitigen Erinnerungen Eingang in diese Chronik finden werden.

Den größten Teil des gestrigen Tages saßen wir mit ein paar Freunden zusammen und hatten unseren Spaß. Wie immer, wenn ich mit am Tisch sitze, gab es ein paar spannende Diskussionen. Da heute ein Teilnehmer in die Niederlande reist, erfahren wir vielleicht aus erster Hand, was die Holländer so von der aktuellen Wahl und deren Wahlausgang halten.

Die Telekom lässt gerade bei uns vor der Haustüre Lichtwellenleiter verbuddeln. Schnell sind diese Trupps ohne Frage. Demnächst soll eine andere Firma an der Stelle weitermachen, wo die erste gleich wieder aufgehört hat. Wenn dann alles gut geht, schafft es diese Firma dann bis in meinen Keller. Danach muss ich eine Firma finden, die den Lichtwellenleiter bis ins Erdgeschoss verlegt.

Wenn die das so schlecht macht wie der Subunternehmer, den ich in der Innenstadt erleben musste, dann wird das so schnell nichts mehr.

Einer geht noch: die Bundesregierung bietet nun anderen Staaten eine Prämie von bis zu 100 Millionen Euro, wenn diese auch kurzfristig den deutschen Außenminister, Name ist mir entfallen, empfangen. Das Thema ist dabei völlig egal, Hauptsache gute Bilder für das deutsche Publikum.


Flughafen am Morgen

Bundesausschuss 4.9 (8)

Beitragsfoto: Morgenstund

Als ob ich noch jung wäre, verließen meine bessere Hälfte und ich gestern um 4.30 Uhr das Haus und kamen kurz vor Mitternacht wieder zurück. In der Zwischenzeit waren wir u. a. in Stuttgart, Berlin und Amsterdam. Und da wir diese Tour in ähnlicher Form inzwischen seit 2004 machen, reisen dabei sehr viele Erinnerungen mit. Wohl unsere erste Fahrt zum Bundesausschuss erfolgte noch mit dem Auto und führte uns von Stettin nach Hannover und wieder zurück.

Interessant dabei, dass ich dort zum ersten Mal auf Elmar Brok traf und mich sofort mit ihm stritt. Gestern traf ich mich nach vielen Jahren wieder mit ihm und erneut auf einem Bundesausschuss. Dieser Bundesausschuss war für mich etwas Besonderes, da es dort wieder einmal zu einem Schaulaufen von Dinosauriern unseres Verbandes kam, die nun wohl zum aller letzten Mal leere Phrasen dreschen wollten — manche Mitmenschen ändern sich auch nach Jahrzehnten nicht. Was mich etwas sentimental stimmte, war die Tatsache, dass sobald auch diese drei, vier Herren und eine Dame nicht mehr sind, meine Wenigkeit selber zu diesen Dinosauriern gehören wird. Nun stellt sich die Frage, ob wenigstens mir noch rechtzeitig der Absprung gelingt? Dagegen könnte sprechen, dass ich von Anfang an immer in Begleitung einer jüngeren Dame unterwegs war und diese — was uns netter Weise gestern auch bestätigt wurde — noch lange nicht zu den Dinosauriern unseres Verbandes zu zählen ist.

Auch komme ich nicht wie viel zu viele Berufspolitiker und Möchtegerne zum Bundesausschuss, um mich dort im Schaulaufen zu üben, hohle Phrasen zu dreschen und den Aktivisten des Verbandes die Stimmung zu vermiesen. Ein Bundesausschuss hat andere Aufgaben und die Delegierten finden immer wieder Möglichkeiten, um aus diesen Treffen einen Gewinn zu ziehen. Seit Jahren sind es für mich deshalb die Side Talks, die ich dort führen darf und verstärkt das inoffizielle Begleitprogramm zum Bundesausschuss, welches für viele Aktivisten immer mehr an Bedeutung gewinnt.

Und so trafen wir bereits am Stuttgarter Flughafen Daniel Frey und Jan-Philipp Scheu zu einem kleinen Frühstück. Leider waren weitere militante Föderalisten [Fachbegriff] dieses Mal verhindert. In Berlin trafen wir auf unsere Mitstreiter, die vorab mit der Bahn gefahren waren, und nutzten die Gelegenheit, ein neues Restaurant kennenzulernen. Schon alleine der Name Hüftgold war vielversprechend und seit meiner Zeit in Frankreich weiß ich um die Bedeutung von gutem Essen beim Besprechen.

