Gedanken

Gedankenspiel 5 (5)

Beitragsfoto: Gedanken | © Stefan Keller auf Pixabay 

Seit heute Morgen gehen mir drei Begriffe nicht mehr aus dem Kopf, nämlich die Veränderung, der Tod und die Korruption. Letzterer, weil es Wilfred Kretschmann und Cem Özdemir nun geschafft haben, endgültig mit der CDU im Land gleichzuziehen. Und so wird es künftig in unserer Landesregierung nur noch sehr kleine Veränderungen geben. Nach Grün-Schwarz kommt Schwarz-Grün und wenn es die CDU wieder einmal zu doll treibt, dann halt erneut Grün-Schwarz.

SPD und FDP haben sich längst selbst ins Abseits geschossen, wobei die SPD nur noch dann eine Rolle spielen dürfte, wenn es gilt, die AfD am Regieren zu hindern. Vorausgesetzt allerdings, dass die CDU zum Schluss dann auch noch mitspielt — wir kennen die verlockenden Angebote an die Abgeordneten noch nicht.

Damit stehen wir allerdings weit besser da als die Sachsen, denn die gönnen sich schon etwas länger einen Ministerpräsidenten, der alleine die Interessen von externen Geldgebern vertritt. Aus Gründen auch immer, über die ich heute nicht spekulieren möchte, versucht Michael Kretschmer alles, um zumindest Sachsen den Russen wieder anzudienen.

Dafür sorgt Kretschmanns Staatskanzlei [Link nicht mehr vorhanden] für einen Aufreger nach dem anderen und schmeißt unser Geld mit vollen Händen zum Fenster hinaus. Laut Wilfred Kretschmann sind dafür Europa und COVID-19 schuld. Ehrlicher wäre es zuzugeben, dass grüne Stimmen einfach teurer zu kaufen sind als konservative. Seit sich Caroline Bosbach anscheinend ihr Amt gekauft hat, wissen wir zumindest, was bei der CDU eine Stimme kostet, 100 Euro und ein Abendessen. Bei Bündnis 90/Die Grünen dürfte es dabei wohl erst ab maßgeschneiderten Anzügen beginnen; Cem Özdemir sollte darüber aber weit besser informiert sein.

Korruption gehört wohl einfach zum Leben mit dazu. Korrupte geben dabei sehr gerne zu Protokoll, dass doch alle Menschen korrupt seien und dies letztendlich nur am Preis läge. Und so könnte es durchaus auch sein, dass man manchen nicht korrupten Menschen nur noch überhaupt kein oder auch nur kein genügend attraktives Angebot unterbreitet hat.

Wie es auch sein mag, aus eigener Erfahrung heraus weiß ich, dass es nicht korrupte Menschen bei uns ziemlich schwer haben, denn viel zu viele Mitmenschen kennen gerne die Leichen im Keller des Gegenübers — das schafft gegenseitiges Vertrauen und hält zudem doch so manche Koalition am Leben. Und bei einem bekannt korrupten Menschen weiß man einfach, woran man ist.

Schon immer beschäftigte mich der Tod. Von Jugend an interessiere ich mich dafür. Später dann gehörte er zu meinem Beruf einfach mit dazu — der Umgang damit nicht nur eine Lebenseinstellung, sondern auch eine Déformation professionnelle.

Und je älter ich werde, umso besser glaube ich ihn zu verstehen. Und lerne ihn immer besser als wahren Demokraten zu schätzen. Egal was unsere systemrelevanten Mitmenschen auch unternehmen werden, bestenfalls können sie sich mit all ihrem Geld ein paar wenige Jahre dazu kaufen, das war es dann aber auch. Und es spielt dazu noch im Leben eines jeden Menschen überhaupt keine Rolle, zumindest, wenn man den Stoikern oder den Christen unter uns Glauben schenkt.

Besonders dann, wenn einem diese zusätzlichen Jahre dennoch sehr wichtig sind, sollte man einmal eine Rechnung aufmachen, nämlich all die Jahre dagegen zu rechnen, die man verschwendet, nur um vielleicht ein oder zwei weitere Jahre hinzugewinnen zu können.

Aber jeder so wie er möchte und zum Schluss sind wir rein mathematisch betrachtet alle gleich lang tot.

