Europa-Ball

Europa-Ballbericht 5 (11)

Beitragsfoto: Tanzgruppe von Mladost Bosne | © Semin Bristina

Nachdem leider nicht einmal die lokale Presse sich zu einem Bericht über den Europa-Ball genötigt sah, habe ich selbst einen Bericht verfasst und auf der Website der EUROPA-UNION veröffentlicht. Diesen habe ich dann noch auf meine.stimme gestellt, in der Hoffnung, dass die Stimme-Redaktion dann wenigstens anbeißt. Um dem Europa-Ball doch noch etwas mehr Reichweite zu verschaffen, stelle ich diesen Bericht nun auch hier ein. Wer mehr Bilder vom Ball sehen möchte, findet diese auf der EUROPA-UNION Website.

Dieser Europa-Ball war etwas ganz besonderes, darüber waren sich die Gäste am Ende unisono einig. Und auch der Zuspruch zum Europa-Ball übertraf alle Erwartungen. Für bis zu 300 Gäste hatte die EUROPA-UNION Heilbronn den Theodor-Heuss-Saal vorbereitet, wobei Bettina und Heinrich Kümmerle, die Organisatoren des Balls, ganz besonderen Wert auf eine großzügige Tanzfläche legten. Alle Teilnehmer waren dann überrascht, dass neben den 300 Ballgästen noch mehr als 100 Besucher auf der Empore dem Rahmenprogramm folgten und die Angebote unserer Parteien und Partnervereine im Foyer der Harmonie wahrnahmen, so dass der Europa-Ball mit Künstlern, Organisations- und Rahmenpersonal, Ballgästen und Besuchern weit über 500 registrierte Teilnehmer verzeichnen konnte.

Das Motto des Balls war „Culture meets Politics“ und so konnten alle Besucher nicht nur Informationen über die auftretenden Gruppen im Foyer finden und sich mit diesen auch im lockeren Rahmen austauschen, sondern sich zudem über die Kultur Bosnien-Herzegowinas am Stand von Mladost Bosne näher informieren oder auch am Stand des Deutsch-Afrikanischen Vereins Schmuck und Kunst erwerben. Damit das Ganze nicht all zu trocken ablief, sorgte den gesamten Abend über die Bar von Voltino für die entsprechenden Getränke.

Den politischen Teil von „Culture meets Politics“ übernahmen neben der Landeszentrale für politische Bildung, der EUROPA-UNION und der JEF Heilbronn die Parteien und Wählergruppen von Bündnis 90/Die Grünen, CDU, FDP, Freie Wähler, Partei der Humanisten, SPD und Volt. Und so konnten sich die Ballgäste und Besucher nicht nur über Europa, die bevorstehenden Wahlen zum Europäischen Parlament und die demokratische Parteienlandschaft informieren, sondern gleich auch noch mit den eigenen Volksvertretern ganz zwanglos ins Gespräch kommen. Zusätzlich gab es noch zwei Europaquiz, bei dem eines mit einer viertägigen Berlinreise als Hauptgewinn aufwarten konnte.

Seitens des Europäischen Parlaments war dessen ehemalige Vizepräsidentin und Landesvorsitzende der EUROPA-UNION Baden-Württemberg Evelyne Gebhardt anwesend, vom Deutschen Bundestag kam Chantal Kopf, vom Landtag Baden-Württemberg Gudula AchterbergNico Weinmann und Klaus Ranger. Sehr gefreut hat es den Heilbronner Kreisvorsitzenden der Europa-Union Heinrich Kümmerle, dass zum Europa-Ball gleich zwölf Gemeinderäte kamen: Eva LudererMarianne Kugler-WendtDr. Anne Christ-FriedrichTanja Sagasser-BeilSylvia DörrIsabell Dörr-NillThomas RandeckerDr. Albrecht MerktUwe MettendorfRainer HindererHerbert Tabler und Herbert Burkhardt.

Als Erinnerung an den Europa-Ball 2024 gab es für die Besucher jeweils ein blaues Bändchen und ein professionelles Paarfoto vom Inhaber des Fotostudios Akzente Nasser Sarout. Für das leibliche Wohl sorgte das Team von Voltino unter der Führung von Lisa Slunitschek.

Der eindeutige Höhepunkt des Abends war allerdings der Europa-Ball selbst, der sämtliche Erwartungen aller Tanzpaare übertraf. Und so schwangen zum Schluss auch noch Kerstin und Klaus Brenner von der Tanzschule Brenner das Tanzbein. Andreas Cranen begeisterte alle Ballbesucher mit seiner Tanzband Happyness Voice von Anfang an. Neben Andreas Cranen spielten und sangen Bianca SchneiderMichael LehrMichael SchindlerRalph Gundel und Achim Derzenbach. Und zum krönenden Abschluss spielte die Band noch die Europahymne.