Den Rückweg verbanden wir dann mit einem kleinen Kneipen-Hopping, angefangen im BER und fortgeführt in Schiphol. Erfreulich auch, dass französische Maschinen weiterhin Essen und Trinken anbieten — wohl weiterhin nur, um von kleineren Unzulänglichkeiten abzulenken. Erwähnenswert das Engagement eines japanischen Stewart — hat man nicht sehr oft auf europäischen Strecken.

Der Bundesausschuss selbst erwartungsgemäß inhaltlich sehr dünn, wobei es mich sehr erfreute, dass sich jüngere Aktivisten von alleine fragten, ob es den erbrachten eigenen Aufwand tatsächlich noch lohnt. Ich bin mir sicher, dass sie den eigentlichen Wert der Bundesausschüsse noch erkennen werden.

Lobenswert das Engagement der Bundesgeschäftsstelle um Christian Moos und seine Damen. Die Wahl des Tagungsortes gelungen und, wenn ich mich richtig erinnere, auch eine Wiederholung; dieses Mal, aber ohne Übernachtung und ausreichend Verpflegung — was uns Militante weniger stört.

Erschreckend, was die Berufspolitik inzwischen aus unserem Verband gemacht hat, noch erschreckender, wie Berufspolitik-Aspiranten diese Bühne für ihre eigene Zwecke nutzen möchten. Dabei setzten wir in unsere Mitglieder aus der Berufspolitik einst durchaus große Hoffnungen und wollten ihre Fachexpertise wie auch deren Verbindungen für uns nutzen. Schade nun, dass diese Damen aber meist nur Herren, nun nach Jahrzehnten Berufspolitik nur verlautbaren können, was sie alles nicht erreicht haben, aber „man“ doch so dringend machen müsse.

Was mich dabei so richtig verärgert, ist die Tatsache, dass sie es selber waren, die jahrzehntelang ihre jetzigen und auch damaligen Forderungen verhindert und torpediert haben! Und die Jugend klatscht dazu Beifall, ohne auch nur einmal zu googeln, wer die eigentlichen Killer der Europäischen Idee sind? Nämlich genau jene Berufspolitiker, die diese in den Sonntagsreden sowie auf Kongressen und in Ausschüssen so gerne und wortgewandt fordern!

Traurig war dieser Bundesausschuss zum Schluss dann doch, denn wir haben still und leise mit dem gestrigen Beschluss den Montanunionsgedanken zu Grabe getragen! Die meisten der anwesenden Berufspolitiker wie von mir schon lange behauptet nur „Superstaateuropäer“ (aka, waschechte Nationalisten!) und die mir bekannten anwesenden Grünen wilde „Kriegstreiber“ ohne Herz und Verstand.

Das tatsächliche Highlight unserer Fahrt könnte man unter dem Stichwort „vier Schwaben in Berlin“ zusammenfassen. Als wir morgens den Bahnhof in Berlin verließen, begann es zu regnen und einer von uns schlug vor, ein Taxi zu nehmen. Dank einer App kam dann ein echtes Taxi, welches aktuell als Uber unterwegs war, drehte ganz elegant vor dem Bahnhof ein, zwei Kurven, nahm uns auf und drehte noch eleganter eine etwas größere Kurve, bevor es uns wieder absetzte. Denn der Tagungsort war gleich gegenüber des Bahnhofes — die Berliner werden bestimmt mit uns Württembergern, Franken oder Badenern schon ihre ganz eigenen Erfahrungen haben.

Abschließend hoffe ich, dass wir wenigstens bei den kommenden 9. Hertensteiner Gesprächen wieder auf die Grundlagen unserer Europäischen Idee zurückkommen können und uns dabei gemeinsam überlegen, wie wir diese vielleicht doch noch umgesetzt bekommen könnten.

Und da es bei den Hertensteiner Gesprächen ganz bewusst kein Schaulaufen und demzufolge auch keine Groupies gibt, sind dort die Chancen für eine vielversprechende inhaltliche Arbeit durchaus gegeben.

Impressionen

Nachtrag

Und vielleicht bekommen unsere jüngeren Aktivisten demnächst ein ähnliches Video zustande, denn auch unsere antieuropäischen Politiker in der Kommission, den Regierungen wie auch Parlamenten verdienen eine ehrlichere Wahrnehmung — aber so lange diese mit Billionen Euro um sich schmeißen dürfen, sind wir alle weiterhin deren Groupies.

Fediverse Reactions