Have questions?

19.5.02025 4.9 (8)

Beitragsfoto: Have questions? | © Shutterstock

Kommentare

Detlef Stern hat so ganz nebenbei die Diskussion angestoßen, ob ein Blog über eine Kommentarfunktion verfügen müsse. Manche Blogger machen dabei aus dem Manko, keine eigene Kommentarfunktion zur Verfügung stellen zu können, was je nach dem genutzten System tatsächlich etwas schwierig sein kann, eine Ideologie. Auch ich habe mir bereits des öfteren überlegt, die Kommentarfunktion abzuschalten und dies bereits einmal ein paar Jahre hier im Blog durchgehalten, vor allem weil ich keine gute Lösung für die unzähligen Spammer und Trolle fand. Deswegen blieben letztendlich auch meine Foren auf der Strecke, weil dieses Problem dort zu einer echten Qual wurde. „Es kann der Frömmste nicht in Frieden leben, wenn es dem bösen Nachbarn nicht gefällt.“ (Friedrich Schiller, Wilhelm Tell) und im Internet sind wir sozusagen alle Nachbarn.

Manche Blogger reduzieren die Kommentarfunktion auf eine zur Verfügung gestellte E-Mail-Adresse (z. B. Fefe), andere verweisen darauf, dass man die Kommentare über die Social Media einreichen kann, während ich versuche, möglichst viele Kanäle anzubieten, über die man mein Blog kommentieren kann.

Das Fediverse bietet zudem die Möglichkeit, dass man das eigene Blog für Kommentare auf anderen Blogs nutzt, wobei es auch hierbei die unterschiedlichsten Lösungsmöglichkeiten gibt. Problem: man muss ein eigenes Blog haben.

Die entsprechende Idee von Dave Winer geht mir dann aber doch einen Schritt zu weit.

„The cool thing about blogs is that while they may be quiet, and it may be hard to find what you’re looking for, at least you can say what you think without being shouted down. This makes it possible for unpopular ideas to be expressed. And if you know history, the most important ideas often are the unpopular ones. … That’s what’s important about blogs, not that people can comment on your ideas.“ 

Für mich ist Leben weiterhin Kommunikation (–> Thema meiner kommenden Vorlesung) und selbst wenn ich mein Blog in erster Linie für mich selbst schreibe, muss es für Leser möglichst einfach sein, die jeweiligen Beiträge zu kommentieren. Wer das als Blogger nicht möchte, muss sein Blog nicht online und für alle lesbar stellen.

Was haben die besten Ideen überhaupt für einen Sinn, wenn sie niemand kennt, schätzt oder gar versucht umzusetzen?

Wochenstart

Gut, dass meine bessere Hälfte und ich ein gutes Team sind, denn so übernahm sie die erste Preisverleihung zum Europäischen Wettbewerb dieses Jahres, während ich ganz gemütlich den meseno-Bus durch den nördlichen Landkreis schaukelte. Manche Landwirte schaffen es mit ihren völlig überdimensionierten Traktoren, tatsächlich die zehn Stundenkilometer zu halten — ich lass das mal jetzt mit einem je kleiner, desto größer Vergleich.

Als meine bessere Hälfte mit den Preisverleihungen begann, waren dies noch Größenordnungen, die weiterer Hilfe bedurften. Inzwischen können wir auf gut 35 Jahre Preisverleihungen zurückblicken und manchmal bereits Schülern Preise verleihen, deren Eltern von uns schon solche bekamen. Leider aber kann ein ehrenamtlicher Wettbewerb, bei dem wirklich alle von den Teilnehmern über die Jury bis hin zu den Preisverleihern, rein ehrenamtlich oder freiwillig unterwegs sind, kaum noch mit der heutigen Zeit mithalten — O tempora, o mores! (Cicero)

Längst vergessen, als alleine in Heilbronn Hunderte Preisträger von stolzen Eltern begleitet ihren Preisen entgegenfieberten. Inzwischen bekommt mancher einzelne Schüler seinen Preis schon mit der Post.

Meine Fahrt mit dem Bus war erfolgreich, auch wenn manche Nahrungsmittel kaum ihre Abnehmer finden werden — bei uns sind selbst die Bettler sehr wählerisch.