Nach einer kurzen Einführung von Heinrich Kümmerle, der auch den Abend moderierte, wurde der Europa-Ball ähnlich wie der Opernball in Wien mit einer Ballettgruppe der Ballettschule Münch / Haal unter Leitung von Christina Haal eröffnet und gleich danach kam eine Walzerformation der Tanzschule Brenner, der sich noch eine Disofox- und eine Lateinformation anschloss. Danach hieß es: Alles Walzer!

Zu jeder vollen Stunde gab es weitere Tanzdarbietungen von Mladost Bosne unter Leitung von Semin Bristina, Kunst 07 unter Leitung von Marion Amann, Grupo Raza unter Leitung von Nadine Swiebocki-Lopez, Azahar Flamenco Gitano unter Leitung von Sonia Jiminez und der Balletschule Münch / Haal.

Last but not least waren es aber die Tanzpaare selbst, die den Europa-Ball zu einem berauschenden Fest machten. Bandleader Andreas Cranen war sich mit dem Moderator des Abends einig, dass der Blick auf die vielen tanzenden Paare eine mehr als wunderbare Angelegenheit war. 

Der Europa-Ball wird erneut am Samstag, 10. Mai 2025 in der Harmonie stattfinden. Zwei Fragen sind dabei noch offen: welche Farbe wird das Bändchen beim Eintritt haben und wird es Bianca Schneider dieses Mal gelingen, den Moderator zu einem Duett zu verführen?


Heilbronner Rathaus in Acryl von Wolfgang Loesche

Seilschaften 5 (15)

Beitragsfoto: Heilbronner Rathaus in Acryl von Wolfgang Loesche

Sehr erfreulich, dass nun das traurige Thema der „Heldenverehrung“ im Heilbronner Rathaus auch von der Rhein-Neckar Zeitung (3.4.2024: 7) aufgegriffen wird. Wie von mir bereits geschrieben, wurde es Ende letzten Jahres offiziell, dass der ehemalige SPD-OB Dr. Hans Hoffmann nicht nur ein Nazi der ersten Stunde war, sondern als SS-Mann auch noch ein Mitglied einer weiteren kriminellen Organisation. Ergo, nicht nur bis 1945 ein sehr übler Mensch, sondern bis zu seinem eigenen Ende ein Lügner und Betrüger.

Und sofort hat der amtierende SPD-OB seine Hand schützend über den Genossen gehalten und verhindert, dass dessen Porträt abgehängt wird. Er sorgte dafür, dass ein gewöhnlich sehr willfähriger Gemeinderat zustimmte, weiterhin alle demokratisch veranlagten Heilbronner und ganz besonders die Opfer des Nationalsozialismus und deren Angehörige durch die sehr prominente Zurschaustellung eines Nazis gegenüber dem kleinen Ratssaal und gleich im Eingangsbereich des Rathauses zu beleidigen, wenn nicht gar sich über diese lustig zu machen!

Die letzten Wochen war ich wie Brigitte Fritz-Kador, die Autorin des oben genannten Artikels, im Rathaus unterwegs und darüber erstaunt, dass der vom Gemeinderat beschlossene Hinweis auf die Untaten dieses SPD-OB neben seinem Großporträt noch nicht zu sehen ist.

Und so war dies auch Thema bei der heutigen Sitzung im Zuge der kommenden Gemeinderatswahl, zumindest bei den demokratischer veranlagten Teilnehmern. Ich durfte dabei erfahren, dass das Namensschild von Hans Hoffmann wohl seit Anfang März 2024 mit einem QR-Code versehen sein soll, der auf einen Hinweistext des Stadtarchivs hinweisen würde. Ein QR-Code, den ich mehrfach — trotz meiner unbändigen Begeisterung für QR-Codes — und gerade auch heute wohl übersehen habe. Kann aber auch sein, dass die Stadtverwaltung einen QR-Code mit den altbekannten Mikrofiches verwechselt, die man bekanntlich ohne ein entsprechendes Lesegerät nicht entziffern kann.

Auf alle Fälle darf man sich fragen, ob überhaupt jemand diesen Hinweis findet, wenn schon jene ihn nicht finden können, die extra danach suchen!

