Champagner

Glückwunsch 5 (3)

Beitragsfoto: Champagner | © Dariusz Sankowski auf Pixabay 

Es gibt viel mehr Dichter, als man allgemein annimmt, und wahrscheinlich versucht sich auch jeder Mensch zumindest einmal, wohl meist in der frühen Jugend, selbst im Dichten.

Danach sind es immer wieder die vielfältigsten Anlässe, die einen dazu ermuntern, mit einem eigenen Gedicht aufzuwarten.

Anlässlich des 50. Hochzeitstages ihrer Eltern hat Nancy Gibson das folgende Gedicht verfasst.

Time hammers us with quiet perseverance 
Through decades, most distressing are the signs!
No matter what our standing or appearance
Time rends from us his aches, and sculpts his lines.

Upon our spirits, though, Times`s art does vary
Depending on the character he finds
Humours pensive, fearful, kind or merry
He deepens, strengthens, skilfully combines.

With tempers raised on Honour and Compassion
The years can only bless these lucky ones
Unfolding tolerance and strength in equal fashion
Which shine out farther, brighter than a thousand suns.

So smile on, Time, upon these two so dear
That may their fair experience shine long,
                                            shine far their cheer.

Nancy Gibson

Als Nancy mich um meine Meinung bat, konnte ich ihr nur gratulieren und war danach erfreut, dass es ihren Eltern den eigentlichen Adressaten ebenfalls sehr gefallen hat.

„Human beings, who are almost unique in having the ability to learn from the experience of others, are also remarkable for their apparent disinclination to do so.“

Douglas Adams, The Hitchhiker’s Guide to the Galaxy

Caspar David Friedrich 4.7 (14)

Beitragsfoto: Zwei Männer in Betrachtung des Mondes | Caspar David Friedrich (1819/20)

Das erste Mal hörte ich von Caspar David Friedrich, als unser Kunstlehrer uns aufforderte, ein Zitat von Friedrich bis zur kommenden Woche als Bild zu präsentieren.

Da ich dann dafür eine für meine Verhältnisse ganz akzeptable Note erhielt, blieb mir Caspar David Friedrich in guter Erinnerung. Sehr viel später stieß ich dann wieder auf genau dieses Zitat, welches im Original wie folgt lautet:

„Jedem offenbart sich der Geist der Natur anders, darum darf auch keiner dem andern seine Lehren und Regeln als untrügliches Gesetz aufbürden. Keiner ist der Maßstab für alle, jeder nur Maßstab für sich und für die mehr oder weniger ihm verwandten Gemüter.”

Caspar David Friedrich, Caspar David Friedrich in Briefen und Bekenntnissen (1984)

Caspar David Friedrich war ein Maler der Frühromantik und bestimmt jeder hat schon einmal ein Bild von ihm gesehen.

Und auch für Kunstlehrer hat Friedrich einen gut gemeinten Ratschlag:

„Nicht alles läßt sich lehren, nicht alles erlernen und durch bloßes totes Einüben erlangen; denn was eigentlich rein geistiger Natur in der Kunst genannt werden kann, liegt über die engen Schranken des Handwerks hinaus. Darum, ihr Lehrer der Kunst, die ihr euch dünket so viel mit eurem Wissen und Können, hütet euch sehr, daß ihr nicht einem jeden tyrannisch aufbürdet eure Lehren und Regeln; denn dadurch könnt ihr leichtlich zerknicken die zarten Blumen, zerstören den Tempel der Eigentümlichkeit, ohne den der Mensch nichts Großes vermag.“

Caspar David Friedrich, Caspar David Friedrich in Briefen und Bekenntnissen (1984)

Friedrichs Bild „Zwei Männer in Betrachtung des Mondes“, welches diesem Beitrag vorgestellt ist, soll übrigens Samuel Beckett während einer Reise durch Deutschland im Jahr 1936 zu „Waiting for Godot“ inspiriert haben.

Auch Beckett empfehle ich gerne, vor allem deshalb, weil er ebenfalls mit guten Ratschlägen aufwarten kann. Gerne zitiere ich das Folgende:

„All of old. Nothing else ever. Ever tried. Ever failed. No matter. Try again. Fail again. Fail better.“

Samuel Beckett, Nohhow On (1989: 77)

Und da ich gerade schon bei Samuel Beckett bin, gleich hier noch ein Gedicht von ihm aus dem Jahr 1934.

Gnome

Spend the years of learning squandering
Courage for the years of wandering
Through a world politely turning
From the loutishness of learning

Samuel Beckett

„Nothing is more real than nothing.“

Samuel Beckett, Malone Dies (2009 [1951]: 168)

Prärie

Sophies Entscheidung 5 (5)

Beitragsfoto: Prärie | © ykaiavu auf Pixabay 

Nicht erst seit dem Film „Sophies Entscheidung“ von Alan J. Pakula, der 1982 den gleichnamigen Roman „Sophie’s Choice“ von William Styron verfilmte, ist Emily Dickinsons Gedicht „Ample make this bed“ aus dem Jahr 1891 sehr bekannt.

Ample make this bed.
Make this bed with awe;
In it wait till judgment break
Excellent and fair.

Be its mattress straight,
Be its pillow round;
Let no sunrise’ yellow noise
Interrupt this ground.

Emily Dickinson, 1891
Peter MacNicol alias Stingo liest das Gedicht Ample Make This Bed.

Amerikas bekannteste Dichterin Emily Dickinson empfing nur wenige Besucher, galt als menschenscheu und verbrachte die meiste Zeit in ihrem Zimmer.

Gedicht rezitiert von Derek Michael Sheldon.

Dennoch war ihre Schaffenskraft bewundernswert und ihre Gedichte sind trotz oder gerade wegen ihres begrenzten Horizonts von einer sehr großen Vorstellungskraft geprägt, die bezeugt, wie wenig man eigentlich benötigt, um einen großen Eindruck hinterlassen zu können.

To make a prairie it takes a clover and one bee, 
One clover, and a bee. 
And revery. 
The revery alone will do, 
If bees are few.

Emily Dickinson