Wasser

Das Beste aber ist das Wasser! (Pindar) In wenigen Jahren werden wir alle dies wieder so richtig zu schätzen wissen, spätestens dann, wenn wir den Bodensee ausgetrocknet haben, um u. a. die gesamte Welt mit Billigfleisch versorgen zu können. Noch lachen manche von uns über die Spanier, die ihr Land aufgrund des Profitstrebens einzelner zur Wüste machen. Wir ignorieren dabei gerne, dass wir keinen Deut besser sind, und verschwenden unsere letzten Wasserreserven auf Teufel komm raus — nicht, dass wenn wir dereinst tot sind, auch nur ein einziger Tropfen Wasser übrig ist!

Der deutsche Wetterdienst meldete jüngst, dass es deutschlandweit seit 1931 noch nie so trocken war wie 2025 von Anfang Februar bis Mitte April. Der März 2025 ist mit einem Deutschlandmittel von nur 21 % des Niederschlages im Vergleich zu 1991 – 2020, der sechsttrockenste März seit 1881. Vor allem im Norden gibt es größere Gebiete, in denen nur wenige Liter pro Quadratmeter gefallen sind.

Zwar bemüht man sich, die Wasserkreislaufführung in der Industrie zu verbessern, eine Reduzierung von Kühlwasser für Kraftwerke zu erreichen und Einsparungen bei der öffentlichen Wasserversorgung vorzunehmen, dennoch lässt unsere Bewässerungswirtschaft noch zu wünschen übrig. Und auch die Wasserwiederverwendung steckt bei uns in den Kinderschuhen. Hinzu kommen dann noch eine marode Wasserinfrastruktur, was insgesamt zu einem Investitionsbedarf führt, den wir in den kommenden Jahrzehnten kaum stemmen werden können.

Hier könnten wir Bürger von uns aus tätig werden und unsere private Wassernutzung, welche mit mehr als 120 Litern / Person / Tag (!) seit ein paar Jahren wieder beständig ansteigt, regulieren. Muss man wirklich mehrmals am Tag duschen oder sein Auto einmal in der Woche waschen?

Wir alle kennen auch dieses Problem schon etwas länger. Dass dennoch unsere private Wassernutzung kontinuierlich ansteigt, führt mich an den Anfang dieses Teilbeitrages zurück.

Nachtrag

Ein Student hat einen Fischteich zu seinem Projekt gemacht. Kann man machen. Übung macht den Meister. Obiges Bild hilft vielleicht ein klein wenig.


Server

Intranet 4.6 (10)

Beitragsfoto: Server | © Edgar Oliver auf Pixabay

Immer regelmäßiger wird man daran erinnert, wie die Zeit verfliegt. Jüngst gingen ein paar nette Menschen in Rente, was ich auch ganz beiläufig zur Kenntnis nahm. Inzwischen wurde ich ganz nett, aber auch bestimmt daran erinnert, dass ich vor ein paar Jahren einmal ein Intranet aufgesetzt — was ich bereits fast vergessen hatte.

Auf alle Fälle war meine Architektur der Infrastruktur stimmig, denn nach einer kurzen Einarbeitungsphase musste ich mir keine weiteren Gedanken mehr darüber machen, geschweige denn selbst einmal tätig zu werden.

Jetzt stehe ich vor der Herausforderung, mich nicht nur wieder an dessen Architektur und die Zugangsdetails erinnern zu müssen, sondern auch ganz profan die alten Nutzer aus dem System zu entfernen und durch die neuen Nutzer zu ersetzen — aus Sicherheitsgründen hatte ich mich zum alleinigen Super-Administrator gemacht.

Meine Leser wissen es bereits, mit Back-ups und Logs habe ich es nicht so, denn bei mir muss ein System selbsterklärend und möglichst unbemerkt funktionieren. Für mich inzwischen zusätzlich spannend, weil das System auf Microsoft-Produkten und einer Hardware besteht, die ich schon länger nicht mehr selbst nutze.

Dass mein von mir geschaffenes Intranet wie von selbst funktioniert, dürfte ich hiermit nachgewiesen haben, ob es auch selbsterklärend ist, muss ich bis Montag festgestellt haben.