Leben heißt Veränderung, diese Binsenweisheit kennt wohl jeder! Und ‚nichts ist so beständig wie der Wandel‘ wusste bereits Heraklit. Das trifft nicht nur für alles Leben, sondern auch für unser gesamtes Universum und wahrscheinlich für alle Multiversen zu.

Und so müssen wir uns alle beständig verändern und auch unsere Meinungen und Überzeugungen ändern — zumindest ein ganz klein wenig. Wer dies nicht macht und sich vielleicht sogar gegen diesen Lauf der Welt stellt, der ist schon tot. Bleibt nur die Frage, wie viele andere er dabei noch mitreißt?

Und selbst den Konservativen unter uns versucht man beständig klar zu machen, dass konservativ weder Rückschritt noch Stillstand bedeutet. Beides zerstört, wie wir es gerade sehr gut mit erleben müssen, die Grundlagen unserer Gesellschaft und unserer Welt.

Jeder Versuch, die gute alte Zeit zu retten, beschleunigt deren Untergang umso schneller. Das Festhalten an aus der Zeit Gefallenem zerstört sämtliche Lebensgrundlagen! Wer die Zeit anhalten möchte, der spielt mit dem Tod — das sollten unsere Volksvertreter eigentlich wissen.

Warum nur versuchen sie dies dann immer wieder!

Verantwortliche Politik gestaltet die Veränderung und lässt dabei auch Liebgewordenes fallen. So schwer dies einem auch fallen mag.

Die guten Augenblicke kann man nur in seiner Erinnerung festhalten. Und so kann kein noch so erfolgreicher Mensch, keine noch so erfolgreiche Firme oder keine noch so erfolgreiche Gesellschaft diesen Augenblick festhalten und einfrieren! Auch jeder Erfolg muss täglich erneuert werden!

Wer nur die Renten sichert, die Braun- oder Schwarzkohle erhält, Zäune um die eigenen Konten zieht und damit versucht den aktuell vermeintlichen Wohlstand zu sichern, der zerstört sich und das eigene Land.

Wir müssen uns täglich und beständig immer wieder neu erfinden, wir müssen auf die täglichen Änderungen der Welt reagieren und wir müssen dafür auch immer wieder neue Lösungen finden — das nennt man Leben! Alles andere ist Lebensverweigerung und wählt letztendlich ganz folgerichtig die Ewiggestrigen.

Warum auch immer, ob bloß korrupt oder doch nur einem Todestrieb (Thanatos) verfallen, unsere Volksvertreter geben aktuell kein gutes Bild ab. Allesamt versuchen sie festzuhalten, was man nicht festhalten kann!

Aus mir nicht bekannten Gründen heraus verweigern sie sich, um unser aller Leben, unsere Gesellschaft und unsere Zukunft zu gestalten, sie verwalten, was man nicht verwalten kann und hoffen wohl dabei darauf, dass ihre eigenen Renten zum Schluss gesichert sind.

Ich kann durchaus verstehen, dass der, der momentan alles hat, versucht dies für sich zu manifestieren. Dies gelingt aber nicht dadurch, dass man Politiker schmiert, die dann versuchen, einen Status quo für ihre Geldgeber festzuzimmern.

Wer seinen Wohlstand behalten möchte, der muss wie alle anderen auch mit den Änderungen dieser Welt und ihren beständig neuen Herausforderungen und Problemen klarkommen. Und so wäre das Geld besser in Politiker investiert, die in der Lage sind, die heutigen und zukünftigen Herausforderungen und Probleme zu lösen.


Blitz

Wahlgeschenke 5 (4)

Beitragsfoto: Glühbirne | Blitz | © Bild von PIRO auf Pixabay

Ich wiederhole mich gerne, seit Helmut Kohl wird unsere Bundesrepublik hemmungslos ausgeplündert. Er selbst nannte dies humorvoll geistig-moralische Wende. Donald Trump, einer seiner politischen Enkel, hat da weniger Humor und noch weniger eigene Einfälle und umschreibt die Ausplünderung des eigenen Landes sehr einfach mit MAGA — wobei auch hierbei könnte man noch blühende Landschaften vermuten.

Inzwischen stellen selbst unsere Wirtschaftsweisen fest, dass die Koalition anstatt für Infrastruktur das Geld für Wahlgeschenke ausgibt — eine sehr euphemistische Umschreibung für den Raubbau an unserem Land.

Wir Deutschen sind schon immer sehr einfach gestrickt und wohl deswegen so anfällig für alles Totalitäre und auch deshalb so leicht auszunehmen. Wir glauben noch heute, dass wer uns in die Tasche greift, Sex mit uns haben möchte.