Ich gehe weiterhin nicht davon aus, dass wir in Heilbronn weder mehrheitlich eine naziaffine Stadtspitze noch einen solchen Gemeinderat — diese sind dort noch in der Minderheit — haben, sondern vermute nun immer stärker, dass die berühmt berüchtigte Heilbronner Hasenmahlseilschaft nicht nur über Parteigrenzen hinweg ganz gut funktioniert, sondern deren Angehörige selbst über die Demokratie und den Tod hinaus treu zusammenstehen — „den Führer würde es freuen“ und Hans Hoffmann sicherlich lächeln.

Da unsere Gemeinderäte ganz offensichtlich keinen Hintern in der Hose haben, um zumindest ein Feigenblättchen eines Hinweises an ein Nazi-Porträt zu hängen, kann die Forderung unserer Heilbronner Bürgerschaft nur noch lauten: Hängt Hans Hoffmann nicht auf, sondern ab!

In letzter Zeit machen sich bei uns sehr erfreulich viele Bürger und ganz besonders Gemeinderäte dafür stark, dass man Demokratie fördern und unterstützen und dabei vor allem jeglichen antidemokratischen Bestrebungen entgegentreten muss.

Hic Rhodus, hic salta! — liebe Gemeinderäte: nicht schwätzen, sondern machen!


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Wie deutsche Politiker Putins Krieg möglich machen 5 (2)

Lesezeichen | © kertlis von Getty Images

Nikolai Klimeniouk | Frankfurter Allgemeine

Wie deutsche Politiker Putins Krieg möglich machen – Russland und der Westen (zuletzt aufgerufen am 4.4.2024 um 8.11 Uhr)

„Russland führt seit zehn Jahren Krieg gegen die Ukraine und den Westen. Kremlchef Putin will unsere Demokratie vernichten. Das wollen viele nicht verstehen. Ihre Devise: Egal, wie schlimm es ist, weiter so. …

Die tatsächlichen Entscheidungen der deutschen Politik, die der Ukraine aufgezwungenen Minsk-Verträge und vor allem der Bau der Pipeline Nord Stream 2, folgten insgesamt diesen Empfehlungen. Deutlicher konnte man der deutschen Gesellschaft nicht signa- lisieren, dass demokratische Grundsätze verhandelbar sind und dass man es mit der Menschenwürde nicht so ernst nimmt. Zumindest mit der Würde der anderen, wenn man schon den Ukrainern ohne Weiteres zumutet, in einer Tyrannei statt in einer wie auch immer unvollkommenen Demokratie zu leben. Dann kann man noch so viele öffentliche Mittel in die Demokratieförderung und Initiativen gegen Rechts investieren, keine politische Bildung ist so wirksam wie diese Heuchelei. …

… zu dessen 60 Unterzeichnern neben Russlandlobbyisten der Altkanzler [Gerhard]Schröder, der Altbundespräsident [Roman] Herzog, eine ganze Reihe von Ex-Bundesministern und andere einstige höchste Repräsentanten der deutschen Demokratie gehörten. …

Wen soll es wundern, dass Leute wie Björn Höcke und Sahra Wagenknecht mit ihrer Anti-NATO-Rhetorik Teile der deutschen Wählerschaft erreichen, wenn selbst ein Ex-Kanzler und hohe Sicherheitsfunktionäre das Verteidigungsbündnis als eine furchterregende Bedrohung darstellen. …

Bundeskanzler [Olaf] Scholz mit seiner Taurus-Absage oder SPD-Fraktionschef Rolf Mützenich mit seinem Vorschlag, den Krieg einzufrieren, bekommen Beifall von AfD und BSW …

Eigentlich hätte jemand wie [Frank-Walter] Steinmeier in einer gut funktionierenden Demokratie wegen seiner Beteiligung an gravierenden Fehlentscheidungen vor einen parlamentarischen Untersuchungsausschuss gestellt werden sollen. Stattdessen wurde er 2017 zum Bundespräsidenten gewählt …

Studien der Friedrich-Ebert-Stiftung und der Bertelsmann-Stiftung von 2023 zufolge ist etwa die Hälfte der Deutschen mit der Demokratie unzufrieden, laut einer Allensbach-Umfrage von 2022 glauben 31 Prozent, in einer Scheindemokratie zu leben. Offensichtlich wirkt eine Demokratie, die sich von einer Despotie nicht richtig abgrenzen kann, nicht besonders überzeugend.“


Sehr lesenswerte Analyse von Nikolai Klimeniouk. Er bestätigt das, was ich seit Jahren über unsere Politik schreibe.

[https://iiics.org/h/20240404062900]