Und damit es mir auch nicht langweilig wird, habe ich meine Woche und das kommende Wochenende bereits anderweitig ausgeplant. Besser noch, aus von mir nicht nachvollziehbaren Gründen verlor ich vor zwei Tagen sämtliche Zugangsdaten zu meiner eigenen digitalen Infrastruktur. Und dort liegen irgendwo meine kleinen Helferlein, um mir bei mangelndem Erinnerungsvermögen zu helfen.

Spannend auch, dass ich keinen Zugriff mehr auf meinen externen Zettelkasten-Server und damit auch auf meinen Zettelkasten habe, denn dort dürften ggf. jene Helferlein liegen, die es mir ermöglichen, meine Helferlein im eigenen System finden und aktivieren zu können. Und so habe ich Detlef Stern, den Architekten meines Zettelkastens gebeten, mich hier zu unterstützen — ansonsten dürfte das mit Montag nichts werden.

Wenn dann wieder einmal alles gut verlief, werden sämtliche Systeme auf aktuellem Stand sein, sämtliche Zugangsdaten neu erstellt und die neuen Mitarbeiter ins entsprechende Intranet integriert sein.

Was das Ganze auf den Punkt bringt, Technologie, die nicht wie von ganz alleine funktioniert, ist im Bestfall bloße Technik. Und sämtliche Systeme, die mehr Zeit verbrauchen als ihre jeweiligen Vorgänger, sind völlige Fehlkonstruktionen.

Perfektion erreicht man einzig und alleine nur dadurch, dass man so lange etwas wegnimmt, bis es nichts mehr wegzunehmen gibt und nicht dadurch, dass man beständig etwas hinzufügt.

Und Technologie muss einem Menschen das Leben erleichtern und nicht umgekehrt.

Deswegen muss man auch sämtliche Technologie meiden, die einem nur die eigene Zeit stiehlt, z. B. die Social Media. Und so frage ich mich, warum ich nicht, da ich eh alles neu aufsetzen muss, nicht gleich auch meine letzten verbliebenen Social-Media-Accounts lösche?

Auf den Punkt gebracht, schlechte Technologie macht den Menschen süchtig, sonst hätte sie keine Überlebenschance. Schlimmer noch, wie man es jüngst u. v. a. bei Cory Doctorow nachlesen kann, schlechte Technologie ist sogar bösartig und menschenverachtend! — zumindest sind es aber deren Architekten, selbst jene, die später als Whistleblower ihr Gewissen beruhigen möchten, wohl aber eher nur noch mehr Geld absahnen wollen.


Social Media

Social Media 3.9 (10)

Beitragsfoto: Social Media | © Shutterstock

Jetzt, da ich trotz meiner Aversion für Social Media doch wieder mit gleich vier unterwegs bin, könnte ich mir durchaus einmal überlegen, was ich mit diesen eigentlich anfangen möchte?

Seit 2011, nachdem ich meine eigenen Bemühungen um eine Video-Website eingestellt hatte, habe ich einen Account bei YouTube. Mit dem Twitter-Ende habe ich mich nach Alternativen umgeschaut, noch bevor ich überhaupt wusste, wozu letztendlich Twitter ein Gewinn ist, und mich um einen Bluesky-Account bemüht. Diesen erhielt ich dann auch im September 2023. Kurz darauf wurde ich auf Daft aufmerksam und konnte mich dort im Januar 2024 noch kostenfrei registrieren. Last but not least bin ich seit diesem März wieder einmal auf Mastodon unterwegs, dieses Mal nur, um zu gucken, wie meine Blog-Beiträge dort durch das Tool ActivityPub (Stichwort: Fediverse) geteilt werden.

Bluesky

Aktuell folge ich dort 110 Accounts und habe selbst 61 Follower. Damit habe ich aber bereits eine zumindest für mich sinnvolle Größe überschritten, um mit den jeweiligen Accounts selbst interagieren zu können.

Und so nutze ich diesen Account ähnlich wie vormals Twitter auch eher dazu, um für meine eigenen Blog-Beiträge etwas mehr Reichweite generieren zu können. Damit dies allerdings auch nur halbwegs funktionieren kann, werde ich sicherlich ein paar Hundert Follower benötigen.

Und da dies erfahrungsgemäß wenig wahrscheinlich ist, gucke ich dort nur ab und zu vorbei und lasse mich dabei überraschen, was sich ganz aktuell und rein zufällig in meiner Timeline befindet. Manchmal triggert dies mich tatsächlich, um eigene Blog-Beiträge zu schreiben. Und manchmal antworte ich gar auf einzelne Posts, was ich dann meist sofort wieder bereue.