Und wir beten alle Menschen regelrecht an, die uns über den Leisten ziehen, ganz egal ob Politiker, Kriminelle oder Oligarchen.

Würde sich Markus Söder nicht ständig verkleiden, wüsste die Welt schon längst, dass es sich dabei um einen Zwilling von Donald Trump handelt. Dabei kann man beide auch so noch sehr einfach unterscheiden, denn der mit dem besseren Geschmack residiert in den USA.

Und so dürfen wir heute lesen, dass Markus Söder Westentaschenkernkraftwerke für Deutschland fordert, zeitgleich aber für Bayern die Endlagerung von Atommüll ablehnt.

Gem. der Tagesschau fordert er den Bau von „kleineren, smarten Reaktoren“ zur Förderung der wirtschaftlichen Erholung. Die völlige Verschwendung von einer Billion an Steuergeldern reicht der aktuellen Koalition nicht mehr, da springt noch zu wenig für die eigene Tasche und die eigene Klientel heraus — seit Helmut Kohl sind auch die Ansprüche unserer Volksvertreter gewachsen.

Deshalb sind u. a. die Milliarden für unnötige Gaskraftwerke längst nicht ausreichend, sondern es müssen noch ein paar weitere Hundert Milliarden für die neuen „Mini-Meiler“ her. Ob die dann gebaut werden oder nicht, ist dabei so egal wie ob die Bundeswehr tatsächlich Geld erhält, Hauptsache ein paar weitere Milliarden Euro versickern in irgendwelche Taschen.

Und weil man nicht einmal mehr unseren Wirtschaftsweisen solch eine Wirtschaftspolitik verheimlichen kann, muss man sich nicht wundern, dass sämtliche Demokratiegegner blühenden Zeiten entgegenfiebern können!

By the Way, das mit CumEx (gut 40 Milliarden Euro an Steuergelder) wurde weiterhin nicht geregelt und unsere Finanzämter sind angewiesen, alleine jährlich eine Milliarde Euro an Steuergeldern abzuschreiben, die ganz offen in lokale Briefkastenfirmen wandern.

Besser kann man kaum noch für AfD und BSW Wahlwerbung machen! — Beides wohl ebenfalls Kohl-Enkel, denn, wenn schon Geist und Moral verkommen sind, dann aber richtig! Den Führer würde es freuen.


Tempus

12.11.02025 5 (4)

Beitragsfoto: Tempus fugit velut umbra

Telekom

Das muss die glorreiche KI sein, denn ich bekam erst per E-Mail Hinweise, dass meine Telekom-E-Mail gehackt sei und missbraucht wird, und heute dann sogar per Briefpost.

Das Problem dabei, seit 2002 nutze ich weder diese E-Mail, noch habe ich ein entsprechendes Konto dafür. Um dem freundlichen Hinweis der Telekom nun zu folgen, wählte ich mich bei meinem Telekom-Konto ein und änderte dort auch mein Kennwort.

Dann auch noch ganz brav das Kennwort für ein E-Mail-Konto, das ich gar nicht habe. Könnte vielleicht aber sein, dass die Telekom seit gut 20 Jahren für mich ein solches Konto bereithält.

Um dies alles einmal zu klären und vielleicht auch zu erfahren, wer vielleicht seit gut 20 Jahren mein E-Mail-Konto bei der Telekom nutzt, habe ich dort einmal nachgefragt.

Ich bekam nach etwa drei Stunden sogar eine Antwort. Dabei wurde keine einzige meiner Fragen nicht einmal im Ansatz beantwortet. Dafür erklärte man mir aber die Bedeutung vom regelmäßigen Ändern aller verwandten Kennwörter und weiteren schönen Dinge des Internets.

Tatsächlich würde es mich aber interessieren, warum ich das Kennwort für ein E-Mail-Konto regelmäßig ändern muss, das ich weder eingerichtet habe noch selber nutze?

Da in Kürze das neue Telekom-Rechenzentrum mit 10 000 Nvidia-GPU in München entsteht, darf ich nun darauf hoffen, dass die Telekom mir diese Frage sogar einmal beantworten können wird — die KI macht es möglich!

Buchprojekt

Ernüchtert von der E-Book-Reihe „Hertensteiner Gespräche“ wollte ich das Bücherschreiben einmal lassen. Und kaum hatte ich diese Absicht gefasst, fiel mir das Buch „Wenn Russland gewinnt“ von Carlo Masala in die Hände. Schnell gelesen weckt es in mir zwar nicht das Verlangen selber etwas über mein ureigenes Fachgebiet zu schreiben, sondern das Projekt „Hertenstein“ etwas anders anzugehen.

Die mir bis dato vorliegenden Protokolle der 9. Hertensteiner Gespräche werde ich nun in Kürze auf die Webpage stellen, mein Entwurf zum entsprechenden E-Book ins digitale Nirwana überführen und dafür kurz entschlossen das Buch Hertenstein schreiben.

Wenn nun der eine oder andere Leser dieses Blogs ‘mal ein paar Beiträge vermissen wird, dann könnte dies daran liegen, dass ich an besagtem Buch schreibe. Ob das Buch letztendlich realisiert werden wird, weiß ich selbst noch nicht. In einem bin ich mir aber ziemlich sicher, ich werde es für eine ganz bestimmte Leserschaft schreiben.

Vermischtes

Ich war gestern nicht der Einzige, der den Start in die kommende Narrenzeit verpasst hat. Bei mir hält sich das Bedauern allerdings sehr in Grenzen.

Dafür gab es ein paar gute Gespräche im Zuge einer Veranstaltung in Stuttgart; nett, wenn man dabei auf seine eigenen Leser trifft.

Erfreulich heute zu lesen, dass Verena Hubertz eine zusätzliche Abgabe für Gutverdienende ins Spiel gebracht hat, nämlich für jene, die in einer staatlich geförderten Sozialwohnung leben. Das war hier im Blog bereits im Vorfeld zweier Gemeinderatswahlen Thema; eine Idee, die selbst von SPD-Gemeinderäten in Heilbronn sehr gerne unter den Tisch gekehrt wird.

Sobald Politiker der eigenen Klientel ins Fleisch schneiden müssten, ist es aus mit den guten Ideen. Wenn es einen selber beträfe, freut man sich, dass man solche Volksvertreter hat. Wenn es andere betrifft, dann können solche Ideen nicht weit genug gehen.

Und genau das ist unser Demokratieproblem. Zum einen will keiner (kaum einer) selber verzichten und zum anderen findet man immer weniger Volksvertreter, die ihrem eigenen Klientel den Verzicht auch nur ein klein wenig schmackhaft machen können.

Und so hauen sich alle weiter gegenseitig die Verzichtsforderungen um die Ohren. Dabei gibt es zwei Möglichkeiten, entweder verzichtet letztendlich keiner auf irgend etwas oder nur die aller Schwächsten werden zur Kasse gebeten (was wohl seit Jahrtausenden der Regelfall sein dürfte).

Funktionierende Demokratien leben sicherlich auch davon, dass in der Gesellschaft der notwendige Verzicht, was immer wieder vorkommt, selbst in Wachstumsgesellschaften, für alle Bevölkerungsteile erst diskutiert und dann auch hoffentlich gut moderiert in Kompromissen so austariert wird, dass jeder Bürger (auch Milliardäre und Volksvertreter) seinen Verzichtsteil beiträgt.

In gesunden und vor allem christlichen Gesellschaften wären es die Starken, die Stärkeren und auch die Stärksten, die dabei etwas mehr als die anderen auf ihre eigenen Schultern nehmen.

In weniger gesunden und weniger christlichen Gesellschaften sind die Schwächsten und die Gutgläubigen die Dummen.

Zumindest aber hat Verena Hubertz einmal gut gebrüllt — Löwen gibt es bei uns allerdings nur noch im Zoo.

Nachdem Donald Trump mit gefühlt 2 000 Friedensschlüssen keinen entsprechenden Nobelpreis bekam, versucht er es jetzt mit ein paar Kriegen und lässt schon einmal seine Truppen in Südamerika auflaufen.

Dafür soll gemäß Recep Tayyip Erdoğan Istanbuls Bürgermeister Ekrem Imamoğlu für keine gefühlten, sondern für echte 2 430 Jahre ins Gefängnis.

Den heutigen Abend werde ich mich im Tango Argentino üben.

Damit Gesellschaften … die Bereitschaft zur Resilienz entwickeln, ist es notwendig, dass Regierungen im Diskurs mit ihnen sehr klar kommunizieren, was auf dem Spiel steht.

Carlo MAsalA (2025: 119)