Und so werde ich nun einmal spaßeshalber versuchen, wie viele Follower ich letztendlich erzielen kann — zu meinen besten Zeiten hatte ich auf LinkedIn und Facebook jeweils über 1 000 Follower; aber auch damit konnte ich nicht wirklich etwas Sinnvolles anfangen.

Seit Six Degrees (of Separation) hat sich zumindest für mich noch keine wirklich sinnvolle Verwendung für Social Media herauskristallisiert — meine ursprünglichen Hoffnungen auf ein solides Informations- und Netzwerk-Tool wurden nicht erfüllt.

Daft

Da Daft ein Anti-Social Netzwerk für Minimalisten ist, können mir dort nur jene Menschen folgen, die rein zufällig meinen Account hier im Weblog gefunden haben. Und im Falle, dass jemand mit diesen Account interagieren möchte, müsste man mir schon eine entsprechende E-Mail schreiben.

Bisher habe ich selber noch keinen Daft-Account gefunden, dem ich per RSS-Feed folgen könnte. Spannender Weise aber hat Detlef Stern meinen Daft-Account in seiner eigenen Blogroll — sehr viel Strom wird dies auf alle Fälle nicht kosten.

Man kann aber auch einzelne Posts teilen, wobei ich jetzt nicht wirklich wüsste, warum überhaupt. Und so habe ich dieses Social Media als bisher erstes und einziges Medium nicht wieder gelöscht, sondern nur stillgelegt.

Vielleicht findet sich ein Leser, der mir eine sinnvolle Verwendung für dieses „anti-soziale“ Medium vorschlagen kann.

Mastodon

Da mein aktueller Account der jüngste hier in der Sammlung ist, habe ich bisher nur sechs Follower, wobei ich selber bereits 67 Accounts folge.

Und dies könnte tatsächlich einmal eine Gelegenheit sein, um zu gucken wie sich eine reduzierte Community (Mastodon) im Gegensatz zu einer stetig wachsenden (Bluesky) verhält.

Und da meine Blog-Beiträge automatisch ins Fediverse gelangen, da mein Blog über einen separaten Mastodon-Account verfügt, besteht meinerseits auch keine Notwendigkeit um diese hier ebenfalls zu teilen.

Was mich ein wenig an eine bestimmte Twitter-Periode von mir erinnert, wobei ich Twitter nur nutzte, um mit zwei oder drei anderen palavern zu können. Inzwischen erledige ich dies in einem einzigen Fall nun mit Delta Chat, was dieses Tool damit nicht wirklich zu einem Social Medium macht.

YouTube

Und zum guten Schluss mein nunmehr ältestes Soziale Medium, wahrscheinlich aber auch nur, weil ich dort gleich ein paar Tage später die Chat-Funktionen abgeschaltet hatte. Auch nutze ich die dort weiterhin vorhandenen Kommentarfunktionen so gut wie nicht.

Eigentlich dient es nur noch als eine sehr bequeme Ergänzung für mein Weblog. „Früher“ nutzte ich meinen Account mit dazu, um für die EUROPA-UNION Video-Beiträge zu teilen. Dies hat sich mit dem Ende des Treffpunkts Europa aber von alleine erledigt.

Erstaunlicher Weise habe ich dort aber weiterhin 20 Follower. Dafür mache ich aber auch für vier andere YouTuber etwas Werbung.

Mein Fazit

Nach all den Jahren wäre es wirklich an der Zeit, für den Fall, dass ich mich nicht gleich ganz von den Social Media verabschiede, diese so zu ordnen und zu verwenden, dass deren Nutzung für mich nicht nur eine ganz nette Nebenbeschäftigung ist, vor allem aber nicht auch noch zu einer völligen Zeitverschwendung wird, sondern so etwas wie ein kleiner Nutzen entstehen kann.

Zumindest habe ich nun erneut einmal meine entsprechenden Gedankengänge reformuliert und werde sicherlich noch etwas weiter darüber nachdenken.

Vielleicht führt dieser Blog-Beitrag aber auch dazu, dass ich weitere Tipps und Hilfestellungen erhalte?

Fediverse Reactions